Umgang mit Widerständen im Rahmen von geplanten Change-Managementprozessen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Gabi Päuser
- Abgabedatum: August 2005
- Umfang: 55 Seiten
- Dateigröße: 431,4 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hamburger Fern-Hochschule Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9235-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9235-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9235-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Päuser, Gabi August 2005: Umgang mit Widerständen im Rahmen von geplanten Change-Managementprozessen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Veränderung, geplanter Wandel, Organisationsentwicklung, Organisationspsychologie, organizational change
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Diplomarbeit von Gabi Päuser
Einleitung:
Überall und immer wieder müssen sich Menschen und Organisationen mit Veränderungsprozessen auseinandersetzen. Das ist kein neues Phänomen. Neu ist allerdings die oft atemberaubende Geschwindigkeit, mit der die Veränderungen bewältigt werden müssen. Organisationen sind in diesem Zusammenhang nicht nur Unternehmen, sondern auch Schulen, Krankenhäuser, Behörden usw. Die Häufigkeit der Veränderungsprozesse könnte Anlass zu der Vermutung geben, dass Change Management in vielen Organisationen zur Routine geworden ist. Dem ist allerdings nicht so. Change Management ist aus mehreren Gründen eine Herausforderung für die Führung von und in Unternehmen.
Studien mehrerer Unternehmensberatungen lässt sich entnehmen, dass ein großer Teil der geplanten Veränderungen nicht wie geplant verläuft, Ziele oft nur mit deutlich höherem Aufwand als geplant erreicht werden können oder die Projekte sogar als gescheitert betrachtet werden müssen. Die Bedeutung des professionellen Managements von Veränderungen hat dementsprechend zugenommen, wie die vermehrte Inanspruchnahme von Beratungsleistungen und die vielfältige Literatur zu diesem Thema zeigen.
Widerstand gegen Veränderungen gilt heute als eine der zentralen Herausforderungen des Managements. Wenn Veränderungsvorhaben scheitern, dann liegt es selten an ungenügender Planung der Veränderungsprozesse. Ein Großteil der Veränderungen scheitert am Widerstand der Betroffenen. Das lässt darauf schließen, das man sich oftmals mit der Bedeutung der Änderungs-vorhaben für die Betroffenen nicht ausreichend auseinandergesetzt hat. Veränderungsvorhaben stellen eine äußerst komplexe Aufgabe für das Management dar.
Davon auszugehen, dass die Mitarbeiter sich freuen, wenn das Management Fusionen plant, Pläne zur Umstrukturierung entwickelt, eine neue Technologie einführt, den Arbeitsplatz neu gestaltet, die Prozesse optimiert oder die Mitarbeiter mit dem Ziel einer Veränderung der Organisationskultur oder einfach der Verbesserung der Sozialkompetenzen schult, ist falsch. Selbst wenn die angestrebte Veränderung zu einer entschiedenen Verbesserung der Situation der Mitarbeiter führt, können massive Widerstände auftreten.
Organisationen sind konservativ. Manche scheinen sich dem Wandel geradezu aktiv zu widersetzen. Insbesondere wenn Strukturen schon über einen langen Zeitraum bestehen erscheint es unvorstellbar, dass sich daran etwas ändern könnte. Um den erwartungsgemäß auftretenden Widerstand bei einer Veränderung lange bestehender Strukturen zu vermindern, können sehr unterschiedliche Strategien schon zu Beginn des Projektes zum Einsatz kommen, die in dieser Diplomarbeit erläutert werden.
Thema dieser Diplomarbeit ist neben den theoretischen Grundlagen des Change Management die Darstellung zu erwartender Schwierigkeiten bei der Durchführung von Change-Projekten in der Praxis. Es wird aufgezeigt, welche Strategien angewandt werden können, welche Strukturen im Unternehmen die Durchführung von Veränderungen erleichtern bzw. begünstigen können und wie mit auftretenden Schwierigkeiten bei der Umsetzung sinnvoll umgegangen werden kann.
Dabei wird aufgezeigt:
- was Change Management ist (Ursachen, Ziele, Definitionen, welche Elemente einer Organisation können überhaupt verändert werden?).
- welche Entwicklungsphasen eine Organisation typischerweise durchläuft.
- welche theoretischen Modelle des geplanten Wandels es gibt.
- welche Strategien und welche Techniken bei einer geplanten Veränderung zu Einsatz kommen (können).
- welche Anforderungen an die Person gestellt werden, die das Change Management leitet und ob sie aus dem Unternehmen stammen oder lieber von ausserhalb hinzugezogen werden sollte.
- wie sich Widerstand gegen die Veränderung äußernt und in welchen Phasen er typischerweise verläuft.
- wie und warum Widerstand entsteht und durch wen.
- welche Ursachen Widerstand oft hat.
- wie Widerstand überhaupt erkannt und verstanden werden kann.
- wie auf Widerstand reagiert werden sollte.
- wie Veränderungen sinnvoll gestaltet werden können.
Das Literaturverzeichnis mit mehr als 30 Quellen bietet im Anschluss die Möglichkeit, einzelne Punkte selbst zu vertiefen.
