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Der Umgang mit der Sprache – Mitarbeiter zum Erfolg führen

Durch das Werkzeug Sprache zur Anerkennung und zum Erfolg im Beruf

Der Umgang mit der Sprache – Mitarbeiter zum Erfolg führen
Über dieses Buch
  • Art: Fachstudie
  • Autor: Hans Harald Hansen
  • Abgabedatum: Januar 1987
  • Umfang: 245 Seiten
  • Dateigröße: 2,1 MB
  • Institution / Hochschule: Diplomica Verlag GmbH Deutschland
  • Bibliografie: ca. 45
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1258-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hansen, Hans Harald Januar 1987: Der Umgang mit der Sprache – Mitarbeiter zum Erfolg führen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sprachverwendung, Transaktionsanalyse, Mitarbeiterführung, Psychoanalyse, Anerkennung

Fachstudie von Hans Harald Hansen

Einleitung:

Der Mensch ist ein durch und durch soziales Wesen. Zu seinen Grundbedürfnis gehört der zwischenmenschliche, der kommunikative Kontakt. Bei der Befriedigung dieses Bedürfnisses kommt es alltäglich zu Problemen und Konflikten. Probleme und Konflikte im zwischenmenschlichen Kontakt entstehen vor allem, weil wir uns wesentlich in unserer psychischen Ausprägung stark von einander unterscheiden. Auch fällt es der westlichen Zivilisation schwer persönliche Beziehungen und sachliche Themen konsequent voneinander zu trennen. So werden immer wieder aus sachlichen Erklärungen unzulässige persönliche Folgerungen abgeleitet.

Grundsätzlich gibt es zwei extrem different geprägte Charakter. Der eine Typus kümmert sich verstärkt um andere und vergißt dabei sich selbst bzw. sein eigenes Wollen. Das andere Wesens Muster der menschlichen Gattung stellt vor allem nur sich in den Mittelpunkt und erkennt einzig seine eigenen Taten und Arbeiten an. Dabei stellt er seine Bedürfnisse und sein Wollen in den Vordergrund. In beiden dieser Typenklassen gibt es solche, die sich führen lassen bzw. ihre Lebenserfahrung rät ihnen, das Steuerrad der Entscheidungslenkung nicht selbst in ihre Hände zu nehmen. Sie wollen. aufgrund ihrer Lebensentscheidung geführt werden. Geführt werden aus Gründen ihrer eigenen Unsicherheit und weit weniger aus den Gründen, die sie selbst als Entschuldigung für ihr „Nichtentscheiden können“ nennen, wie der Mangel an Zeit, an Informationen. Auch treffen jene Gründe, die andere einen solchen Menschen häufig nachsagen, wie die seines Nichtkönnens oder seiner Bequemlichkeit häufig nicht zu. Entscheidungen treffen zu können und für sie dann die volle Verantwortung zu übernehmen, ist etwas, was schon in der Sozialisationsphase des Menschen geübt und schließlich verinnerlicht oder eben durch andere Verhaltensmuster, die keine Entscheidung verlangt bzw. nicht verlangt zu dieser zu stehen ersetzt.

Manche Menschen strotzen vor Selbstsicherheit. Ihre Sozialisation, ihre frühes Üben im Treffen von Entscheidungen und nicht wie häufig vermutet wird ihr Wissen oder ihr Können, hat sie zu Führern über sich selbst und andere werden lassen.

Zwischen den beiden hier genannten Extremen gibt es wohl, werden auch die feinsten Abstufungen berücksichtigt, so viele Nuancen, wie es Individuen gibt.

Gemeinsam ist uns, daß wir alle auf einer Welt leben, einer einzigen gemeinsamen, vernunftbegabten Gattung angehören und am liebsten das Spiel, einer wird gewinnen, spielen.

