Der Traum von der Metropole
Ein Vergleich der Prozesse der Metropolisierung von Chicago nach 1871 und Berlin nach 1989 in Diskurs und Realität
- Art: Fachbuch
- Autor: Raimo Riedel
- Abgabedatum: Juli 2003
- Umfang: 161 Seiten
- Institution / Hochschule: Diplomica Verlag GmbH Deutschland
- Bibliografie: ca. 124
- ISBN (Buch): 978-3-8366-5270-4
- ISBN (CD) :978-3-8366-0270-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Riedel, Raimo Juli 2003: Der Traum von der Metropole, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Metropolisierung, Chicago, Berlin, Wolkenkratzer, Architektur
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Fachbuch von Raimo Riedel
Einleitung:
Chicago und Berlin wurden, anders als es so heute noch möglich wäre, in ihrer Geschichte oft verglichen. Berlin wurde einst als Spree-Chikago tituliert, was neben der Industrie auch seiner Modernität geschuldet war.
Es war auch die stürmische, parvenühafte historische Entwicklung beider Städte, welche, eingebettet in einer jeweils flachen Landschaft, sich anschickten, Großstädte der Moderne zu werden. Sie wurden aufgrund dieser Jugend oft von arrivierteren Metropolen (Paris, London, Rom – New York, Boston) ihrer Kontinente belächelt, zuweilen aber auch bewundert. Deshalb ist ein erneuter Vergleich beider Städte, der diesmal das Berlin nach 1989 einbezieht, sinnvoll.
Thematischer Ausgangspunkt der Arbeit ist das zeitlose Thema Metropole. Jede Stadt ab einer gewissen Größe strebt danach, eine „Mutterstadt“, eine Metropole zu werden. Da eine Metropole mehr noch als eine bevölkerungsreiche Stadt, ein Ort der Macht ist, folgt dem Streben, eine zu werden, einem quasi menschlichen Impetus. Metropole bildet die Klammer der Arbeit.
Zeitliche Ausgangspunkte des Vergleichs sind dabei zwei für die behandelten Städte einschneidende Ereignisse. Die Jahre oder Jahrzehnte nach zwei für die jeweilige Stadt äußerst wichtigen Ereignissen bilden den Untersuchungszeitraum.
Im Falle Chicagos ist es der Brand des Oktober 1871, der die noch junge Stadt völlig dem Erdboden gleichmachte. Trotz der zunächst desaströsen kurzfristigen Folgen stellte sich die Katastrophe in den Jahrzehnten danach als Segen für die Stadt heraus, da die dann folgende Modernität Chicagos nur durch diese Leere und Traditionslosigkeit möglich gewesen war.
Im Fall der Stadt Berlin war die Öffnung der Berliner Mauer und die darauf folgende Wiedervereinigung beider Stadthälften ein tiefer Einschnitt, der eine Chance zum Neubeginn, und Hoffnung auf eine Rückkehr zu alter Stärke gab.
Gang der Untersuchung:
Drei Bereiche eines Metropolisierungsprozesses bilden die Trias der beide Städte nach den Ereignissen vergleichenden Arbeit:
1. Die Lage, also die Geostrategie, die in nicht geringem Maße die Chancen einer Stadt bestimmen: Chicago und Berlin als Drehkreuze der Mitte. Der Mittlere Westen und Mitteleuropa als zentrale Räume ihrer Kontinente, ohne welche beide Städte nicht denkbar wären.
2. Der literarische und journalistische Diskurs und Metropolenrausch als Vorwegnahme der Zukunft. Ein Metropolenrausch der Worte. Boosterism und Stadtmarketing als zweckoptimistisches Vermarkten einer kommenden Metropole.
3. Architektur. Die tatsächlich gebaute Metropole, mit der die großen aus verschiedenen Gründen vorhandenen Freiflächen gefüllt werden. Beide Städte gaben in den den Ereignissen folgenden Jahren mit der Chicago School of Architecture und der Neuen Berlinischen Architektur lokalen Architekturschulen ihren Namen, mit der die entleerten Stadtzentren rauschhaft gefüllt wurden.