In der Originalfassung folgt dem theoretischen Teil der Diplomarbeit die Verdeutlichung der Erkenntnisse an zwei Projekten aus der Praxis. Die vorliegende Fassung ist aus Datenschutzgründen um den praktischen Teil gekürzt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 3 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 4 | |
| 1. | Einführung in das Problemgebiet | 5 |
| 2. | Grundlagen des Change-Management | 7 |
| 2.1 | Notwendigkeit, Ursachen und Auslöser | 7 |
| 2.2 | Veränderungsfähige Elemente einer Organisation | 10 |
| 2.3 | Begriffsabgrenzung | 12 |
| 2.4 | Entwicklungsphasen im Leben einer Organisation | 15 |
| 2.5 | Phasenmodelle des geplanten Wandels | 16 |
| 2.6 | Kritik an den vorgestellten Phasenmodellen | 19 |
| 3. | Strategien und Techniken der Veränderung | 21 |
| 3.1 | Veränderungsstrategien | 21 |
| 3.1.1 | Veränderungsansatz nach Porter u.a. | 21 |
| 3.1.2 | Veränderungsansatz nach Chin/Benne | 23 |
| 3.2 | Interventionstechniken | 25 |
| 4. | Die Rolle eines Change Agent | 27 |
| 4.1 | Aufgabe eines Change Agent | 27 |
| 4.2 | Argumente für einen internen / externen Change Agent | 30 |
| 4.3 | Erfolgsfaktoren im Zusammenspiel von Change Agent und Organisation | 32 |
| 5. | Widerstand gegen Veränderungen | 33 |
| 5.1 | Erscheinungsformen von Widerstand | 34 |
| 5.2 | Phasenverlauf des Widerstandes: | 36 |
| 5.3 | Ursachen des Widerstandes | 38 |
| 5.4 | Sinnvolle Reaktion auf Widerstand | 40 |
| 5.5 | Differenzierung der Widerstände | 41 |
| 5.5.1 | Widerstände auf der Ebene des Individuums | 43 |
| 5.1.2 | Widerstände auf der Ebene der Gruppe/Organisation | 46 |
| 5.2 | Strategien zur Bewältigung des Widerstands: Gestaltung von Veränderungsprozessen | 50 |
| 6. | Schlussbetrachtung | 54 |
| Literaturverzeichnis | 55 |
In der Frühphase nehmen erst ein paar Pioniergeister die Reform ernst. Der Widerstand äußert sich massiv und undifferenziert. Jeder weiß es besser. Die Anhänger der Veränderungsvorhaben werden als unpraktische Phantasten bezeichnet. In der zweiten Phase, wenn die Innovationsbewegung stärker geworden ist, werden die Parteien identifizierbar, die für und die gegen die Veränderung sind. Die Positionierung hat oft damit zu tun, wer sich von der Veränderung Vorteile verspricht und wer Nachteile zu befürchten hat. In der dritten Phase kommt es zu direkten Konflikten und Entscheidungskämpfen. Die Gegner versuchen das Projekt, das nun schon gute Aussichten hat, völlig zu vernichten. Begeisterte Anhänger neuer Ideen unterschätzen WATSON zufolge oft die Stärke ihrer Gegner. Wer eine Innovation unterstützt, die er für gut und notwendig hält, kann sich kaum vorstellen, wie entschlossen die Opposition dagegen ankämpft. Dieses dritte Stadium bringt wahrscheinlich die Entscheidung über das Schicksal der vorgeschlagen Reform. Die Durchsetzung der Veränderung [...]
Anzeichen für Widerstand bei einzelnen Individuen oder kleineren Gruppen: o „Es „rollt“ plötzlich nicht mehr. Die Arbeit kommt nur noch mühsam und zähflüssig voran. ... Entscheidungsprozesse geraten ins Stocken. o Es wird geblödelt; es wird endlos über nebensächliche Fragen debattiert; man gerät vom Hundertsten ins Tausendste; keiner hört dem anderen zu; der „rote Faden“ geht verloren. o Es entstehen peinliche Schweigepausen. Man sieht betretene Gesichter. Auch Mitarbeiter, die sich sonst engagieren, halten sich auffallend zurück. Es herrscht allgemeine Ratlosigkeit. o Auf klare Fragen erhält man unklare Antworten. Das eine oder andere erscheint vordergründig plausibel, aber vieles lässt sich auch bei genauerem Zuhören nicht richtig „einordnen“ (DOPPLER/LAUTERBURG, 1998, 295).“ [...]
Entscheidend ist jedoch, wie mit dem Widerstand umgegangen wird und ob es möglich ist, ihn konstruktiv zu nutzen bzw. auf ein Minimum zu reduzieren – oder ob er schließlich den Veränderungsprozess sogar gefährdet. Widerstand gegen Veränderungen kann sowohl von Mitarbeitern als auch von Managern ausgehen. Je höher eine Person in der Hierarchie der Organisation gestiegen ist, desto mehr hat sie auch bei Veränderungen zu verlieren. Je nachdem ob bestimmte Veränderungsprozesse einer Person Vor- oder Nachteile bringen, wird sie sie unterstützen oder zu behindern suchen. Das ist natürlich umso problematischer, je mehr Macht und Einfluss diese Person hat, d.h. je höher sie in der Hierarchie der Organisation positioniert ist. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832492359
Arbeit zitieren:
Päuser, Gabi August 2005: Umgang mit Widerständen im Rahmen von geplanten Change-Managementprozessen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Veränderung, geplanter Wandel, Organisationsentwicklung, Organisationspsychologie, organizational change