Um beim Spiel zu bleiben der italienische Ingenieur, Soziologe und Nationalökonom Vilfredo Marquis Pareto lehrt uns, daß nur dann ein optimaler Wohlstand für alle Erdenbürger zu erreichen ist, wenn alle Beteiligten gewinnen - oder anders ausgedrückt, wir sollten nicht mehr gegeneinander spielen - dafür ist der „Spieltisch Welt“ zu klein geworden, sondern wir müssen heute miteinander spielen. Ähnlich wie wir auf der Autobahn nicht gegeneinander fahren, um an unserer persönlich gesetztes Ziel zu kommen. Nicht den anderen, über den Tisch ziehen - sondern in kaufmännischer Manier unsere Waren zum gegenseitigen Nutzen tauschen. Nicht auf kurzfristige Gewinne auf Kosten anderer Leute oder der Umwelt bauen, sondern verantwortungsvoll Handeln heißt, immer das eigene Ergebnis und die zukünftigen ökologischen und ökonomischen Resultate bei der Findung seiner Entscheidung mit ins Kalkül einzubeziehen.

Da nun Menschen in ihrer psychischen Ausprägung sehr verschieden sind, kann es leider, wie immer wieder, gewünscht keine Rezepte geben, wie mit Menschen en bloc sprachlich gehandelt werden muß, um erfolgreich mit ihnen zu interagieren. Doch es gibt Handlungsvorschläge, wie man sein eigenes Ich findet, seine Ängste vor anderen Menschen und vor Aufgaben abbaut und zu seinen eigenen Führer wird und das selbst bei schwierigsten Verhandlungen bleibt. Nur wer sein eigener Manager ist, kann auch andere liberal führen.

In diesem zweiten Buch werden innerhalb der Probleme des sprachlichen Handelns, Probleme der Entstehung von sozialen Rollen und Normen, der Gruppenorganisation, der Führung von Gruppen behandelt. Hierzu werden die Techniken der Transaktionsanaslyse (TA) und der Themenzentrierten Interaktion (TZI) benutzt. In vielen Beispielen werden sprachliche Handlungen mit der TA offengelegt um sie im Augenblick der Sprachhandlung analysieren zu können. Das konfliktfreie Arbeiten in Gruppen sowie das Führen von Gruppen, werden durch die Techniken der TZI wesentlich erleichtert.

Gang der Untersuchung:

Das Motto des Buches heißt: „Ich will mein eigener Manager sein.“ Im ersten Kapitel beschäftigen wir uns mit den jeweils geltenden gesellschaftlichen Normen, in dessen Grenzen sprachliche Handlungen stattfinden. Ein Individuum, das mit anderen in sozialem Kontakt tritt, muß die jeweils geltenden Normen kennen und berücksichtigen. Berücksichtigt werden muß auch, daß es im kommunikativen Kontakt außer den sprachlichen viele weitere, nicht sprachliche Botschaften ausgetauscht werden, die emotional wirken - wie solche, die uns das Gefühl von Sympathie und Antipathie vermitteln. Alle verbalen und nonverbalen Botschaften aber müssen vom anderen im Sinne des Sprechers verstanden werden, damit eine wirkliche Verständigung zwischen den Interagierenden zustande kommen kann. So dürfen beim sprachlichen Handeln nicht allein die inhaltlichen Aspekte ihre Berücksichtigung finden, sondern auch die sozialen Anteile des sprachlichen Handelns sind für den erfolgreichen sozialen Kontakt von größter Wichtigkeit. Selbstverständlich müßte doch für jede sprachliche Handlung das sich gegenseitige Zuhören sein. Doch diese Selbstverständlichkeit ist eine Ausnahme. Wer anderen nicht zuhört bzw. anderen nicht richtig zuhören kann, kann nicht wirklich am sozialen Austausch teilnehmen. Das ist der Grund, warum wir uns hier auf die Techniken des aktiven Zuhörens besonders eingehen werden.

Fremde Kulturen handeln sprachlich anders - gegen Ende des ersten Kapitels wird die Exploration, die in japanischen Verhandlungstechnik angewandt wird, vorgestellt. Bei der Exploration wird, ganz im Gegensatz zu westlichen, den argumentativen Verhandlungstechniken, kann eine Konfliktentstehung zwischen den sprachlich Handelnden, ob nun Freunde oder Verhandlungsgegner, entstehen.

Das zweite Kapitel handelt von den verschieden Signalen, die laufend zwischen den im kommunikativen Kontrakt Stehenden ausgetauscht werden. Es wird gezeigt, was nonverbale Signale alles vom anderen verraten, bzw. wie wir uns selbst durch diese Signale anderen offenbaren. Vor allem geben nicht sprachliche Signale Aufschluß über die Einstellung, wie der andere zu mir, wie zum Gesprächsthema und wie zur Gruppe steht.

