UN und NGO's
Der Einfluß von Non-Governmental Organizations (NGO's) auf die Politik der Vereinten Nationen (UN)
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Klaus Uyak
- Abgabedatum: Mai 1998
- Umfang: 232 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Note: 3,3
- Institution / Hochschule: Universität Mannheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5615-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5615-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5615-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Uyak, Klaus Mai 1998: UN und NGO's, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Legitimation, Interaktion, United Nations, Interest-Groups, Interessenverbände
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Magisterarbeit von Klaus Uyak
Einleitung:
Seit Ende der 80iger Jahre gibt es eine weltpolitische Entwicklung, die unter dem Stichwort „Globalisierung“ durch die tagespolitische Agenda der Medien geht. „Globalisierung“ bedeutet, daß immer mehr Entscheidungen in Politik, Wirtschaft, Soziales, Kultur und Medien selbst auf kleinerer Ebene (lokal, regional, landesweit) durch globale Faktoren (Vorgaben) bestimmt werden. Ursache für die Globalisierung sind die gestiegene Mobilität (moderne Transport- und Verkehrssysteme), die Revolutionierung der Telekommunikations- und Mikroelektronik (Computer, Fax, Internet, E-mail) sowie neuere wissenschaftliche Entdeckungen (Gen- und Biotechnologie).
Doch nicht nur Ziele, Methoden und Instrumente haben sich durch diese technische Revolution geändert, sondern auch die Hauptakteure. Die klassischen Träger von Souveränität – die Nationalstaaten – bekommen in ihren Entscheidungs- und Einflußprozessen Konkurrenz durch nichtstaatliche Handlungsakteure wie z. B. Non-Governmental-Organizations (NGO’s). Das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit ist also die Frage, inwieweit nichtstaatliche politische Akteure die internationale Politik mitbestimmen und beeinflussen. Der Untersuchungsgegenstand sind Non-Governmental-Organizations (NGO’s) im System der UN. Die Fragestellung lautet konkret: Wie ist der Einfluß von Non-Governmental-Organizations (NGO’s) auf die Politik der Vereinten Nationen. Umgesetzt (operationalisiert) werden soll das Erkenntnisinteresse durch eine empirische Studie zur Organisation von Wirtschaftsinteressen von Schmitter/ Streeck aus dem Jahre 1981 (Analytischer Theorierahmen).
Gang der Untersuchung:
Grundsätzliches zu NGO’s (Definition, Abgrenzung, Völkerrechtsstatus, Geschichte von NGO’s, NGO-Typenmodell) (Kapitel 2).
NGO’s im System der UN (Definition, Geschichte, Rechtsgrundlagen, Entwicklung der NGO-Sections, Aktionsfelder der NGO's, Rolle/Funktion der NGO's) (Kapitel 3).
Wie legitim sind die (geforderten) größeren Mitwirkungsrechte der NGO’s (Wie sind NGO’s demokratisch legitimiert?) Wie wichtig ist die Organisationsstruktur als Eintrittskarte in die UN? Welche organisatorischen Mitwirkungsmöglichkeiten für die NGO’s könnten ausgebaut werden? (Kapitel 4).
