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Transnationale Kooperation als Marketingstrategie im Kulturtourismus

Das Beispiel: Die Hansestadt Lübeck in der Ostseeregion

Transnationale Kooperation als Marketingstrategie im Kulturtourismus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Versec
  • Abgabedatum: Juni 2001
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 9,1 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6024-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6024-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6024-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Versec, Thomas Juni 2001: Transnationale Kooperation als Marketingstrategie im Kulturtourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Geographie, Raumordnung, Netzwerke, Europäische Union (EU), Interreg

Diplomarbeit von Thomas Versec

Einleitung:

Diese Diplomarbeit beleuchtet vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung die staatenübergreifende Kooperation auf dem Gebiet des Kulturtourismus in der Zukunftsregion Ostsee.

Der Kulturtourismus leistet als eine Zukunftsindustrie des 21. Jahrhundert einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung.

Das Thema der Diplom-Arbeit wurde von der für die touristische Vermarktung Lübecks zuständige Lübeck und Travemünde Tourismus-Zentrale (LTZ) angeregt. Sie ist Mitglied diverser transnationaler Organisationen in der Ostseeregion.

Der Verfasser war als wissenschaftlicher Mitarbeiter der LTZ aktiv am Projektverlauf beteiligt. Seine dort erlangten Kenntnisse und Erfahrungen ließ er in diese Diplomarbeit einfließen.

Ausgangspunkt war die Frage nach der Notwendigkeit einer Mitarbeit im Interreg-II-C-Projekt „HOLM – Pearls of the North“ der Europäischen Union (EU).

Projektinhalt ist die Identifizierung von thematisch zusammengehörigen Kulturgütern sowie deren gemeinsame Vermarktung.

Die Projektteilnehmer kommen aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sowie Schweden und Norwegen.

Dieses Projekt verfolgt zum großen Teil identische Ziele anderer Projekte, in denen die LTZ bereits aktiv ist.

Bereits die ersten Nachfragen bei anderen transnationalen Projekten ergaben, daß dort enge thematische Zusammenhänge zum HOLM-Projekt existieren. Allerdings scheint die Motivation einer Kooperation, sowohl innerhalb des HOLM-Projektes als auch mit anderen Projekten, eher gering zu sein, wie im Hauptteil noch gezeigt wird.

Weiterhin konnte ermittelt werden, daß die Anzahl transnationaler Kooperationen mittlerweile unübersichtlich geworden ist, so daß niemand der befragten Experten auf dem Gebiet der Ostseekooperation weder die genaue Anzahl, noch deren konkrete Aufgaben kennen. Es fehlt eindeutig eine Koordinationsstelle.

Daraus läßt sich die These ableiten: Es gibt eine unüberschaubare Anzahl von transnationalen Kooperationen auf dem Gebiet des Kulturtourismus in der Ostseeregion, die trotz teilweise identischer Methoden und Ziele nicht miteinander kooperieren.

Welchen Beitrag zur Problemlösung kann hierzu die Geographie leisten? Diese Arbeit untersucht anhand des HOLM-Projektes, inwieweit eine Kooperation auf dem Gebiet des Kulturtourismus erfolgt. Im Vergleich dazu werden andere ausgewählte Projekte beschrieben, die den Verantwortlichen erlauben, Zusammenhänge sowohl innerhalb als auch außerhalb des Projektes zu erkennen und daraus entstehende Synergien, wie z.B. optimale Ausnutzung von finanziellen und personellen Ressourcen, zu nutzen.

Vernetztes Denken und somit das Erkennen von Zusammenhängen wird auch im Tourismus immer wichtiger. Der Tourismus ist eine Querschnittsdisziplin mit Akteuren aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Tourismus, Marketing, Vertrieb, Verkehr u.a. Auch die Geographie ist eine „Querschnittsdisziplin“; sie kann Zusammenhänge für eine optimale touristische Entwicklung von Regionen aufzeigen und somit einen wichtigen Beitrag als Koordinator zwischen den im Tourismus beteiligten Akteuren leisten.

Neben der Literatur- und Internetrecherche wurden Experten-Interviews geführt sowie aktiv an Kongressen, Workshops und sonstigen Sitzungen teilgenommen. Darüber hinaus wurde für die Mitarbeiter am HOLM-Projekt ein zweiteiliger Fragebogen entwickelt.

