Trekking-Tourismus in Nepal
Potentiale, Besonderheiten und Hintergründe
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kareen Riedel
- Abgabedatum: März 2002
- Umfang: 194 Seiten
- Dateigröße: 1,9 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Stralsund Deutschland
- Originaltitel: Analyse der Nachfrage und des Angebotes der Tourismusform Trekking im Zielgebiet Nepal und dessen Auswirkungen
- Bibliografie: ca. 136
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1705-5
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Riedel, Kareen März 2002: Trekking-Tourismus in Nepal, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Trekking, Marktforschung, Reise, Nepal, Tourismus
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Diplomarbeit von Kareen Riedel
Einleitung:
Durch das stetige Wachstum des Wirtschaftszweiges Tourismus entstehen immer neuere Urlaubsformen und Tourismustypen, was hauptsächlich auf mehr Freizeit und ein dadurch verändertes Freizeitverhalten der Bevölkerung in den Industrieländern zurückzuführen ist. Hier ist ein Trend zur „Bewegungs- und Körperkultur“ sowie das Bedürfnis nach Sport als „Abenteuer, Erlebnis, Action, Grenzen austesten“ zu beobachten.
Aufgrund dessen gewinnt gerade der Bereich Sporttourismus immer mehr an Bedeutung, wovon auch die Tourismusform Trekking, dem Abenteuer- und Risikosport zugehörig, profitiert. Der Trekkingtourismus ist weltweit für die Hochgebirgsregionen zu einer neuen Variante des Tourismus geworden. Durch diese langsame, oft beschwerliche Reise zu Fuß werden zumeist Hochgebirgslandschaften sowie fremde Kulturräume auf hierfür vorgesehenen Routen erkundet. Diese Trekkingtouren erstrecken sich von einfachen Wanderungen bis hin zu expeditionsähnlichen Touren in großer Höhe, die eine sehr gute Kondition erfordern.
„Die sanfte Art der Erkundung zu Fuß mit einem Minimum an Einschränkung und einem Maximum an Freude erreicht den Höhepunkt an Perfektion in Nepal“. Mit diesem Statement macht der Veranstalter Sherpa Adventure Travel Pvt. Ltd. im Internet auf seine Trekkingangebote aufmerksam. Mehrtägige Trekkingtouren werden hier angeboten, die sich Nepal und seine grandiose Himalaya-Bergwelt zum Ziel setzen. Durch die zitierte Aussage wird deutlich, dass Nepal auf der Karte des weltweit an Bedeutung zunehmenden Sporttourismus als die perfekte Trekkingdestination Asiens auftaucht.
Vor mehr als 30 Jahren wurden die ersten Exkursionen in das Himalaya-Königreich angeboten. In dieser Zeit konnte eine ständig steigende Nachfrage nach Expeditionen und Trekkingreisen verzeichnet werden. Diese Entwicklung ist unter anderem auf die Attraktivität des Himalayas und auf die vorhandenen traditionellen Beherbergungseinrichtungen für Trekkingtouristen zurückzuführen. Heute gilt Nepal als das Synonym für Trekkingreisen auf höchstem Niveau.
Doch was sind die Potentiale der Destination Nepal, bzw. inwiefern stellt Nepal eine perfekte Trekkingdestination dar, die jährlich fast 500.000 Touristen anzieht? Die Beantwortung dieser Frage wird ein Ziel dieser Arbeit sein. Dabei steht die Analyse von Angebot und Nachfrage im Vordergrund, die auf Datenmaterial verschiedener nepalesischer Tourismusorganisationen, privater Anbieter und einer eigenen Marktforschung basiert. Anhand dieser Analyse soll die Ist-Situation des Trekkingtourismus in Nepal ermittelt werden.