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Ausgangslage (Relevanz des Themas) | 1 |
| 1.2 | Untersuchungsgegenstand (Erkenntnisinteresse, Fragestellung) | 10 |
| 1.3 | Aufbau | 16 |
| 1.4 | Fazit (Abstract) | 19 |
| 2. | Scientology versus Greenpeace: Welche NGO-Typen gibt es? („Mitgliederlogik“) | 21 |
| 2.1 | Definition Non-Governmental-Organizations (NGO) | 21 |
| 2.2 | Abgrenzung von Non-Governmental-Organizations (NGO’s) zu anderen Organisationsformen | 33 |
| 2.3 | Völkerrechtsstellung von NGO's (Völkerrechtssubjektivität) | 44 |
| 2.4 | Entstehungsgeschichte der NGO's | 46 |
| 2.5 | Die Beziehungstheorie der „Mitgliederlogik“ | 48 |
| 2.6 | NGO-Typologie (NGO-Typenmodell) | 61 |
| 2.7 | Fazit (Abstract) | 94 |
| 3. | Die Querulanten auf dem roten Teppich: Wie ist die Beziehung (Interaktion) zwischen der UN und NGO's („Einflußlogik“) | 96 |
| 3.1 | Definition NGO (nach UN-Kriterien) | 96 |
| 3.2 | Geschichte der NGO's (in internationalen Organisationen) (Völkerbund/ Vereinte Nationen) | 98 |
| 3.3 | Rechtliche Grundlagen für die Mitwirkung der NGO's (im UN-System) | 109 |
| 3.4 | Die Beziehungstheorie der „Einflußlogik“ | 139 |
| 3.5 | Entwicklung der UN-Institutionen für die Zusammenarbeit mit NGO's (NGO-Section) | 146 |
| 3.6 | Aktionsfelder (Aufgabenbereiche) der NGO's im UN-System | 154 |
| 3.7 | Rolle/Funktion der NGO's im System der Vereinten Nationen (UN) | 157 |
| 3.8 | Fazit (Abstract) | 162 |
| 4. | Stimmrecht für die selbsternannten Ruhestörer? Wie legitim sind die Forderungen der NGO's nach mehr Mitwirkungsrechten? (International/ national) | 168 |
| 4.1 | Wie legitim ist es, daß jemand bei einer bestimmten Struktur („Mitgliederlogik“) auch in eine Organisation („Einflußlogik“) kommt (Verknüpfung von „Mitglieder-“ und „Einflußlogik“) | 168 |
| 4.2 | Welche (demokratische) Legitimation haben Non-Governmental Organizations (NGO's) | 176 |
| 4.3 | Was bringen NGO's für die Zivilgesellschaft? (Vor- und Nachteile) | 190 |
| 4.4 | Zukünftige Mitwirkungsmöglichkeiten von NGO's (Ausblick) | 192 |
| 4.5 | Fazit (Abstract) | 196 |
| 5. | Literatur- und Quellenverzeichnis | 199 |
| 6. | Graphiken (Skizzen) | 214 |
Bei den Implementierungsformen (A) geht es darum, auf welche (gesellschaftlichen) Prozesse die Organisation Einfluß nimmt, um ihre Ziele/Grundsätze durchzusetzen (zu implementieren). Das kann in einem Fall z. B. der Einfluß auf den Gesetzgebungsprozeß sein (Umweltorganisationen fordern die Regierung auf, über das Instrument der Mineralölsteuer den Benzinpreis [auf 5 DM] zu erhöhen.) Organisationen könnten aber auch ganz allgemein auf den Politikprozeß (Policycycle) Einfluß nehmen, in dem sie einen Sachverhalt zunächst problematisieren (z. B. innerhalb der Organisation), es dann auf die tagespolitische Agenda setzen („Agenda-Setting“ z. B. durch Pressemitteilungen, spektakuläre Aktionen, Informationen an Fachleute etc.). Danach müßte ein Problemlösungsvorschlag definiert werden. Zuletzt würde die Organisation versuchen, mit verschiedenen Maßnahmen die Ziele durchzusetzen (Lobby-Arbeit, Aktive PR, Massenveranstaltungen etc.) Daneben können Organisationen auf freiwillige Selbstverpflichtung als Durchsetzung eines Politikziels drängen, wenn beispielsweise gesetzliche Möglichkeiten (Normsetzung) nur schwer umsetzbar sind („Freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft“). Weitere Möglichkeit, Ziele der eigenen Organisation zu erreichen, ist die Vermittlung zwischen den Beteiligten. Gerade NGO’s könnten durch ihre meist unpolitische Rolle als Hilfs- und Beratungsorganisation oft mehr Vertrauen bei (Konflikt-)Gegnern gewinnen, als staatliche Vermittler. Praxisbeispiel ist das Internationale Rote Kreuz, daß als NGO (und neutraler Vermittler) großes Vertrauen bei internationalen Hilfsaktionen genießt (Konfliktvermittler, Gefangenenaustausch, allgemeine humanitäre Hilfe etc.). Last but not least kann eine Implementierungsform der Einfluß auf Prozesse zur langfristigen Änderung der politischen Grundvoraussetzungen (Institutionen, Personal, Programme) sein. So könnte ein NGO langfristig auf die Demokratisierung eines ehemals autoritären Staates einwirken. [...]
