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Umstellung eines Barcode-Systems auf ein RFID-System unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte am Beispiel eines Paketdienstleisters

Umstellung eines Barcode-Systems auf ein RFID-System unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte am Beispiel eines Paketdienstleisters
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dawid Hadamus
  • Abgabedatum: April 2009
  • Umfang: 54 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 2,5
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Fulda Deutschland
  • Bibliografie: ca. 12
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3519-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hadamus, Dawid April 2009: Umstellung eines Barcode-Systems auf ein RFID-System unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte am Beispiel eines Paketdienstleisters, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: RFID, Logistik, Barcode, Wirtschaftlichkeitsanalyse, Paketdienstleister

Diplomarbeit von Dawid Hadamus

Einleitung:

Während eines mehrmonatigen Arbeitsverhältnisses bei General Logistics Systems (GLS) ist es mir deutlich geworden wie oft es zu Störungen im innerbetrieblichen Identifikationsprozess der Pakete kommt. Die häufigste Ursache für einen Stillstand der Kommissionierbänder war personalbedingt. Parallel zu meinem Arbeitsverhältnis behandelten wir im Rahmen meiner akademischen Ausbildung in einer Lehrveranstaltung bei Frau Prof. Dr. B. technische Innovationen, mithilfe welcher eine Vollautomatisierung von Kommissionieranlagen angestrebt werden sollte. Eines der Schwerpunkte der Lehrveranstaltung war das Themenfeld RFID. Dies bewegte mich dazu Überlegungen anzustellen, wie diese Störungen durch den Einsatz der RFID-Technologie vermieden oder beseitigt werden könnten. Durch zeitnahe Orientierung an technologischen Innovationen können in einem Unternehmen Rationalisierungspotenziale entstehen, welche zu Kostensenkungen und Prozessoptimierung führen können.

Aus diesem Grund befasst sich die vorliegende Diplomarbeit mit der Darstellung und Prüfung eines Optimierungsansatzes zur Reduzierung von Prozessstörungen und Kosten eines Logistikdienstleisters der Kurier-, Express- und Paketdienstbranche durch den Einsatz von RFID.

Die Abläufe der verschiedenen Logistikdienstleister dieser Branche sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Für die Korrektheit der Fallstudie ist es wichtig einen Logistikdienstleister auszuwählen, dessen innerbetriebliche Abläufe bekannt sind. Deswegen fiel bei der Wahl eines Logistikdienstleiters die Entscheidung auf General Logistics Systems.

Aufbauend auf Prozessanalysen des Dienstleisters wird ein Prozessmodell aufgebaut, anhand dessen der derzeitige Ist-Zustand abgebildet und dem Soll-Zustand nach erfolgter Optimierung gegenübergestellt werden kann. Der Sollzustand ist gekennzeichnet durch die Umstellung des derzeitig eingesetzten Barcodesystems auf ein RFID-System, durch welches ein vollautomatisierter Identifikationsprozess im Depot und eine lückenlose Sendungsverfolgung von der Aufnahme des Paketes bis hin zur Auslieferung am Bestimmungsort ermöglicht wird. Die Beschreibung der Funktionsweise, Stärken sowie Schwächen des derzeit eingesetzten Barcodesystems und der neuen RFID-Technologie bilden den Schwerpunkt der Diplomarbeit.

Der momentane teilautomatisierte Ablauf unter Einsatz des Barcode-Systems erfordert einen intensiven Personaleinsatz zur Identifikation der Pakete in allen Depots Bundesweit. Es soll geprüft werden inwiefern der Einsatz des neuen Systems zu Reduzierung manueller Handhabungsprozesse, Verbesserung wirtschaftlicher Kennzahlen und Servicekennzahlen führen kann. Aufgrund der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie soll aufgezeigt werden, in welchen anderen Bereichen die Technologie Einzug finden könnte.

