Umsetzung von Umweltmaßnahmen in KMU
Konzepte zur Marktaufbereitung für Contracting-Unternehmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Elmar Zeilhofer
- Abgabedatum: Mai 2005
- Umfang: 112 Seiten
- Dateigröße: 779,0 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule des bfi Wien GmbH Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9098-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9098-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9098-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Zeilhofer, Elmar Mai 2005: Umsetzung von Umweltmaßnahmen in KMU, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Contracting, Umweltberatung, Ersatzinvestition, Transaktionskosten, KMU
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Diplomarbeit von Elmar Zeilhofer
Einleitung:
Unternehmen sind in ihre Umwelt eingebettet und üben durch die unternehmerischen Tätigkeiten Einfluss auf die natürliche Umwelt aus. Dadurch ergeben sich direkte und indirekte Auswirkungen auf Lebewesen, die möglicherweise unter negativen externen Effekten leiden. Die Gesellschaft stellt daher Regeln auf, um negative externe Effekte zu internalisieren. Durch höhere Kosten wird Ressourceneffizienz umso mehr zu einer Management-Aufgabe.
Die praktische Darstellung des ÖkoBusinessPlan Wien zeigt, wie Unternehmen durch Effizienzsteigerung zum Umweltschutz beitragen. Die Unternehmen werden dabei durch selbstständige Umweltberater unterstützt. Einen zusätzlichen Anreiz für Umweltberatungen stellt die finanzielle Unterstützung von Umweltberatung durch öffentliche Institutionen dar. Umweltmaßnahmen, die sich aus den Beratungen ergeben werden in eine Datenbank übertragen, die als Basis für die Bewertung des ÖkoBusinessPlan Wien dient.
Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen können oftmals sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvolle Maßnahmen auf Grund mangelnder Ressourcen nicht umgesetzt werden. Neben einer Darstellung von Ausschlussgründen für Investitionen im Umweltbereich werden zusätzliche Hemmnisse untersucht, die durch Transaktionskosten in Austauschbeziehungen zwischen den Akteuren entstehen.
Das jüngst von einem Beraterteam entwickelte Konzept einer „Contracting-Plattform“ zielt darauf ab, noch nicht umgesetzte Umweltmaßnahmen des ÖkoBusinessPlan Wien zu realisieren.
Dies soll mit Hilfe von Contracting-Unternehmen geschehen, denen die Nutzung von Daten aus der Maßnahmendatenbank des ÖkoBusinessPlan ermöglicht wird. Diese Maßnahmendatenbank soll künftig zusätzlich mit Daten aus anderen österreichischen Bundesländern gespeist werden, wodurch sich die Zahl möglicher Contracting-Projekte erhöht.
Contracting-Projekte werden durch Einsparungen refinanziert, die durch Effizienzerhöhung während einer vereinbarten Vertragsdauer erreicht werden. Nach diesem Zeitraum kommen die Einsparungen alleinig dem Contracting-Kunden zu Gute.
Abschließend wird das Konzept www.ersatzanlage.at vorgestellt, das die Investition in Ersatzanlagen erleichtern soll. Die Nutzung von neuen, umweltfreundlicheren Anlagen soll indirekt zum betrieblichen Umweltschutz beitragen. Ähnlich wie im bereits vorgestellten Konzept der „Contracting-Plattform“ können Contracting-Unternehmen potentielle Contracting-Projekte herausfiltern. Der Unterschied besteht hier jedoch in der Aufnahme von Projektdaten.
Hier werden geplante Umweltmaßnahmen nicht von Berater/-innen in Folge geförderter Umweltberatungen eingegeben, sondern direkt von Unternehmen, die Ersatzinvestitionen durchführen wollen. Da eine vorangehende Umweltberatung keine Bedingung darstellt, ergibt sich bei www.ersatzanlage.at ein größeres Potential an realisierbaren Umweltprojekten.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abstract | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| Tabellenverzeichnis | VIII | |
| Tabellenverzeichnis | VIII | |
| Abkürzungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Ausgangssituation | 1 |