Einerseits können Trekkinganbieter durch solche Informationen gezielt auf die Nachfrager und deren Bedürfnisse und Wünsche eingehen, andererseits ist es für die Destination Nepal und seine weitere touristische Entwicklung von großer Bedeutung, Nachfrage und Angebotsstruktur zu kennen; denn nur so ist es möglich, die Stärken weiter auszubauen und die Schwächen zu beheben, um langfristig auf dem Welttourismusmarkt zu bestehen.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit wurde in drei Teile untergliedert. Den ersten Abschnitt, Teil A, bilden die tourismusspezifischen Grundlagen. Sie stellen neben den touristischen Systemzusammenhängen die Destination Nepal im Rahmen der weltweiten sowie regionalen Struktur und Entwicklung des touristischen Marktes vor. Darüber hinaus werden die Merkmale, die Nepal als Entwicklungsland kennzeichnen und den nepalesischen Tourismus prägen, aufgezeigt. Anschließend steht, basierend auf den Begriffen Risiko und Abenteuer, der Trekkingsport im Mittelpunkt der Untersuchung. Hier werden unter anderem die wichtigsten Trekkingregionen und Organisationsformen vorgestellt, die sich aufgrund der unterschiedlichen Nachfragebedürfnisse etabliert haben.
Dabei fällt der Blick innerhalb der nach Nepal strebenden Trekkingtouristen besonders auf die Gäste aus Übersee, welche nun, in Teil B der Arbeit, ihre Berücksichtigung finden. In der Analyse von Nachfrage und Angebot wird zunächst das ökonomische Zusammenspiel dieser Elemente erläutert.
Da sich für die Trekkingnachfrage die nutzenstiftende Leistung in dem Produkt Trekking konkretisiert, bilden die Konzeptionsebenen des Trekkingproduktes und dessen dienstleistungsspezifischen Besonderheiten bei der Vermarktung die Grundlage für weitere Untersuchungen. Die Einflüsse auf die Trekkingnachfrage sind erster Bestandteil der Nachfrageanalyse, da sie in besonderem Maße die Struktur und Entwicklung der Trekkingtouristen prägen.
Eine zweite Spezifizierung der Trekkingnachfrage erfolgt anhand der Typologisierung, basierend auf Daten der eigens durchgeführten Marktforschung vor Ort. Die Typologisierung der Trekkingnachfrage konkretisiert sich in einem Marktmodell des Trekkingtourismus. Hier stehen die innerhalb der Forschungsarbeit ermittelten Nachfragetypen den Formen des Angebots gegenüber.
Da sich die Trekkingangebote an den Wünschen und Bedürfnissen der Nachfrager ausrichten sollten, wird im Anschluss an die Nachfrageanalyse die Angebotsseite der Tourismusform Trekking analysiert. Das touristische Angebot wird sowohl durch die Nachfrage, als auch durch eine Vielzahl weiterer Faktoren beeinflusst. Sie sind erster Bestandteil der Angebotsanalyse und bilden die Rahmenbedingungen der touristischen Angebotsgestaltung.
Da an der Erstellung des Gesamtproduktes Trekking eine Vielzahl unterschiedlicher Leistungsträger beteiligt sind, bedarf es im weiteren Teil der Angebotsanalyse einer genaueren Betrachtung dieser einzelnen Teilanbieter und deren Leistungen. Aus der Angebotsstruktur Nepals ergibt sich der heute bestehende deutsche Veranstaltermarkt, der abschließend dargestellt wird.
Teil C widmet sich mit besonderem Augenmerk den Auswirkungen des Trekkingtourismus in der Destination Nepal, die durch das vielfältige Angebot und die inzwischen stark angewachsene Nachfrage nicht unberücksichtigt bleiben dürfen. Neben soziokulturellen und wirtschaftlichen Wirkungen sind die ökologischen Folgen dieser Tourismusform ausschlaggebend für das Image Nepals als „perfekte“ Trekkingdestination.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Einleitung | 1 |
