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Umgang mit Wohnungsleerstand in Plattenbauquatieren

Handlungsansätze für den Stadtneubau und deren Umsetzung am Beispiel der 96 WE in der Breitscheidstraße in Boizenburg

Umgang mit Wohnungsleerstand in Plattenbauquatieren
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Maja Wätke
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 214 Seiten
  • Dateigröße: 11,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8397-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8397-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8397-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wätke, Maja Mai 2004: Umgang mit Wohnungsleerstand in Plattenbauquatieren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Stadtumbau, Rückbau, Ost, Blockbauart, Stadtentwicklungskonzept

Diplomarbeit von Maja Wätke

Zusammenfassung:

Der tiefgreifende Strukturwandel in den neuen Bundesländern hat für viele ostdeutsche Städte einschneidende Auswirkungen auf das Stadtgefüge und den Wohnungsmarkt.

Der Wohnungsmarkt ist vielerorts dem Zusammenbruch nahe; etwa 1.000.000 Wohnungen in den neuen Bundesländern stehen leer.

Die vielfältigen Schrumpfungsprozesse erfordern dringend eine Steuerung dieses Trends der Siedlungsentwicklung. Dazu ist eine Abkehr von der traditionell wachstumsorientierten Planung nötig. Eine notwendige Strategie kann der Stadtumbau auf Basis gesamtstädtischer Entwicklungskonzepte sein, bei denen das schrittweise Aufgeben von Siedlungsteilen und der Abriss von Wohngebäuden ein unumgänglicher Ansatzpunkt sein wird.

Mit dem Bundeswettbewerb „Stadtumbau Ost“ wurde eine Initiative gestartet, die den Kommunen in den neuen Bundesländern hilft, sich den Problemen der Stadterneuerung zu stellen.

260 Kommunen, davon 40 aus Mecklenburg-Vorpommern, nahmen an dem Wettbewerb teil. Auch die Stadt Boizenburg leistete mit der Erarbeitung des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes auch einen Beitrag dazu.

Problemstellung:

Die DDR-Wohnungsbau-Quartiere sind von besonders hohen Leerständen und baulicher Vernachlässigung beeinträchtigt. Die Strategien zukünftiger Stadtentwicklung sollten auf eine Aufwertung und Stärkung dieser Quartiere abzielen. Sie sind städtebaulich, stadtstrukturell und kulturell von Bedeutung für die Gesamtstadt. Insofern stellt ihre Erneuerung und ihr Umbau eine große gesellschaftliche Herausforderung dar.

Bislang fehlen jedoch weitgehend die planerischen Konzepte für den Umgang mit Wohnungsleerstand. Vor allem mit städtebaulichem Rückbau gibt es unter den derzeitigen Rahmenbedingungen praktisch keine Erfahrungen. Die Diplomarbeit hat die Problematik der Leerstände in Plattenbauquartieren aufgezeigt und eine mögliche Strategie und Maßnahme zu deren Bewältigung geben.

Dazu wurden die teilräumlichen Lösungsansätze mit Hilfe des Entwurfes zum Rückbau und zur Umstrukturierung der beiden 48 WE-Gebäude in der Breitscheidstraße 20-31 dargestellt.

Damit sollten einerseits der zunehmend verwendete Begriff des Stadtumbaus inhaltlich ausgefüllt werden, andererseits sollten übertragbare Ansatzpunkte für die kommunale Planung beschrieben werden.

Gang der Untersuchung:

Zuerst erfolgte eine kurze Vorstellung der Stadt Boizenburg, ihrer Lage und ihrer Infrastruktur.

Zusammenfassung:

Der tiefgreifende Strukturwandel in den neuen Bundesländern hat für viele ostdeutsche Städte einschneidende Auswirkungen auf das Stadtgefüge und den Wohnungsmarkt.

Der Wohnungsmarkt ist vielerorts dem Zusammenbruch nahe; etwa 1.000.000 Wohnungen in den neuen Bundesländern stehen leer.

Die vielfältigen Schrumpfungsprozesse erfordern dringend eine Steuerung dieses Trends der Siedlungsentwicklung. Dazu ist eine Abkehr von der traditionell wachstumsorientierten Planung nötig. Eine notwendige Strategie kann der Stadtumbau auf Basis gesamtstädtischer Entwicklungskonzepte sein, bei denen das schrittweise Aufgeben von Siedlungsteilen und der Abriss von Wohngebäuden ein unumgänglicher Ansatzpunkt sein wird.

