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Gibt es eine Umsetzung der "Idee der verbraucherorientierten Vermittlung" im Finanz- und Versicherungsmarkt und wie wird diese Idee verwirklicht?

Gibt es eine Umsetzung der "Idee der verbraucherorientierten Vermittlung" im Finanz- und Versicherungsmarkt und wie wird diese Idee verwirklicht?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jens Wolf
  • Abgabedatum: Dezember 1995
  • Umfang: 124 Seiten
  • Dateigröße: 9,3 MB
  • Institution / Hochschule: Hochschule Mittweida (FH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0393-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0393-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0393-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wolf, Jens Dezember 1995: Gibt es eine Umsetzung der "Idee der verbraucherorientierten Vermittlung" im Finanz- und Versicherungsmarkt und wie wird diese Idee verwirklicht?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Jens Wolf

Einleitung:

Heute gibt es über 33 Bausparkassen, 4500 Banken, 750 Versicherungen und 300 Fondsgesellschaften in Deutschland. Und welcher Verbraucher kennt sie schon alle und weiß ganz genau, was für ihn das Beste ist? Und wer vor allem kennt dazu noch alle einzelnen Angebote der einzelnen Unternehmen, um sich damit bestmöglich zu versorgen? Wer hat die Zeit, alles miteinander zu vergleichen, um das Optimale für sich herauszufinden? Wohl die wenigsten. Gerade dieses dürfte heute eines der großen Verbraucherprobleme sein. Wer hilft ihm weiter? Heute gibt es für den Verbraucher viele Zeitschriften und Bücher, die sich mit dem Thema Finanzen auseinander setzen. Nur gibt es leider eine Vielzahl von Verbrauchern, die entweder zum lesen keine Zeit oder Lust haben oder eben einfach nur den >großen Namen< „blind“ vertrauen und den Rest des Marktes >aus persönlicher Sicherheit< einfach für unseriös halten. Seit Generationen schaffte man das Geld >einfach so< zur Bank und erhielt Zinsen. >So hatte man es früher gemacht< und >so kann man es auch weiter machen<. Wieso sollte man sich da als Verbraucher auch noch informieren und kostbare Zeit opfern?

Die bittere Realität beschreibt die Zeitschrift Spitze in der Ausgabe (3/93). „Nirgendwo wird Unwissenheit so bestraft wie in Geldangelegenheiten. Der wahre Grund dafür, dass Millionen von Menschen mit dem Abschluss von Bausparverträgen, Kapital-Lebensversicherungen oder Sparbuchverträgen sowie überteuerten und unnötigen Versicherungen das Geld kübelweise zum Fenster hinauswerfen und damit nie eine Chance haben, die angestrebte Unabhängigkeit zu erreichen, ist ausschließlich mangelndes Wissen . ... Auch in den Medien finden sich für die pressegläubigen Deutschen überwiegend Jubelartikel ... über die werbeträchtigen Angebote der Bausparkassen, Versicherungsgesellschaften und Banken . ... Es gehört aber auch genügend Naivität -um nicht zu sagen Dummheit- dazu, zu glauben, dass die Medien, die eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen in Bank-, Versicherungs- und Bausparanzeigen haben, die Wahrheit über diese Themen verbreiten.“ Traurigerweise glaubt die große Masse der Verbraucher offenbar blind demjenigen, der sich durch Millionenausgaben in Presse- und Fernsehwerbung immer wieder zeigt. Alles getreu dem Motto: >Der muss aber gut sein, wenn der sich das leisten kann<. Vielleicht ist es aber auch das >gute< Gefühl, seine Versicherung öfters im Fernsehen in den Reklameblöcken zu sehen. Schließlich haben die Deutschen etwa 180 Milliarden DM für Versicherungen 1993 ausgegeben. Die Schweizer haben ca. 25 Milliarden Franken ausgegeben. Ca. 90 Milliarden Schilling haben die Österreicher für Versicherungen im Jahre 1993 ausgegeben. Die Zeitschrift Finanztest stellte in ihrer Ausgabe 1 /94 eine grobe allgemeine Übersicht mit den verschiedensten Angeboten des Finanzmarktes auf.

Die Zeitschrift Spitze (5/94) bringt zum Versicherungsmarkt einen Vergleich: „Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie müssten für einen Mercedes beim einen Händler 50.000 Mark, beim anderen Händler 100.000 Mark und beim dritten Händler 150.000 Mark bezahlen und in allen drei Fällen würde es sich um ein gleiches Automobil mit gleicher Qualität handeln . ... Das wäre im Automobilmarkt undenkbar, aber im Versicherungsmarkt ist das etwas ganz Normales .... Viele Millionen in Deutschland wohnende Familien werfen Jahr für Jahr mehrere tausend Mark zum Fenster hinaus, weil sie sich von schlechten Finanz- und Versicherungsangeboten blenden ließen . ... Trotz gleichen oder ähnlichen Versicherungsumfangs muss man viel zu häufig zwei- bis viermal soviel bezahlen wie bei den preiswerten Versicherungsangeboten. Die bekanntesten Gesellschaften gehören oft zu den teuersten Gesellschaften, da es ihnen gelingt, die Unkenntnis der Menschen mittels raffinierter Vermittlungs- und Werbemethoden auszunutzen.“ „Die Versicherungsunter- nehmen dürfen doppelt und dreifach überkalkulierte Prämien kassieren, doch die Frage, was mit den zwangsläufig entstehenden Überschüssen und den Spargeldern der Kunden geschehen soll, ist nicht eindeutig geregelt“, heißt es im Buch „Das Versicherungs(un)wesen.

