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Übergang zur Vaterschaft: Persönliche Nische, Belastung und protektive Faktoren

Eine Kurzzeit-Längsschnitt-Studie

Übergang zur Vaterschaft: Persönliche Nische, Belastung und protektive Faktoren
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Robert Scholz
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 198 Seiten
  • Dateigröße: 3,4 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5596-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5596-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5596-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scholz, Robert Mai 2002: Übergang zur Vaterschaft: Persönliche Nische, Belastung und protektive Faktoren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Humaor, Generativität, Baby-Blues, Empathie, Erstelternschaft

Diplomarbeit von Robert Scholz

Einleitung:

Männer, die Väter werden, sind mit einer Vielzahl unterschiedlichster Aussagen und Informationen darüber konfrontiert, was sich beim Übergang zur Elternschaft verändert. Erste Informationsquelle für die sich abzeichnenden Veränderungen sind dabei die eigenen Partnerinnen, die während der Schwangerschaft meist früher beginnen, sich mit den sich ändernden Lebensumständen zu befassen. Inzwischen gibt es eine große Zahl von Paaren, die gemeinsam Geburtsvorbereitungs- und Säuglingspflegekurse besuchen. Inhalte dieser Kurse sind z.B. Entspannungsverfahren, Aufklärung über den Geburtsverlauf und Hinweise und Übungen zur Pflege und Ernährung des Säuglings. Weniger thematisiert werden dabei die psychologischen Veränderungen und die Auswirkungen, die der Übergang zur Elternschaft auf die Partnerschaft hat oder haben kann. Nach übereinstimmender Auskunft von Kursleiterinnen solcher Kurse scheint dies weniger mit mangelnden Angeboten zusammenzuhängen. Es mussten im Gegenteil immer wieder Kurse wegen zu geringer Beteiligung abgesagt werden, die sich mit den psychologischen Besonderheiten und den Lebensumständen junger Eltern auseinandersetzen. Dabei bestünde für das Paar genug Anlass, sich bereits im Vorfeld mit Veränderungen der Paarbeziehung und möglichen Quellen späterer Unzufriedenheit, z.B. hinsichtlich der Rollenaufteilung zwischen den Partnern, auseinander zu setzen. An dieser Stelle wenden erfahrene Eltern ein, sie hätten sich die Qualität und Massivität der Veränderungen durch die Geburt eines Kindes im Vorfeld ohnehin nicht vorstellen können. Vielleicht wäre aber schon etwas gewonnen, wenn Paare mehr über die Zusammenhänge sprechen würden, welche Situationen als besonders belastend und welche als besonders erfreulich erlebt werden und worin Unterschiede in der individuellen Wahrnehmung zwischen den Partnern liegen könnten. Solche vertraulichen Gespräche werden tendenziell durch eine entspannte, ruhige Atmosphäre begünstigt, in der keiner der beiden Partner das Gefühl haben muss, angegriffen oder beschuldigt zu werden. Aber gerade solche Situationen sind in der ersten gemeinsamen Zeit mit einem Kind selten.

Stress, der mit Belastungen aus unterschiedlichsten Quellen zusammenhängt, kann beispielsweise dazu führen, dass sich ein Familienvater, der sich von den widersprüchlichen Rollenanforderungen überfordert fühlt, aus einem Teil seiner Verantwortung zurückzieht (z.B. bleibt ein Vater länger im Büro, als er eigentlich müsste; vgl. Rosenkranz et al., 1998). Auch wenn solche Mechanismen dem Vater selber vielleicht gar nicht bewusst sind: Ein Rückzug eines einzigen Familienmitgliedes betrifft die gesamte Familie. Um bei diesem Beispiel zu bleiben: Wenn der Vater, der nach der Arbeit auf das Kind aufpassen sollte, länger im Büro bleibt als erwartet, muss dessen Partnerin länger beim Kind bleiben. Damit wird sie vielleicht ihrerseits einen lange geplanten Schwimmbadbesuch absagen müssen, den sie so dringend zur Erholung gebraucht hätte. Der Ärger, den sie darüber empfindet, kann sich auf die Interaktion zum Kind auswirken, das seinerseits mit Verunsicherung reagiert und infolgedessen unruhiger wird und mehr schreit. Aus der Perspektive des Vaters, dem sein Rückzug vielleicht gar nicht bewusst war, hat er sich durchaus entsprechend der traditionellen Rollenerwartung verhalten, auch wenn er gleichzeitig Erwartungen seiner Partnerin an ihn enttäuscht hat. Es könnte somit sein, dass er beim nach Hause Kommen auf eine entnervte Partnerin und ein quengelndes Kind trifft, ohne zunächst die Zusammenhänge zu ahnen.

