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Überlegungen zu einem elektrosmogfreien Wohnen

Einwirkungsquellen und Abschirmungsmöglichkeiten bei Holzbauten

Überlegungen zu einem elektrosmogfreien Wohnen
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Sven Erb
  • Abgabedatum: Februar 2001
  • Umfang: 69 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9876-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9876-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9876-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Erb, Sven Februar 2001: Überlegungen zu einem elektrosmogfreien Wohnen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Elektrosmog, Abschirmung, Baustoff, Grenzwert, Schwellenwert

Studienarbeit von Sven Erb

Einleitung:

Eine Reihe von Untersuchungen des Tagesablaufs sowie der Aufenthaltsmuster von Erwachsenen und Kindern zeigte auf, dass wir nahezu 90% unserer Zeit in Gebäuden verbringen. Die darin herrschenden Umweltverhältnisse haben daher einen herausragenden Einfluß auf die Gesundheit.

Eine an sich geringe Belastung von Innenräumen kann wegen der langen Aufenthaltszeiten also durchaus vergleichsweise große Auswirkungen haben.

Im Verdacht gesundheitsschädliche Wirkungen auf den menschlichen Organismus zu haben, stehen elektromagnetische Strahlungen. Die Gerüchte über die Thematik verunsichern die Bevölkerung und erhielten unter der Bezeichnung „Elektrosmog“ den Status einer potentiellen Gefahrenquelle.

Der Stein des Anstoßes für die öffentliche Diskussion ist vermutlich der gegenwärtig sichtbare Aufbau neuer Mobilfunknetze. Obwohl Funkwellen bereits seit mehr als sieben Jahrzehnten in den unterschiedlichsten Bereichen, vom Rundfunk bis hin zur Medizin eingesetzt werden, ohne daß gesundheits- oder umweltschädigende Auswirkungen bekannt geworden sind, scheint dies der Bürger erstmals als Bedrohung zu registrieren.

Die Diskussion bewegt sich zwischen zwei Polen. Die eine Seite wird von der Handy-Lobby und der Stromwirtschaft angeführt, die ihre Produkte (bzw. elektrischen Strom im Allgemeinen) von jeglichem Gesundheitsmakel reinzuwaschen versuchen. Auf der anderen Seite stehen meist Baubiologen, die oftmals die Schilderungen ihrer Kunden über alles stellen und dabei wohl oder übel Placebo-Effekte in Kauf nehmen. Die Wissenschaft kommt zwischen diesen beiden Polen zu kurz, nur wenige Wissenschaftler mischen sich aktiv in den öffentlichen Diskurs ein.

Auch die Medien, mit spektakulären Meldungen über angebliche Gefahren haben die Diskussion emotional angeheizt und zur Verunsicherung der Bevölkerung beigetragen. Mehr oder weniger sachlich wird sich mit dem Thema auseinandergesetzt, wobei die negative Berichterstattung zu überwiegen scheint.

Die Ängste der Bürger ob der widersprüchlichen Meldungen sind verständlich und sollten ernstgenommen werden.

Ob die Vermutungen und Verdächtigungen berechtigt sind, kann die Wissenschaft zur Zeit zwar weitgehend verneinen, aber seriös nicht in letzter Konsequenz beantworten bzw. ausschließen.

Genaue Informationen über die möglichen Gefahren sind daher wichtig.

Es sollte also angestrebt werden, die Thematik so objektiv wie möglich zu betrachten. Daher ist es erforderlich, sich mit dem gesamten Spektrum der biologischen Wirkungen elektrischer und magnetischer Felder zu befassen; angefangen bei hochfrequenten elektromagnetischen Wellen, über niederfrequente elektrische und magnetische Wechselfelder, bis zu Gleichfeldern und dem natürlichen elektromagnetischen Umfeld des Menschen. Um den gegebenen Rahmen nicht zu sprengen, wird versucht nur die wesentlichen Aspekte zu nennen.

Problemstellung:

Diese Studienarbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll lediglich den derzeitigen Kenntnisstand in punkto „Elektrosmog und seine Auswirkungen auf biologische Systeme“ reflektieren.