| Teil A: Tourismusspezifische Grundlagen | ||
| 1. | Begriff des Tourismus | 5 |
| 1.1 | Definition | 5 |
| 1.2 | Bedeutung | 6 |
| 1.3 | System des Tourismus | 8 |
| 2. | Situation des Welttourismusmarktes | 12 |
| 2.1 | Entwicklung und Struktur des internationalen Tourismus | 12 |
| 2.2 | Partikulare Aufteilung nach Regionen | 14 |
| 2.3 | Position Nepals im Welttourismusmarkt | 16 |
| 3. | Tourismus in Entwicklungsländern | 17 |
| 3.1 | Begriffsbestimmung | 17 |
| 3.2 | Entwicklung und Struktur | 18 |
| 3.3 | Nepal als Entwicklungsland | 19 |
| 4. | Destination Nepal | 20 |
| 4.1 | Touristisches Potential | 21 |
| 4.1.1 | Ursprüngliche Angebotsfaktoren | 22 |
| 4.1.2 | Abgeleitete Angebotsfaktoren | 24 |
| 4.2 | Entwicklungen des Tourismus in Nepal | 27 |
| 4.3 | Spezifische Besonderheiten des Tourismus in Nepal | 30 |
| 5. | Risiko- und Abenteuersport | 33 |
| 5.1 | Zentrale Begriffe | 33 |
| 5.1.1 | Risiko | 33 |
| 5.1.2 | Abenteuer | 35 |
| 5.2 | Spezifische Merkmale | 37 |
| 6. | Trekkingtourismus in Nepal | 41 |
| 6.1 | Begriff Trekking | 41 |
| 6.2 | Entwicklungen des Trekkingtourismus | 45 |
| 6.3 | Trekkingregionen | 47 |
| 6.3.1 | Annapurna | 49 |
| 6.3.2 | Everest/Khumbu | 49 |
| 6.3.3 | Langtang | 50 |
| 7. | Administrativer Rahmen und Organisationsformen | 51 |
| 7.1 | Organisierter Trekkingtourismus | 52 |
| 7.2 | Semiorganisierter Trekkingtourismus | 53 |
| 7.3 | Individueller Trekkingtourismus | 54 |
| Teil B: Analyse von Nachfrage und Angebot | ||
| 1. | Ökonomisches System des Trekkingtourismus | 55 |
| 1.1 | Trekkingprodukt | 57 |
| 1.1.1 | Produktbegriff | 57 |
| 1.1.2 | Konzeptionsebenen | 58 |
| 1.2 | Besonderheiten im Tourismus-Marketing | 60 |
| 2. | Trekkingnachfrage | 63 |
| 2.1 | Reiseverhalten als Kaufentscheidungsprozess | 63 |
| 2.2 | Reiseentscheidung | 64 |
| 3. | Einflussfaktoren auf die Trekkingnachfrage | 67 |
| 3.1 | Individuelle Einflüsse | 68 |
| 3.1.1 | Bedürfnisse und Motive | 68 |
| 3.1.2 | Wahrgenommenes Risiko | 71 |
| 3.2 | Gesellschaftliche Einflüsse | 73 |
| 3.3 | Umwelteinflüsse | 74 |
| 3.4 | Wirtschaftliche Einflüsse | 75 |
| 3.5 | Anbietereinflüsse | 76 |
| 3.6 | Staatliche Einflüsse | 78 |
| 3.7 | Einflüsse der Medien | 79 |
| 3.8 | Technische Einflüsse | 80 |
| 4. | Struktur und Entwicklung der Trekkingnachfrage | 82 |
| 5. | Typologisierung der Trekkingtourismusnachfrage | 87 |
| 5.1 | Erhebungen zur Typologisierung der Trekkingtouristen | 87 |
| 5.2 | Aufbau und Ziel des Fragebogens | 89 |
| 6. | Auswertung der Fragebögen | 90 |
| 6.1 | Soziodemographische Merkmale | 90 |
| 6.1.1 | Geschlecht/ Familienstand | 90 |
| 6.1.2 | Herkunftsland | 90 |
| 6.1.3 | Alter | 91 |
| 6.1.4 | Einkommen | 92 |
| 6.1.5 | Ausbildung/Beruf | 92 |
| 6.2 | Verhaltensorientierte Merkmale | 93 |
| 6.2.1 | Vorbereitung | 93 |
| 6.2.2 | Organisationsform | 94 |
| 6.2.3 | Aufenthaltsdauer | 94 |
| 6.2.4 | Zielgebietserfahrung/Vorerfahrung | 95 |
| 6.2.5 | Trekkingroute | 95 |
| 6.3 | Psychographische Trekkingkriterien | 96 |
| 6.3.1 | Erwartungen | 96 |
| 6.3.2 | Einstellungen | 98 |
| 6.3.3 | Motive | 101 |
