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Umweltkennzahlen als Instrument für ein umweltorientiertes Controlling

Umweltkennzahlen als Instrument für ein umweltorientiertes Controlling
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Mario Laufer

Einleitung:

Die Intention der Ökonomie effektiv und sparsam mit knappen Mitteln umzugehen deckt sich unmittelbar mit der ökologischen Forderung nach Schonung der endlichen, natürlichen Ressourcen. Intelligenter Umweltschutz stärkt die sogenannten Werttreiber und steigert den Shareholder value. Handlungsspielräume der Wirtschaft für zugleich ökonomisches und ökologisches Denken werden jedoch oftmals noch nicht ausgeschöpft.

Eine der Ursachen ist in den Problemen der Übertragung ökologischen Denkens in die betriebswirtschaftliche Sprache und Logik zu sehen. Maßeinheiten wie Schadstofffracht und Megawattstunde berühren die betriebswirtschaftliche Logik nicht. Erst eine Interpretation dieser Maßeinheiten als Abwasserkosten und Energiekosten sichert eine sofortige Resonanz.

Umweltcontrolling erweist sich zunehmend als ein geeignetes Instrumentarium zur Einbindung ökologischer Aspekte in alle Funktionsbereiche einer Unternehmung. Im Rahmen eines aktiven Umweltmanagements kann das Umweltcontrolling die Planungs-, Steuerungs-, und Kontrollfunktion übernehmen. Als ein Instrument des operativen Umweltcontrolling werden Umweltkennzahlen und Umweltkennzahlensysteme genutzt.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit konnte für das CWK ein aussagefähiges Umweltkennzahlensystem aufgebaut werden. Dem Controlling der Unternehmung wurde ein praktikables Instrument an die Hand gegeben um komplexe Umweltschutzprobleme transparenter zu machen. Insbesondere betrifft dies die Möglichkeiten, von der Unternehmung ausgehende Umweltbelastungen zu bewerten. Ansatzpunkte für die Nutzung der Umweltkennzahlen als Argumentationshilfe zum Dialog mit externen Anspruchsgruppen sind gegeben.

Umweltkennzahlen ermöglichen es dem Controlling eine kostengünstige Versorgung der Entscheidungsträger mit umweltrelevanten Informationen zu gewährleisten. Als eine Informationsgrundlage für Lösungen des integrierten Umweltschutzes erschließen sie Kostensenkungspotentiale durch einen verbesserten Informationsfluß und höheren Informationsgehalt.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
1. Abgrenzung der Themenstellung 1
2. Grundlagen 4
2.1. Umweltschutz und Unternehmenszielsystem 4
2.2. Elemente integrierten Umweltschutzes 5
2.3. Dimensionen der Unternehmung 7
2.4. Integrierte Ansätze 8
2.5. Anforderungen an Führungskräfte 8
3. Umweltorientiertes Controlling 10
3.1. Begriffsbestimmung 10
3.2. Aufgaben 11
3.2.1. Koordinationsaufgabe 11
3.2.2. Informationsaufgabe 12
3.3. Managementebenen und Instrumente 13
3.4. Umweltcontrollingkreislauf 15
4. Kennzahlen und Kennzahlensysteme 16
4.1. Ökonomische Kennzahlen 16
4.1.1. Begriff und Funktion 16
4.1.2. Klassifikation 17
4.2. Ökonomische Kennzahlensysteme 18
4.2.1. Begriff 18
4.2.2. Funktion und Struktur 18
4.3. Umweltkennzahlen 20
4.3.1. Begriff und Aufgabe 20
4.3.2. Gruppen von Umweltkennzahlen 20
4.4. Umweltkennzahlensysteme 21
4.4.1. Begriff und Aufgabe 21
4.4.2. Umweltrechensysteme 22
4.4.3. Umweltordnungssysteme 23
4.4.3.1. Umweltbereichsbezogene Umweltkennzahlensysteme 24
4.4.3.2. Eigenschaftsbezogene Umweltkennzahlensysteme 26
4.4.3.3. Systeme auf Basis des modifizierten Wertkettenmodells 28
5. Systementwicklung 30
5.1. Grundsätze für die Konzeption 30
5.2. Informationsbeschaffung 31
5.3. Struktur des Systems 33
6. Umweltkennzahlensystem Chemiewerk Bad Köstritz 35
6.1. Energiekennzahlen 37
6.2. Emissionskennzahlen 40
6.3. Wasser- und Abwasserkennzahlen 43
6.4. Materialkennzahlen 49
6.5. Abfallkennzahlen 51
6.6. Sozial-ökologische Kennzahlen 52
6.7. Kennzahlen für Störfälle und Risikointensität 53
6.8. Verpackungs-, und Transportkennzahlen 54
7. Umweltkennzahlen als Controllinginstrument 56
7.1. Grundsätzliche Aufgaben 56
7.1.1. Planungsaufgaben 56
7.1.2. Steuerungsaufgaben 57
7.1.3. Kontrollaufgaben 58
7.2. Spezielle Einsatzzwecke 60
7.2.1. Bonitätsprüfung 60
7.2.2. Versicherungsproblematik 63
7.2.3. Ökologisches Benchmarking 64
8. Beurteilung 68
8.1. Eignung, Aussagefähigkeit und Praktikabilität 68
8.2. Grenzen der Anwendung von Umweltkennzahlen 69
9. Zusammenfassung 72
Literaturverzeichnis 74