Mit dem Bundeswettbewerb „Stadtumbau Ost“ wurde eine Initiative gestartet, die den Kommunen in den neuen Bundesländern hilft, sich den Problemen der Stadterneuerung zu stellen.

260 Kommunen, davon 40 aus Mecklenburg-Vorpommern, nahmen an dem Wettbewerb teil. Auch die Stadt Boizenburg leistete mit der Erarbeitung des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes auch einen Beitrag dazu.

Problemstellung:

Die DDR-Wohnungsbau-Quartiere sind von besonders hohen Leerständen und baulicher Vernachlässigung beeinträchtigt. Die Strategien zukünftiger Stadtentwicklung sollten auf eine Aufwertung und Stärkung dieser Quartiere abzielen. Sie sind städtebaulich, stadtstrukturell und kulturell von Bedeutung für die Gesamtstadt. Insofern stellt ihre Erneuerung und ihr Umbau eine große gesellschaftliche Herausforderung dar.

Bislang fehlen jedoch weitgehend die planerischen Konzepte für den Umgang mit Wohnungsleerstand. Vor allem mit städtebaulichem Rückbau gibt es unter den derzeitigen Rahmenbedingungen praktisch keine Erfahrungen. Die Diplomarbeit hat die Problematik der Leerstände in Plattenbauquartieren aufgezeigt und eine mögliche Strategie und Maßnahme zu deren Bewältigung geben.

Dazu wurden die teilräumlichen Lösungsansätze mit Hilfe des Entwurfes zum Rückbau und zur Umstrukturierung der beiden 48 WE-Gebäude in der Breitscheidstraße 20-31 dargestellt.

Damit sollten einerseits der zunehmend verwendete Begriff des Stadtumbaus inhaltlich ausgefüllt werden, andererseits sollten übertragbare Ansatzpunkte für die kommunale Planung beschrieben werden.

Gang der Untersuchung:

Zuerst erfolgte eine kurze Vorstellung der Stadt Boizenburg, ihrer Lage und ihrer Infrastruktur.

Dann wird die Situation und Perspektive des kommunalen Wohnungsmarktes in der Stadt aufgezeigt. Hierzu wurden eine kurze Wohnungsmarktanalyse und eine Übersicht über die Leerstandsproblematik sowie die künftige Haushaltsentwicklung dargestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Situation in den Plattenbauquartieren. Im weiteren Teil der Arbeit wurden die wichtigsten Rahmenbedingungen für die Leerstandsthematik erläutert.

Es wurde eine Mieterbefragung bzw. eine Wohnzufriedenheitsanalyse durchgeführt. Zielsetzung der Untersuchung war es, relevante Informationen zur Neugestaltung der beiden Wohnblöcke in der Breitscheidstrasse 20-31 zu gewinnen und die Stimmung im Quartier analysieren und wiederzugeben.

Planerische Strategien:

Anschließend wurden die planerischen Möglichkeiten des Umgangs mit Wohnungsleerstand in Plattenbauquartieren dargestellt.

In einem ersten Schritt wurden verschiedene Ansätze zur Steuerung von Schrumpfungsprozessen untersucht. Es sollten vorhandene Rahmenbedingungen bei deren Planung kurz aufgezeigt werden. Es wird die derzeitige Debatte zum Thema „Stadtumbau Ost“ und Schrumpfung betrachtet.

Im zweiten Schritt wurden die Möglichkeiten und Strategien zur baulichen Umsetzung im Quartier der Breitscheidstraße aufgezeigt.

Hier wird vor allem eine Rückbaumaßnahme als neue Bebauungsform dargestellt sowie Möglichkeiten zur Qualifizierung von Wohnungsbestand und Wohnumfeld diskutiert.

Entwurfsentwicklung:

In diesem Teil der Arbeit wurde der, in der Breitscheidstraße, vorhandene Wohnungsbautyp IW64 Markkleeberg näher erläutert und Konstruktion sowie typische Mängel dieses Typ detailliert dargestellt. Es wurde eine Analyse möglicher Umbau- und Rückbaumaßnahmen und deren Umsetzungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Die Umsetzung der Lösungen und der Umfrageergebnisse wurden vor allem im Entwurf für die Umgestaltung und den Umbau der Gebäude in der Breitscheidstraße 20-31 dargestellt, der jedoch in dieser Foprm der Arbeit nur auszugsweise gezeigt wird und nicht näher dargestellt ist.