| 7. | Trekkingangebot und mögliche Einflussfaktoren | 108 |
| 7.1 | Trekkingangebot | 108 |
| 7.2 | Einflussfaktoren | 109 |
| 7.2.1 | Umwelteinflüsse | 111 |
| 7.2.2 | Gesellschaftliche Einflüsse | 113 |
| 7.2.3 | Wirtschaftliche Einflüsse | 114 |
| 7.2.4 | Ver- und Entsorgung | 118 |
| 7.2.5 | Staatliche Einflüsse | 120 |
| 7.2.6 | Unternehmerische Einflüsse | 125 |
| 7.2.7 | Nachfrageeinflüsse | 126 |
| 7.2.8 | Neue Medien und technische Einflüsse | 128 |
| 8. | Produzenten des Trekkingangebotes | 130 |
| 8.1 | Beherbergungsbetriebe | 131 |
| 8.1.1 | Hotels | 132 |
| 8.1.2 | Trekkinglodges | 133 |
| 8.2 | Transportbetriebe | 135 |
| 8.2.1 | Landverkehr | 135 |
| 8.2.2 | Luftverkehr | 136 |
| 8.3 | Nepalesische Reiseagenturen | 137 |
| 8.3.1 | Travel Agencies | 137 |
| 8.3.2 | Trekking Agencies | 139 |
| 8.4 | Nepal als Produzent | 141 |
| 8.5 | Deutscher Veranstaltermarkt | 143 |
| 8.5.1 | Struktur | 144 |
| 8.5.2 | Veranstalterprodukt | 146 |
| 8.5.3 | Besonderheiten der allgemeinen Geschäfts- und Reisebedingungen | 150 |
| 8.6 | Zusammenfassung | 151 |
| Teil C: Auswirkungen des Trekkingtourismus in Nepal | ||
| 1. | Auswirkungen des Entwicklungsländertourismus | 153 |
| 1.1 | Induzierte Sekundäreffekte - neue Gewerbe | 154 |
| 1.1.1 | Baugewerbe | 154 |
| 1.1.2 | Träger- und Transportgewerbe | 155 |
| 1.1.3 | Souvenirhandel | 155 |
| 1.2 | Soziokulturelle Auswirkungen | 156 |
| 1.3 | Wirtschaftliche Wirkung des Trekkingtourismus | 159 |
| 1.4 | Trekkingtourismus und seine ökologischen Folgen | 163 |
| 2. | Ansatzpunkte und Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Trekkingtourismus | 166 |
| 2.1 | Maßnahmen der Reiseveranstalter | 166 |
| 2.2 | Maßnahmen Nepals | 169 |
| 3. | Schlussbetrachtung | 172 |
| Literaturverzeichnis | 175 | |
| Quellenverzeichnis der www-Adressen | 181 | |
| Telefonische Interviewpartner | 181 | |
| Anhang: | 182 | |
| Nicht-staatliche Organisationen (Associations) zur Qualitätssicherung | 182 | |
| Tourismuspläne Nepals | 183 | |
| Fragebogen | 184 |
Textprobe:
Kapitel 7.2.3, Wirtschaftliche Einflüsse:
Tourismus „...ist ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Ökonomie und des internationalen Handels. Entsprechend haben auch nationale und internationale Entwicklungen bedeutenden Einfluss auf das touristische Angebot...“. Zu nennen sind etwa Einkommensänderungen im Reise- oder im Heimatland, durch welche Trekkingreisen teurer oder weniger erschwinglich werden können. Zudem ist das Angebot abhängig vom allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungsstand, der die Möglichkeiten zur Entwicklung einer touristischen Infrastruktur begrenzt. Hinzu kommt, dass landesunabhängige Probleme der Weltwirtschaft die Nachfrage dämpfen können. Letztlich wird der Preis und somit die Attraktivität der inhaltlich vergleichbaren Trekkingangebote durch die Kostenstruktur und damit (unter Berücksichtigung eines wirtschaftspolitisch vorgegebenen Wechselkurses) durch den Wohlstand der Destination bestimmt. Daraus ergibt sich aber auch, dass eine erfolgreiche Vermarktung in der Destination zwangsläufig zu einer Verteuerung des Angebotes führen muss, weil teure Importware nicht nur für die Trekker, sondern auch für die einheimische Bevölkerung auf den Markt kommt und die inländischen Dienstleistungen sich mit dem Preisanstieg für Waren verteuern.