Zu 1: Beide Städte waren Metropolen der Mitte. Sie sahen und sehen sich als Städte, die Vermittlerfunktionen zwischen Osten und Westen ihres jeweiligen Kontinents innehaben, und damit kulturell, politisch und demographisch unterschiedlich ausgerichtete Räume verbinden. Aus diesem geostrategischen Merkmal und Vorteil bezogen sie einen beträchtlichen Teil ihrer Erwartungen an eine bedeutendere Zukunft. Der Mittlere Westen und Mitteleuropa waren, und sind immer noch, die Räume, in denen sich beide Städte entwickelten und auf denen nicht zuletzt ihre Hoffnungen auf eine dynamische Metropolisierung in den untersuchten Perioden beruhten.
Die Erwartungen wurden genährt durch die Tatsache, daß Chicago aufgrund seiner günstigen geostrategischen Lage Verkehrsinfrastruktur gebaut hatte, die die Stadt zum Zentrum des Eisenbahn- und Kanalssystems Nordamerikas machten.
Im Falle Berlins würden erst jetzt die für Jahrzehnte unterbrochenen transeuropäischen Verkehrsstränge wieder aktiviert werden können, nachdem die politischen Gegebenheiten nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Länder wieder vorhanden waren. Berlin versuchte sich in der Folge der neuen europäischen Beziehungsmatrix als Schnittstelle eines schon vor dem Zweiten Weltkrieg bestehenden, und jetzt wieder auferstandenen Mitteleuropa zu positionieren.
Zu 2: Die Metropolisierung wurde nicht zuletzt optimistisch, manchmal auch aggressiv mit Worten vermarktet. Chicago war in der untersuchten Zeit eingebunden in eine euphorische demographische Verschiebung der gesamten USA, des Westerings. Viele zog es in den noch unterentwickelten Westen, auf einer amerikanischen Suche nach Glück und Reichtum.
Die aggressiven boosters, die oft als spekulative Landbesitzer getrieben von Eigeninteressen fast jeden Ort als die zukünftige Metropole des Mittleren Westens und des Westens sahen und hochzujubeln versuchten, waren „Stadtmarketing-Fachleute“ jener Zeit. Gewinner waren meist jene Städte, die es vermochten, Knotenpunkte des Güter- oder Personenverkehrs zu werden, weswegen sich Chicago schlußendlich als metropolitane Siegerin herauskristallisierte.
Aber auch seriöse Literatur und Zeitungen schlossen sich der Vermarktung von Städten, besonders von Chicago, an, weshalb der diskursive Optimismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen bezeichnet werden kann. Mit Bezeichnungen wie der Phönix Chicago wurde nach dem Brand oft ein gegebenenfalls noch stärkeres Chicago beschworen.
Wie auch im Nordamerika des 19. Jahrhunderts mit seinen Stadtwerbern versuchten Stadtmarketing und Politiker Berlin als quasi natürliche Metropole Mitteleuropas zu vermarkten. Auch hier sollte mit Slogans wie Das Neue Berlin die alte Zeit vergessen, und eine neue Zeit eingeläutet werden.
Jene Diskurse werden in der Arbeit nicht zuletzt dahingehend verglichen, ob europäische und nordamerikanische Komponenten den Worten der jeweiligen Meinungsmacher innelagen.
Zu 3: Beide Städte gründeten ihre Hoffnungen auf eine bedeutendere Zukunft nicht zuletzt auf die Architektur, die schnell und in großer Zahl auf den riesigen, in beiden Städten aus unterschiedlichen Gründen vorhandenen, innerstädtischen Freiflächen gebaut werden konnte. Sie waren anders als beispielsweise der Metropolenrausch in Zeitungen oder Literatur nicht ideell, sondern material. Das stürmische Wachstum der Hochhäuser der Chicago School of Architecture oder das schnelle Schließen der vielen Freiflächen mit neuen Gebäuden der Neuen Berlinischen Architektur waren Zeichen des Neubeginns auf dem Weg zu einer wiedergeborenen Metropole. Sie ähnelten sich trotz beispielsweise unterschiedlicher Höhe in wichtigen Kriterien.