Gang der Untersuchung:

Nach der Einleitung werden in Kapitel 2 die in dem Titel der Arbeit verwendeten Begriffe definiert. In Kapitel 3 werden Kooperationen, Netzwerke und Städtenetze beschrieben. Daraufhin wird in Kapitel 4 die Arbeitsgemeinschaft HOLM und in Kapitel 5 das HOLM-Projekt „Pearls of the North“ als Hauptuntersuchungsgegenstand in dieser Arbeit dargestellt, woran sich die Untersuchung der Marketingstrategie und von Problemen anschließt.

In Kapitel 7 werden acht weitere Organisationen, Kooperationen und Initiativen behandelt, die in einem thematischen Kontext mit HOLM stehen. Den Abschluß des Hauptteils bildet in Kapitel 8 der kritische Vergleich der angestrebten Projektergebnisse mit dem Status Quo (Anfang 2001) sowie die Unterbreitung von Handlungsempfehlungen.

Im Schlußteil werden die Arbeitsergebnisse zusammengefaßt und ein Ausblick gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis VIII
Kartenverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis VIII
Fotoverzeichnis IX
1. Einleitung 1
1.1 Problematik 1
1.2 Methodik 4
1.3 Literatur/Publikationen 5
2. Definitionen 6
2.1 Transnationale Kooperation 6
2.2 Marketingstrategie 6
2.3 Kulturtourismus 7
2.4 Hansestadt Lübeck 7
2.4.1 Geographische Angaben 8
2.4.2 Physiogeographische Grundlagen 8
2.4.3 Stadtgründung und -entwicklung 8
2.5 Ostseeregion 9
3. Transnationale Kooperationen und Netzwerke 12
3.1 Warum Kooperation? 12
3.1.1 Zwei Formen der Kooperation 13
3.1.2 Drei Phasen der Kooperation 13
3.1.3 Kooperation und Marketing 13
3.2 Netzwerkansatz 14
3.2.1 Definition „Netzwerk“ 14
3.2.2 Netzwerk und Kooperation 15
3.2.3 Netzwerkmodell 15
3.2.4 Regionale Netzwerke 17
3.2.5 Städtenetze 18
4. Arbeitsgemeinschaft HOLM 21
4.1 Mitglieder 21
4.2 Ausgangslage und Motivation 21
4.3 Organisation und Aufgabenverteilung 23
4.3.1 Leitungsgremien 23
4.3.2 Arbeitsgremien 24
4.3.3 Geschäftsstelle 24
4.4 Zehn Städtenetzkriterien 25
5. EU-Projekt „HOLM - Pearls of the North“ 28
5.1 Beschreibung 28
5.2 Präsentation der Teilnehmer 30
5.2.1 Lübeck 31
5.2.1 Lübeck 32
5.2.2 Andere Projektteilnehmer 35
5.2.2.1 Ostholstein 35
5.2.2.2 Schleswig 36
5.2.2.3 Nordwestmecklenburg 36
5.2.2.4 Hansestadt Wismar 37
5.2.2.5 Schwerin 37
5.2.2.6 Karlskrona 37
5.2.2.7 Kalmar 38
5.2.2.8 Växjö 38
5.2.2.9 Halden/Østfold 38
5.3 Organisationsstruktur 39
5.3.1 „Perlen“ 41
5.3.2 Nachhaltigkeit 42
5.4 Interreg II C-Ostseeraum 43
6. Marketingstrategien 48
6.1 Ziele im kulturtouristischen Marketing 48
6.2 Das Angebot 49
6.3 Zielgrößen 50
6.3.1 Leitbild 50
6.3.2 Image 52
6.3.3 Bekanntheit 54
6.3.4 Positionierung 54
6.3.5 Corporate Identity 55
6.3.6 Corporate Design 56
6.3.7 Kommunikation 58
6.4 Ausgewählte Probleme in der Arbeitsgemeinschaft und im Projekt 58
6.4.1 Kein Nutzen 59
6.4.2 Fehlende Motivation 60
6.4.3 Mangelndes Vertrauen 61
6.4.4 Mangelnder Informationsaustausch und Kommunikation 62
6.4.5 Wechselnde Akteure 63
6.4.6 Keine Identität 64
6.4.7 Mangelndes Interesse 65
7. Andere Organisationen 67
7.1 Baltic Sea Tourism Commission 67
7.2 Union of the Baltic Cities 70
7.3 Deutsches Küstenland e.V 71
7.4 PROTOUR e.V 71
7.5 REWAS e.V 72
7.6 Ostseebäderverband Schleswig-Holstein e.V 73
7.7 Deutsche Zentrale für Tourismus e.V 74
7.8 Landesregierung Schleswig-Holstein 75
7.8.1 Landesplanung und kommunale Planung 75
7.8.2 Kulturangebote 75
7.8.3 Sport 76
7.8.4 Marketing 76
7.8.5 Tourismuspolitik 76
7.9 Zusammenfassung 77
8. Ziele und Empfehlungen im Handlungsfeld Kultur und Tourismus 78
8.1 Begründung 78
8.2 Finanzierung, Paketangebote und koordinierte Vermarktungsansätze 79
8.2.1 Finanzierung 79
8.2.2 Paketangebote 80
8.2.3 Koordinierte Vermarktungsansätze 81
8.2.3.1 „Balder“ 82
8.2.3.2 „Smart“ 82
8.3 Perlenkette 83
8.3.1 Lübecker „Perlen“ 84
8.3.2 Auswahl und Anzahl der „Perlen“ 89
8.3.3 Zusammenhang der „Perlen“ 90
8.3.4 Themenvorschläge 90
8.3.4.1 Eine Tour zu historischen Siedlungsplätzen 91
8.3.4.1 Eine Tour zu historischen Siedlungsplätzen 92
8.3.4.2 Backsteingotik 95
8.3.4.3 LiteraTOUR 95
8.3.4.4 Ars Baltica 96
8.3.4.5 Weitere Vorschläge 96
8.3.5 Events 97
8.4 Qualitätsmanagement-Leitlinien 99
8.5 Qualifizierungsangebote 100
8.5.1 Tourismuskonzeption Schleswig-Holstein 100
8.5.2 „Baltic Tourism Academy“ (BTA) 101
8.5.3 Pro Baltica 103
8.5.4 Weitere Organisationen 103
8.6 Überblick 104
9. Zusammenfassung und Ausblick 105
10. Literatur 107
11. Anhang 113
1. Fragebogen 113
2. Ostseekooperation in der öffentlichen Wahrnehmung (Presseschlagzeilen) 115