Von den 22 Millionen Einwohnern Nepals leben noch ca. 90 % auf dem Land und sind direkt von der Landwirtschaft abhängig. Deshalb ist die Volkswirtschaft von der Landwirtschaft geprägt, durch welche die Hälfte der Wertschöpfungskette erwirtschaftet wird. Nach Einschätzung der Weltbank stand Nepal 1997 mit einem mit einem BSP von 210 US-Dollar unter den 133 gelisteten Ländern an 127. Stelle. Nepal gehört damit zu den ärmsten Ländern der Welt und 42 % der Bevölkerung leben unter der von der Regierung festgestellten Armutsgrenze.
Aufgrund der Güterknappheit an Lebensmitteln, Rohmaterialien, Industrieprodukten und aufgrund der Monostruktur der Wirtschaft müssen nicht-landestypische Lebensmittel (Energieriegel, Cola), Benzin, Industriegüter für den Ausbau des nationalen Verkehrswesens und andere touristische Infrastrukturelemente importiert werden, um den Ansprüchen der Trekker zu genügen. Nur durch den Import bleibt das Trekkingangebot langfristig attraktiv, nur damit kann es auf dem Welttourismusmarkt bestehen. Der ohnehin noch nicht große Anteil an Werbeaufwand aus den touristischen Deviseneinnahmen wäre auf Dauer vergebens, wenn das tatsächliche Angebot mangels ausreichender, durch Importe gestützter Infrastruktur hinter den Werbeversprechungen zurück bleiben würde.
Ein Vergleich der Ex- und Importe verdeutlicht das große Handelsbilanzdefizit, zeigt aber auch eindeutig das Bestreben Nepals, im internationalen Tourismus konkurrenzfähig zu bleiben und die Bereitschaft, den Tourismus im Land weiterhin zu fördern. Im Jahre 1999 betrug die Gesamtsumme der Importe 1.291 Millionen US-Dollar und war damit mehr als doppelt so hoch, wie die Gesamtsumme der Exporte mit 525 Millionen US-Dollar. Durch die Importe konnte aber die Infrastruktur schon deutlich verbessert werden, was auch zu einer positiven Entwicklung der Verkehrsanbindung und Versorgung der Trekkinggebiete beigetragen hat. Allerdings erweist sich die Infrastruktur Nepals insgesamt als noch sehr mangelhaft.
Laut Herrn Grätz (Geschäftsführer Nepal Reisen, Repräsentant von Hauser Exkursionen, Berlin) gilt das ebenso für die Visagebühren: „...sie unterliegen ebenfalls unvorhersehbaren Schwankungen.“ Da die Reiseveranstalter diese Erhöhungen direkt an die Konsumenten weitergeben, sind die Visagebühren meist nicht im Reisepreis der Trekkingpauschalreisen enthalten.
Die insgesamt positive Entwicklung der gesamten Deviseneinnahmen durch den Tourismus verdeutlicht nachstehende Abbildung.
Ein weiterer wirtschaftlicher Einflussfaktor auf das Angebot ist die vorhandene und mögliche Entwicklung der Infrastruktur Nepals durch Transportmittel, vor allem Flug- und Straßenverkehr. Die Wichtigkeit des Landverkehrs erkennend, wurden seit 1951 viele Bemühungen unternommen, kleinere isolierte Dörfer und Trekkingausgangspunkte durch Straßen und Brücken zu verbinden. Vor 1956 hatte das Straßensystem eine Gesamtlänge von 624 km. Inzwischen ist Nepal von Norden nach Süden und Osten nach Westen durch ein 11.867 km langes Straßensystem erschlossen (Stand 1998), welches sich in 3.660 km asphaltierte Straßen, 3.098 km Schotterstraßen und 5.109 km stark verwitterte Straßen unterteilt.
Der Zustand des Straßennetzes erweist sich als ein Hindernis für die ganzheitliche Weiterentwicklung der potentiellen, touristischen Trekkinggebiete. Eine detaillierte Analyse des Transportwesens als Leistungsträger innerhalb des touristischen Gesamtproduktes erfolgt in Kapitel 8.2. Ferner sind weitere Fremdenverkehrseinrichtungen (Lodges, Trekking Agencies usw.) ein großer Einflussfaktor für Umfang und Struktur des Angebotes. Diese werden als Anbieter des touristischen Angebotes explizit in Kapitel 8 vorgestellt.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836617055
Arbeit zitieren:
Riedel, Kareen März 2002: Trekking-Tourismus in Nepal, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Trekking, Marktforschung, Reise, Nepal, Tourismus



