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Umweltrechnungslegung - gesetzliche Anforderungen und unternehmerische Praxis

Umweltrechnungslegung - gesetzliche Anforderungen und unternehmerische Praxis
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anika Thiele
  • Abgabedatum: März 2004
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 555,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Potsdam Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8492-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8492-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8492-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Thiele, Anika März 2004: Umweltrechnungslegung - gesetzliche Anforderungen und unternehmerische Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Umweltbericht, Umweltmanagement, Ökobilanzierung, Umwelterklärung, Unternehmenskommunikation

Diplomarbeit von Anika Thiele

Einleitung:

Die Umweltproblematik trat in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts verstärkt in die öffentliche Diskussion und führte zur Etablierung eines neuen Politikfeldes. Da die wirtschaftlichen Aktivitäten als Hauptursache der Umweltzerstörung betrachtet wurden, standen die Unternehmen als Verursacher im Mittelpunkt der Kritik. Sie sahen sich mit einem steigenden Umweltbewusstsein in der Bevölkerung und vermehrten Forderungen zur Übernahme ökologischer Verantwortung konfrontiert.

Die öffentlichen Auseinandersetzungen zwangen die betroffenen Unternehmen zunehmend zu einer ökologischen Kommunikation mit ihren Anspruchsgruppen. Ende der 80er Jahre wurden erste freiwillige Umweltberichte veröffentlicht sowie Umweltfragen in Geschäftsberichten thematisiert. Heute ist der Umweltschutz regelmäßig fester Bestandteil unternehmerischer Entscheidungsprozesse. Zum einen erfordern es der durch die Globalisierung verschärfte Wettbewerb und steigende umweltrechtliche Anforderungen, dass Unternehmen auch ökologische Komponenten in ihr Zielsystem und ihre Strategien integrieren. Dazu kommt für viele Unternehmen die Erkenntnis, dass Umweltschutz nicht nur Kosten verursacht, sondern auch Einsparpotenziale und Differenzierungsvorteile offenbart, sowie ökonomische Risiken mindern kann.

Viele Unternehmen nutzen deshalb die regelmäßige Veröffentlichung von Umwelt- oder Nachhaltigkeitsberichten im Rahmen einer offensiven umweltorientierten Unternehmenspolitik. Der Kreis derer, die an einer ökologischen Unternehmenskommunikation interessiert sind, umfasst nahezu sämtliche Anspruchsgruppen eines Unternehmens (Anteilseigner, Mitarbeiter, Kunden, Nachbarn, Staat, Kapitalgeber, Versicherungen, Medien, Wissenschaft), die jeweils unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen. Es stellt sich demnach die Frage, wie ein Umweltberichtssystem ausgestaltet werden sollte, um den vielfältigen Informationsbedürfnissen gerecht zu werden und welche allgemeinen Anforderungen gestellt werden müssen, um Glaubwürdigkeit, Transparenz und Vergleichbarkeit der Informationen zu gewährleisten.

Im Vergleich zu finanziellen Informationen ergeben sich für die Darstellung von Umweltinformationen zusätzliche Probleme aus den Besonderheiten der Umweltproblematik. Die Dynamik und Komplexität der naturwissenschaftlichen Zusammenhänge ist nur unzureichend wissenschaftlich geklärt und führt daher zu Schwierigkeiten in der Wirkungsabschätzung von Umwelteingriffen. Eine einheitliche und objektive Bewertung der unterschiedlichen Umweltnutzungsarten eines Unternehmens ist nahezu unmöglich. Dazu kommen Probleme in der Erfassung und Quantifizierbarkeit einiger Umweltaspekte.

Die Arbeit soll daher einerseits die gesetzlichen Anforderungen an die Berichterstattung von Unternehmen hinsichtlich ihrer Eignung zur Erfüllung der umweltbezogenen Informationsansprüche unternehmerischer Stakeholder darstellen und bewerten. Insbesondere wird auch untersucht, inwieweit Geschäftsberichte als akzeptiertes und standardisiertes Kommunikationsinstrument darüber hinaus geeignet sind, ökologische Informationen offen zu legen. Andererseits werden die verschiedenen Instrumente und Methoden der sich entwickelnden freiwilligen Umweltberichterstattung ebenfalls vor diesem Hintergrund auf ihren dahingehenden Informationsbeitrag erörtert. Dazu werden Mindeststandards der Berichterstattung herausgearbeitet, die wesentlichen Probleme aufgezeigt und Lösungsansätze diskutiert.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit 1
1.2 Begriffsbestimmungen 3
1.3 Gang der Untersuchung 4
2. Gesetzliche Anforderungen an die Berichterstattung über die ökologischen Auswirkungen unternehmerischer Tätigkeit 6
2.1 Berichtspflichten aufgrund umweltrechtlicher Vorschriften 6
2.2 Umweltaspekte in Geschäftsberichten: Handelsrechtliche Mindestanforderungen und Grenzen im Rahmen der Berichterstattung über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens 9
2.2.1 Allgemeine Voraussetzungen zur Aufnahme von Umweltinformationen in den Jahresabschluss und den Lagebericht 9
2.2.2 Umweltrelevante Aspekte in der Bilanz 12
2.2.3 Umweltrelevante Aspekte in der Gewinn- und Verlustrechnung 15
2.2.4 Umweltinformationen im Anhang 17
2.2.5 Umweltinformationen im Lagebericht 20
2.3 Gesetzliche Anforderungen an eine umweltbezogene Berichterstattung auf internationaler Ebene 23
2.4 Fazit 25
3. Freiwillige Umweltberichterstattung in der unternehmerischen Praxis: Darstellung und Verbreitung der Instrumentenvielfalt 26
3.1 Einführung 26
3.2 Zielsetzung und Zielgruppen der Umweltberichterstattung 28
3.3 Individuell ausgestaltete Umweltberichte als Rahmen einer eigenständigen Umweltrechnungslegung 30
3.3.1 Vorteilhaftigkeit der Informationsbereitstellung in Form eines Umweltberichts 30
3.3.2 Anforderungen an die inhaltliche Ausgestaltung von Umweltberichten 31
3.3.3 Grundsätze ordnungsmäßiger Umweltberichterstattung 35
3.3.4 Die Erfahrungen mit Umwelterklärungen nach der EMAS-Verordnung als Beispiel einer normierten Umweltberichterstattung 40
3.4 Die Umweltinformationsinstrumente der Berichterstattung im Einzelnen 42
3.4.1 Beschreibung der Umweltpolitik, der Umweltleitlinien und des Umweltmanagementsystems eines Unternehmens 42
3.4.2 Darstellung der Umweltauswirkungen, Umweltzielsetzungen und Umweltleistungen 45
3.4.3 Input-Output-Betrachtungen mit Hilfe von Stoff- und Energiebilanzen 47
3.4.4 Zur Bewertungsproblematik von Umweltauswirkungen: Lösungsversuche im Rahmen der Ökobilanzierung 50
3.4.5 Ökologische Buchhaltung 52
3.4.6 Umweltkennzahlensysteme 54
3.5 Fazit 59
4. Zusammenfassende Betrachtung und Bewertung der Unterschiede zwischen gesetzlichen Anforderungen und unternehmerischer Praxis der Umweltrechnungslegung und aktuelle Entwicklungen zu ihrer Überwindung 60
4.1 Bewertung der Unterschiede und Aufzeigen von Problembereichen 60
4.2 Zur Zukunft der Umweltberichterstattung: aktuelle Entwicklungen und Diskussionen 63
4.3 Schlussbemerkungen 67
Anhang VI
Literaturverzeichnis X

