Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen
Einflußfaktoren der Kaufentscheidung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dagmar Striedinger
- Abgabedatum: Juni 2002
- Umfang: 120 Seiten
- Dateigröße: 4,2 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5913-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5913-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5913-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Striedinger, Dagmar Juni 2002: Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kauf- und Ablehnungsmotive der Mieter, Eigenschaften der umgewandelten Wohnungen und Häuser, Einfluss der Lage auf die Kaufentscheidung, Sicht der Unternehmen, die Wohnungen umwandeln
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Diplomarbeit von Dagmar Striedinger
Einleitung:
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung von Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung bei einer Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen.
Unter einer Umwandlung versteht man die Überführung von Mietwohnungen eines Mehrfamilienhauses in eigenständige, einzeln verkaufsfähige Wohnungen durch den Eigentümer. Ziel der Umwandlung ist der Verkauf der Wohnung als Eigentumswohnung, egal ob sie selbstgenutzt wird oder als Kapitalanlage erworben wurde und vermietet wird (WOLFF 1996, S. 6). In der aktuellen Diskussion wird allerdings nur selten von Umwandlung, sondern vielmehr von Wohnungsprivatisierung gesprochen. Daher sollen in dieser Arbeit die Begriffe Umwandlung und Wohnungsprivatisierung synonym nach der Definition von Umwandlung verwendet werden.
Gegenstand ist die Untersuchung des Mieterverhaltens bei der Umwandlung ihrer Mietwohnung in eine Eigentumswohnung. Ziel der Arbeit ist das Aufzeigen von Determinanten und Rahmenbedingungen, die die Kaufentscheidung der bisherigen Mieter positiv bzw. negativ beeinflussen. Kapitalanleger und selbstnutzende Drittkäufer sollen nur am Rande betrachtet werden.
Dabei wird sich besonders auf den Einfluss der Lagekriterien konzentriert. Grund hierfür ist die Vermutung, dass die Lage eine große Bedeutung auf die Kaufentscheidung hat, da die Lage einer Immobilie deren Preis und Wertentwicklung entscheidend beeinflusst. Lage soll in dieser Arbeit als das nähere Umfeld der Wohnung definiert sein.
Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in der Untersuchung der Kauf- und Ablehnungsmotive und der Darstellung der Wohn- und Einkommenssituation der Haushalte. Weiterhin wird der Zustand der Wohnung und des Hauses beleuchtet. Besonderes Augenmerk liegt auf der Ausstattung der Wohnumgebung und deren Einschätzung durch die Bewohner. Außerdem wird die Sichtweise von Unternehmen, die Privatisierungen durchführen, untersucht. Welche Bedingungen sehen diese für eine erfolgreiche Umwandlung?
Aufgrund der Zielstellung und den angeführten Schwerpunkten ergeben sich die folgenden Forschungsfragen:
Nach welchen Kriterien werden die zur Umwandlung vorgesehenen Bestände von den Unternehmen ausgewählt?
Welche Motive führen zu einer Annahme oder Ablehnung des Kaufangebotes für die eigene Wohnung?
Welche Mieter entscheiden sich für den Kauf; welche lehnen ab? Gibt es zwischen diesen Unterschiede hinsichtlich der sozioökonomischen Kriterien?
Haben die Ausstattung und der Bauzustand des Gebäudes einen Einfluss auf die Kaufentscheidung?
Spielen Schnitt, Größe und Ausstattung der Wohnung eine Rolle bei der Entscheidung?
Welche Bedeutung kommt der Lage des Gebäudes bzw. der Wohnung im Entscheidungsprozess zu?
Diese Fragen sollen mit Hilfe der zweigeteilten empirischen Untersuchung beantwortet werden.
In einem ersten Schritt wurde die Unternehmerperspektive mit Hilfe von leitfadengestützten Experteninterviews beleuchtet und deren Kriterien für die Wahl von Umwandlungsobjekten untersucht. Zusätzlich wurden Informationen über die Privatisierungsstrategien erfasst.