Zur Nachweispflicht der Zweckmäßigkeit des Einsatzes dieses Systems, sowie dessen wirtschaftlichen Bewertung unter Betrachtung wirtschaftlicher Aspekte, werden abschließend betriebswirtschaftliche Methoden eingesetzt. In diesem Zusammenhang wird zuerst aufgelistet, welche technischen Komponenten zur Umsetzung notwendig sind und welche finanziellen Mittel hierfür benötigt werden. Zudem wird dargestellt, welche Anforderungen an die Technologien gestellt werden. Auf diesen Daten basierend, erfolgt die Bewertung der Vorteilhaftigkeit dieser Investition mit monetären (Kapitalwertmethode, Interne-Zinssatz-Methode) und nicht monetären (Nutzwertanalyse) Verfahren.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
1. Einleitung 1
2. Beschreibung der Kurier-, Express- und Paketdienste 3
3. General Logistics Systems 5
4. Momentaner Ablauf des Logistikdienstleisters und dessen kritische Würdigung 5
4.1 Ist-Ablauf bei GLS 6
4.2 Automatische Identifikationssysteme 9
4.2.1 Identifizieren 9
4.2.2 Automatische Identifikation 9
4.3 Barcode 10
Allgemeiner Aufbau des Barcodefeldes 13
5. Optimierung des Ablaufes durch Einsatz von RFID 14
5.1 Kritik am aktuellen Ablauf 14
5.1.1 Vielzahl manueller Prozesse 15
5.1.2 Hoher und vermeidbarer Personaleinsatz 15
5.1.3 Abnutzung des Barcodes und Lesefehler 16
5.1.4 Auswirkungen auf die Taktung des Förderbandes 16
5.2 Vision eines automatischen Ablaufs 17
5.2.1 Grundelemente der RFID Technologie 17
5.2.2 Modellierung des Soll-Ablaufes 18
5.3 Optimierungspotenziale durch den Einsatz von RFID 21
5.3.1 Vollautomatische Identifizierung 21
5.3.2 Rationalisierungspotenzial 21
5.3.3 Verringerung der Lesefehler 22
5.3.4 Gekoppelter Material- und Informationsfluss 22
6. Was ist RFID? 23
6.1 Entwicklungsgeschichte der Radio-Frequenz-Identifikation 23
6.2 RFID-Systeme 24
6.3 Bestandteile eines RFID-Systems 24
6.4 Unterscheidungsmerkmale von RFID-Systemen 25
6.4.1 Betriebsart 26
6.4.1.1 Vollduplex-Verfahren 26
6.4.1.2 Halbduplex-Verfahren 27
6.4.1.3 Sequenzielle Systeme 27
6.4.2 Energieversorgung 27
6.4.3 Datenmenge 28
6.4.4 Programmierbarkeit der Transponder 28
6.4.5 Frequenzbereich 29
6.4.6 Datenübertragung und Antwort-Frequenz 30
6.5 RFID als Zugangskontrolle zu den Lieferfahrzeugen 30
6.6 Restriktionen und Hürden 32
6.6.1 Standardisierung 32
6.6.2 Datenschutz 33
6.6.3 Ökonomische Rahmenbedingungen 33
6.6.4 Hohe Transponder und Integrationspreise 33
7. Wirtschaftlichkeitsanalyse 34
7.1 Betriff und Wesen von Investitionen 34
7.2 Nutzwertanalyse 35
7.2.1 Ermittlung der Ziele 36
7.2.2 Gewichtung der Ziele 37
7.2.3 Vergabe von Punkten 38
7.2.4 Multiplikation und Ermittlung der gewichteten Punkttotale 39
7.2.5 Ergebnis der Nutzwertanalyse 39
7.3 Kapitalwertmethode 40
7.3.1 Charakterisierung der Kapitalwertmethode 40
7.3.2 Erfassung des zur Berechnung notwendigen Datenmaterials 41
7.3.3 Berechnung des Kapitalwertes 43
7.3.4 Prüfung der Vorteilhaftigkeit der Investition 44
7.4 Interne-Zinssatz-Methode 44
7.4.1 Charakterisierung der Internen-Zinssatz-Methode 44
7.4.3 Vorgehensweise bei der Berechnung 45
7.4.2 Berechnung des internen Zinssatzes 45
7.4.3 Ergebnis der Internen-Zinssatz-Methode 47
8. Fazit 48
LITERATURVERZEICHNIS 50

Textprobe:

Kapitel 5.2.2, Modellierung des Soll-Ablaufes:

Die Einlieferung des Paketes im Depot sowie die Erfüllung der Auflagen für die Annahme des Paketes durch das Depotpersonal sind mit dem Ist-Ablauf im Kapitel 4.1 identisch.