Beide Architekturschulen verband, daß sie einen Ethos der Einfachheit vertraten. Ihre Gebäude sollten nüchtern, funktional und unprätentiös sein. Es wurde in beiden Städten von Kritikern aus anderen, gediegeneren Städten die Bezeichnung Parvenüarchitektur verwandt, die aufzeigen sollte, daß nur in diesen Städten der zweiten Chance eine solche Architektur möglich wäre.
Nichtsdestotrotz bergen die Schulen in Chicago eine amerikanische, und in Berlin eine europäische Komponente in sich. Viele markante Unterschiede werden in der Analyse beider Architekturschulen, und generell bezüglich des Aufbaus beider Städte in der Arbeit aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 1 | |
| 1. | Einleitung | 3 |
| 2. | Metropole | 8 |
| 3. | Metropolen der Geostrategie | 11 |
| 3.1 | Chicago - Entwicklung von der Peripherie als frontier-town zur zentralen Metropole des Mittleren Westens | 11 |
| 3.2 | Berlin - Entwicklung von einer historischen Randlage zu einer mitteleuropäischen Metropole in einem neuen gesamteuropäischen Kontext | 14 |
| 4. | Das psychologische Moment der Metropole -Metropolenrausch als diskursive Vorwegnahme der Zukunft | 18 |
| 4.1 | Chicago | 19 |
| 4.1.1 | Boosterism als Ausdruck des Städtewettbewerbs des amerikanischen Westens in der Frühphase Chicagos | 19 |
| 4.1.2 | Die Vollendung der Chicagoer Metropolenbestimmung zwischen dem dem Feuer 1871 und der Weltausstellung 1893 | 23 |
| 4.2 | Berlin nach dem 9.11.1989 | 25 |
| 4.2.1 | Der Diskurs des Metropolenrausches als virtuelle neue Gründerzeit | 26 |
| 4.2.2 | Metropole als Hauptstadt | 29 |
| 5. | Der architektonische Aspekt der Metropolenwerdung | 31 |
| 5.1 | Chicago School of Architecture - Chicagos Weg in die architektonische Moderne | 31 |
| 5.1.1 | Die innerstädtische Leere Chicagos als Ergebnis einer Katastrophe und als Vorbedingung für eine architektonische Metropolisierung | 31 |
| 5.1.2 | Profitorientierte Nüchternheit als Ausdruck einer neuen Zeit | 32 |
| 5.1.3 | Eine neue Form der architektonischen Qualität und Ästhetik | 36 |
| 5.1.4 | Die Chicago School of Architecture als amerikanische Architektur-architektonische Emanzipation von Europa und der Ostküste | 37 |
| 5.1.5 | Der Drang in die Höhe | 41 |
| 5.2 | Berlin nach 1989 | 43 |
| 5.2.1 | Die innerstädtische Leere Berlins als Ergebnis historischer und ideologischer Entwicklungen | 43 |
| 5.2.2 | Die Suche nach einer neuen städtebaulichen und architektonischen Identität | 46 |
| 5.2.2.1 | Das Scheitern progressiver urbanistischer Visionen in Berlin | 46 |
| 5.2.2.2 | Architektonischer und städtebaulicher Konservatismus als Mittel zur Restauration einer Europäischen Stadt | 49 |
| 5.2.2.2.1 | Kritische Rekonstruktion/Planwerk Innenstadt | 50 |
| 5.2.2.2.2 | Die Neue Berlinische Architektur | 51 |
| 6. | Fazit | 54 |
| 7. | Abbildungen | 61 |
| 8 | Leitideen | 77 |
| Louis Sullivan | 77 | |
| John W. Root | 78 | |
| Vittorio Magnago Lampugnani | 79 | |
| Hans Kollhoff | 81 | |
| 9. | Bibliographie | 82 |
| Literatur | 82 | |
| Zeitungen/Zeitschriften | 87 | |
| Internetquellen | 89 | |
| Fußnoten | 89 |
Textprobe:
Kapitel 5.1.2, Profitorientierte Nüchternheit als Ausdruck einer neuen Zeit: Schon John Whittiers Auferstehungsgedicht behandelt den Wiederaufbau als folgerichtigen Reflex einer Brandkatastrophe. Es wurde allgemein als selbstverständlich erachtet, dass Chicago auch physisch wiederauferstehen würde.