Anhand der Expertenangaben zu Kriterien, die Privatisierungsobjekte erfüllen sollten, wurde ein idealtypisches Untersuchungsgebiet gewählt. Dort wurde eine Haushaltsbefragung bei Bewohnern durchgeführt, deren Wohnungen vor kurzem umgewandelt wurden. Die untersuchten Gebäude liegen in Düsseldorf, dieser Standort kam aus verschiedenen Gründen in Frage. Die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens ist durch eine prosperierende Wirtschaft und ein hohes Miet- und Bodenpreisniveau gekennzeichnet. Der Stadtteil Oberkassel, in dem die Haushaltsbefragung durchgeführt wurde, ist eines der beliebtesten Wohnviertel Düsseldorfs.
Inhaltsverzeichnis:
| Verzeichnis der Tabellen | 6 | |
| Verzeichnis der Abbildungen | 6 | |
| 1. | Einleitung, Zielstellung und Forschungsfragen der Arbeit | 7 |
| 1.1 | Zielstellung | 8 |
| 1.2 | Forschungsfragen | 8 |
| 2. | Rahmenbedingungen der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in Deutschland | 11 |
| 2.1 | Situation des Wohnungsmarktes | 11 |
| 2.1.1 | Kurzdarstellung der Marktsituation in Deutschland | 11 |
| 2.1.2 | Die Eigentümerquote | 12 |
| 2.1.3 | Der Düsseldorfer Wohnungsmarkt | 14 |
| 2.2 | Überblick über die historische Entwicklung der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen | 16 |
| 2.3 | Aktuelle Situation der Wohnungsprivatisierung | 18 |
| 2.4 | Vor- und Nachteile der Wohnungsprivatisierung | 20 |
| 2.5 | Möglichkeiten der staatlichen Eigentumsförderung | 22 |
| 2.6 | Rechtliche Regelungen der Umwandlung | 25 |
| 2.6.1 | Die Begründung von Wohneigentum und die Rechte des Eigentümers | 25 |
| 2.6.2 | Rechte der Mieter bei der Umwandlung ihrer Wohnung | 27 |
| 3. | Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in der bisherigen Forschung | 29 |
| 3.1 | Kaufmotive und Ablehnungsgründe | 29 |
| 3.1.1 | Allgemeine Gründe | 29 |
| 3.1.2 | Mieterkäufer | 30 |
| 3.1.3 | Selbstnutzende Drittkäufer | 31 |
| 3.1.4 | Kapitalanleger | 32 |
| 3.1.5 | Ablehnungsgründe | 32 |
| 3.2 | Die sozioökonomische Struktur der Käufer | 33 |
| 3.2.1 | Alter und Haushaltsgröße | 33 |
| 3.2.2 | Bildung und Einkommen | 33 |
| 3.2.3 | Herkunft und Schichtzugehörigkeit | 34 |
| 3.3 | Auswirkungen der Umwandlung auf die Mieter | 35 |
| 3.3.1 | Sozioökonomische Mieterstruktur | 35 |
| 3.3.2 | Mietbelastung | 36 |
| 3.3.3 | Verdrängung | 36 |
| 3.4 | Die Struktur der umgewandelten Gebäude und Wohnungen | 38 |
| 3.4.1 | Alter | 38 |
| 3.4.2 | Lage | 39 |
| 3.4.3 | Größe der umgewandelten Gebäude | 39 |
| 3.4.4 | Ausstattung, Grundriss und Größe der umgewandelten Wohnungen | 40 |
| 3.4.5 | Preise | 41 |
| 3.5 | Die Anbieter und ihre Motivation | 41 |
| 3.5.1 | Anbieter | 41 |
| 3.5.2 | Motivation | 42 |
| 4. | Die Umwandlung aus Sicht der Unternehmen | 44 |
| 4.1 | Die leitfadengestützten Interviews | 44 |
| 4.1.1 | Ziele und Begründung der Methode | 44 |
| 4.1.2 | Durchführung der Interviews | 45 |
| 4.2 | Vorstellung der Befragten, ihrer Unternehmen und Privatisierungsstrategien | 45 |
| 4.3 | Die Umwandlung aus Sicht der befragten Experten | 46 |
| 4.3.1 | Kauf- und Ablehnungsmotive | 46 |
| 4.3.2 | Käufer- und Mieterstruktur | 48 |
| 4.3.3 | Auswahlkriterien für zur Umwandlung geeigneter Gebäude | 49 |
| 4.3.4 | Auswahlkriterien für zur Umwandlung geeigneter Wohnungen | 51 |
| 4.3.5 | Lagekriterien von Umwandlungsobjekten | 53 |
| 4.3.6 | Anbietermotivation | 54 |
| 4.3.7 | Fazit bezüglich der Unternehmensstrategien | 55 |
| 5. | Der handlungstheoretische Ansatz als Grundlage der Haushaltsbefragung | 56 |
| 5.1 | Der Handlungsbegriff | 56 |
| 5.2 | Die drei Handlungsmodelle | 58 |
| 5.3 | Der Milieubegriff im sozialräumlichen Handlungskontext | 59 |