| 1.2 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.3 | Methodische Vorgangsweise | 2 |
| 1.4 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | Betrieblicher Umweltschutz | 6 |
| 2.1 | Das Unternehmen und seine Umwelt | 6 |
| 2.2 | Unternehmen und Umwelt im Spannungsfeld | 8 |
| 2.3 | Gesetzliche Rahmenbedingungen für den betrieblichen Umweltschutz | 11 |
| 2.3.1 | Gebote und Verbote | 11 |
| 2.3.2 | Gesetzliche Abgaben | 14 |
| 2.3.3 | Beispiele für Anreizsysteme für Umweltmaßnahmen | 14 |
| 2.3.3.1 | Immaterielle Förderung | 15 |
| 2.3.3.1.1 | Informationsbereitstellung | 15 |
| 2.3.3.1.2 | Reihe Umweltzeichen des BMLFUW | 15 |
| 2.3.3.1.3 | EMAS-VO | 16 |
| 2.3.3.2 | Materielle Förderung | 16 |
| 2.3.3.3 | Handelbare Emissionsrechte | 17 |
| 2.4 | Freiwillige Umsetzung von Umweltmaßnahmen | 18 |
| 2.4.1 | Nutzen als Entscheidungsgrundlage | 18 |
| 2.4.2 | Umweltmotivation | 19 |
| 3. | Der ÖkoBusinessPlan Wien | 21 |
| 3.1 | Ziele des ÖBP Wien | 21 |
| 3.2 | Beteiligte Organisationen | 22 |
| 3.3 | Bisherige Entwicklung | 22 |
| 3.4 | Bisher erzielte Umweltauswirkungen | 23 |
| 3.5 | Zielgruppe teilnehmender Betriebe | 24 |
| 3.6 | Erfassung umweltrelevanter Daten als Grundlage der Identifikation von Umweltmaßnahmen | 28 |
| 3.7 | Bestimmung von Umweltauswirkungen mittels Ökobilanzen | 31 |
| 3.7.1 | Produkt-Ökobilanz | 32 |
| 3.7.2 | Standort-Ökobilanzen | 33 |
| 3.8 | Dokumentation von Umweltmaßnahmen der Maßnahmendatenbank des ÖBP Wien | 35 |
| 3.9 | Exkurs: Struktur der österreichischen Wirtschaft | 39 |
| 3.10 | Geförderte Umweltberatungen im Rahmen des ÖBP Wien | 40 |
| 3.10.1 | Administration von Beratungen | 41 |
| 3.10.2 | Zweistufige Teilnahme am Beratungsprogramm | 42 |
| 3.10.3 | Pool an akkreditierten Umweltberatern | 43 |
| 3.11 | Beratungsmodule | 43 |
| 3.11.1 | UMS nach der EMAS-VO bzw. nach ISO 14001 | 43 |
| 3.11.1.1 | Inhalt von UMS | 44 |
| 3.11.1.2 | UMS nach der Norm ISO 14001 | 44 |
| 3.11.1.3 | UMS nach der EMAS-VO | 45 |
| 3.11.1.4 | Verbreitung von UMS in Österreich | 46 |
| 3.11.2 | ÖKOPROFIT | 49 |
| 3.11.3 | ÖkoBonus | 50 |
| 3.11.4 | Umweltzeichen Tourismus | 50 |
| 3.11.5 | Exkurs: Informationsnachfrage in Problemsituationen | 51 |
| 4. | Gründe für nicht umgesetzte Umweltmaßnahmen | 52 |
| 4.1 | Ausschließungsgründe für Umweltmaßnahmen | 53 |
| 4.1.1 | Fehlendes Bewusstsein | 53 |
| 4.1.2 | Zu geringer wahrnehmbarer Nutzen | 54 |
| 4.1.3 | Fehlende Ressourcen | 54 |
| 4.1.3.1 | Fehlende finanzielle Ressourcen | 54 |
| 4.1.3.2 | Fehlende personelle und zeitliche Ressourcen | 55 |
| 4.1.4 | Mangelnde betriebswirtschaftliche Basis | 55 |
| 4.1.4.1 | Statische Investitionsrechenverfahren | 56 |
| 4.1.4.1.1 | Kostenvergleichsrechnung | 56 |
| 4.1.4.1.2 | Gewinnvergleichsrechnung | 57 |
| 4.1.4.1.3 | Rentabilitätsrechnung | 58 |
| 4.1.4.1.4 | Amortisationsrechnung | 58 |
| 4.1.4.1.5 | MAPI Methode | 59 |
| 4.1.4.2 | Dynamische Investitionsrechenverfahren | 60 |
| 4.1.4.2.1 | Kapitalwertmethode | 61 |
| 4.1.4.2.2 | Interne Zinssatz-Methode | 62 |
| 4.1.4.2.3 | Annuitätenmethode | 63 |
| 4.1.4.2.4 | Dynamische Amortisationsrechnung | 64 |
| 4.2 | Hemmnisse bei der Umsetzung von Umweltmaßnahmen durch Transaktionskosten | 64 |
| 4.2.1 | Transaktionskosten durch endogene Unsicherheit | 65 |
| 4.2.1.1 | Informationsverhalten im Kaufprozess | 66 |
| 4.2.1.2 | Begrenzte Rationalität | 67 |
| 4.2.2 | Transaktionskosten durch die Berücksichtigung der Möglichkeit von opportunistischem Verhalten | 68 |
| 4.2.3 | Transaktionskosten am Beispiel der Beziehung zwischen Bank und Kreditnehmer | 69 |
| 4.2.4 | Einfluss auf Transaktionskosten durch die Einbeziehung Dritter am Beispiel der Unternehmensberatung des WIFI Wien | 71 |
| 5. | Eingereichtes Konzept „Contracting Plattform für KMU“ | 73 |
| 5.1 | Contracting | 73 |
| 5.1.1 | Begriffsbestimmung von Contracting | 73 |
| 5.1.2 | Anlagencontracting | 75 |
| 5.1.3 | Einsparcontracting | 76 |
| 5.2 | Projekt Contracting Plattform für KMU | 79 |
| 5.2.1 | Programmlinie Energiesysteme der Zukunft | 80 |
