Die Umsetzung der "Nachhaltigkeit" in ausgewählten Großunternehmen
Abgeleitet aus den Umweltberichten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Paola Cericola
- Abgabedatum: Dezember 2001
- Umfang: 54 Seiten
- Dateigröße: 602,1 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5318-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5318-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5318-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Cericola, Paola Dezember 2001: Die Umsetzung der "Nachhaltigkeit" in ausgewählten Großunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Umweltmanagement, Ranking, nachhaltig, Wirtschaften
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Diplomarbeit von Paola Cericola
Einleitung:
In den Industriestaaten leben zwar nur 25 Prozent der Weltbevölkerung, die aber sind für 75 Prozent des weltweiten jährlichen Energieverbrauchs verantwortlich und haben damit ein entsprechend hohen Anteil an den Emissionen des Treibhausgases CO². Der heutige Verbrauch von Rohstoffen ist auf Dauer nicht aufrechtzuerhalten, doch noch bevor wichtige Ressourcen wie fossile Energien erschöpft sein werden, droht die mit ihrem Verbrauch verbundene Umweltbelastung zum Kardinalproblem zu werden. Das eklatanteste Beispiel dafür, dass die Schadstoffemissionen die Aufnahmekapazität der Erde dramatisch übersteigen, ist der vom Menschen verursachte Treibhauseffekt.
„Die Tragekapazität der natürlichen Umwelt gibt die Grenze vor, die eine nachhaltige Entwicklung nicht überschreiten darf“, so formulierte es der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen in seinem Umweltgutachten 1994.
„Nachhaltige Entwicklung“ (im englischen „sustainable Development“), ist seit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 ein allgemeiner Orientierungsbegriff geworden. Geprägt hatte diesen Begriff die Brundtland-Kommission, eine von der VN-Generalversammlung 1983 eingesetzte „Weltkommission für Umwelt und Entwicklung“, benannt nach ihrer Vorsitzenden, der damaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem-Brundtland.
Aus der Einsicht, dass das gegenwärtige Wachstumsmuster nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden kann, folgt jedoch keine eindeutige und allgemeingültige Umweltpolitik. Entsprechend vielfältig sind die Auslegungen des Begriffs „nachhaltige Entwicklung“ in der Fachliteratur, und es gibt sehr unterschiedliche instrumentelle Empfehlungen für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung in die unternehmerische Praxis.
Zuerst werde ich auf den Begriff „nachhaltige Entwicklung“ eingehen, dann die Instrumente zu dessen Umsetzung darstellen.
Dem Management- und Kommunikationsinstrument „Umweltberichterstattung“ wird ein eigenes Kapitel gewidmet, da es das Hauptmedium darstellt, anhand dessen ich die Umsetzung der Nachhaltigkeit in den ausgewählten Unternehmen besprechen werde, was Ziel der vorliegenden Arbeit ist. Eine abschließende Zusammenfassung soll die Kernpunkte der gewonnenen Erkenntnisse präsentieren.
Die Wahl der Unternehmen Otto Versand und Heidelberger Druckmaschinen AG hat mehrere Gründe: zum einem sind beide Unternehmen in den letzten Jahren vielfach aufgrund ihrer innovativen und konsequenten Umweltpolitik ausgezeichnet worden.
Zum anderen finde ich, dass sich das Leitbild der Nachhaltigkeit am besten über konkrete Beispiele vermitteln lässt. Daher habe ich zwei Großunternehmen ausgewählt, die herausragend in der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen sind. Eine Auswahl von Unternehmen, die sich nicht oder nicht so umfassend mit Umweltschutz- und Nachhaltigkeitszielen befassen, hätte nur zu einer unerquicklichen Auflistung von Mängeln geführt. Die Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik der beiden gewählten Unternehmen jedoch sprengt den Rahmen der ‚ Standardumweltpolitik’ gemäß der EG-Öko-Audit-Verordnung.
Otto Versand erweist sich z.B. als Pionier im sozialen Bereich und liefert damit konkretes Anschauungsmaterial zu einem der Kernpunkte der fachlichen Diskussion über nachhaltige Entwicklung.
