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Trainingskonzept Teambildung

Vertrauen und Kommunikation im Projektteam

Trainingskonzept Teambildung
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Rebecca Fleckenstein
  • Abgabedatum: Juli 2010
  • Umfang: 61 Seiten
  • Dateigröße: 968,7 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 70
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0692-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fleckenstein, Rebecca Juli 2010: Trainingskonzept Teambildung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gruppe, Wir-Gefühl, Motivation, Outdoor-Training, Teamentwicklung

Bachelorarbeit von Rebecca Fleckenstein

Einleitung:

Die Märkte fordern ein Umdenken. Immer mehr Organisationen arbeiten mittlerweile mit teambasierten Arbeitsstrukturen. Auch Projektarbeit liegt stark im Trend. Viele Unternehmen versprechen sich von den neuen Organisationsstrukturen Innovation sowie Zeit- und Kostenersparnis. Doch die Management- und Gruppenforschung hat gezeigt, dass Teams keine Selbstläufer sind und nicht allein durch die Gründung hervorragende Ergebnisse liefern. Der Erfolg eines Teams ist abhängig von den fachlichen und sozialen Kompetenzen der Teammitglieder. Natürlich ist Fachwissen bedeutend, deshalb wird auch in der schulischen und universitären Ausbildung viel Wert auf fachliche Inhalte gelegt. Aber wie entwickeln sich Sozialkompetenzen? Sind diese überhaupt so evident? Bei einer Umfrage von 80 Personalleitern großer bis mittelständiger Unternehmen waren sich mehr als die Hälfte der Befragten darüber einig, dass die sogenannten ‘Soft Skills’ sogar wichtiger seien als das Fachwissen. Zu diesen ‘Soft Skills’ zählt auch die Teamfähigkeit.

Deshalb geht es in dieser Arbeit um Teamfähigkeit, konkreter um die Kompetenzen, die in einem Team benötigt werden und im Speziellen, die in der ersten Phase der Teamentwicklung gebildet werden sollten, um als effizient arbeitendes Team zu fungieren. Dabei stellen sich folgende Fragen:

Was ist ein Team?

Welche Einflüsse wirken auf die Teamarbeit?

Wie entwickelt sich ein Team?

Welche Faktoren sind in der ersten Entwicklungsphase wichtig für den späteren Erfolg eines Teams?

Wie können diese Faktoren mittels eines Teamtrainings beeinflusst werden?

Warum sind Kommunikation und Vertrauen so bedeutend für den Erfolg eines Projektes und wie kann man speziell diese Punkte durch ein Training unterstützen?