| 5.2.2 | Projektpartner des Konzepts CPF | 80 |
| 5.2.3 | Projektziele | 81 |
| 5.2.4 | Funktionsweise | 81 |
| 5.2.5 | Marktzugang | 82 |
| 5.2.6 | Erfolgskriterien | 85 |
| 6. | Alternatives Konzept wwwersatzanlageat | 86 |
| 6.1 | Ziele | 86 |
| 6.2 | Zielgruppe | 86 |
| 6.3 | Funktionsweise | 86 |
| 6.4 | Marktzugang | 87 |
| 6.5 | Erfolgskriterien | 89 |
| 7. | Zusammenfassung | 90 |
| Literaturverzeichnis | 92 | |
| Anhang | ||
| Anhang 1: Unternehmensberatung des WIFI Wien | ||
| Anhang 2: Fragebogen für Berater mit Schwerpunkt Umwelt | ||
| Anhang 3: Fragebogen für Berater mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft |
Die Höhe der Honorare für die Einrichtung eines UMS nach der EMAS-VO ist je nach Betrieb auf Grund des jeweiligen Beratungsaufwands sehr unterschiedlich. Zumindest belaufen sich die Kosten für die externe Beratung auf mehrere Tausend Euro, was nach Ansicht des Autors insbesondere für kleinere Betriebe trotz regionaler Förderprogramme wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Verglichen mit der Anzahl von 353 eingetragenen EMAS-Standorten im August 2001 sind es im Jänner 2005 um etwa 30% weniger.87 Der Grund, warum von einer Revalidierung des UMS nach drei Jahren abgesehen wird, mag darin liegen, dass der erforderliche Aufwand für eine neuerliche Validierung des UMS den erreichbaren Zusatznutzen nicht rechtfertigt.88 In Österreich ist dzt. in etwa 500 Betriebsstandorten ein UMS nach ISO 14001 eingerichtet.89 Diese Zahl ist etwa doppelt so hoch wie jene von Betriebsstandorten mit einem UMS nach EMAS. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass an einigen Standorten beide Systeme anzutreffen sind. Die Einrichtung eines UMS nach ISO 14001 ist weniger aufwändig als nach der EMAS-VO, da für letzteres eine „Umwelterklärung“ erstellt werden muss, die Öffentlichkeit kommuniziert wird. Darin werden die umweltrelevanten Prozesse Maßnahmen dargestellt.90 zur Verringerung am der Standort negativen vorgestellt und die Umweltauswirkungen [...]
Allerdings muss bei obiger Tabelle beachtet werden, dass die EMASZahlen auf den jeweiligen Betriebsstandort abzielen, während mit der Gesamtzahl gewerbliche Unternehmen gemeint sind, die mitunter mehrere Standorte betreiben. Außerdem befinden sich im EMAS-Register auch Betriebe, die nicht der GewO unterliegen, etwa Energieversorgungsunternehmen oder Abfallentsorgungsbetriebe. Ansonsten wären die Verhältniszahlen insbesondere bei Kleinstunternehmen noch eindrucksvoller. Insbesondere Abfall behandelnde Betriebe bedienen sich eines UMS nach EMAS, um aktiv die Öffentlichkeit über die betriebliche Tätigkeit zu informieren. In der folgenden Tabelle 5 wird die durchschnittliche Anzahl der an EMAS-Standorten beschäftigten Personen der durchschnittlichen gegenübergestellt. Mitarbeiter-durchschnitt: Großes Unternehmen Mittleres Unternehmen Kleines Unternehmen Kleinstunternehmen der EMAS-Standorte 996 122 26 6 aller Unternehmen 870 101 19 2,6 MA-Anzahl aller österreichischen Unternehmen [...]
Alle Unternehmensstandorte, die entsprechend der EMSA-VO validiert worden sind, werden im betreffenden Mitgliedsstaat der EU in das Standortregister eingetragen. In Österreich ist das Umweltbundesamt mit der Führung dieses Registers betraut und meldet die aktuellen Daten an die zentrale Erfassungsstelle der EU. Die folgenden Angaben zu EMASStandorten basieren auf Angaben des BMLFUW und werden ins Verhältnis zu den Strukturdaten der österreichischen Wirtschaft unter Punkt 3.9 gesetzt. Im Jänner 2005 waren in Österreich 247 Unternehmensstandorte in das EMAS-Register eingetragen. Bezogen auf die Gesamtzahl der österreichischen Betriebe ergibt das ein Verhältnis von etwa 1:1000. Eine ungefähre Betrachtung der Standorte hinsichtlich der Mitarbeiteranzahl ergibt dabei bezogen auf die Struktur der Unternehmen folgendes Bild: [...]
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Contracting, Umweltberatung, Ersatzinvestition, Transaktionskosten, KMU