Automatisiert erstellter Textauszug:

Richtigkeit und Willkürfreiheit Der Grundsatz der Richtigkeit besagt, dass die bereitgestellten umweltbezogenen Informationen „eine wirklichkeitsgetreue und richtige Darstellung der tatsächlichen Sachverhalte“162 im Unternehmen wiedergeben müssen. Dazu gehört auch die Pflicht der Unternehmen, sich „mit angemessener Sorgfalt“ über den Stand der Technik und der Forschung zu informieren und bei der Berichterstattung zu berücksichtigen. Beispielsweise können sich Risikoeinstufungen bestimmter Stoffe aufgrund neuer Erkenntnisse verändern.163 Der Grundsatz der Willkürfreiheit stellt auf die Plausibilität und Nachvollziehbarkeit der Angaben ab. Angewandte Methoden, insbesondere zur Erfassung und Bewertung der ökologischen Sachverhalte, zugrunde liegende Annahmen und Prämissen sowie Begriffsabgrenzungen sind transparent zu machen und gegebenenfalls zu begründen.164 [...]

Im Allgemeinen sollen die bereitgestellten Informationen sowohl quantitativer, als auch qualitativer Natur sein. Zahlenangaben können als besonders informativ und vergleichbar angesehen werden, bedürfen in der Regel aber verbaler Erläuterungen; auch sind vielfältige nicht-quantifizierbare Sachverhalte darzustellen.142 Weiterhin sind neben vergangenheits- auch zukunftsbezogene Informationen von Bedeutung, um die weitere Entwicklung der Umweltbeziehungen, der ökologischen Risiken und die Erreichung der Umweltziele einschätzen zu können.143 Zusammenfassend können Angaben zu den folgenden Sachverhalten als notwendige Inhalte aussagekräftiger Umweltberichte herausgestellt werden:144 • Allgemeine Angaben zum Unternehmen / Abgrenzung der Berichtseinheit • Umweltpolitik und Umweltleitlinien (3.4.1.) • Organisation des Umweltschutzes: Umweltmanagementsystem (3.4.1.) • Umweltzielsetzungen und Umweltprogramme (3.4.2.) • Umweltauswirkungen und Umweltleistung (3.4.2.) • Überblick über die Stoff- und Energieströme (3.4.3.) • Produktbezogenen Informationen • Finanzielle Belastungen [...]

Auch wenn die fehlende gesetzliche Normierung und Prüfungspflicht sich vorteilhaft auf die Ausgestaltung der Umweltberichte entsprechend der unternehmensindividuellen Relevanz ökologischer Sachverhalte auswirken kann, besteht die Gefahr, dass kritische Aspekte weggelassen werden oder subjektive Bewertungen in die Berichterstattung einfließen.129 Da die Adressaten im Allgemeinen nur wenig Ansatzpunkte haben, die Verlässlichkeit und Vollständigkeit der Informationen zu beurteilen, bietet sich die Möglichkeit, die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung mittels ihrer Überprüfung durch einen unabhängigen Sachverständigen zu stärken.130 Diese Aufgabe kann von unabhängigen Umweltgutachtern wahrgenommen werden, die auch für die Gültigerklärung der Umwelterklärung und Überprüfung des Umweltmanagementsystems im Rahmen einer EMAS-Teilnahme zuständig sind. Zunehmend befassen sich aber auch Wirtschaftsprüfer mit dieser Aufgabe, was zur Veröffentlichung des Prüfungsstandards „Grundsätze ordnungsmäßiger Durchführung von Umweltberichtsprüfungen“ durch das Institut der Wirtschaftsprüfer geführt hat.131 [...]

Arbeit zitieren:
Thiele, Anika März 2004: Umweltrechnungslegung - gesetzliche Anforderungen und unternehmerische Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Umweltbericht, Umweltmanagement, Ökobilanzierung, Umwelterklärung, Unternehmenskommunikation

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