Die Informationen auf dem Paketschein werden nicht wie beim Barcode-System in das IT-System eingepflegt, sondern durch das Schreib- und Lesegerät per Funk auf den RFID-Tag übertragen. Dies ist ein wesentlicher Vorteil, da der Material- und Informationsfluss immer miteinander gekoppelt sind.

Im Gegensatz dazu müsste beim Barcode-System der verschlüsselte Strichcode mit der Handlesepistole eingescannt werden, die Lesepistole über eine Schnittstelle mit dem IT-System gekoppelt werden, um die im System hinterlegten Informationen einsehen zu können.

D. h., die auf den Transponder übertragenen Informationen müssen nicht zusätzlich als Datensatz auf der Datenebene im IT-System gespeichert werden, sie können unmittelbar auf der Handlesepistole sichtbar gemacht werden.

Ein weiterer Vorteil von RFID-Tags ist, dass diese zusätzlich auf der Vorderseite mit Informationen bedruckt werden können. Es ist beispielsweise denkbar, den RFID-Tag als Sicherheitsmaßnahme mit einem Barcode zu versehen. Sollte entlang der Lieferkette an einem Lesegerät eine Störung entstehen oder sollte an einem Transponder ein Defekt auftreten, könnten die Pakete dennoch über den Barcode identifiziert werden.

Wurde das Paket mit dem RFID-Tag versehen, wird es auf das Förderband der Kommissionieranlage gelegt und passiert das erste Lesegerät. Befindet sich das Paket in der Nähe des Lesegerätes, wird der Transponder durch das elektromagnetische Feld des Lesegeräts aktiviert und die Daten eingelesen. Automatisch wird zu diesem Paket im System ein Datensatz erstellt, dass dieses Paket den ersten Kontrollpunkt durchlaufen ist. Entsprechend der Postleitzahlengebiete (bspw. PLZ 80xxx – 85xxx) werden die Pakete vom Förderband entnommen und in Rollbehältern zwischengelagert. Ist der Rollbehälter voll beladen, wird er vom Kommissionierer an das Verladetor des Lieferfahrers gebracht.

An jedem Verladetor sind erneut Lesegeräte angebracht. Überquert das Paket das Lesegerät wird, es automatisch als ‘an den Lieferfahrer übergeben’ im IT-System vermerkt. Der Lieferfahrer kann somit die Pakete einfach aus dem Rollbehälter entnehmen und in sein Fahrzeug verladen. Durch den Wegfall des Scannvorgangs lassen sich hier hohe Zeitersparnisse erzielen.

An jedem Verladetor im Zieldepot befinden sich ebenfalls Lesegeräte. Im Zieldepot angekommen, kann der Lieferfahrer mit der Entladung des Fahrzeuges beginnen. Verlässt ein Paket den Laderaum des Lieferfahrzeuges, wird das Paket automatisch erfasst. Das IT-System generiert wiederum einen Datensatz zu dieser Sendung und ändert den Status des Paketes in ‘im Zieldepot angekommen’.

Im Zieldepot werden die Pakete nochmals differenziert, nach den Verteilgebieten oder Touren (80xxx; 81xxx; 82xxx usw.) kommissioniert, in Rollbehälter geladen und an den Übergabeplatz des Zustellers im Depot gebracht.

Der Zusteller kann jetzt seinen Transporter entsprechend seiner Tour beladen. Alle ins Fahrzeug verladenen Pakete, die das Depot durch das Verladetor verlassen haben, werden automatisch erfasst und ihr Status wird im IT-System auf ‘Paket wird zugestellt’ abgeändert. Direkt beim Kunden muss der Zusteller nur sein Handlesegerät an das Paket halten. Alle sich auf dem Transponder befindlichen Daten werden im Display angezeigt. Der Kunde muss nur noch den Empfang des Paketes signieren und das Paket gilt als ‘zugestellt’.

Arbeit zitieren:
Hadamus, Dawid April 2009: Umstellung eines Barcode-Systems auf ein RFID-System unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte am Beispiel eines Paketdienstleisters, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
RFID, Logistik, Barcode, Wirtschaftlichkeitsanalyse, Paketdienstleister

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