Trendsport Aquacycling - eine empirische Untersuchung zur Kundenzufriedenheit
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Christian Kittel
- Abgabedatum: August 2010
- Umfang: 64 Seiten
- Dateigröße: 1,9 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Flensburg Deutschland
- Bibliografie: ca. 28
- ISBN (eBook): 978-3-8428-1588-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kittel, Christian August 2010: Trendsport Aquacycling - eine empirische Untersuchung zur Kundenzufriedenheit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Aquacycling, Trendsport, Wassergymnastik, Wasser, Cycling
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MA-Thesis / Master von Christian Kittel
Einleitung:
Frisbee Golf, Eisklettern, Parcours oder Kitesurfen sind nur einige Beispiele für die große Menge neuer Sportarten, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Diese sogenannten Trendsportarten werden immer beliebter und finden in der Gesellschaft großen Anklang. Oft resultieren diese neuen Trends aus bereits bestehenden Sportarten oder verschiedenen Mischformen. Aus Badminton wird Speedminton, Volleyball wird als Beachvolleyball am Strand gespielt und aus dem Snowboarden und Kitesurfen wird Snowkiten.
Eine weitere Zusammensetzung verschiedener Sportarten liegt auch beim Aquacycling vor. Dieser Sport verbindet schon wörtlich das Wasser (aqua) mit dem Radfahren (cycling). Es ist eine Art Indoorcycling auf stationären Fahrrädern in brusttiefem Wasser mit verschiedenen Elementen aus der Wassergymnastik.
Gewiss kann man nach dem Prinzip der Zusammensetzung bereits bestehender Sportarten viele neue entwickeln. Die Schwierigkeit dabei ist jedoch die Etablierung dieser Neukreationen unter den aktiven Sportlern. Eine zentrale Rolle in diesem Vorgang spielt dabei die Kundenzufriedenheit. Sind Kunden zufrieden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie einem Produkt oder einer Dienstleistung, in diesem Fall der Sportart Aquacycling, treu bleiben und diese auch anderen weiterempfehlen. Damit bekommt die neue Sportart die Möglichkeit sich zu entfalten und sich zu einem Trend zu entwickeln.
Diesem Problem der Etablierung muss sich auch das noch relativ neue und wenig bekannte Aquacycling stellen. In einer früheren Arbeit von Zimmermann ist die Kundenzufriedenheit im Aquacycling bereits untersucht worden. Das Ergebnis dieser Arbeit ist, dass die Kunden größtenteils sehr zufrieden sind und etwa 99% der befragten Teilnehmer in der Zukunft wieder einen Aquacycling-Kurs besuchen werden.
In Anlehnung an diese Untersuchung soll in dieser Masterarbeit ebenfalls die Kundenzufriedenheit im Aquacycling gemessen werden. Die Umfrage zur Kundenzufriedenheit wird dabei reproduziert und im Anschluss daran sollen Vergleiche der Ergebnisse angestellt werden.
Konnte die Kundenzufriedenheit innerhalb der letzten zwei Jahre weiter ausgebaut werden? Werden immer noch so viele Teilnehmer weitere Aquacycling-Kurse besuchen? Wird sich das Aquacycling als Trendsportart etablieren?
Diese Fragen deuten die Problemstellung dieser Arbeit an, wobei es wünschenswert wäre, einen Stellenwert für das Aquacycling innerhalb des Trendsports auszuloten und eine Prognose für die zukünftige Entwicklung dieser Sportart abzugeben.
Das Ergebnis der Entwicklung der Kundenzufriedenheit zwischen dieser Untersuchung und der Vergleichsstudie soll ein Indiz für die weitere Verbreitung des Aquacyclings durch zufriedene Kunden darstellen.
Die unter Punkt 2.1 und 2.2 gefassten Definitionen der Begriffe Trendsport und Kundenzufriedenheit schaffen eine Verständnisgrundlage zur Entwicklung einer neuen Sportart zum Trend, wobei die Kundenzufriedenheit als ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung gesehen wird.
