Umweltmanagement
Ein Konzept der Unternehmensführung mit Anregungen und Vorschlägen zur Implementierung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Steffen Oser
- Abgabedatum: April 2000
- Umfang: 202 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Karlsruhe Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2717-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2717-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2717-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Oser, Steffen April 2000: Umweltmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Öko-Management, Umweltmanagement, Öko-Bilanz, Versandhandel, Öko-Controlling
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Diplomarbeit von Steffen Oser
Einleitung:
Viele Unternehmen haben die Hemmschwelle zu umweltorientierter Unternehmensführung bereits überschritten. Für viele Unternehmen gibt es aber noch Vorbehalte und Rätsel bei der Umsetzung eines integrierten Umweltkonzeptes.
Die Diplomarbeit setzt hier an und stellt dieses Konzept mit Erklärungen, Vorschlägen, Chancen und Gefahren dar. Daher geht sie nicht in die Tiefe einzelner Aspekte, sondern stellt das Umweltmanagement in seiner breitgefächerten und vernetzten Form dar. Manche Aspekte sind nicht alleinig einem Themenpunkt zuzuordnen, da die Systematik des Konzeptes eine strenge Trennung von Themen, wie es die Betriebswirtschaft bisher kannte, nicht erlaubt. Sie wünscht eindeutig eine bereichs- und funktionsübergreifende, interdisziplinäre Behandlung der Thematik.
Die Arbeit ist ursprünglich im Bereich des Versandhandels geschrieben. Hieraus entstehen gewisse versandhandelsspezifische Schwerpunkte. Allerdings kann die Arbeit ohne Umgewichtungen auch in vielen Großunternehmen, Konzernen und Handelsketten aller Bereiche Anwendung finden, da auch hier z.B. logistische Herausforderungen gemeistert werden müssen. Für kleinere Betriebe sind manche Schwerpunkte sicherlich umzudefinieren. Doch auch bei ihnen ist die Arbeit in den grundlegenden Thematiken zu verwenden.
Einige Punkte sind in dieser Arbeit ausgeklammert. Zum einen werden technisch-industrielle Anlagen, also Maschinenoptimierung und dergleichen, nicht berücksichtigt, da sie mehr bei industriellen Belangen wichtig sind und sich die Abhandlung mehr im Bereich des Handels bewegt; zum anderen sollen juristische Ansätze ausgeklammert sowie Investitionsrechnungen und Finanzierungsmodelle nicht behandelt werden, da vor allem letzteres eher unternehmensspezifisch ausgearbeitet werden muß.
Gang der Untersuchung:
In fast allen Abschnitten der Ausführungen werden unternehmensspezifische Vorschläge für ein exemplarisches Unternehmen dargestellt, um Möglichkeiten aufzuzeigen, die bei einer Implementierung eines Umweltmanagementsystems Verwendung finden können.
Der 1. Teil der Arbeit beginnt mit einer Erklärung des Wesens des Umweltmanagements wie auch dem Konflikt zwischen Ökologie und Ökonomie. Im weiteren wird kurz auf die Stellung des Handels im ökologischen Konsumprozeß eingegangen.
Der 2. Teil befaßt sich in Kapitel 1 zunächst mit der nicht ganz zu vermeidenden rechtlichen Seite. ‘Rechtlich’ ist hier jedoch nur im Sinne der EG-Öko-Audit-Verordnung und der DIN-Normen zu verstehen, die keine Gesetzeskraft haben. Sie sind für eine Erarbeitung des Themas von grundlegender Bedeutung und daher unerläßlich.
Das 2. Kapitel beschäftigt sich mit fundamentalen Bestandteilen eines Unternehmens wie Unternehmenskultur, Leitbild, Umweltprogramm, Organisation und Verantwortlichkeiten, die auch im Umweltmanagement von zentraler Bedeutung sind, um ein funktionierendes Konzept zu garantieren.
Im 3. Kapitel wird das Personalmanagement näher betrachtet. Grund hierfür ist vor allem, daß eine zielstrebige Verfolgung eines Umweltmanagementsystems die Einbeziehung der Mitarbeiter fordert. Daher sind hier grundlegende Aspekte (Personalführung, Arbeitsbedingungen/-umwelt, Arbeitsmarkt/Personalbeschaffung, Motivation) zu beachten, um ein Scheitern der Einführung dieses Konzeptes nicht schon in einem frühen Stadium zu ‘besiegeln’.