Im dritten Kapitel werden die Einflüsse von sozialen Werten und Normen des einzelnen Individuums und seines sozialen Umfelds auf den Prozeß seiner sprachlichen Handlung dargestellt. Hier wird gezeigt, welche zwischenmenschliche Faktoren bei sprachlichen Handlungen entscheidend sind.

Im vierten Kapitel werden wir das Führungs- und Gruppenverhalten untersuchen. Dieses Leitmotiv wird im fünften Kaptitel, das die Führungs- und Motivationstechniken der Themenzentrierten Interaktion vorstellt, fortgeführt. Wie die Transaktionsanalyse Orientierungshilfen beim sprachlichen Handeln gibt, so gibt die Themenzentrierte Interaktion Hilfen bei der Leitung und Motivation von Arbeitsgruppen.

Im sechsten Kapitel beschäftigen wir uns mit den Techniken der Rede, sowie mit der Logik der Sprache und den „Künsten“ der Überredung. Hier wird gezeigt, daß derjenige, der es versteht, den anderen genau zuzuhören, das Spiel beherrscht - sein eigener Führer zu werden und zu bleiben.

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung 5
I. Sprachliches Handeln und soziale Normen 8
1.1 Verstehen im Interaktionsprozeß 13
1.1.1 Die vier unterschiedlichen Empfänger des Menschen 16
1.1.2 Unterschiedliche Umgangsformen im Kommunikationsprozeß 22
1.1.3 Kritiken in der Interaktion 23
1.2 Vermeidung der persönlichen Kritik 24
1.2.1 (K)Eine Lösung des Konflikts durch Argumentation 26
1.2.2 Eine Alternative zur Argumentation die Exploration 28
1.2.3 Verstehen, das primäre Ziel eines Gespräches 29
1.3 Vom Hören, Hinhören und Zuhören 30
1.3.1 Die Kunst vom aktiven Zuhören können 31
II. Signale im Kommunikationsprozeß 37
2.1 Das kommunikative Ausdrucksverhalten 38
2.2 Der Bedeutungscharakter nonverbaler und vokaler Signale 42
2.3 Das Zusammenspiel der Signale 50
III. Sprachliches Handeln und Sozialpsychologie 55
3.1 Die funktionale Perspektive der Kommunikation 55
3.1.1 Funktionen in der Interaktion 60
3.1.2 Persönliche Einstellung und Eindruckssteuerung 63
3.1.3 Die Spiegelung des Selbstbildes im interaktiven Handeln 67
3.3 Die Grund und Lebenshaltung oder das sich reflektierende Selbstwertgefühl 70
3.3.1 Offenbarung des Selbstwertgefühls durch kommunikative Signale 71
3.4 Transaktionen, die wahre Gefühle zu verbergen suchen 73
3.4.1 Kommunikationsspiele 78
3.5 Vom aktivem Zuhören 83
3.5.1 Das Hören mit seinen drei Ich-Zuständen 86
IV. Führungs- und Gruppenverhalten 89
4.1 Der unbekannte andere 90
4.1.1 Selbstkonzept und Rollenspiel 91
4.1.2 Das Geheimnis und seine Grenzen in Beziehungen 93
4.1.3 Wirkung von Persönlichkeitsmerkmalen auf Beziehungen 94
4.2 Kommunikationsstrukturen in Gruppen 95
4.2.1 Die Kontaktaufnahme 96
4.3 Führungsverhalten 97
4.3.1 Team - Leitung - Erfolg 99
4.3.2 Partizipation in der Gruppe 100
4.3.3 Teamarbeit in hierarchisch geführten Unternehmungen 101
4.4 Sprachliches Handeln im Konfliktverlauf 102
V. Gruppenleitung und Themenzentrierte Interaktion 106
5.1 Das Fundament der TZI ihre drei humanistischen Axiome 106
5.1.1 Elemente der Themen-Zentrierten-Interaktion 110
5.1.2 Das „GLOBE“, das „THEMA“, das „WIR“ und das „ICH“ 111
5.1.3 Die unbedingten Gebote der Themen-Zentrierten-Interaktion 113
5.1.4 Störungen erkennen und bearbeiten 120
5.1,5 'Balancierhilfen' in der Themenzentrierten Interaktion 124
5.1.6 Hilfsregel der TZI für Gesprächsleiter 127
5.2 Soziales Handeln und Perspektivenübernahme 128
5.2.1 Konflikte und Perspektivenübernahme 129
5.3 Transaktionsanalyse und Themenzentrierte Interaktion 133
5.3.1 Die psychologische Metapher: Die Seele und der Eisberg 134
5.4 Die Gestaltung seines Lebens nach seinem individuellen Skript 138
VI. Die Kunst der Rede und Verhandlung 145
6.1 Das Schachspiel und das sprachliche Handeln oder das reflektierende Sprechen 145
6.1.1 Die Ängste des Sprechers 147
6.1.2 Die Kunst der Arguemtationsführung 148
6.1.3 Argumentationsführung und Verkaufsverhandlung 150
6.1.4 Das Selbstbild oder das Drehen eines negativen, schädlichen Arguments ins nützlich Positive 151
6.2 Die Entscheidungsfindung 153
6.2.1 Verführung zur Entscheidung 154
6.2.2 Die Sprache der Logik 157
6.2.2.1 Mißverständlichkeiten durch Ungenauigkeiten in der Sprache 160
6.3 Diplomatisches Sprechen 162
6.3.1 Reflektierendes Sprechen 163
6.4 Die Künste der Rede 165
6.4.1 Gestaltung der Rede 166
6.4.2 Das prägnante Sprechen 168
6.4.3 Starke Worte mit schwachem Inhalt 169
Schlußwort 171
Begriffe: der Sprach- und Kommunikationswissenschaft der Logik, der Psychologie und Soziologie 172
Literaturverzeichnis 197