Die Bild am Sonntag (vom 29.9.91) schrieb: „Millionen Neubundesbürger haben seit August 1990 Hunderte oder Tausende von Mark verloren: Übereilt und gutgläubig unterschrieben sie Versicherungsvertrüge, die nun für sie meist viel zu teuer und nicht selten auch völlig überflüssig sind.“ Aber „trotz des Medienwaldes sind Millionen Bürger aus Informationsmangel und Unwissenheit seit Jahrzehnten nicht nur katastrophal versichert gewesen, sondern auch um Milliarden DM legal betrogen worden. 25 Millionen Haushalte zahlen durchschnittlich 1600 DM für einen Versicherungsschutz, den sie auch für weniger als 200 DM im Jahr haben könnten. Über 35 Milliarden DM stünden Jahr für Jahr für eine anderweitige Verwendung zur Verfügung . ... Etwa jeder zweite Lebensversicherungsvertrag wird vor Ablauf gekündigt ... So hatten die Vereinigten Wirtschaftsdienste im August 1985 festgestellt, dass im Jahre 1984 zwei Millionen Bundesbürger, die vorzeitig ihre Lebensversicherung >fast immer in einer wirklichen Notlage< kündigten, den >gigantischen Verlust von mehr als zehn Milliarden DM erlitten haben<„ schreibt der Ratgeber Lebensversicherung.

Das Problem ist, „dass die meisten von ihren Fehlern und Verlusten gar nichts ahnen . ... Fast alle Familien haben keine ausreichende Versorgung für den Fall, falls dem Ernährer etwas zu stoßen sollte. Fast alle Berufstätigen haben keine private Versicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit. Viele haben zu teure Auto-, Haftpflicht-, Hausrat- und Unfallversicherungen . ... Mit all diesen Fehlern haben Millionen ... Haushalte Jahr für Jahr Milliarden Mark verloren. Die einzelne Familie Tausende von Mark . ... Logisch, dass die Verluste der Verbraucher für andere ein Riesengeschäft sind, und dass diese Geschäftemacher alles tun, damit die Bürger nicht besser informiert werden.“(26) Das Buch >Die Hohe Schule des Vermögensaufbaus< bringt es auf den Punkt: „Über 95 Prozent aller Deutschen haben in Hülle und Fülle zu teuere oder unnötige Versicherungen abgeschlossen. Oder sie haben vergleichsweise unrentable Sparprogramme und Kapitalanlagen gezeichnet. Oder Finanzierungen vereinbart, die von vorn herein nicht richtig durchdacht sind. Jahr für Jahr werden auf diese Weise Milliardenbeträge aufgewendet, die eigentlich sinnvoller investiert werden könnten . ... Der Endverbraucher ist heute fast außerstande, auf dem breitgefächerten Markt von Tarifen, Verträgen, Bestimmungen, anfänglichen und effektiven Jahreszinsen, voraussichtlichen Gewinnentwicklungen und Agios, Disagios, Sonderbestimmungen, Gewinnbeteiligungen, Rückvergütungen, Beitragsbefreiungen und sonstigen durch Fachchinesisch verkompliziertem Angebotsspektrum zu wissen, wo eigentlich vorne und wo hinten ist.“ „Kein Wunder also, wenn ihm heute Versicherungsvertreter A ... das genaue Gegenteil dessen erzählt, was er gestern von Versicherungsberater B ... erfuhr. Oder Bausparkassenvertreter C ihm eine völlig andere Rendite vorgerechnet hat, als er von einem Finanzmathematiker errechnet bekam.“(53) „>Wer lügt am meisten? Diese Frage stellte das Hamburger Meinungsforschungsinstitut Gewis den Bundesbürgern. Als Schwindel-Weltmeister gelten die Versicherungsvertreter(71%), gefolgt von Politikern(67%).<„ (29) Die „Sparpläne, Kapitalanlagen, Finanzierungen und Versicherungen sind eine unsichtbare Ware, die niemand sofort durchschauen kann. Der Vertragsabschluß ist vergleichbar dem Einpflanzen eines Samenkorns in die Tiefe der Erde . ... Erst wenn das Saatgut aufgegangen ist und dann die Ernte eingefahren werden soll, sieht man die Bescherung“; denn „Verbraucherschutz bei Kapitalanlagen im Sinne des Schutzes vor Fehlentscheidungen bedeutet... nicht Sicherheit durch Risiko- und Chancen-Meidung, sondern Sicherheit durch Risiko- und Chancen-Streuung, also durch Verteilung des zu investierenden Geldes auf ganz verschiedene Gewinnquellen mit einem ausgewogenem Chancen-Risikoverhältnis.“(14) Wer also „finanziell hoch hinauf will, muss früh anfangen, bei Finanz- und Versicherungsverträgen in den Kosten runterzukommen; denn das beste Sparprogramm der Welt ist ein Kosten-Sparprogramm“(15) Inhaltsverzeichnis:

1. Die Situation auf dem Finanz- und Versicherungsmarkt 1
1.1. Aus der Geschichte 1
1.2. Der Verbraucher - jeder will sein Geld - und die bittere Realität 1
1.3. Das ideale und dazu noch sehr gut steuerbare "Massenbeeinflussungsinstrument" - genannt "Presse" 4
1.3.1 Die Zeitschriften 4
1.3.2 Die Branchendienste 6
1.4. "Verbraucherberatungsstellen im Test - glatt durchgefallen" 7
1.5. Die Milliardenmacht der Konzerne 8
1.6. Das große Bündnis zwischen den Konzernen und der Politik unter dem "Zweckmittel: Konzern - Lobby" gegen die Verbraucherinteressen 12
1.7. "Nicht überall, wo Anlageberater drauf steht, ist auch Anlageberater drin!" 17
1.8. Der freie ("graue") Markt 20
1.9. "Was Versprechen morgen wert sind" 23
1.10 Zur Untergliederung oder die Fortsetzung der Geschichte 24
1.11 Zu den Beispielen gilt es zu beachten 27
2. Einproduktverkäufer 28
3. Einfirmenvertreter 28
3.1. Versicherungskonzerne 28
3.1.1. Die Vermittler der DBV: Versicherungen 28
3.1.2. Die Vermittler der Vicioria – Versicherungen 29
3.2. Banken 30
3.2.1. Die Berater der CC ﷓ Ba n k 30
3.2.2. Die Berater der Commerzbank AG 31
3.2.3. Die Berater der Citibank Privatkunden AG 31
3.2.4. Die Berater der Weberbank KG auf Aktien 31
3.3. sonstige 33
3.3.1. Die Vermittler der Badenia Bausparkasse AG 32
3.3.2. Die Vermittler der Colonia Bausparkasse AG 32
3.3.3. Die Anlageberater der AKJ – Gruppe 33
4. Abhängige Strukturvertriebsgesellschaften 33
4.1. Die Vermittler der OVB (OVB ﷓ Allfinanzvermittlungs GmbH & Co KG) 33
4.2. Die Vermögensberater der DVAG (Deutsche Vermögensberatungs AG) 33
5. Die Mehrfachagenten 34
5.1. Des Finanz- , Immobilien- und Versicherungs – Service 34
5.2. Der Unabhängigen Finanz- Service GmbH 35
5.3. Der Engelhardt & Winkelmann GbR 35
6. "Sie sind reif für den Test" oder die Angebote der großen Verbraucher interessenvereinigungen 36
6.1. Der BdV (Bund der Versicherten e.V.) 36
6.2. Die GVI (GELD und VERBRAUCHER Interessenvereinigung der Versicherten, Sparer und Kapitalanlager e.V.) 37
7. Unabhängige Unternehmen 41
7.1. Die Vermittler der Dresdner Schutzgemeinschaft Finanzberatung GIER 41
7.2. Die Vermittler der A.U.F. unabhängige Wirtschaftsberatungs GmbH 41
7.3. Die Vermittler des BOA Wirtschaftsverbundes unabhängiger Finanzdienstleister GmbH 41
7.4. Die Wirtschaftsberater des AWD (Allgemeiner Wirtschaftsdienst Gesellschaft für Wirtschaftsberatung und Finanzbetreuung mbH) 42
7.5. Die Makler des VVV (Verband Verbraucherorientierter Versicherungs- und Finanzmakler e.V.) 43
8. Zwei Alternativen zur Masse 44
8.1. Werden Sie "Bankier" oder die Berater der Sparda-Bank e.G. 44
8.2. Die Kostensenkungsspezialisten 45
8.2.1. Der Berufsverband ALTERNATIVER Finanzvermittler e.V. (PRO ALTERNATIVE) 45
8.2.2. Die B.D.F. Betreuungsgesellschaft Deutscher Finanzkaufleute und Finanzmakler mbH 48
9. Was ist nun mit der Umsetzung ﷓ und Verwirklichung der Idee der verbraucherorientierten Vermittlung im Finanz und Versicherungsmarkt? 50
9.1. Gibt es eine Umsetzung der >Idee der verbraucherorientierten Vermittlung< im Finanz ﷓ und Versicherungsmarkt? 50
9.2. Wie wird diese >Idee der verbraucherorientierten Vermittlung< verwirklicht, wenn sie schon existieren sollte? 55
9.3. Der Idealfall oder ein Blick in die Zukunft 56
10. Anhang 58

Arbeit zitieren:
Wolf, Jens Dezember 1995: Gibt es eine Umsetzung der "Idee der verbraucherorientierten Vermittlung" im Finanz- und Versicherungsmarkt und wie wird diese Idee verwirklicht?, Hamburg: Diplomica Verlag

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