Schlussfolgerungen:

Den Ausklang dieser Arbeit bildet ein Resümee, in dem Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Wohnungsleerstand zusammengefasst und bewertet werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
2. Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost
2.1 Allgemein 3
2.2 Programm der Bundesregierung 4
2.2.1 Ziel des Programms 4
2.2.2 Mittelvolumen und Finanzierung 4
2.2.3 Elemente des Programms „Stadtumbau Ost“ 5
2.3 Der Wettbewerb 7
2.3.1 Die Aufgabe 7
2.3.2 Die Initiative der Bundesregierung 7
2.3.3 Die 34 Preisträger 9
2.4 Materialien zum Stadtumbau in Ostdeutschland - Stadtentwicklungskonzepte 10
3. Situation und Perspektiven in Boizenburg
3.1 Städtebauliche Strukturierung 12
3.2 Stadtgebietsgliederung 13
3.2.1 Ortsteile 14
3.3 Prognose der Bevölkerungsentwicklung 15
3.4 Bisherige Entwicklung und Anzahl der Größe der Haushalte 16
3.5 Prognose zur Einwohnerentwicklung und Entwicklung der Haushalte 18
3.6 Abschätzung der Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung 20
3.7 Erfassung und Prognose der Wohnungsnachfrage, des Wohnungsbestandes 20
3.7.1 Bisherige Entwicklung und aktuelle Situation 20
3.8 Auswirkungen des Nachfragerückganges nach Mietwohnungen 25
3.9 Darstellung der Ziele aus dem „ISEK“ der Stadt Boizenburg 25
4. Die derzeitige Situation in der Breitscheidstrasse 20-31
4.1 Das Gebiet um die Breitscheidstrasse 26
4.2 Die Situation der Gebäude in der Breitscheidstrasse 20-31 28
4.2 Die Situation der Gebäude in der Breitscheidstrasse 20-31 29
4.3 Bisher durchgeführte Sanierungsmaßnahmen 30
4.3 Bisher durchgeführte Sanierungsmaßnahmen 31
4.4 Leerstandsübersicht der Gebäude in der Breitscheidstraße 20-31 34
5. Umgang mit Wohnungsleerstand
5.1 Leerstand und Schrumpfung in der planungstheoretischen Debatte 36
5.2 Fakten und Thesen 39
5.3 Kehrtwende in der Stadtentwicklung 41
6. Rahmenplanung zur Bewältigung des Wohnungsleerstandes
6.1 Stadtentwicklungsplanung zur Steuerung gesamtstädt. Schrumpfungsprozesse 47
6.1.1 Gesamtstädtisch-integrative Planungsansätze 47
6.2 Städtebauliche Rahmenplanung zur Bewältigung auf Quartiersebene 50
6.2.1 Umsetzungsorientierte Planungsansätze 50
6.2.2 Bestandsreduzierende Strategien 51
6.2.3 Bestandsaufwertende Strategien 53
6.3 Werkzeuge 55
6.3.1 Werkzeug Extensivieren 55
6.3.2 Werkzeug Abreißen 56
6.3.3 Werkzeug Umschichten 56
6.3.4 Werkzeug Einfrieren 57
6.3.5 Werkzeug Binden 57
6.3.6 Werkzeug Stimulieren 57
6.3.7 Werkzeug Szenarien 58
6.4 Beispiel eines erfolgreich umgebauten Plattenbaus 59
7. Beteiligung von Bewohnern
7.1 Einleitung 61
7.2 Wohnzufriedenheit 62
7.3 Fragebogen / Interviewleitfaden 65
7.4 Die Definition der Milieus nach Prof. Gerhard Schulze 71
7.4.1 Das Milieu Schulzes: Die Erlebnis-Gesellschaft 71
7.4.2 Milieu- Bausteine von Schulze 72
7.5 Die Einteilung der 22 befragten Haushalte nach Schulze-Milieus 75
7.5.1 Die Einteilung nach den Alltagsästhetischen Schemata 77
7.5.2 Die Einteilung nach Schulze-Milieus 77
7.6 Demographische Datenerhebung 79
7.6.1 Familienstand 79
7.6.2 Altersstruktur bei der Befragung 79
7.7 Wohnsituation und Wohnbefindlichkeit 83
7.7.1 Umzugsverhalten bei den Bewohnern 84
7.7 Beurteilung der Wohnung und des Wohngebäudes 88
7.8 Wünsche der Mieter 90
7.9 Bereitschaft zu Eigeninitiative 92
7.10 Haushaltsangaben aus der Befragung 93
7.10.1 Haushaltstypen 93
7.11 Die Merkmale des Wohngebietes 97
7.11.1 Grünflächen 98
7.11.2 Parkflächen 100
7.11.3 Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten 101
7.11.3.1 Qualität der vorhandenen Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten 101
7.11.3.2 Berücksichtigung bei der Neugestaltung 101
7.12 Übersicht über das Vorhandensein, die Qualität, die Nutzung und die 102
7.12.1 Gestaltungswünsche der Merkmale des Wohnumfeldes 102
7.13 Gegenwärtige Störungen und Belästigungen im Wohnumfeld 103
7.14 Bereitschaft der Bewohner zu eigenem Engagement im Wohnumfeld 104
7.15 Sonstige Anmerkungen 105
8. Darstellung des Bautyps IW64 „Markkleeberg“ - Blockbauart 0,8t
8.1 Einführung 106
8.2 Charakteristik der Blockbauart 107
8.3 Konstruktionsgrundsätze 112
8.4 Technische Gebäudeausrüstung 115
8.4 Technische Gebäudeausrüstung 116
8.5 Veränderung der Gebäudestruktur 119
8.5.1 Statisch-konstruktive Anforderungen 119
8.6 Brandschutz 122
8.7 Schallschutz 124
8.8 Darstellung der konstruktiven Details Mängel - Schäden - Empfehlungen 126
8.8.1 Außenwand 126
8.8.2 Fenster 129
8.8.3 Treppenhaus 131
8.8.4 Hauseingang 133
8.8.5 Keller 134
8.9 Darstellung der Hauptdeckensysteme 135
8.9.1 Bewertung des Bauzustandes 136
8.9.2 Mängel und Schäden 136
8.9.3 Verbesserung des Schallschutzes bei Decken und Fußböden 137
8.10 Dach 147
9. Umbaumaßnahmen, Planungsgrundsätze, Rahmenbedingungen
9.1 Wohnbedürfnisse, Wohnwert, Wohnwertkriterien 151
9.2 Rahmenbedingungen für Grundrissveränderungen 152
9.3 Wohnwertverbessernde Maßnahmen 153
9.4 Grundrissverändernde Maßnahmen 153
9.5 Planungsgrundsätze 153
9.6 Gebäudegestaltung 156
9.6.1 Funktionelle Verbesserungen 156
9.6.2 Ein- bzw. Anbau von Aufzügen 157
9.7 Kosten 158
9.8 Die Umsetzung der Erkenntnisse am Entwurf 159
9.9 Freiflächen 163
9.10 Statische Veränderungen im Entwurf 168
10. Resümee
11. Abbildungsverzeichnis
12. Tabellenverzeichnis
13. Literaturverzeichnis
Anlagen