Automatisiert erstellter Textauszug:

Indikatoren des VCI-Indikatorensystems73 werden als Umweltkennzahlen integriert um branchenspezifische Anforderungen zu erfüllen. Mit Risiko- und Organisationszielen sollen auch eine Reihe Ziele, die über die rein stoffliche Betrachtung hinaus Gefahren und Entwicklungstendenzen berücksichtigen, integriert werden.74 Die Einbeziehung des Kostenaspekts erfolgt nur in dem Maße, wie diese als Informationsbasis im Rahmen der ökologischen Analyse gebraucht wird. Mit einer unternehmensweiten Ausrichtung der Kennzahlen wird der Einschätzung Rechnung getragen, daß der Planungsbereich von Umweltkennzahlen vorrangig im gesamten Unternehmen zu sehen ist.75 Neben Planung, Steuerung und Kontrolle von Umweltaktivitäten sollen die Kennzahlen für die Problemanalyse und Bewertung von Sachverhalten genutzt werden. Durch die laufende Erfassung von Umweltkennzahlen ist es möglich Auffälligkeiten und Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. Das ökologieorientierte Kennzahlensystem für das Chemiewerk Bad Köstritz soll folgende Bereiche abdecken: • Energie • Emissionen • Wasser- und Abwasser • Material • Abfall • Sozial - ökologischer Bereich • Störfälle und Risikointensität • Verpackung und Transport [...]