Textprobe:

Kapitel 3.3, Die Grund- und Lebenshaltungen oder das sich reflektierende Selbstwertgefühl:

Nun unterliegen Interaktionen nicht allein der Steuerung durch die Vernunft, auch unsere Emotionen gegenüber dem oder den anderen spielen hier eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Die ersten Gefühle gegenüber einem fremden Interaktionspartner sind entweder von positiver oder von negativer, nicht aber von 'neutraler' Natur. Wir haben also, ohne daß unsere einstellungswirksamen Gefühle überhaupt bewußt verarbeitet und mithin auch erklärt werden können, ein positives oder ein negatives erstes Gefühl gegenüber einem fremden Interaktionspartner. Diese zwei unreflektierten, rein emotional bedingten Grundeinstellungen werden durch zwei gegensätzliche Grundtriebe gesteuert, die uns 'unbewußt' zu einem dieser zwei grundverschiedenen Einstellungen veranlassen. Es sind die, vom Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud gefundenen Grundtrieben, der Libido - den Drang nach Lust, Liebe, Anerkennung, Freundschaft, Leben - und der Aggressions- oder Thanatostrieb . Die Libido bewirkt, daß wir uns einen anderen Menschen nähern wollen, ihm daher unsere Sympathie entgegenbringen. Der, der Libido entgegengesetzte Aggressionstrieb bewirkt, daß wir vor dem anderen davon laufen bzw. ihm gegenüber antipathische Gefühle empfinden. Wir hegen den Wunsch ihn, vielleicht sogar schon im momentan andauernden Gespräch durch sarkastische Bemerkungen psychisch zu vernichten.

Diese zwei gegensätzlichen archaischen Gefühle, sind Voraussetzungen für den Überlebenskampf, entspringen unserem ersten Kindheits-Ich. Sie werden beim erfolgreichen sprachlichen Handeln von der Vernunft, eben durch das Erwachsenen-Ich kontrolliert. Es ist einsichtig, daß jemand, der seine ersten unreflektierten Gefühle der Sympathie oder Antipathie gegenüber Fremden (Vorurteile) verbal und/oder nonverbal zum Ausdruck bringt, häufig vom Erfolg seines sprachlichen Handelns enttäuscht sein wird. Für einen erfolgreich Handelnden ist die Grundeinstellung die Libido, dem o.k.-Gefühle gegenüber sich selbst und anderen. Dieses Grundgefühl zum Bestandteil des analysierenden Bewußtseins gemacht, bewahrt vor Täuschungen und Enttäuschungen. Auch stimmen bei Menschen, die dieses positive Grundgefühl haben die verbalen und nonverbalen Handlungen überein. Ein solcher Mensch ist in seinen sprachlichen Handlungen erfolgreich, spricht mit seinem Erwachsenen-Ich zum Erwachsenen-Ich des Interaktionspartners. So kommt es zu einer Kommunikation auf der Erwachsenen-Ich-Ebene, seine Zuwendungen zum anderen sind positiv bedingungslos, so daß sich Gesprächspartner als gleichberechtigt angenommen fühlen können.