Automatisiert erstellter Textauszug:

7.5.1 Die Einteilung nach den Alltagsästhetischen Schemata Bei der Frage nach Freizeitverhalten und Musikvorlieben stellte sich heraus, dass die befragten Haushalte in das nach Schulze kategorisierten Trivial- und Spannungsschema einzuordnen sind. Dabei finden wir beide Schemata etwa zu gleichen Teilen wieder. Typisch für die Haushalte bzw. Personen in der Befragung, die das Spannungsschema darstellen ist der Disko- und Kinobesuch, die Kontaktfreudigkeit und auch das jüngere Alter. Die Musikrichtungen Pop, Danceflor und Rockmusik stehen ebenfalls für diese Gruppe. Alles finden wir bei der Befragung wieder. Auch ist in diesem Schema die Körperlichkeit und das wichtige Erscheinungsbild für die Außenwelt zu erkennen, indem Mitgliedschaften für Fitnessclubs und auch Abonnements für Lifestylezeitschriften vorzufinden sind. Das Trivialschema wird durch die älteren Bewohner präferiert. Hier finden wir die SVZ-Leser und auch die Kleingartenvereinsmitglieder wieder. Auffällig ist hier der Musikgeschmack. Viele der befragten hören Radio und auch gerne Schlager. Volksmusik ist bei den Rentnern sehr beliebt. 7.5.2 Die Einteilung nach Schulze-Milieus Hier ist zu erkennen, dass die Gruppe die in der Befragung das Spannungsschema darstellt, in das Unterhaltungsmilieu, bei einer Person auch in das Selbstverwirklichungsmilieu, einzuordnen ist. Eine Person beschrieb die Karriere als sehr wichtig und engagiert sich durch Weiterbildungen und Abendschule, um beruflich aufzusteigen. [...]