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, welche psychologischen Aspekte und Bedingungen der Umgebung sich auf den wahrgenommenen Stress der Väter auswirken könnte. Dabei soll insbesondere der Versuch unternommen werden, Veränderungen beim Übergang zur Vaterschaft zu beschreiben und zu erklären. Daneben sollen Faktoren vor der Geburt identifiziert werden, die sich auf die spätere Belastung nach der Geburt verstärkend oder moderierend auswirken könnten. Insbesondere soll darauf eingegangen werden, welche Rolle hierbei Humor und Empathie spielen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Theoretischer Hintergrund 3
2.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen von Elternschaft 3
2.2 Das Bild vom Vater im Wandel 8
2.3 Elternschaft und die Rolle des Vaters 12
2.3.1 Psychoanalytische Konzepte: Motive des Kinderwunsches 12
2.3.2 Die Bedeutung des Vaters für die kindliche Entwicklung 16
2.4 Ökologie des Lebensraumes und persönliche Nische 19
2.5 Elternschaft, Stress und Coping 23
2.5.1 Burnout 26
2.5.2 Empathie 27
2.5.3 Humor als Copingressource 30
2.6 Modelle des Übergangs zur Elternschaft 35
2.7 Veränderungen der Paarbeziehung und Belastung nach der Geburt 40
2.8 Zeitallokation und Zeitbudget von Vätern 46
2.9 Problemstellung 48
2.10 Forschungsfragen, Hypothesen und Versuchsplan 50
3. Methode 53
3.1 Versuchsplanung und Durchführung 53
Exkurs: Durchführung einer Befragung werdender Eltern 53
Kontaktaufnahme, Sachprämien 53
Erste Befragung 55
Zweite Befragung 56
Aufgetretene Schwierigkeiten bei der Erhebung 56
3.2 Die Entwicklung der Baby-Blues-Rating-Skala (BBRS) 57
3.2.1 Die „Baby-Blues“- Familie 57
3.2.2 BBRS-Skalenkonstruktion 58
3.2.3 Testkennwerte der BBRS 61
3.3 Forschungsinstrumente 62
3.3.1 Soziodemographische Daten 62
3.3.2 Elternschaftsfragebogen EFB 63
3.3.3 Fragebogen zu Generativität vs. Stagnation 64
3.3.4 Kindheitsfragebogen KFB 65
3.3.5 Partnerschaftsfragebogen PFB 65
3.3.6 Lebensbereiche: Zeithierarchien und Valenzen 67
3.3.7 Überdruss-Skala 68
3.3.8 Kritische Lebensereignisse 69
3.3.9 Offene Fragen 70
3.3.10 Fragen zur Geburt 70
3.3.11 Wünsche und Befürchtungen 71
3.4 Hilfsmittel 72
4. Ergebnisse 73
4.1 Beschreibung der Stichprobe 73
4.1.1 Geburtstermin 73
4.1.2 Alter 73
4.1.3 Schulbildung/ Beruf 73
4.1.4 Familieneinkommen 74
4.1.5 Wohnsituation 74
4.1.6 Dauer der Partnerschaft 74
4.1.7 Distanz zum Wohnort der Eltern 74
4.1.8 Intervenierende Lebensereignisse 75
4.1.9 Geburt 76
4.2 Qualitative Ergebnisse: Offene Fragen, Wünsche/Befürchtungen 76
4.2.1 Verlauf der Geburt und medizinische Eingriffe 76
4.2.2 Offene Antworten der Frauen 77
4.2.3 Offene Antworten der Männer 80
4.2.4 Wünsche und Befürchtungen der Männer 80
4.2.6 Zusammenfassung der qualitativen Ergebnisse 81
4.2.6.1 Frauen 81
4.2.6.2 Männer 82
4.3 Veränderungen zwischen den Messzeitpunkten 82
4.3.1 Valenzen der Lebensbereiche 82
4.3.2 Rangfolge der Lebensbereiche 84
4.3.3 Veränderungen der Paarbeziehung 86
4.3.4 Überdrusswerte nach der Geburt 88
4.4 Korrelationsberechnungen 89
4.4.1 Soziodemographische Daten (t1) und Kriteriumsvariablen 89
4.4.2 Einstellungen zur Elternschaft (t1) und Kriteriumsvariablen 91
4.4.3 Humor, Empathie (t1) und Kriteriumsvariablen 92
4.4.4 Generativität, Kindheit/Elternhaus, Geplantheit der Schwangerschaft (t1) und Kriteriumsvariablen 93
4.4.5 Partnerschaftsqualität (t1) und Kriteriumsvariablen 93
4.5 Regressionsanalysen 95
4.6 Zusammenfassung der Ergebnisse 97
4.7 Beantwortung der statistischen Hypothesen 100
5. Diskussion 102
5.1 Veränderungen des Lebensraumes und persönliche Nische 102
5.2 Belastung 103
5.2.1 Einflussfaktoren auf die Belastung 104
5.2.2 Baby-Blues-Rating-Skala und Kriteriumsvariablen 106
5.3 Methodische Kritik 108
5.3.1 Konzeption und Durchführung der Untersuchung 108
5.3.2 Stichprobe, Selektion und Generalisierbarkeit der Ergebnisse 109
5.3.3 Messinstrumente und statistisch-methodische Probleme 110
5.4 Resüme 112
6. Zusammenfassung 114
7. Persönliche Schlussbemerkung 115
8. Literaturverzeichnis 118
9. Tabellenverzeichnis 133
10. Abbildungsverzeichnis 134