Öko-Controlling ist das Thema des 4. Kapitels. Neben der Finanzbuchhaltung ist auch eine Öko-Buchhaltung notwendig, um die Umweltbelastungen und -erleichterungen festzuhalten. Voraussetzung dafür ist die Entwicklung eines Umweltkennzahlensystems, das auf dem bisherigen Kennzahlensystem aufbauen kann. Nicht fehlen dürfen hier Erläuterungen zu einem ökologischen Jahresabschluß.
Das Kapitel 5 des 2. Teils behandelt das große Themengebiet aller Materialien, die in ein Unternehmen hinein- oder aus einem Unternehmen hinausgehen. Es wendet sich Gesichtspunkten wie Warenbeschaffung, Verpackung, Transport, Energie und Wasser auf der Input-Seite, sowie Abfällen, Emissionen und Abwässern auf der Output-Seite zu.
Kapitel 6 betrachtet Marketingthemen. Sie sind zum größten Teil dem Kunden gewidmet, schließen aber auch andere Zielgruppen (Mitarbeiter, Lieferanten, Geschäftspartner und Umweltschutzorganisationen) mit in die Betrachtung ein.
Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten durch Unterstützung der öffentlichen Hand ist Gegenstand eines kurzgefaßten 7. Kapitels.
Im dritten und letzten Teil dieser Arbeit wird im Rahmen einer Schlußbetrachtung eine Vorgehensweise zur Implementierung des Umweltmanagementsystems empfohlen.
Der sich anschließende Anhang ist in drei Abschnitte untergliedert. In Anhang A wird das sogenannte ‘Winter-Modell’ vorgestellt, das als Pioniermodell des Umweltmanagements gilt. Anhang B befaßt sich mit einer Untersuchung ausgewählter Konkurrenzunternehmen des Versandhandelsmarktes. Zum Abschluß bietet Anhang C einen Überblick über mögliche Umweltkennzahlen.
Inhaltsverzeichnis:
| Teil 1 | ||
| Einführung | 3 | |
| Teil 2 | ||
| 1. | Umweltmanagement | 7 |
| 1.1 | Umweltmanagement - was ist das? | 7 |
| 1.2 | Umweltmanagement - wozu braucht man das? | 7 |
| 2. | Ökonomie kontra Ökologie - sind sie miteinander vereinbar? | 8 |
| 3. | Stellung des Handels im ökologischen Konsumprozeß | 8 |
| 4. | Ein exemplarisches Unternehmen | 9 |
| Teil 3 | ||
| 1. | Verordnungen und Normen | 11 |
| 1.1 | EG-Öko-Audit-Verordnung Nr. 1836/93 | 11 |
| 1.2 | DIN-Normen | 12 |
| 2. | Gestaltung eines ökologischen Rahmens | 17 |
| 2.1 | Unternehmenskultur | 17 |
| 2.2 | Leitbild / Grundsätze | 17 |
| 2.3 | Umweltprogramm / -politik | 18 |
| 2.4 | Organisation | 18 |
| 2.5 | Verantwortlichkeiten | 19 |
| 3. | Personalmanagement | 20 |
| 3.1 | Mitarbeiterführung | 20 |
| 3.2 | Arbeitsbedingungen / -umwelt | 21 |
| 3.3 | Arbeitsmarkt und Personalbeschaffung | 21 |
| 3.4 | Motivation | 22 |
| 4. | Öko-Controlling | 24 |
| 4.1 | Betriebliches Umweltkennzahlensystem | 24 |
| 4.1.1 | Arten von Umweltkennzahlen | 25 |
| 4.1.2 | Klassen von Umweltkennzahlen | 26 |
| 4.2 | Öko-Buchhaltung | 31 |
| 4.3 | Ökologischer Jahresabschluß | 33 |
| 4.3.1 | Ökobilanz | 33 |
| 4.3.2 | Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang / Lagebericht | 35 |
| 4.3.3 | Umwelterklärung | 36 |
| 5. | Input- / Output-Kontenplan | 37 |
| 5.1 | Input-Daten | 37 |
| 5.1.1 | Beschaffung Handelswaren | 38 |
| 5.1.2 | Betriebs- und Geschäftsaustattung | 43 |