Der Bereich Aquafitness bietet vor allem vor dem Hintergrund des sportlich gesunden Lebens viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Effektivität und Auswirkungen auf den Körper aus diesem Bereich sollen anhand der physikalischen Eigenschaften des Wassers in Abschnitt 2.3 erläutert werden. Das Aquacycling, eines der neusten und größten Trends im Bereich der Aquafitness, wird in Abschnitt 2.4 vorgestellt und hinsichtlich der Vor- und Nachteile untersucht. Die anschließende Einordnung in den Trendsport unter 2.4.6 soll dann ein erstes Ergebnis dieser Arbeit darstellen.
Das 3. Kapitel dieser Arbeit beschreibt die empirische Untersuchung zur Kundenzufriedenheit im Aquacycling. Unter 3.1 wird die Konzeption der Untersuchung erläutert und unter 3.2 werden die Ergebnisse der Untersuchung dargestellt. In Punkt 3.3 werden die erhobenen Daten analysiert und parallel mit den Ergebnissen von Zimmermann verglichen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 2 |
| 2. | THEORETISCHER TEIL | 4 |
| 2.1 | TRENDSPORT | 4 |
| 2.1.1 | Definition | 4 |
| 2.1.2 | Genese von Trendsport | 7 |
| 2.2 | KUNDENZUFRIEDENHEIT | 9 |
| 2.2.1 | Definition | 10 |
| 2.2.2 | Bedeutung der Kundenzufriedenheit | 10 |
| 2.3 | PHYSIKALISCHE EIGENSCHAFTEN DES WASSERS UND DIE AUSWIRKUNGEN AUF DEN KÖRPER | 13 |
| 2.3.1 | Der hydrostatische Druck | 14 |
| 2.3.2 | Der Wasserwiderstand | 14 |
| 2.3.3 | Der statische Auftrieb | 15 |
| 2.3.4 | Die Wassertemperatur | 16 |
| 2.4 | TRENDSPORT AQUACYCLING? | 16 |
| 2.4.1 | Was ist Aquacycling? Ein Abriss der Entwicklung. | 17 |
| 2.4.2 | Beschreibung des Aquabikes am Beispiel des Aquariders | 18 |
| 2.4.3 | Aquacycling in der Praxis | 20 |
| 2.4.4 | Vor- und Nachteile des Aquacyclings | 24 |
| 2.4.5 | Aquacycling als medizinische Therapieform | 27 |
| 2.4.6 | Einordnung des Aquacyclings in den Trendsport | 30 |
| 3. | EMPIRISCHER TEIL | 32 |
| 3.1 | KONZEPTION UND DURCHFÜHRUNG DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG | 32 |
| 3.1.1 | Hypothesenbildung | 33 |
| 3.1.2 | Beschreibung der Stichprobe | 33 |
| 3.1.3 | Datenerhebung | 34 |
| 3.1.3.1 | Der Fragebogen und die praktische Durchführung | 35 |
| 3.1.3.2 | Fragebogenrücklauf | 36 |
| 3.2 | Darstellung der Ergebnisse | 36 |
| 3.3 | Datenanalyse und vergleichende Interpretation | 48 |
| 4. | ZUSAMMENFASSUNG | 52 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 55 | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 57 | |
| ANHANG | 58 |
Textprobe:
Kapitel 2.4.4, Vor- und Nachteile des Aquacyclings:
Im Aquacycling lässt sich, wie im vorangegangenen Punkt schon beschrieben, der gesamte Körper trainieren. Die Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit ist dabei die zentrale Intention dieser Sportart. Damit gehen nach Weineck eine Reihe positiver Auswirkungen auf den Körper einher. Zu nennen sind hierbei die Verbesserung der Herzkreislauf-Funktion, der Sauerstoffversorgung, eine ökonomischere Arbeit des Herzens, eine bessere Kapillarisierung und eine Vergrößerung der Energiespeicher. Diese Adaptationserscheinungen verbessern ebenfalls das allgemeine Wohlbefinden im Alltag. Kursteilnehmer sprachen in diesem Zusammenhang auch von einer größeren Ausgeglichenheit .