Heidelberger Druck AG und Otto Versand eignen sich gut als Vorbilder, die andere Unternehmen zur Nachahmung inspirieren könnten.
Auf den Umweltbericht der Weleda AG wird im Abschnitt 4.4. eingegangen, im Rahmen der Thematik „Nachhaltigkeitsberichterstattung“, ist aber nicht Gegenstand einer weitergehenden Untersuchung wie die Umweltberichte der beiden anderen Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Nachhaltige Entwicklung | 3 |
| 2.1 | Grundlegungen | 3 |
| 2.2 | Begriffliche Grundlagen einer nachhaltigen Entwicklung | 4 |
| 2.3 | Prinzipien der Nachhaltigkeit | 6 |
| 2.4 | Nachhaltige Entwicklung von Unternehmen | 7 |
| 2.5 | Fazit | 9 |
| 3. | Handlungsansätze in Unternehmen | 10 |
| 3.1 | Umweltschutz, Umweltpolitik, Umweltmanagement | 10 |
| 3.2 | Managementinstrumente zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung | 12 |
| 4. | Umweltberichterstattung | 13 |
| 4.1 | Zielsetzung der Umweltberichterstattung | 14 |
| 4.2 | Anforderungen an die Umweltberichterstattung | 16 |
| 4.3 | Von der Umwelt- zur Nachhaltigkeitsberichterstattung | 18 |
| 4.4 | Der Umweltbericht der Weleda AG | 19 |
| 4.5 | Rankings und Preisvergaben für Umweltberichterstattung | 20 |
| 4.5.1 | Das Ranking der Umwelterklärungen vom Ökoinstitut | 21 |
| 4.5.2 | Das Ranking der Umweltberichte von IÖW und future | 21 |
| 5. | Umweltbericht der Heidelberger Druckmaschinen AG | 23 |
| 5.1 | Ein starker Bericht | 23 |
| 5.2 | Nachhaltigkeit bei Heidelberg: Kritische Würdigung | 24 |
| 6. | Umweltbericht von Otto Versand | 27 |
| 6.1 | „Report 2000“ | 27 |
| 6.2 | Nachhaltigkeit bei Otto: Kritische Würdigung | 28 |
| 7. | Spiegelung der wissenschaftlichen Diskussion-Gesamtwürdigung | 30 |
| 7.1 | Nachhaltige Entwicklung, Nachhaltigkeits-Check | 30 |
| 7.2 | Managementinstrumente | 31 |
| 7.3 | Umweltberichterstattung | 32 |
| ANHANG I Heidelberger Druckmaschinen | ||
| ANHANG II Otto Versand | ||
| LITERATURVERZEICHNIS | 44 |
4.5.2. Das Ranking der Umweltberichte von IÖW und future Das erste Ranking der Umweltberichte von IÖW und future wurde bereits 1994 im Rahmen eines Forschungsprojektes zu Umweltberichterstattung durchgeführt. Die Bewertungskriterien wurden sowohl durch Befragung der Anspruchsgruppen als auch anhand der Auswertung verschiedener Veröffentlichungen zur Umweltberichterstattung ermittelt48. Die von IÖW und future e.V. entwickelten Kriterien stellen die Basis dar für die 1997 verabschiedete DIN-Norm 33922 „Umweltberichte für die Öffentlichkeit“ (S. auch 4.2) . Das Ranking hatte zum Ziel festzustellen, inwieweit die Berichte die Forderungen der Anspruchsgruppen und der EMAS-Verordnung an eine Umwelterklärung erfüllen, sowie die Umweltberichterstattung von Unternehmen inhaltlich weiterzuentwickeln und verbindliche Kriterien für eine „gute“ Umweltberichterstattung aufzustellen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „Wirtschaftwoche“49, bzw. in der Zeitschrift „Capital“ veröffentlicht. Im Vergleich zum Ranking des Ökoinstituts ist das Bewertungsraster von IÖW und future tiefer strukturiert (3 Bereiche mit 14 Hauptkriterien, die in 3 bis 6 Unterkriterien gegliedert sind; insgesamt werden 40 Unterkriterien berücksichtigt). Das Ranking wird alle zwei Jahre erneut durchgeführt. Heidelberger Druckmaschinen und Otto Versand im Ranking der Umweltberichte von IÖW und future 2000 Im Jahr 2000 führte ein future- und IÖW- Team die Bewertung der Umweltberichte und Umwelterklärungen von Großunternehmen durch. Bewertet wurden die 150 größten deutschen Unternehmen, im Durchschnitt wurde die Punktzahl 285 von 500 möglichen Punkten erreicht 50. Otto erreichte mit 399 Punkten den vierten Platz im Ranking, Heidelberger Druckmaschinen mit 374 Punkten den zehnten Platz (Anm.: Bewertet wurde der Umweltbericht 1998/99) . [...]