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der europäische Radfahrerverband möchte bis zum Jahre 2011 einen ca. 8.000 km langen „Baltic-Sea Circuit“ eröffnen. Die geplante Strecke soll auch durch die „Pearls-of-the-North“-Partner Wismar, Nordwestmecklenburg, Lübeck, Ostholstein und Karlskrona verlaufen (Projektdokumentation S. 13 und 16). Weiteres Know-how können sowohl der Fahrradbeauftragte in Lübeck, als auch der OBV mit dem von ihm bereits entwickelten Ostseeküstenradweg von Flensburg bis Travemünde vermitteln. Hier wäre es sinnvoll mit Mecklenburg-Vorpommern zu kooperieren, da auch dort ein Radweg entlang der Ostseeküste existiert. Bemerkenswert ist, daß in der Broschüre „Die Mecklenburger Radtour 2001“ (herausgegeben in Stralsund) der Ostseeküstenradweg Schleswig-Holstein erwähnt wird und auch buchbar ist, während der entsprechende Prospekt vom Tourismusverband Schleswig-Holstein mecklenburgische Touren nicht mit aufführt. Des weiteren gibt das Verkehrsministerium Schleswig-Holstein ausgewählte Tourenvorschläge heraus. Dort existiert auch das Programm „Fahrradfreundliches Schleswig-Holstein“ sowie das „Fahrradforum Schleswig-Holstein“. Und die LTZ entwickelte, anläßlich des 250. Todesjahres des Komponisten Johann Sebastian Bach, das Pauschalangebot „Bach&Bike“. Hier konnte der Gast den Weg des jungen Bach von Lüneburg nach Lübeck mit dem Fahrrad nachfahren. Alle diese Themenrouten könnten von dem potentiellen Gast auf der gemeinsamen Homepage virtuell nachgefahren werden, inklusive aller nötigen Informationen, um ihn so zu einem Destinationsentscheid zugunsten der Ostseeregion zu bewegen. Dies könnte in Kooperation mit dem Projekt „Hanseatic Revival“ der BTC erfolgen, da hier ein „HanseWeb“ aufgebaut werden soll. Natürlich lassen sich alle erwähnten Verkehrsmittel im Sinne eines attraktiven Paketangebotes miteinander verknüpfen. Diese Paketangebote müßten dann über eine gemeinsame Homepage buchbar sein. 8.2.3. Koordinierte Vermarktungsansätze Hier werden zwei transnationale Projekte mit Synergie-Potential vorgestellt: [...]