| 5.4 | Zusammenfassung der theoretischen Überlegungen und Bezug zur Haushaltsbefragung | 61 |
| 6. | Das Fallbeispiel Düsseldorf - Oberkassel | 62 |
| 6.1 | Das Untersuchungsgebiet | 62 |
| 6.1.1 | Auswahl des Untersuchungsgebietes | 62 |
| 6.1.2 | Charakteristik des Untersuchungsgebietes | 63 |
| 6.1.3 | Aus welchen Gründen ist die untersuchte Anlage in Düsseldorf-Oberkassel idealtypisch? | 66 |
| 6.2 | Die Vorgehensweise bei der Haushaltsbefragung | 67 |
| 6.2.1 | Ziele der Haushaltsbefragung und Gestaltung des Fragebogens | 67 |
| 6.2.2 | Durchführung der Befragung | 68 |
| 6.3 | Die Vorgehensweise bei der Umwandlung in Oberkassel | 69 |
| 7. | Die Umwandlung aus Sicht der betroffenen Mieter bzw. Käufer | 71 |
| 7.1 | Sozioökonomische Daten der Befragten | 71 |
| 7.2 | Kaufmotive | 75 |
| 7.3 | Ablehnungsmotive | 80 |
| 7.4 | Eigenschaften der Wohnungen und Gebäude | 85 |
| 7.5 | Lagezufriedenheit | 91 |
| 8. | Schlussbetrachtung | 96 |
| 8.1 | Überprüfung der handlungstheoretischen These durch die Ergebnisse der Haushaltsbefragung | 96 |
| 8.2 | Kernaussagen und Ausblick | 97 |
| 9. | Anlagen | 99 |
| 9.1 | Leitfaden für die Experteninterviews | 99 |
| 9.2 | Fotodokumentation des Untersuchungsgebietes | 101 |
| 9.3 | Fragebogen der Haushaltsbefragung | 103 |
| 10. | Literaturverzeichnis | 111 |
| 11. | Verzeichnis der Gesetzestexte | 125 |
Eine Firma privatisiert ausschließlich eigene Bestände, wobei man sich auf Ein- und Zweifamilienhäuser konzentriert. Privatisierungen in Mehrfamilienhäusern fanden in letzter Zeit kaum statt, diese wurden hauptsächlich in den 80er Jahren umgewandelt. Dabei konzentriert man sich - wie alle anderen befragten Unternehmen auch - auf den Verkauf an die Mieterschaft. Wohnungen, welche die befragten Gesellschaften nicht an die Mieter verkaufen können, werden in einem zweiten Schritt Kapitalanlegern angeboten. Auch das zweite Unternehmen privatisiert vorwiegend eigene Bestände. Dort werden seit 1999 Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern umgewandelt. Es werden aber auch Bestände zum Zweck der Umwandlung gekauft. Die dritte Gesellschaft beschäftigt sich seit zwei Jahren mit der Privatisierung von Wohnimmobilien. Sie kauft Objekte auf, die sich zur Umwandlung eignen. Von den erworbenen Beständen wird daher ein Großteil umgewandelt und als Eigentumswohnungen verkauft. Das vierte Unternehmen ist ein Dienstleister, der für andere Unternehmen Wohnanlagen umwandelt. Zusätzlich besitzt es auch eigene Wohnungsbestände bzw. kauft geeignete Objekte auf. Damit privatisiert das Unternehmen sowohl eigene Wohnungen als auch Bestände anderer Gesellschaften in deren Auftrag. Dabei blickt diese Firma auf fast zwei Jahrzehnte Erfahrungen mit Privatisierungen zurück. 4.3 Die Umwandlung aus Sicht der befragten Experten In diesem Abschnitt werden die Aussagen der Experten ausgewertet. Nach den Kauf- und Ablehnungsmotiven und Angaben zur Käufer- und Mieterstruktur werden Kriterien für die Auswahl der Umwandlungsobjekte erörtert. Die Anbietermotivation und ein Fazit über die Unternehmensstrategien schließen diesen Abschnitt ab. 4.3.1 Kauf- und Ablehnungsmotive Als wesentliches Kaufmotiv wird von allen Experten die Altersvorsorge angeführt. Das Wohnen in einer entschuldeten Immobilie spielt für den Lebensstandard im Alter eine entscheidende Rolle und daher ist die Altersvorsorge ein wichtiges Kaufargument. Ein weiteres Kaufmotiv für Mieterkäufer ist das Wohlfühlen in der Wohnung und die Vertrautheit mit der Wohnumgebung. Damit spielt die Objektidentifikation sowie die Identifikation mit dem Standort eine wichtige Rolle. Diese ist natürlich mit zunehmender Wohndauer höher. Die Mieter kennen aufgrund der langen Wohndauer ihre Wohnung und das Haus und daher deren Vor- und Nachteile. Ist die Wohnanlage gut instandgehalten und sind damit keine größeren Investitionen durch die Eigentümergemeinschaft in naher Zukunft notwendig, kann sich die Kaufbereitschaft erhöhen, da das „Risiko, von unliebsamen Instandhaltungsaufwendungen getroffen“ zu werden, relativ gering ist. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird von allen Experten als entscheidend angesehen, den Kauf letztendlich zu tätigen. Gebrauchte Wohnungen sind im Preissegment des Wohneigentums am unteren Rand angesiedelt. Wird sich bei der Kalkulation der Verkaufspreise an der bisherigen Mietbelastung orientiert und die monatliche Belastung ist ähnlich der Miete bzw. geringfügig höher, steigt die Kaufbereitschaft enorm. Aufgrund der [...]
4.1.2 Durchführung der Interviews Insgesamt wurden vier Vertreter von Wohnungsprivatisierungsunternehmen interviewt. Alle kontaktierten Personen erklärten sich bereit, ein Experteninterview zum Thema „Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen“ zu absolvieren. Ein Experte war aufgrund mangelnder Zeit lediglich bereit, die Fragen schriftlich zu beantworten. In diesem Fall wurden die Fragen des Interviewleitfadens ausformuliert und dadurch versucht, alle Themenkomplexe mit ihren Teilfragen abzudecken. Für weitergehende Fragen standen der Befragte und seine Mitarbeiterin telefonisch zur Verfügung, so dass auch in diesem Fall Rück- und Verständnisfragen möglich waren. Die drei Gespräche fanden in einer für die Befragten vertrauten Umgebung statt: in ihren Büros. Die vertraute Umgebung ließ sie lockerer antworten, da die Interviewsituation für die Experten ungewohnt war. Die Gesprächsatmosphäre war angenehm, es wurden alle Fragen beantwortet – teilweise allerdings eher taktisch und zurückhaltend. Durch das vergleichbare Vorgehen und der Orientierung am Leitfaden ist es möglich, die Interviews gemeinsam auszuwerten. Die Dokumentation der Gespräche erfolgte per Tonbandaufzeichnung. Zusätzlich wurden Notizen während des Gespräches und unmittelbar nach den Interviews Gedächtnisprotokolle angefertigt, v.a. zur Stimmung während des Gespräches und anderweitigen Besonderheiten. Die Interviews dauerten zwischen 30 und 60 Minuten. Nach einer kurzen Erläuterung des Themas und der Verfahrensweise von Experteninterviews begannen die Interviews und damit die Aufzeichnung der Gespräche. Diese wurden anschließend für die Auswertung transkribiert, wobei wortwörtlich verschriftet wurde. Allerdings wurden die Verlegenheitsund Füllworte (Ähm, hmm ...) weggelassen, wie auch Wiederholungen und Versprecher. Bei der Auswertung wird die Anonymität gewahrt. 4.2 Vorstellung der Befragten, ihrer Unternehmen und Privatisierungsstrategien Insgesamt wurden vier leitfadengestützte Experteninterviews durchgeführt. Gesprächspartner waren dabei zwei Geschäftsführer, die für das Ressort Vertrieb zuständig sind. Weiterhin wurde ein Vertriebsleiter für Wohneigentum und ein kaufmännischer Leiter, der für den Einkauf von zur Umwandlung geeigneten Wohnimmobilien zuständig ist, interviewt. Die befragten Unternehmen verfolgen unterschiedliche Privatisierungsstrategien und haben verschiedene räumliche Schwerpunkte. Zwei Firmen konzentrieren sich auf das Ruhrgebiet, wobei Tochterunternehmen einer Gesellschaft auch im Rhein-Main-Gebiet und in Berlin tätig sind. Die dritte Gesellschaft hat verschiedene Zielräume – das Ruhrgebiet und das Rheinland, die Millionenstädte Berlin, München und Hamburg sowie das Rhein-Main- und das RheinNeckar-Gebiet. Das vierte Unternehmen arbeitet vorwiegend in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und in den Städten Hamburg und Berlin. [...]