Die erste Architektur, die in den dem Feuer folgenden Jahren gebaut wurde, ist in den gestalterischen Mitteln ähnlich der Chicagos vor dem Feuer. Das Trauma des Verlustes, das trotz allem Optimismus des Wiederaufbaus vorhanden war, ließ vorerst noch keinen revolutionären architektonischen Stil zu. Stattdessen suchte man die Katastrophe in der Architektur zu verdrängen - Architects dressed their buildings up with ornaments and created an impression of permanence as a stopgag measure of consolidation. Eine architektonische Qualität wurde noch nicht in einer neuen architektonischen Formgebung, sondern noch in der Größe und dem Prunk des Bauwerks gesucht.
Tendenziell waren in den 1870er Jahren weiterhin eine ornamentale Architektursprache und ekklektizistischer Prunk, wenn finanziell möglich, einer nüchternen Strenge vorzuziehen, was nach einem Hauptvertreter des später einsetzenden neuen Weges in der Architektur, John Wellborn Root, in aufstrebenden Städten typisch ist - the crudity and self-assertion, the fondness for cheap ornament which always mark the architecture of new and ambitious towns, were characteristic of earlier Chicago work.
Die Architekten der im Folgenden thematisierten modernen Architektur bekamen erst ab etwa 1880 die ersten Aufträge in Chicago. Somit kann der Beginn der Chicago School of Architecture und damit der Durchsetzung eines neuen Architekturparadigmas bei etwa 1880 angesetzt werden.
Die weitgehende Nichtbeachtung der späteren Protagonisten der Chicago School of Architecture in den 1870er Jahren erwies sich für diese als Vorteil in kreativer Hinsicht. Perhaps it is a providence that we thus have time to cultivate our minds, inasmuch as it saves us from doing much crude work that in after times we should be ashamed of. This compulsory idleness doesn`t depress me very much, though it is tedious. For the ultimate success of an professional man is so dependent on his knowledge and industry and is acquiring the knowledge, he feels he can, if necessary, wait.
Es müssen also zwei Aufbauphasen unterschieden werden, die sich in ihrer Herangehensweise und architektonischen Substanz deutlich unterscheiden und von denen nur die zweite architektonisch neue Wege ging und als Chicago School of Architecture bekannt wurde.
The intervention of financial panic and of political and labor disturbances put a lucky distance between the immadiate architectural response to the fire and the more enduring one begun in the 1880s, now internationally recognized as the Chicago School.
Der im architektonischen Teil der Arbeit behandelte Zeitraum beträgt mehrere Jahrzehnte, von den konzeptionellen Anfängen durch Jenneys erste Stahlträgerkonstruktionen bis zur letztlichen Konsolidierung des Chicagoer Geschäftshaustypus spätestens 1910.
In diesen Jahren schuf diese Architekturschule ein Stadtbild, das sich deutlich von denen vergleichbar großer Ostküstenstädte und europäischer Städte unterschied, welche in ihrem ornamentaleren Stadtbild jeglichen Anflug von Einfachheit, Pragmatismus und architektonischer Strenge als Zugeständnis an kulturloses Profitstreben ansahen und dies zu kaschieren versuchten.
Der ab etwa 1880 einziehende architektonische Pragmatismus gab dem Stadtbild Chicagos eine serielle Qualität, die von Beobachtern erkannt wurde. Es sind immer die gleichen soliden Fundamente, die gleichen Fensterfluchten, die sich endlos fortsetzen, bis der Blick sich verliert, die gleichen Materialien zur Verkleidung - Granit, Marmor oder Ziegel -, und vor allem die gleiche Vorliebe für ununterbrochene Wiederholungen. In den Augen der für dieses monotone Stadtbild verantwortlichen Architekten war das Serielle der neuen Architektur ein Zeichen von Aufrichtigkeit. And we make them look all alike because they are all alike.