Insbesondere werden Einwirkungsquellen und Abschirmungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Gang der Untersuchung:

In der gängigen Fachliteratur sucht man vergebens, Möglichkeiten zur Abschirmung elektromagnetischer Felder im Holzbau zu finden. Keine der vom Autor angesprochenen Institutionen verfügen über Informationen speziell zu diesem Gebiet. Vereinzelt wurde / wird zwar auf Anfrage geforscht, doch stehen diese Ergebnisse nicht kostenfrei zur Verfügung. Daher diente fast ausschließlich das Internet als Informationsquelle. Zum Thema Elektrosmog findet man darin zahllose Veröffentlichungen, bei eingehender Betrachtung stellt man allerdings fest, daß diese meist veraltet sind. Neue Einträge oder Forschungsergebnisse sind selten – auch hier konnten speziell für das Gebiet „Holzbau“ keine Arbeiten gefunden werden.

Anfangs fällt es dem Neuling auf diesem Gebiet sehr schwer, seriöse Quellen von anderen zu unterscheiden. Durch den Verweis unterschiedlicher Arbeiten auf bestimmte Quellen, lernt man nach einiger Zeit der Recherche einige Kompetenzen auf dem Gebiet der Elektrosmogforschung kennen. Bei verschiedenen Publikationen verbietet es allerdings schon der „gesunde Menschenverstand“, sich blind auf deren Wahrheitsgehalt zu verlassen.

In anbetracht des Umfanges der Thematik, soll in dieser Arbeit nur auf die wichtigsten Aspekte und - nach Meinung des Autors - vertrauenswürdigsten Quellen eingegangen werden.

Da es bis dato keine eindeutigen und zweifelsfreien Beweise weder für, noch gegen die gesundheitsschädliche Wirkung elektromagnetischer Strahlung gibt, wird die vorliegende Arbeit mit einer kritischen Betrachtung der Thematik abgeschlossen.

Inhaltsverzeichnis:

1. ABSTRACT 4
2. EINLEITUNG 5
3. WAS IST ELEKTROSMOG? 6
3.1 BEGRIFFE UND GRUNDLAGEN 8
3.1.1 EMF 8
3.1.2 EMV 8
3.1.3 EMVU 8
3.1.4 NIR – Nicht–Ionisierende Strahlung 8
3.1.5 Elektrische Felder 10
3.1.6 Magnetische Felder 10
3.1.7 Elektromagnetische Felder 10
3.1.8 Elektromagnetische Wellen 11
3.1.9 Das elektromagnetische Spektrum 11
4. WAS BEWIRKT ELEKTROSMOG? 14
4.1 THERMISCHE UND ATHERMISCHE WIRKUNGEN 15
4.2 REAKTIONEN DES ORGANISMUS 17
4.3 GEFÄHRDUNG DURCH ELEKTRONISCHE GERÄTE? 20
5. GRENZ- UND SCHWELLWERTE 21
6. EMF: ABSCHIRMUNG UND VERRINGERUNG 23
6.1 HINTERGRUND 23
6.2 EINWIRKUNG VON AUßEN 26
6.3 EINWIRKUNG VON INNEN 28
7. BAUSTOFFE UND MATERIALIEN ZUR ABSCHIRMUNG 32
7.1 MASSIVE BAUSTOFFE 32
7.2 HOLZKONSTRUKTIONEN 33
7.3 FENSTER UND ZUBEHÖR 34
7.4 WANDBESCHICHTUNGEN 35
7.5 DACH UND DÄMMUNG 36
7.6 TEXTILIEN ZUR HF-ABSCHIRMUNG 37
8. ENTWARNUNG? 38
9. SCHLUßBETRACHTUNG 42
10. ANHANG 45
10.1 ERGÄNZENDE TABELLEN 45
10.1.1 Spezifische Messgrößen 45
10.1.2 Biologische Wirkungen von Stromdichten 46
10.1.3 Elektrische Feldstärken bei 50Hz 46
10.1.4 Magnetische Flussdichten bei 50Hz 47
10.1.5 Elektrische und magnetische Feldstärke von Funkanlagen 48
10.1.6 Vergleich charakteristischer Werte 48
10.1.7 Frequenzübersichten 49
10.1.7.1 Bereich 200 – 2.000 MHz 49
10.1.7.2 Bereich 1 – 10 GHz 50
10.1.7.3 Umrechnungstabelle dB in % 51
10.1.7.4 Zusammenhang zwischen Frequenz und Wellenlänge 51
10.2 ÜBERSICHT ZUM THEMA ELEKTROSMOG 52
10.2.1 Behörden, Institutionen und Verbände 52
10.2.1.1 International 52
10.2.1.2 National 52
10.2.2 Forschungseinrichtungen 53
10.2.2.1 International 53
10.2.2.2 National 53
10.2.3 Organisationen 53
10.2.4 Hersteller und Anbieter 54
10.2.5 Internet-Adressen 56
10.2.6 Internet-Seiten zum Thema 58
10.2.7 Literatur 59
10.2.8 Gesetze, Regeln, Normen 61
10.3 ZITATE 63
10.4 ERKLÄRUNG 69