Aufgrund der zahlreichen Differenzierungsmöglichkeiten im Bereich der Belastung ist das Aquacycling sowohl für den Freizeit-, Breiten- und Leistungsport, als auch für den Bereich des Präventions- und Rehabilitationssport geeignet. Die besondere Eignung des Aquacyclings im Rehabilitationsbereich wird im folgenden Punkt 2.3.5 noch einmal detailliert dargestellt. Das Training kann demnach nach jeglichen sportlichen Motiven ausgerichtet werden. Beweggründe für das Aquacycling sind in der Untersuchung von Zimmermann vor allem der Spaß an der Bewegung, die Rehabilitation von Verletzungen und die Gewichtsreduktion gewesen.
Zusammenfassend ist es demnach das Aquacycling, unabhängig von Trainingserfahrung und Trainingszustand, für jeden geeignet. Der Trainer muss seine Gruppe kennen und dann obliegt es ihm den Kurs entsprechend den sportlichen Ressourcen und Motiven seiner Kursteilnehmer auszurichten.
Einer Studie von Wiesner et al. nach ist der Fettstoffwechsel beim Training im Wasser höher als bei einem vergleichbaren Training an Land. Dieses Ergebnis macht das Aquacycling vor allem für die Kunden mit dem Ziel der Gewichtsreduktion besonders interessant. Des Weiteren belegt die angeführte Studie eine geringere Laktat- und Glucosekonzentration im Blut. In Kombination mit der verbesserten Blutversorgung im Körper aufgrund des Wasserdrucks bewirken diese Tatsachen, dass die Kursteilnehmer das Training als weniger anstrengend als an Land empfinden.
Zu diesem Wohlbefinden tragen allerdings alle Eigenschaften des Wassers bei. Der Auftrieb lässt die Trainierenden eine gewisse Schwerelosigkeit im Wasser erfahren, die das Training gegenüber dem an Land angenehmer erscheinen lässt. Zu beachten ist hier allerdings, dass diese Belastungsreduktion des Gewichts zum Einen auf dem Auftrieb, zum Anderen aber auch auf dem Sitzen auf dem Fahrrad basiert. Aus physiologischer Sicht bewirkt die Auftriebskraft im Wasser eine Schonung der passiven Strukturen und eine reduzierte Verletzungsgefahr. Zu nennen sind im Zusammenhang mit den Eigenschaften des Wassers weiterhin die positiven Auswirkungen des Wasserdrucks. Durch diesen verbessert sich der venöse Rücktransport des Blutes zum Herzen, welches insgesamt thromboseprophylaktisch wirkt und vor allem sehr positiv für Personen mit Venenleiden ist. Zusätzlich wirkt der Druck auf die unteren Extremitäten wie eine Lymphdrainage, das bedeutet, dass die Haut gestrafft und der Lymphabfluss verbessert wird. Sowohl positiv als auch negativ wirkt der Wasserdruck auf die Atmung, denn er erschwert das Einatmen teilweise erheblich, erleichtert aber zugleich die Ausatmung und bewirkt eine Kräftigung der Atemmuskulatur. Der Wasserwiderstand wirkt bei Bewegungen überwiegend kräftigend, weil gegen diesen gearbeitet werden muss. Bei gleichem Krafteinsatz werden Bewegungen im Wasser langsamer ausgeführt als an Land, was ‘gute Möglichkeiten zur Bewegungsvariation und die Zeit zur Kontrolle einzelner Bewegungsabläufe […], sowie zur Schulung der Bewegungswahrnehmung’ bietet. Eine Verbesserung der Koordination stellt sich z.B. bei schnellen und komplexen Bewegungen ein, die eine Stabilisierung anderer Körperteile, hier vor allem der aufrechten Sitzposition, voraussetzen.