Die vorliegende Arbeit versucht diese Fragen zu klären und anhand eines Projektteams des studentischen Vereins ‘Marketing zwischen Theorie und Praxis e.V.’ (MTP) zu veranschaulichen. Die Bachelorarbeit ist daher in zwei Teile gegliedert. In einem ersten Theorieteil sollen Grundlagen und Fakten dargelegt werden. Aus diesem Grund wird zu Beginn zunächst der Teambegriff abgegrenzt und die Einflussfaktoren der Teamarbeit herausgearbeitet. Danach werden die Einflussgrößen der Teamarbeit dargestellt. Anschließend wird der Teamentwicklungsprozess anhand des Modells von Tuckman vorgestellt und die einzelnen Erfolgsfaktoren des Teambildungsprozesses in der ersten Phase festgelegt. Dabei liegen die Schwerpunkte auf Kommunikation und Vertrauen, da diese Elemente von besonderer Bedeutung für die dargestellten Prozesse sind. Der sich anschließende zweite Teil basiert auf diesen Erkenntnissen und beinhaltet ein Trainingskonzept speziell konzipiert für das Projektteam des Vereins MTP. Hierfür wird der Verein MTP, das Projekt sowie das Team des MTPs vorgestellt, um darauf aufbauend ein individuelles Trainingskonzept zu erstellen. Dieses Konzept wird im Anschluss detailliert vorgestellt und begründet. Die Trainingselemente zum Thema Kommunikation und Vertrauen werden hierbei besonders beleuchtet. Abschließend wird ein kurzer Ausblick in Bezug auf den Erfolg des Projektteams gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS 3
EINLEITUNG 4
I. THEORIE DER TEAMARBEIT 6
1. TEAMS 6
1.1 BEGRIFFSABGRENZUNG ZWISCHEN GRUPPE UND TEAM 6
1.2 TEAMARTEN 6
1.3 EINFLUSSFAKTOREN DER TEAMARBEIT 7
2. ENTWICKLUNGSPHASEN EINES TEAMS 8
2.1 MODELL NACH TUCKMANN 8
2.2 FORMING 9
2.3 STORMING 10
2.4 NORMING 11
2.5 PERFORMING 11
3. ERFOLGSFAKTOREN DER TEAMARBEIT 12
3.1 ÜBERBLICK 12
3.2 ZIELSETZUNGEN IM TEAM 12
3.3 MOTIVATION 13
3.4 WIR-GEFÜHL 13
3.5 VERTRAUEN 14
3.5.1 Begriffsdefinition und -abgrenzung 14
3.5.2 Bedingungen der Vertrauensentwicklung 15
3.5.3 Die Bedeutung von Vertrauen in Projektteams 17
3.6 KOMMUNIKATION 18
3.6.1 Der Begriff Kommunikation 18
3.6.2 Das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun 18
3.6.3 Bedeutende Faktoren der Kommunikation im Projektteam 20
II. TRAININGSKONZEPT 22
4. VORSTELLUNG DES VEREINS UND BEDARFSERMITTLUNG 22
4.1 DER VEREIN ‘MARKETING ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS E.V.’ 22
4.2 DAS PROJEKT ‘DIE GESCHÄFTSSTELLENVERSAMMLUNG 2010’ 22
4.3 DAS PROJEKTTEAM 23
5. DAS TRAININGSKONZEPT 23
5.1 TEAMBILDUNGSTRAINING 23
5.1.1 Begriffs- und Themeneingrenzung 23
5.1.2 Das ‘Low Impact Programm’ 24
5.1.3 Die Vorteile des ‘Low Impact Programms’ 25
5.2 ZIELE DES TRAININGS 26
5.3 ABLAUF DES TRAININGS 27
5.3.1 Rahmenbedingungen 27
5.3.2 Kennenlernen, Erwartungen und Trainingsregeln 28
5.3.3 Ziele und Zielsetzung im Projektteam 29
5.3.4 Maßnahmen zu Kommunikationsverbesserung 30
5.3.5 Maßnahmen zu Vertrauensförderung 35
5.3.6 Das Wir-Gefühl 38
6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 39
7. LITERATURVERZEICHNIS 41
8. EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 46
9. ANHANG 47

Textprobe:

Kapitel 5.3, Ablauf des Trainings:

5.3.1, Rahmenbedingungen:

Obwohl sich diese Arbeit vor allem mit den Fähigkeiten Vertrauen und Kommunikation im Team auseinandersetzt, werden auch die anderen Lernpunkte (in gekürzter Form) vorgestellt, da sich die Ziele, wie bereits erwähnt, gegenseitig unterstützen und deshalb die Maßnahmen nicht einzeln betrachtet werden können.

Das Trainingskonzept ist auf zwei Tage ausgerichtet. Als Lokalität steht dem Team ein ansprechendes Selbstversorgerhaus im Fichtelgebirge zur Verfügung. Das gewählte Trainingshaus bietet zum einen die Nähe zur Natur, aber auch professionelle Trainingsräume sowie die Möglichkeit sich auch beim gemeinsamen Vorbereiten von Speisen besser kennenzulernen. Bei gutem Wetter werden alle Übungen im Freien veranstaltet, denn die Natur verstärkt das abenteuerliche Erlebnis und das Erlernte bleibt durch den emotionalen Einfluss nachhaltiger bestehen. Nach der Anreise beginnt das Training um 10 Uhr mit der Vorstellung der Trainingsagenda, um die Teilnehmer über den Ablauf der kommenden zwei Tage zu informieren und die Lokalität sowie Rahmenbedingungen kurz vorzustellen.