| 5.1.3 | Transport und Verkehr | 45 |
| 5.1.4 | Verpackung | 49 |
| 5.1.5 | Werbemittel | 51 |
| 5.1.6 | Energie | 52 |
| 5.1.7 | Wasser | 55 |
| 5.1.8 | Kantine | 56 |
| 5.1.9 | Gebäude und Grundstücke | 57 |
| 5.2 | Output-Daten | 59 |
| 5.2.1 | Warenabgang | 59 |
| 5.2.2 | Abfälle | 59 |
| 5.2.3 | Emissionen | 60 |
| 5.2.4 | Abwasser | 61 |
| 5.2.5 | vermutete Belastungen | 61 |
| 5.2.6 | sonstige Output-Daten | 61 |
| 6. | Marketing | 62 |
| 6.1 | Zielgruppen | 63 |
| 7. | Steuervergünstigungen und Finanzierungshilfen | 69 |
| 7.1 | Steuervergünstigungen | 69 |
| 7.2 | Finanzierungshilfen | 69 |
| 8. | Instrumente des Umweltmanagements | 71 |
| 8.1 | Instrumente zur Erfassung und Bewertung | 71 |
| Teil 4 | ||
| 1 | Implementierung eines Umweltmanagementsystems | 79 |
| 1.1 | Vorbereitungsphase | 81 |
| 1.2 | Phase der Datenerhebung und Prioritätenbildung | 82 |
| 1.3 | Durchführungsphase | 83 |
| 1.4 | Kontrolle und Korrektur | 83 |
| 1.5 | Dokumentation | 84 |
| 1.6 | Zertifizierung und Veröffentlichung | 84 |
| 2. | Schlussbemerkung | 85 |
| Anhang |
Die Zielgruppen eines Unternehmens sollten in einem ökologisch orientierten Marketing ausgeweitet werden. Nicht nur dem Kunden sollte man Beachtung schenken, sondern auch Mitarbeiter, Geschäftspartner, Umweltschutzorganisationen und Öffentlichkeit gilt es in die Informationskette einzubeziehen. Daher sind periodische Berichte abzufassen. In diesen können zum Beispiel positive Beschlüsse vorgestellt und positiv abgeschlossene Maßnahmen bekannt gemacht werden. Durch solche Erfolgsmeldungen wird ein günstiger psychologischer Einfluß auf das Unternehmen gefördert. 1. Mitarbeiter: Mitarbeiter sollten nicht nur deshalb zu einem Kommunikationsprozeß hinzugezogen werden, weil sie für eine effiziente Umsetzung des Umweltmanagement-Gedankens stehen, sondern vor allem, weil jeder einzelne Mitarbeiter das Unternehmen nach außen hin repräsentiert. Die Information der Mitarbeiter kann in sehr vielfältiger Weise in die Gestaltung eines internen Informationssystems einfließen. Dies kann über sogenannte ‘Grüne Bretter’, Umweltrubriken in einer Unternehmenszeitung, Veranstaltungen oder auch durch Verteilung externer Broschüren geschehen. 2. Geschäftspartner: Um das Geschäftsverhalten auch in wirtschaftlichen Kreisen publik zu machen, sind gezielte Informationsveranstaltungen über das ‘neue’ Unternehmensbewußtsein (Umweltbewußtsein) eine zweckmäßige Maßnahme. Es können parallel dazu spezielle Unternehmensbroschüren für Geschäftspartner entwickelt werden. Kooperationen (z.B. gemeinsame Werbung, Strategieentwicklung etc.) können ebenfalls eine adäquate Möglichkeit zur Kommunikation des Umweltschutzgedankens sein. Hierbei sollte auch die Möglichkeit genutzt werden, bestimmte Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. 3. Umweltschutzorganisationen Der Kontakt zu Organisationen wie WWF, B.U.N.D., Greenpeace, aber auch zu Bürgerinitiativen sollte auf keinen Fall nur dem Prestige nach außen dienen. Eine kooperative Zusammenarbeit kann Möglichkeiten, Chancen und Verbesserungspotentiale aufdecken, da ver- [...]