8.2.2. Paketangebote Zu den Paketangeboten oder neudeutsch „Packages“ gehören für den Gast neben attraktiven Übernachtungsund Gastronomieleistungen optimale Verkehrsanbindungen zwischen den Kulturgütern. Fast schon zwangsweise bieten sich in der Ostseeregion Fähren an. Hier gilt es z.B. Kontakte mit der BTC herzustellen, die ein entsprechendes Projekt bearbeitet und demnach über entsprechende Kompetenzen verfügen sollte („Key to the Ferries“). Darüber hinaus befaßt sich auch das „Baltic Tourism Project“ (BTP) vom Verein Deutsches Küstenland (DKL), REWAS und PROTOUR in einem Schwerpunkt mit Fähren-Tourismus. Hier wurden u.a. die Chancen für thematische Ostseerundreisen und die Kooperation mit touristischen Leistungsträgern erörtert, die „durch anerkannt wirkende Organisation, wie die BTC oder die UBC“ koordiniert werden sollen (Quelle: Projektdokumentation „Tourismusregion Ostsee“, S. 39). Fährschiff-Tourismus wird im BTP einerseits als „zukunftsträchtiges Segment“ (S. 9) angesehen, andererseits wird ein Rückgang von Passagieren und Fahrzeugen im Jahr 2005 prognostiziert (S. 33), z.B. durch wachsende Überkapazitäten, den Wegfall von duty-free-Einkäufen und die geplanten festen Querungen, u.a. des Fehmarnbelts. Hier liegt also ein Widerspruch vor! Auch der Flugverkehr spielt für das Zusammenwachsen der Ostseeregion eine immer wichtigere Rolle: So wird z.Zt. der Ausbau des Flughafens LübeckBlankensee geprüft, der somit überregionale Bedeutung im transbaltischen Flugverkehr gewinnen könnte. Ein möglicher Partner wäre die Fluggesellschaft „Skandinavian Airlines“ (SAS), weil sie eine Vielzahl von Airports in der Ostseeregion anfliegt, daher potentielle Gäste befördert, und z.B. in Lübeck ein Hotel betreibt. Als „Perlen“ verbindendes Vehikel dient auch aus ökologischer und somit nachhaltiger Sicht der Fahrradtourismus. Hier bieten sich Kooperationsmöglichkeiten wiederum mit dem „Baltic Tourism Project“ an, welches im Schwerpunkt „Fahrradtourismus im Ostseeraum“ u.a. die Planung und Schaffung eines Radroutennetzes sowie entsprechende Qualitätsstandards diskutierte. Hier ist auch die LTZ involviert. [...]

Einige HOLM-Mitglieder sind auch Mitglieder u.a. im Ostseebäderverband (OBV) aber auch in der BTC und UBC (siehe Tabelle 3). Hier stellt sich die Frage, warum nicht erst einmal innerhalb bereits bestehender Organisationen und Projekte kooperiert wird, ehe für neue Projekte Mittel investiert werden, die dann beispielsweise für neue Mitarbeiter oder den Aufbau touristischer Infrastruktur nicht mehr zur Verfügung stehen. Gerade BTC und UBC sind durch ihre Verflechtung und Kontakte prädestiniert für transnationale Kooperationen auf höchstem Level und nicht HOLM mit nur drei Staaten und zehn Projektpartnern. Tab. 3: Mitgliedschaften in Organisationen HOLM Wismar Lübeck Växjö Kalmar Karlskrona x x x x x UBC x x x x x x BTC x x [...]

Arbeit zitieren:
Versec, Thomas Juni 2001: Transnationale Kooperation als Marketingstrategie im Kulturtourismus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Geographie, Raumordnung, Netzwerke, Europäische Union (EU), Interreg

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