Automatisiert erstellter Textauszug:

Rückströme von elektrifizierten Bahnstrecken fließen über die Bahngleise ab. Wasser-, Gas- oder Fernheizungs-Leitungen aus Metall, die neben den Gleisen verlaufen, nehmen diese magnetischen Wechselfelder auf und schleppen sie über das Rohrleitungsnetz in alle damit verbundenen Häuser. Eine deutliche Verringerung der magnetischen Flussdichte im Haus kann dadurch erreicht werden, dass hinter der Wasseruhr ein ca. 1 Meter langes Stück der Metallwasserleitung gegen ein Stück aus Kunststoff ausgetauscht wird. Dadurch wird der Stromfluß unterbrochen, der über die Wasserleitung von außen ins Haus gelangt. Problem: Stehen Häuser sehr nah an elektrifizierten Bahnlinien, führt diese Maßnahme nicht immer zu einer ausreichenden Verringerung, weil die von den Bahngleisen ausgehenden magnetischen Wechselfelder das Erdreich und die Hauswände durchdringen. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich natürlich ganz einfach dadurch, bei Neubauten genügend Abstand zu Bahntrassen einzuhalten: In Schweden werden bei neuen Schulen und Kindergärten Abstände zu Hochspannungsleitungen verlangt, bei denen 200 Nano-Tesla unterschritten werden. In Kalifornien ist auch die Baugenehmigung für Wohnhäuser von der Unterschreitung dieses Grenzwertes abhängig. In Wohngebieten sollten statt Freileitungen nur ausreichend tief verlegte Erd40 Elektrosmog-Report Nr.1 / 2. Jahrgang 1996; siehe auch Kapitel „Baustoffe und Materialien zur Abschirmung“. Seite 27 von 27 [...]

tung elektromagnetischer Wellen in Gebäuden und in deren Umgebung von komplexen Einflußfaktoren abhängt, stellt sich die Frage, ob eine Einzelmaßnahme, wie z.B. das Anbringen einer speziellen Tapete, in der Praxis die gewünschte Wirkung zeigt. Das Fraunhofer-Instituts für Bauphysik in Holzkirchen hat den Einfluß unterschiedlicher Baukonstruktionen auf die Feldstärken im Gebäude in der Praxis untersucht, wobei es nur um eine erste Abschätzung der verschiedenen baulichen Einflußfaktoren ging. Insbesondere sollte dabei geklärt werden, ob eigens installierte Abschirmmaßnahmen, wie zwischen Putz und Mauerwerk integrierte metallische Maschendraht bzw. metallische Umschließungsflächen, einen deutlichen Effekt aufweisen. Festgestellt wurde je nach Bauart der Gebäude nur eine schwache oder gar keine Dämpfungswirkung in den Innenräumen. Bei einem Versuchsgebäude mit Satteldach mit geerdeter Blecheindeckung trat im Raum unmittelbar darunter sogar eine Verstärkung des elektromagnetischen Feldes auf - verursacht durch Effekte wie Antennenwirkung des Daches, reflektierende und sich überlagernde Felder. Die Schirmwirkung von Materialien ließ sich mit den eingesetzten Meßmitteln und -anordnungen nur in eingeschränktem Umfang bestimmen. Die Schirmdämpfung wird durch Effekte, wie z.B. ungenügende Raumschirmung und Sekundärstrahlung, zum Teil erheblich reduziert. Problemzonen sind z.B. Fenster- und Türöffnungen, aber auch Elektro- und Sanitärinstallationen. Eine Schirmwirkung von Gebäuden ist nur dann gegeben, wenn die Abschirmung lückenlos das ganze Volumen umspannt. Schon schmale Schlitze bzw. linienförmige Unterbrechungen ermöglichen das Überwinden der Schirmung (Schlitzantennenwirkung). Beispiele sind ungenau verarbeitete Übergänge von Wand- und Deckenkonstruktionen. Durchdringungen mit Installationsleitungen können die Schirmwirkung ebenfalls aufheben. Wasserleitungen, Regenrohre oder metallische Abdeckungen können als Antenne wirken und elektromagnetische Felder ins Innere eines abgeschirmten Gebäudes abstrahlen. Im niederen Frequenzbereich wird die Schirmwirkung zudem durch die Ausführung der Potentialanbindung (Erdung) beeinflußt.35 [...]