Da Chicago zunächst wie die Städte im Westen im Gegensatz zu den langsamer gewachsenen und älteren, östlichen Metropolen mehr städtischen Handels-, Verkehrs- und Versorgungsstationen als zivilisatorisch hochstehenden Kulturstädten ähnelte, gab es weniger kulturliebendes, europäisch orientiertes Bürgertum als dort. Stattdessen gab es eine utilitaristisch denkende Oberschicht, die trotz historistischer Anfänge beim frühen Wiederaufbau schließlich nutzenorientiert genug war um weniger Vorbehalte gegenüber in der damaligen Zeit untypisch strenger und nüchterner Architektur zu haben.
Die Chicago School of Architecture und ihre Nüchternheit kann also nicht losgelöst vom gesellschaftlichen Klima der Stadt und den Entscheidungen ihrer profitorientierten wirtschaftlichen Entscheidungsträger gesehen werden, die nach anfänglichem Ekklektizismus begannen, andere Prioritäten zu setzen. Die kapitalistische Wirtschaftsweise begann sich in der Architektur einzuschreiben. Never before in history had the demand for profit been so explicitly related to architecture.
Es waren die Auftraggeber und weniger die Architekten, die zunächst unornamental und sachlich dachten und die Chicagoer Architekten zu einer einfachen Architektur zwangen und disziplinierten und somit den Impuls für eine genuin Chicagoer Geschäftshausarchitektur gaben.
Der Rationalisierungsdruck, den der Investor Peter Brooks bei seinem Projekt des Montauk Buildings auf die Architekten Burnham und Root ausübte, war typisch für das architektonische Klima Chicagos. Die Auftraggeber waren durch ihr Nutzendenken zunächst visionärer als die Architekten ihrer Gebäude. The building throughout is to be for use and not for ornament. Its beauty will be in its all-adaptation to its use. Die Architekten wurden wie John Wellborn Root bei seinem Montauk Building, das schließlich in seinen Worten zu einer sugar-factory heruntergespart wurde, gezwungen, strikt kostenorientiert und nüchtern zu entwerfen.
The unprecedented and prophetic qualities of the Montauk were the consequence of Root`s translation of Brook`s and Aldis`s shrewd, daring, and original ideas into the design and construction of the skyscraper office building. It was an extraordinary union of talents, in which Peter Brooks issued the commands with the expectation of immediate and exact obedience.
Ein anderer die Architektur strenger und nüchterner machender Faktor war der Einfluss der Ingenieure auf ihre assoziierten Architekten. Dankmar Adler war der Ingenieur, der Louis Sullivan beeinflusste.
One cannot speak of Louis Sullivan apart from his gifted engineer-partner, Dankmar Adler. Sullivan was 24 when the partnership was formed in 1880. Adler 36. To Adler must be given great credit for the influence he undoubtedly exerted on his young partner, both professionally and intellectually.
Der allein arbeitende William Le Baron Jenney, der zunächst die am weitesten in die Moderne führenden Gebäude entwarf, war mehr Ingenieur als Architekt. Ornament vernachlässigte er zugunsten einer kompromisslosen Betonung der Stahlskelettbauweise in seinen Gebäuden, bei der er weiterging als die Architekten.
Der Architekturkritiker Montgomery Schuyler sah den Unterschied der Chicagoer Kommerzarchitektur zur bis dato bekannten Architektur unter anderem in seiner Ingenieurhaftigkeit. An architecture which in its problems has immensely more affinities with modern engineering than with historical architecture.
Trotz des großen Einflusses, den Investoren und Ingenieure bei der Chicago School of Architecture hatten, und trotz des für rationale Architektur offeneren Chicago wurde vom Architekten, da die kompromißlos den Kommerz betonende Architektur nicht von allen Beobachtern gutgeheißen wurde, architektonisches Selbstbewusstsein abverlangt.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836602709
Arbeit zitieren:
Riedel, Raimo Juli 2003: Der Traum von der Metropole, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Metropolisierung, Chicago, Berlin, Wolkenkratzer, Architektur