„Uns stehen vier Zuwendungsmöglichkeiten zur Verfügung: 1. positiv bedingungslos: „Ich mag dich.“; 2. positiv bedingt: „Ich mag dich, wenn du mich streichelst.“; 3.negativ bedingt: „Ich mag dich nicht, wenn du so schreist.“; 4. negativ bedingungslos: „Du nichtsnutziger Kerl!“ oder „Dumme Kuh!“/ „Du verdammtes Schwein!“.

Es lohnt sich für jeden, einmal für sich selbst seine kleine Privatstatistik aufzustellen hinsichtlich der vier Zuwendungsmöglichkeiten, wie er sie täglich sich selbst und seinen Mitmenschen zukommen läßt. - Das Ergebnis fällt meist erschreckend aus: An zahlenmäßig erster Stelle steht meist Nr. 4, während Nr. 1 scheinbar nur Verliebten vorbehalten bleibt. (...) Jeder Mensch und jeder Ich- Zustand braucht eine eigene spezielle Zuwendung. Da diese notwendig ist zum Überleben, ist jeder Mensch darauf bedacht, Wege und Mittel zu ersinnen, um seine Art der Zuwendung zu erhalten. Menschen, die sich o.k. fühlen und andere als ebenbürtig und gleichberechtigt ansehen, wenden untereinander hauptsächlich positive Zuwendungen austauschen. Menschen, die sich nicht o.k. fühlen und andere mißachten, wenden zumeist nach negativer Zuwendung trachten, die ihr Nicht-o.k.-Gefühl wiederum steigern. (...) Natürlich werden wir immer wieder auf Einstellungen, Haltungen, Meinungen stoßen, denen wir nicht zustimmen können, die wir vielleicht sogar ablehnen. Doch dann können wir unsere Meinungsunterschiede diskutieren, was beidseitig vom ER ausgehen sollte, und zwar dem ungetrübten.

Offenbarung des Selbstwertgefühl durch kommunikative Signale:

Die mannigfachen Beeinflussungen, die ein Mensch mittels Interaktionsvorgänge im Laufe seines Lebens macht, prägen seinen Charakter entscheidend. Das Kind, bis zum Alter von sechs Jahren nimmt noch alles unreflektiert in sich auf. Es glaubt, das was seine Eltern tun und sagen richtig ist und übt sein Verhalten nach den vorgelebten Verhaltensmustern. Schließlich kommen andere Verhaltensmuster von Freunden, Mitschülern, Kollegen und Vorgesetzten hinzu, mit deren Verhaltenstrukturen der heranwachsende Mensch sein Verhalten laufend mißt. So werden beispielsweise moralische Urteile nicht einfach vom Kind als fertige Muster von der erziehenden Generation assimiliert, sondern werden nach seinen Bedürfnissen und dem Grad seiner Identifikation mit anderen Menschen und den Grad seines Respekt vor ihnen umgearbeitet, verinnerlicht und nach endlichen Modifikationen schließlich zum festen Bestandteil seiner Persönlichkeit. Unsere Persönlichkeit ist unser Selbst. Wie die Persönlichkeit einer Person von ihrer sozialen Umwelt gesehen wird, dokumentiert sich aus ihrem Verhalten. Das Verhalten einer Person ist sowohl von der eigenen Sicht seiner Persönlichkeit (Selbstkonzept), als auch von der Sicht seiner Interaktionspartner abhängig. Als Beispiel, eine Person mit negativer Selbstbeurteilung gegenüber ihren sprachlichen Leistungen, entwickelt, da sich ihre eigene Beurteilung auf ihr Denken überträgt, Angstgefühle. Der Mensch hat Angst den Anforderungen, das das ihm fremd oder autoritär erscheinende Gegenüber an ihm stellen könnte, sprachlich nicht gewachsen zu sein. Dieses angstmachende Denken führt zu Denkblokaden - Unsicherheiten im sprachlichem Ausdruck treten auf. Personen mit ungenügender Selbstbeurteilung zeigen in ihrem Verhalten häufig sprachliche Unsicherheiten, die noch verstärkt werden, wenn Gesprächspartner auf diese psychisch bedingten 'Sprachstörungen' unverständlich reagieren.