4. Die Umwandlung aus Sicht der Unternehmen In diesem Kapitel werden die vier durchgeführten Experteninterviews ausgewertet. Nach dem methodischen Vorgehen und einer kurzen Vorstellung der befragten Personen und der Unternehmen, in denen sie tätig sind, werden ihre Aussagen für die einzelnen Themenkomplexe erörtert. Dabei erfolgt gleichzeitig ein Vergleich mit den bisherigen Forschungsergebnissen. Besonderes Gewicht liegt auf der Unternehmensstrategie und der Umwandlungsmotivation sowie auf den Auswahlkriterien für zur Umwandlung geeigneter Bestände. 4.1 Die leitfadengestützten Interviews In diesem Abschnitt werden die Ziele der Interviews dargelegt. Weiterhin wird die Vorgehensweise erläutert. 4.1.1 Ziele und Begründung der Methode Ein Experteninterview dient als informatorisches Interview der Erfassung von Tatsachen aus den Wissensständen der Befragten. Dabei wird der Befragte als Experte verstanden, der sein Fachwissen preisgeben kann; somit ist der Experte ein Informationslieferant für Sachverhalte, die den Forscher interessieren (LAMNEK 1993, S. 38). Die Experteninterviews dienen dem Versuch, die Unternehmensstrategien zu erfassen. Neben der Motivation, Umwandlungen durchzuführen, werden die Auswahlkriterien für Privatisierungsobjekte untersucht, wobei sich auf den Einfluss der Lagekriterien konzentriert wird. Zusätzlich wird nach den Kauf- und Ablehnungsmotiven sowie der Käufer- und Mieterstruktur gefragt. Ziele der Interviews sind allgemeine Aussagen über die Kriterien für Umwandlungsobjekte, die über die bisherigen Forschungsergebnisse hinausreichen. Weiterhin soll aufgrund dieser Erkenntnisse ein idealtypisches Untersuchungsgebiet für die Haushaltsbefragung identifiziert werden. Die Experteninterviews wurden anhand eines Leitfadens durchgeführt, auf dem alle forschungsrelevanten Themenkomplexe in Stichpunkten festgehalten waren. Damit sollte garantiert werden, dass auch alle Punkte angesprochen werden. Durch die explorative Form der Interviews sollen Kenntnisse der Experten in Erfahrung gebracht werden. Im Gegensatz zu geschlossenen Fragen können durch die offene Gesprächsführung sowohl Hintergrund- als auch weitergehende Informationen erfasst werden, die eine genauere Auswertung ermöglichen. Der Leitfaden für die Experteninterviews ist im Anhang 9.1 enthalten. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832459130
Arbeit zitieren:
Striedinger, Dagmar Juni 2002: Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kauf- und Ablehnungsmotive der Mieter, Eigenschaften der umgewandelten Wohnungen und Häuser, Einfluss der Lage auf die Kaufentscheidung, Sicht der Unternehmen, die Wohnungen umwandeln