Fluch und Segen zugleich bietet der Aspekt der Gruppendynamik im Kurs. Der Ehrgeiz wird geweckt alles zu schaffen, was der Trainer einem abverlangt. Die Motivation ist hoch dem Tempo stand zu halten und sich im Leistungsniveau der Gruppe zu bewegen. Die Trainierenden links und rechts haben keine Probleme dem vorgegebenen Tempo zu folgen. Sich an dieser Stelle die Blöße zu geben diesem Tempo nicht mehr folgen zu können, fällt vielen schwer und birgt daher unmittelbar das Risiko der Überlastung aufgrund eines gruppendynamischen Prozesses.
Ferner ist dem Aquacycling negativ anzumerken, dass Aktive, die dieser Sportart nachgehen wollen, stark an Öffnungs- und Kurszeiten der Einrichtungen gebunden sind. Zudem bietet eine Einheit à 45 Minuten pro Woche aus trainingswissenschaftlicher Sicht keine ausreichende Belastung um signifikante Trainingsziele mit dem Aquacycling zu erreichen und dem Prinzip der Superkompensation gerecht zu werden. Der Kunde müsste demnach mindestens zwei Kurseinheiten pro Woche besuchen um gezielte Erfolge herbeizuführen. Dies würde neben der ohnehin schon existierenden Kursgebühr eine zusätzliche finanzielle Belastung für den Kunden bedeuten. Eine mögliche Folge wäre, dass dieser Sport, unter der Prämisse nur durch diesen Trainingsziele zu erreichen, nur finanziell gut situierten Menschen möglich wäre. Zum Vergleich könnte man für das gleiche Geld etwa zwei bis drei Monate in einem Fitnessstudio Mitglied sein und dort theoretisch jeden Tag trainieren und auch Wellnessangebote wahrnehmen, während man zusätzlich individuell betreut wird. Die individuelle Betreuung ist ein weiterer negativer Aspekt des Aquacyclings, weil ein Trainer im Kurs kaum die Möglichkeit hat einen Teilnehmer ganz individuell zu belasten und seinen Bedürfnissen entsprechend zu trainieren. Des Weiteren hat der Kunde auch nicht die Möglichkeit eigenständig an einem Aquabike zu trainieren, da diese Sportart (soweit bekannt) ausschließlich im Kurssystem angeboten wird.
Letztlich bringen die Eigenschaften des Wassers auch einige negative Aspekte mit sich. Hierbei sind vor allem der Wasserdruck und die hohe Wärmeleitfähigkeit des Wassers anzuführen. Der Druck sorgt wie in 2.3.1 schon beschrieben für eine Blutvolumenverschiebung, was einen erhöhten Sauerstoffbedarf zur Folge hat. Bei Personen mit Herzerkrankungen kann es vorkommen, dass dieser Bedarf nicht gedeckt werden kann. Eine präventive Untersuchung sollte daher vor dem Training im Wasser von einem Arzt erfolgen. Für diese Personen ist die Wärmeregulation ein weiteres Problem. Bei Wassertemperaturen unter 22°C stellt die Thermoregulation eine erhöhte Belastung für den Herzkreislauf dar. Eine zusätzliche Belastung durch Bewegung kann folglich zur Überlastung führen. Ähnliche Folgen hat es, wenn die Wassertemperatur zu hoch ist (über 30°C), denn die Körperschale muss zur Wärmeregulation stärker durchblutet werden. Die genannten Aspekte für Personen mit Herzerkrankungen gelten allerdings auch für nicht Erkrankte, denn aufgrund der erschwerten Wärmeregulierung im Wasser wird der Herzkreislauf stets zusätzlich belastet.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842815889
Arbeit zitieren:
Kittel, Christian August 2010: Trendsport Aquacycling - eine empirische Untersuchung zur Kundenzufriedenheit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Aquacycling, Trendsport, Wassergymnastik, Wasser, Cycling