Viele Organisationen versuchen sich neben den „klassischen Einnahmequellen“, wie staatliche Gelder, weitere (neue) Einnahmequellen zu erschließen, um sich finanziell über Wasser zu halten, aber auch um nicht einseitig nur von einigen wenigen Finanzquellen abhängig zu sein und so die Unabhängigkeit der Organisation zu garantieren. Das kann z. B. der Verkauf von Dienstleistungen in Form von Berater- und Gutachtertätigkeit sowie weiteren bezahlten Servicedienstleistungen sein. Darüber hinaus gehört dazu der Verkauf von PR-Produkten wie Literatur, Bekleidung und andere Produkte an eigene Mitglieder und außenstehende Dritte. Weiterhin sind das massive Werben für Mitglieder (über die normale Anzahl von Mitgliedern innerhalb der Organisation) eine Möglichkeit, zusätzliche finanzielle Ressourcen zu erschließen. Genauso wie das Werben für Spenden im Rahmen der allgemeinen PRAktionen einer Organisation. Die Organisation „Greenpeace“ ist als „Umweltschutzkonzern“ der beste Beweis, sich erfolgreich dem Dilemma der Abhängigkeit von potentiellen Finanzquellen zu entziehen, in dem man nach anderen (neuen) Möglichkeiten der Finanzierung sucht. Das vierte und letzte Analyse-Kriterium innerhalb der „Gesellschaftsnahen NGO’s“ (III.) ist die Implementierung (Durchsetzung/ Output) (4.). Zwei Rubriken werden hier als Analyse-Instrument für NGO’s behandelt: 1. Die Implementierungs-Formen (A) 2. Die Vorgehensweise (Methode) zur Durchsetzung (B)172 Folgende Implementierungsformen (A) gibt es: • • • [...]
4. Führen von Watch-Listen über problematische Organisationen (und Informationsund Datenaustausch über diese Organisationen) 5. Ernennung eines NGO-Sicherheitsbeauftragten Daß NGO’s in der von mir entwickelten Typologie auch nach demokratisch ausgerichteten NGO’s (a) und nach problematischen Dunkelfeldgruppen (b) eingeteilt werden können, soll ein Anstoß zur Diskussion um die Ansprüche an (seriöse) demokratisch ausgerichtete NGO’s sein. Die Einordnung nach demokratie-theoretischen Merkmalen von NGO’s (D) in „Gesellschaftsnahen NGO’s“ (III.) schließt das Kapitel 2.6.2 NGO-Typologie-Modell. Drittes Einteilungskriterium bei „Gesellschaftsnahen NGO’s“ (III.) sind Ressourcen (Organisationsmittel) (3.).Gerade die Frage, woher NGO’s ihre Gelder bekommen, und ob sie deshalb möglicherweise abhängig von ihren Geldgeber sind, ist ein interessantes Analyse-Instrument. Das Spektrum der Finanzierungsquellen (1.) reicht von dem einen Extrem, der reinen staatlichen Finanzierung, bis hin zum anderen Extrem, keine Regierungsgelder anzunehmen. Dazwischen liegen verschiedenste Formen der Mischfinanzierung. Einige Organisationen versuchen sich finanziell dadurch unabhängig zu machen, daß sie sich selber finanzieren. Das ist, wie im Fall Greenpeace, dadurch möglich, eine große Anzahl von Mitgliedern zu werben (Mitgliedsbeiträge als Finanzierungsquelle). Die reine staatliche Finanzierung von NGO’s birgt die Gefahr der totalen Kontrolle und Abhängigkeit von den Geldgebern. Das kommt in der politischen Praxis z. B. bei Diktaturen vor. Das war in früheren Zeiten auch oftmals in sozialistischen Ländern der Fall. Deshalb nehmen bestimmte NGO’s aus Prinzip keine staatlichen Gelder an. Dazu gehören im internationalen Bereich z. B. die Amerikanische und Britische Gesellschaft der Vereinten Nationen. Anders dagegen die Deutsche Gesellschaft der Vereinten Nationen (DGVN). Sie finanziert sich zu 80 % aus Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) und damit der Bundesregierung.170 Ein weiteres Analyse-Raster im Bereich Ressourcen (3.) sind Sonstige Möglichkeiten der Organisationsfinanzierung (B) Dazu gehören: [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832456153
Arbeit zitieren:
Uyak, Klaus Mai 1998: UN und NGO's, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Legitimation, Interaktion, United Nations, Interest-Groups, Interessenverbände