Strukturelle Überlegungen in bezug auf die Ausgestaltung des Kennzahlensystems orientieren sich an der Zielstellung ökologische Kerninformationen für den Standort zu identifizieren und durch aussagekräftige Indikatoren zu veranschaulichen. Der Unternehmensleitung soll ein Werkzeug an die Hand gegeben werden, mit dem eine regelmäßige umweltbezogene Bewertung der Unternehmung als Ganzes realisierbar ist. Die Kerninformationen sollen zeigen, ob gestellte Ziele erreicht wurden und welche Tatbestände einer weiteren Klärung bedürfen. Dieses Vorgehen entspricht der bereits beschriebenen betrieblichen Funktion des Umweltcontrolling. Die konkret auszufüllenden Aufgaben korrespondieren dabei meines Erachtens mit denen eines Umweltinformationssystems.72 Zum einen geht es um eine dispositive Planung, Steuerung und Kontrolle einzelner Maßnahmen zur Emissionsbzw. Abfallvermeidung, -verminderung und Reststoffversorgung. Des weiteren sollen Informationen zur Unterstützung des Dialogs zwischen Betrieb und Kunden, Lieferanten, Investoren, Versicherungsgesellschaften, Behörden und Öffentlichkeit bereitgestellt werden. Sowohl interne Problembereiche als auch das Unternehmen von außen tangierende Ansprüche finden somit Berücksichtigung. Es werden vorrangig Kennzahlen integriert, die in Bezug auf die Umweltsituation als handlungssteuernd relevant einzustufen sind. Aufgrund der momentanen Informationssituation und der technisch begrenzten Möglichkeiten zur Erfassung im CWK (kein Monitoring-System mit kontinuierlicher Überwachung) ist eine Struktur bei der die Gesamtkennzahlen des Betriebes als Summe einzelner Prozeßerhebungen hochgerechnet werden nicht zu verwirklichen. Unter Berücksichtigung einer ausreichender Aussagekraft werden die Kennzahlen deshalb direkt auf der Betriebsebene ermittelt. Dieser Ansatz entspricht auch dem Grundanliegen vorhandene Informations- und Berichtssysteme der Unternehmung zu nutzen. In Anlehnung an die vorgestellten Ordnungssysteme besteht die Zielstellung in der Implementierung eines einfachen, problemorientierten Systems. Dieses baut vorrangig auf der Systematik zur Erfassung und Darstellung der Stoff- und Energieströme auf. Die [...]

ten Ähnlichkeit zweier Unternehmen auch in dieser Frage nicht unberücksichtigt bleiben. Informationsquellen stehen beispielsweise in Form von Branchenvergleichen zu Verfügung. Mit dem VCI-Responsible Care-Indikatorensystem70 existiert neuerdings auch für den Bereich der Chemischen Industrie ein derartiges System. Basierend auf dem branchenspezifischen Indikatorensystem des europäischen Chemieverbandes CEFIC ist es an deutsche Verhältnisse angepaßt. In dem in diesem Zusammenhang erstmals in 1996 verfaßten Bericht „Verantwortliches Handeln“ sind bedauerlicherweise nur auf Verbandsebene aggregierte Indikatoren enthalten. Dies ermöglicht es nicht firmenspezifische Sollkennzahlen daraus abzuleiten. Darüber hinaus spiegeln die in dem System enthaltenen Indikatoren nicht das Spektrum möglicher ökologischer Kennzahlen wider. Einerseits ist dies dem derzeitigen Entwicklungsstadium des Indikatorensystems geschuldet. Andererseits sind nicht alle ökologischen Kennzahlen gleichermaßen für die angestrebte Aggregierbarkeit auf Verbandsebene geeignet. Bezogen auf das CWK können geeignete Standards demzufolge erst zu einem späteren Zeitpunkt benannt werden. Dazu ist es erforderlich sich im Rahmen der Geschäftsführung Klarheit über die den gegenwärtigen Zielvorstellungen im Umweltbereich adäquaten Standards zu verschaffen. Bei der Bildung von Ist-Kennzahlen kann auf Datenmaterial in Form von innerbetrieblichen Aufzeichnungen zurückgegriffen werden.71 Die Grenzen des vom betrieblichen Rechnungswesen gelieferten Zahlenmaterials liegen in der Vergangenheitsorientierung sowie einer mangelnden Information über das Zeit- und Mengengerüst einschließlich externer Sachverhalte. Ergänzend werden deshalb regelmäßig die in Abb. 5 gezeigten internen und externen Informationsquellen genutzt. Aufgrund der im CWK nicht vorhandenen Sach- und Wirkungsbilanzen werden für die Kennzahlenbildung vorrangig rechnungswesenbezogene Daten aus der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) herangezogen. Weitere ökologische Informationen Aufzeichnungen des Umweltbeauftragten (UB) sowie des PCT zu entnehmen. sind [...]

Arbeit zitieren:
Laufer, Mario Mai 1997: Umweltkennzahlen als Instrument für ein umweltorientiertes Controlling, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Benchmarking, operatives und strategisches Ökologisches Controlling, Umweltkennzahlen(-systeme), umweltorientierte Unternehmendführung

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