fluenzeffekt, sondern die Feldverdrängung der zugrunde liegende physikalische Prozeß. Die Strahlung dringt in leitfähige Stoffe nicht beliebig tief ein. Bei einem Draht, durch den Wechselstrom fließt, werden bei hohen Frequenzen die Felder aus dem Inneren heraus an die Oberfläche gedrängt, Das hat zur Folge, dass der Strom fast ausschließlich durch die Randschichten des Materials fließt (Skineffekt). Die Eindringtiefe der Felder hängt sehr stark von der Frequenz der Strahlung und der Leitfähigkeit des Materials ab. Eine gut leitende Aluminiumfolie ist beispielsweise dick genug um die Strahlung eines Mittelwellensenders (ca. 1 MHz) in seinen elektrischen und magnetischen Komponenten voll abzuschirmen. Bei weniger gut leitenden Materialien wie Lehm oder Sand würde eine solche Frequenz, je nach Feuchtigkeit, einige Meter tief in das Material eindringen. Zur Abschirmung von elektrischen Feldern und elektromagnetischer Strahlung kann statt dünnen Folien auch Maschendraht verwendet werden. Dies funktioniert aber nur dann gut, wenn die Maschenweite im Verhältnis zur Wellenlänge sehr klein ist. Weiterhin muß die Maschenweite in bezug auf die Abstände von Menschen zum Abschirmgitter und vom Abschirmgitter zur Quelle sehr klein sein. Dem 50-Hz-Feld der häuslichen Stromversorgung entspricht rechnerisch eine Wellenlänge von etwa 6.000 Kilometern. Ein Drahtgitter mit einer Maschenweite von einigen Zentimetern und einem Abstand von ca. einem Meter oder mehr von der Quelle reicht im 50-Hz-Bereich also aus, um das elektrische Feld abzuschirmen. Das Gitter erfüllt in diesem Fall den gleichen Zweck wie eine geschlossene Schicht (z.B. Alufolie). Obwohl bislang noch keine eindeutigen Beweise dafür vorliegen, daß elektromagnetische Wechselfelder geringer Intensität physiologische Auswirkungen haben34, werden zunehmend Bauprodukte zur Abschirmung derselben angeboten, wobei meist mit der Gesundheitsvorsorge geworben wird. Die Produktpalette reicht von Elektrosmog-Abschirmputzen über Abschirmtapeten und hochreißfeste Kunststoffbahnen bis zu dubiosen Geräten zur Neutralisierung der Strahlung. Einige dieser Produkte können mit "Zertifikaten" ihrer Wirksamkeit aufwarten, so daß vom Verbraucher von einer Reduktion des sog. Elektrosmogs durch ihre Anwendung ausgegangen wird. Da die Ausbrei- [...]

Arbeit zitieren:
Erb, Sven Februar 2001: Überlegungen zu einem elektrosmogfreien Wohnen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Elektrosmog, Abschirmung, Baustoff, Grenzwert, Schwellenwert

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