Automatisiert erstellter Textauszug:

Aussagen über den Verlauf der Geburt, Geburtserleben und bei der Geburt auftretende Komplikationen könnten Hinweise auf mögliche Stressoren und Belastungen nach der Geburt liefern, die sich auf beide Partner auswirken. Die Mütter wurden sowohl zu objektiven Sachverhalten als auch zu subjektiven Einschätzungen von Erlebnissen und Situationen im Zusammenhang mit der Geburt befragt. Die Themenbereiche dieses in offener Fragestellung formulierten Fragebogens bezogen sich auf Geburtstermin, medizinische Eingriffe unter der Geburt, Begleitung durch den Partner, Krankenhausaufenthalt, postnatale Beschwerden, Geschlecht, Gesundheit, sowie ggf. stationäre Unterbringung des Kindes. Daneben wurden nach besonders belastend oder angenehm erlebten Erfahrungen der Mütter im Krankenhaus und nach dem Temperament des Kindes gefragt (3 Eigenschaftsworte sollten genannt werden). Die teilnehmenden Frauen hatten ferner die Möglichkeit, einen Ratschlag für andere, schwangere Frauen zu geben sowie ergänzende Bemerkungen zur Geburt zu machen. [...]

tionen, die die verfügbaren Bewältigungsressourcen einer Person übersteigen oder die subjektiv als übersteigend wahrgenommen werden (Schulberg, 1974). Obwohl der so definierten Krisenbegriff die Interaktion zwischen dem Erleben einer Person und der objektiven Umweltbelastung beinhaltet - die intrapsychischen Einflussgrößen (z.B. Persönlichkeitsmerkmale) also entscheidend zur Stärke der Belastung beitragen - gibt es doch Situationen, die mit großer Häufigkeit regelmäßig von vielen Personen als belastend empfunden werden. Dazu gehören Ereignisse im Leben („life-events“) wie Arbeitsplatzverlust, Mobbing, Umzug/Hausbau und einschneidenden Veränderungen in Familie oder Freundeskreis bei sich oder beim Partner. Die Nachbefragung meiner Untersuchung beinhaltete auch eine Frage nach solchen intervenierenden Lebensereignissen, um den möglichen Einfluss dieser Größe kontrollieren zu können. Die teilnehmenden Frauen wurden gefragt: [...]

Es sollten Aussagen zur Veränderung der Lebensbereiche der gesamten Gruppe der untersuchten Männer gemacht werden. Daher mussten die Angaben zur Hierarchie der sechs zeitintensivsten Lebensbereiche jedes Mannes zunächst umcodiert werden. Entsprechend des Rangplatzes des jeweils genannten Bereich wurden „Punkte“ vergeben, die einer der hierfür definierten Bereichsvariablen zugeordnet wurden. Wenn beispielsweise auf Platz 1 der Bereich „Arbeit“ genannt wurde, so erhielt die Bereichsvariable „Arbeit“ 6 Punkte. Wurde „Kind“ auf Platz 2 genannt, erhielt die Bereichsvariable „Kind“ 5 Punkte usw. Im nächsten Schritt wurden die Bereichsvariablen zu einer Rangfolge umgewandelt was die „ungewichtete Rangfolge“ der Lebensbereiche ergab. Für die Berechnung der subjektiven Hierarchien der 12 Lebensbereiche wurden die Werte aus den Bereichsvariablen mit den Scores der Valenz der Bereiche („belastend“/“erfreulich“), die über alle Probanden erhoben wurden, multipliziert und der resultierende Wert einer Interimsvariable des gewichteten Lebensbereiches zuaddiert. Für jeden Lebensbereich gab es zwei Interimsvariablen, je eine für „belastend“ und „erfreulich“. Aus den Summenscores der somit insgesamt 24 Interimsvariablen wurden zwei neue Rangfolgen der subjektiv gewichteten („belastend“/“erfreulich“) Hierarchien der Lebensbereiche gebildet. Zusätzlich wurde auf Basis der Interimsvariablen die „Bedeutsamkeit“ jedes Lebensbereiches ermittelt (Summenscores für „belastend“ + Summensco- [...]

Arbeit zitieren:
Scholz, Robert Mai 2002: Übergang zur Vaterschaft: Persönliche Nische, Belastung und protektive Faktoren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Humaor, Generativität, Baby-Blues, Empathie, Erstelternschaft

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