Umweltmanagement ist kein Thema, mit dem man sich nur in aller Heimlichkeit beschäftigen darf. Ein Umweltengagement kann und sollte professionell vermarktet werden, um alle potentiellen Zielgruppen aufmerksam zu machen und ihr Interesse zu wecken. Zielgruppen sind in diesem Fall nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter, Geschäftspartner, Umweltschutzorganisationen und die Öffentlichkeit. Eine Marktforschungsstudie hat gezeigt, daß in Märkten, die vom Volumen her stagnieren, der Konsument mit Werbung im herkömmlichen Sinne immer schwieriger erreicht werden kann. Während die Aufwendungen für Werbung überproportional steigen, nimmt der Grad der Wahrnehmung deutlich ab. Die Wahrnehmung der Werbung mit Umweltverträglichkeitsmerkmalen ist dagegen weit überproportional.66 Die Wirkung umwelt-orientierter Werbung wird beim Kunden um so größer eingeschätzt, je mehr Unternehmen die Strategie der Erschließung neuer, chancenreicher Märkte durch umweltgerechte Produkte verfolgen. Der Effekt ist besonders stark, wenn sich eine progressive Umweltentwicklung innerhalb einer bestimmten Branche entfaltet. Warten Unternehmen in solch einer umweltentwicklungsstarken Branche mit produktpolitischen Aktivitäten ab, ist es vielfach schon zu spät, um Wettbewerbsvorteile zu realisieren. Durch Zögern und zu spätes Eingreifen, müssen Aufholmaßnahmen gestartet werden, die unverhältnismäßig hohe finanzielle Mittel verzehren. Eine wesentliche Grundlage für den Entwurf eines ökologischen Marketings ist die Aufnahme einer entsprechenden Orientierung in den Unternehmenszielen.67 Eine umweltbezogene Unternehmenspolitik wirkt um so glaubwürdiger, je vorbehaltloser und offener die Zielgruppen informiert werden. Das bedeutet, daß sich ein Unternehmen nur dann profilieren kann, wenn es auch über seine häßlichen Seiten spricht. Mit dem Grundsatz ‘Nichts bleibt geheim - nichts wird vertuscht!’ kann eine offensive Strategie nach folgendem Muster verfolgt werden:68 1. Schritt: 2. Schritt: 3. Schritt: Eingeständnis: Wir haben nicht alles Menschenmögliche getan, um diese Welt lebenswerter zu machen. Offenheit: den. So waren wir. So wollen wir mit Ihrer Hilfe wer- [...]
Wettbewerb: Bei den Versandhäusern Otto, Quelle und Neckermann existieren bereits Abfallwirtschaftskonzepte zur Optimierung nicht mehr benötigter Stoffe. Bei ihnen führten diese Konzepte auch stets zu Einsparungen in beachtlicher Höhe. Neckermann spricht von 50-prozentiger Kostenreduzierung; Quelle quantifiziert seine Einsparungen und gibt 2,5 Mio. DM Kostensenkung durch entsprechende Maßnahmen an. Neckermann hat den Anteil nicht verwertbarer Materialien auf 9,8 % vermindern können. Von dieser Firma sind auch weitere Ziele und Maßnahmen im Abfallreduzierungsbereich in Anhang B (S. 132ff) aufgeführt. Möglichkeiten im exemplarischen Unternehmen: Jegliche Abfälle sollten einer Trennung unterzogen und im Mengen und Kosten erfaßt werden, um darauf aufbauend ein unternehmensspezifisches Abfallwirtschaftskonzept zu entwickeln. Einige Beispiele zur Reduzierung von Abfällen sind in den Abschnitten 5.1. Input-Daten aufgezeigt. Eine Orientierung kann auch am Konzept des Neckermann Versandhauses erfolgen, das viele Möglichkeiten aufzeigt (siehe Anhang B, S. 132ff). [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832427177
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Oser, Steffen April 2000: Umweltmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
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Öko-Management, Umweltmanagement, Öko-Bilanz, Versandhandel, Öko-Controlling