4.5.1. Das Ranking der Umwelterklärungen vom Ökoinstitut. 1996 hat das Öko-Institut damit begonnen, Umwelterklärungen unter die Lupe zu nehmen, ihre Qualität anhand von Kriterien zu bewerten und Punkte zu vergeben. Das Ranking, d.h. der Vergleich der Umwelterklärungen erschien in der Wirtschaftszeitung „Blick durch die Wirtschaft“, bis sie eingestellt wurde. Bis April 1999 wurden 45 Umwelterklärungen bewertet. Ziel des Rankings war, einen Überblick über die bisher bewerteten Umwelterklärungen zu geben und dazu beizutragen, das Nutzenpotential des Instruments Umwelterklärung zu verbessern. Denn je offener, glaubwürdiger, und vollständiger die Erklärung abgefasst ist, desto positiver wird sie sich bei der externen Umweltkommunikation auswirken.46 Für die Bewertung der Umwelterklärungen wird ein Anforderungskatalog zugrunde gelegt nach dem maximal 350 Punkte vergeben werden. Bei der Aufstellung der Anforderungen wurden vom Öko-Institut die Vorgaben der EMAS-Verordnung zugrunde gelegt, und mit 37 Einzelkriterien präzisiert.47 [...]
Stärken: Besonders gut bewertet wird die Darstellung der Zielkonflikte zwischen den drei Aspekten, aber auch „die Erfassung und der Nachweis positiver Maßnahmen auf das ökonomische Ergebnis“, 42 sowie die hohe Innenwirkung. Schwächen: Als problematisch werden die Abgrenzung der Auffassungen des Nachhaltigkeitsbegriffs von Weleda und von den stakeholdern beschrieben, und auch die Datenlage im Unternehmen. Die Übertragbarkeit der Umweltberichterstattung von Weleda auf größere, multinationale Konzerne wird ebenfalls als problematisch bzw. als nur eingeschränkt möglich eingeschätzt.43 Die oben beschriebenen Konflikte scheinen mir typisch für unsere Thematik zu sein: auf die Schwierigkeit, den Nachhaltigkeitsbegriff konsensfähig zu umgrenzen, habe ich schon hingewiesen, wie auch auf das Problem von Datenfülle versus Detailgenauigkeit, Redundanz versus Lesbarkeit. Außerdem stellt Weleda ein besonders homogenes Unternehmen dar, da die Mitarbeiter die Leitideen und die Unternehmensphilosophie der Weleda AG (anthroposophische Ausrichtung) kennen und ihnen in der Regel folgen. Zur Übertragbarkeit: Mit der Größe der Konzerne steigt die Komplexität der Berichterstattung, außerdem verfügen größere Konzerne über eine wesentlich höhere Marktmacht und sind stärker von der Globalisierung betroffen. Die standortbezogene Betrachtung bietet hier Vorteile in der praktischen Umsetzung, wird dem inhaltlichen Anspruch eines Nachhaltigkeitsberichts allerdings u.U. nicht gerecht. Dies werden wir in den einzelnen Untersuchungen der Umweltberichterstattungen ausgewählter Unternehmen sehen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832453183
Arbeit zitieren:
Cericola, Paola Dezember 2001: Die Umsetzung der "Nachhaltigkeit" in ausgewählten Großunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Umweltmanagement, Ranking, nachhaltig, Wirtschaften