Bei Menschen mit einer negativen Selbstbeurteilung ist das Kindheits-Ich stark ausgeprägt. Sie führen Interaktionen häufig mit diesem Ich (Gefühl des nicht o.k.-Seins) und sprechen so das Eltern- Ich ihres Gegenübers (für das sich mit dem Kindheits-Ich agierende Individuum sind die Gesprächspartner bzw. die anderen o.k.) an.

Im engen Zusammenhang mit dem momentanen 'Ich-Gefühl' steht die Einschätzung des Selbstwertes gegenüber anderen Interaktionsteilnehmern.

„Unter dem Selbstkonzept einer Person wird die Gesamtheit (...) der Einstellungen zur eigenen Person verstanden. (...) Besondere Bedeutungen haben spezielle Selbstkonzepte (...) der eigenen Leistungsfähigkeit bzw. der eigenen Wirksamkeit, (sie) stellen kognitive Variable dar, die am Zustandekommen leistungsbetonter Verhaltensweisen mitwirken. Dementsprechend kann Leistungsverhalten in gewissem Maße über die gezielten Veränderungen von Selbstkonzepten der eigenen Wirksamkeit modifiziert werden.“ Personen mit positivem Selbstkonzept, fällt es leichter gegenüber sich und anderen o.k.-Gefühle zu entwickeln. Ein Mensch mit einem positiven Gefühl gegenüber sich selbst hat ein starkes Erwachsenen-Ich, das gegenüber seinem Selbstkritik übenden und befehlenden Eltern-Ich eine kritisch analysierende Distanz schafft. Gleiches gilt hinsichtlich der sich unterordnenden oder rebellierenden Haltung des Kindheits-Ichs.

Ein Mensch mit einem 'Ich bin o.k.-Gefühl' hat auch gegenüber anderen ein 'Du bist o.k.-Gefühl' - ist so tolerant gegenüber sich selbst und Personen mit anderen Erscheinungsbildern, anderen Einstellungen etc.

Eine Person mit dem Gefühl „Ich bin nicht o.k. aber du bist o.k.“ signalisiert durch ihr Auftreten, durch ihr Ausdrucksverhalten und durch ihren Sprachgebrauch eben durch ihr gesamtes Sprachverhalten Unsicherheit, aus der sein Gesprächspartner nun wiederum seinem Selbstwertgefühl entsprechende Schlüsse und die entsprechenden Gesprächs-Taktiken zieht. Das aus dem Kindheits-Ich kommende 'Ich bin nicht o.k.-Gefühl' signalisiert ständig „Schwäche“ gekoppelt mit Reaktionen aus dem Kindheits-Ich, die einem selbst und anderen signalisieren, Verantwortungen nach Möglichkeit nicht zu übernehmen, Entscheidungen aufzuschieben oder diese nach Möglichkeit von anderen treffen zu lassen. Entsprechende Signale und Reaktionen aus dem Eltern-Ich sind denen aus dem Kindheits-Ich entgegengesetzt. Menschen, bei denen das 'Eltern-Ich' das 'bestimmende Ich' ist, nehmen schnell gegenüber Personen, die seiner (Eltern-Ich-) Meinung widersprechen bzw. mit seiner Ansicht nicht übereinstimmen, eine undemokratische, nicht diskussionsbegabte Gesprächshaltung ein. Widersprüche aus dem eigenen Erwachsenen-Ich werden von Menschen, deren stärkstes 'Ich' das 'Eltern-Ich' ist erst gar nicht wahrgenommen, hassen es von anderen Widerspruch zu erfahren und sehen Widersprüche, von Personen, die aus der „eigenen Reihe“ kommen, schnell als eine Loyalitätsverletzung an.

Arbeit zitieren:
Hansen, Hans Harald Januar 1987: Der Umgang mit der Sprache – Mitarbeiter zum Erfolg führen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sprachverwendung, Transaktionsanalyse, Mitarbeiterführung, Psychoanalyse, Anerkennung

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