Das Trivialschema: manifestiert sich durch deutschem Schlager, Blasmusik, Fernsehquiz und Arztromane. Kitsch, Spießigkeit und schlechter Geschmack sind Charaktereigenschaften dieses Schemata. Gemütlichkeit als schönstes Erlebnis. Das Spannungsschema: ist historisch das jüngste. Rock, Thriller, Ausgehen in Kneipen und Discos sind als Zeichen dieses Schemas anzuerkennen. Sehr körperbetont. Aktion, unkonventionell sein, sind seine Attribute. Diese drei Schemata sind keine Alternativen, sondern werden kombiniert, um den eigenen Stil zu entwickeln.6 Der dimensionale Raum der Alltagsästhetik, den diese drei Schemata bilden, stellt den Menschen nun in ein komplexes Zeichensystem (die Zeitung unter dem Arm, die Kleidung, der momentane Aufenthaltsort), eine Sprache zur Verfügung, in welcher sie ihre unterschiedlichen Grundorientierungen zum Ausdruck bringen. Diese Grundorientierung manifestiert sich als milieuspezifische Erlebnisorientierung. Das bedeutet, dass das Individuum sich durch dieses Zeichensystem von Milieus distanzieren oder in sie integrieren kann. Milieu- Bausteine von Schulze Schulze baut seine Milieus folgendermaßen auf7: Evidente Zeichenkonfiguration: Lebensalter, Bildung, Stiltypus und das Schema des ästhetischen Raumes werden hier untersucht. Manifestation in der Alltagserfahrung: Das Milieu in der Alltagserfahrung wird hier definiert. Milieuspezifische existentielle Anschauungsweisen und Sinnkonstruktionen, wie Ich-Welt-Definition, oder existentielle Problemfindung und deren Bedeutung werden maßgebend interpretiert. Alltagsästhetik: In den folgenden Schritten werden empirische Materialien vorgestellt, Verhaltensmerkmale der Milieus, von denen die wissenssoziologische Interpretation wesentliche Impulse bezogen hat, aufgeteilt in: - Zeichen und deren Bedeutung, wie welcher Stil wird bevorzugt und warum; - Subjekt, wie wirkt der Mensch - Situation, in welchem Umfeld befindet er sich. Wissenssoziologische Interpretation: Hier entwickelt er einen integrativen Überblick der wesentlichen Elemente. [...]

Das Milieu Schulzes: Die Erlebnis-Gesellschaft Schulze versucht mit seiner Milieustudie ein Bild der Gesellschaft zu schaffen. Ihm geht es dabei ebenfalls um die Abbildung sozialer Wirklichkeit. Seine Milieustudie verwendet er, um eine "Erlebnis-Gesellschaft" zu entwickeln. Dabei geht er auf das Konsumverhalten aber auch auf Kulturpolitik ein. Für ihn ist es wichtig, deutlich zu machen, dass der Mensch sein Milieu frei wählt und die Milieus nicht hierarchisch betrachtet werden können, demnach vertikal liegen. Schulzes Milieutheorie beruht auf einer Dreiteilung des ästhetischen Raumes in das Hochkulturschema, Trivialschema und dem Spannungsschema. Diese Schemata sind als Zusammenhänge von ästhetischen Wahlmöglichkeiten zu sehen, die den einzelnen Menschen in ihren Milieus entsprechen; wie die Vorliebe für klassische Musik und den Besuch von Ausstellungen. Alltagsästhetische Schemata: Das Hochkulturschema: zeichnet sich, wie der Name schon sagt, durch Kultur der alten Norm aus. Klassische Musik, Lektüre "guter" Literatur und Museumsbesuche sind als typische Zeichen zu verstehen. Schöngeistigkeit definiert dieses Schema treffend; aber auch Ambitioniertheit und Harmlosigkeit. [...]

Arbeit zitieren:
Wätke, Maja Mai 2004: Umgang mit Wohnungsleerstand in Plattenbauquatieren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Stadtumbau, Rückbau, Ost, Blockbauart, Stadtentwicklungskonzept

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