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Umweltbewusstsein - Kritik und Perspektiven

Ein Forschungskonzept auf dem Prüfstand

Umweltbewusstsein - Kritik und Perspektiven
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Manuel Rivera
  • Abgabedatum: November 2003
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 887,4 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8180-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8180-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8180-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rivera, Manuel November 2003: Umweltbewusstsein - Kritik und Perspektiven, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ökologie, Wertewandel, Kognition, Forschungsdesign, Sozialpsychologie

Diplomarbeit von Manuel Rivera

Einleitung:

Die Diplomarbeit bemüht sich um eine genuin kritisch-soziologische Diskussion des traditionell zwischen Psychologie und Soziologie aufgeteilten Feldes der Umweltbewusstseins-Forschung. Der wuchernden Vielfalt der UB-Dimensionen und Typologien wird dabei heuristisch das Gegenbild eines konzisen, eindimensionalen, die Vergleichbarkeit zwischen „mehr“ und „weniger“ Umweltbewusstsein ermöglichenden Begriffes entgegengehalten.

Umweltbewusstseinsforschung, so das Fazit der Kritik, bringt bisher nur einzelne interessante Befunde hervor, deren theoretische Einbettung und gesellschaftliche Aussagekraft gering sind. Was in der Öffentlichkeit davon ankommt, sind oft nur Platitüden, ja Unsinn. Ansätze aus der Moralforschung, welche auf eine Untersuchung von Qualitätsstufen des Umweltbewusstseins abheben, sind weiterzuentwickeln. Repräsentationen von Gesellschaft als entscheidender Seite des im Begriff „Umwelt“ implizierten Wechselwirkungszusammenhanges, verdienen größere systematische Beachtung. Dazu sowie zur Vermeidung einiger sehr grober methodischer Fehler der gängigen Forschung gibt die Diplomarbeit Anhaltspunkte.

Damit ist die grundsätzliche Stoßrichtung der Arbeit bezeichnet. Ausformuliert wird sie bereits im ersten, dem Grundlagen-Abschnitt; die dort erarbeiteten Begriffe werden im vierten Abschnitt aufgenommen und verwendet. Der zweite Abschnitt, ein Resümee der Forschungstradition, ist keine neutrale Bestandsaufnahme, sondern bereits durchsetzt mit Anmerkungen, die sich im dritten Abschnitt zu so etwas wie Systematik verdichten; daher trägt dieser den Titel Kritik, was nicht darüber hinwegtäuschen wird, dass auch die anderen Abschnitte ein „kritisches Geschäft“ betreiben. Die danach fällige Positivleistung, welcher der Neuansatz betitelte Schlussabschnitt gewidmet ist, mag kurz gekommen erscheinen; ihr Ausbau würde jedoch den Rahmen der Arbeit sprengen.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG 3
I. GRUNDLAGEN 7
1.1 Was ist „Umwelt“? 7
1.2 Was ist „Bewusstsein“? 12
1.3 Warum ist „Umweltbewusstsein“ ein Gegenstand der Umweltsoziologie? 20
II. FORSCHUNGSTRADITION 26
2.1 Die „Multidimensionalität“ des Umweltbewusstseins 26
2.2 New Ecological Paradigm und Wertewandelforschung 31
2.3 Das ‚Sonderproblem’ Umweltverhalten 35
2.4 Einige Ergebnisse: das Umweltbewusstsein der Deutschen 40
III. KRITIK 47
3.1 Theoretischer Eklektizismus 47
3.2 Dekontextualisierung des Umweltthemas 56
IV. NEUANSATZ 66
4.1 Die Autonomie der Begründung 66
4.2 Das Verhältnis zur politischen Sphäre 69
4.3 Umweltbewusstsein als Zusammenhangsdenken 75
4.4 Einige methodologische Anregungen 80
SCHLUSSBEMERKUNG 89
QUELLENVERZEICHNIS 90

Automatisiert erstellter Textauszug:

samkeit emotional ‚aufrüttelnder’, an die Furcht appellierender Ereignisse und Situationen offenkundig. Der Schubkraft, die Ängste, aber auch Zorn und Empörung entfalten können, stehen andererseits lähmende Effekte in der Bewusstseinsbildung gegenüber. Diese können sich im ‚Abblocken’ emotional überforderter Medienkonsumenten76 genauso äußern wie in der gesellschaftlichen Nicht-Anschlussfähigkeit, welche die Umweltangst kennzeichnet.77 Vor allem aber fördern sie die Thematisierung der Umweltprobleme auf einem im Ganzen einfach unangemessenen Niveau (HANSEN : 113).78 Der fatalistische Verweis auf die Notwendigkeit neuer Katastrophen, ‚damit sich in den Köpfen etwas bewegt’, ist daher auch in sich bereits wenig plausibel. Interessant in diesem Zusammenhang, das er auf soziologischem Terrain gerade von den ihr Augenmerk auf eine vermeintlich unüberbrückbare Disparität der Lebensstile richtenden Soziologen hin und wieder angeführt wird: [...]

Weiterverfolgen des Naturerfahrungsansatzes. Unstrittig ist hingegen, dass in der zunächst enormen Verbreitung des Umweltdiskurses Ängste eine prominente Rolle gespielt haben. Besonders eindrucksvoll wohl im Falle der Kernkraft, deren Subsumtion unter die Kategorie „Umweltgefährdung“ trotz intensiver Risikodebatten zunächst keineswegs feststand, ja der Mehrheit der Bevölkerung offenbar fernlag.73 Der Reaktorunfall von Tschernobyl hat hier einen Umschwung der öffentlichen Meinung ausgelöst oder beschleunigt74, welcher es später der rot-grünen Regierung ermöglichte, ihren Kampf mit der Atomlobby im fraglosen Bewusstsein einer vollkommenen Unterstützung durch die vox populi auszufechten. Aber auch sonst sind von Rachels Carsons „Silent Spring“ über Vahrenholts Slogan „Seveso ist überall“ bis hin zu Werbeappellen wie dem [...]

43 Ad (c): Wie in Fußnote 68 bereits angedeutet, gibt es zum Zusammenhang zwischen Ortsgröße und Umweltbesorgnis sehr unterschiedliche Aussagen. Die Hypothese, Stadtbewohner seien aufgrund der höheren Exposition gegenüber Umweltbelastungen sensibler, bestätigt sich zwar anhand von ‚Spitzenreiter’-Problemen wie Lärmbelästigung (cf. BMU [HG.] [2] : 28), ist aber in Bezug auf z. B. Meinungen zur Ökosteuer nicht unbedingt zu belegen. Die höheren Natur-Kenntnisse bei Landkindern hingegen mögen ihrerseits zwar vorhanden sein, münden aber nicht notwendig in ein Umweltproblemwissen. (Noch einmal sei hier auf die Studie von LUDE verwiesen.) Auch hier ist die Mediatisierung gewiss der einschlägige Moderator und eine Untersuchung des Umwelt-Medienkonsums (wie von Kuckartz voriges Jahr zum ersten Mal systematisch in Angriff genommen – [...]

Arbeit zitieren:
Rivera, Manuel November 2003: Umweltbewusstsein - Kritik und Perspektiven, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ökologie, Wertewandel, Kognition, Forschungsdesign, Sozialpsychologie

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