5.3.2, Kennenlernen, Erwartungen und Trainingsregeln:

Kennenlernen:

Nach der Klärung offener Fragen startet das Training mit einem Kennenlernspiel. Durch die Vereinsarbeit kennen sich die Teammitglieder bereits beim Namen, deshalb setzt das Kennenlernen im fortgeschrittenen Teil des Prozesses an. Der Trainer fordert die Trainees auf einen Luftballon zu wählen und mit einem Stift eine besondere Fähigkeit, ein besonderes Erlebnis und ein Hobby darauf zu notieren. Die Vorgabe, welche Angaben auf dem Ballon notiert werden sollen, erleichtert den Teilnehmern die Entscheidung, welche Informationen sie von sich erzählen sollen. Sobald alle Teilnehmer bereit sind, startet die Musik, die Teilnehmer tanzen durcheinander und werfen die Ballons durch die Luft. Stoppt die Musik, fängt jeder Teilnehmer einen Ballon und der Trainer nennt eine Farbe. Alle Trainees mit einem der Farbe entsprechenden Ballon müssen nun der Reihe nach herausfinden, zu wem der Ballon gehört. Sie lesen die Informationen laut vor und spekulieren anschließend über den Besitzer des Ballons. Wird die Person erraten, darf diese kurz zusätzliche Informationen zu seinen Punkten auf dem Ballon erklären. Das Spiel wird solange fortgeführt bis alle Farben genannt und sich somit alle Beteiligten vorgestellt haben. Das Spiel eignet sich gut am frühen Vormittag, da Musik und Bewegung für gute Laune sorgen und die Teilnehmer aktivieren. Zudem wird durch die Bewegung der Prozess des Kennenlernens erleichtert, in dem eine vertrauensvolle Atmosphäre entsteht, in der Berührungsängste und Unsicherheiten abgebaut werden und in der die Teammitglieder schnell mehr über einander erfahren.

Erwartungen:

Nach Abschluss dieses Spiels setzten sich die Teilnehmer in einen Stuhlkreis ohne Tische. Diese Sitzordnung erleichtert es Einstellungen und Gefühle von sich preiszugeben. Die anschließende Erwartungsabfrage beschränkt sich auf die emotionale Ebene, d.h. welche Einstellungen, Befürchtungen und Hoffnungen haben die Teilnehmer bezüglich des Trainings, da die inhaltliche Seite des Trainings bereits in einem Bedarfsanalyseworkshop geklärt wurde. Die Erwartungen an das Training sind sowohl für den Trainer, als auch für die anderen Teammitglieder wichtig, denn nur so können diese Emotionen Berücksichtigung finden. Um zu gewährleisten, dass alle Teilnehmer ungehemmt ihre Befürchtungen oder ähnliches offenlegen, wird dabei die Methode der geheimen Kartenabfrage gewählt. Auf eine Gruppierung der Karten wird in diesem Fall verzichtet, da lediglich ein Eindruck vermittelt werden soll und anderenfalls der Zeitaufwand unverhältnismäßig wäre.

Trainingsregeln:

Aufbauend auf diesen Erwartungen werden den Teilnehmern wichtige Regeln des Trainings und auch der zukünftigen Teamarbeit durch den Trainer erklärt. Zentral sind dabei die Feedbackregeln, denn in Abschnitt 3.5 ‘Vertrauen’ wurde bereits erläutert, dass sich ein Team nur durch Feedback weiterentwickeln kann. Zur Vermeidung von Konflikten und der damit verbundenen Demotivation innerhalb des Teams, ist es fundamental, die im Anhang aufgelisteten Regeln zu kennen und anzuwenden. Zum besseren Verständnis sind die Regeln auf einem Flipchart visualisiert. Dieser Flipchart bleibt während des ganzen Trainings sichtbar stehen, damit der Trainer kontinuierlich an die Regeln erinnern und darauf verweisen kann. Dadurch, dass der Flipchart zum Poster werden kann, eignet er sich in diesem Fall besonders. Durch das ständige Üben verinnerlichen die Teilnehmer die Vorgehensweise.

5.3.3, Ziele und Zielsetzung im Projektteam:

Nachdem die Regeln der Zusammenarbeit klar sind, soll zum Thema Zielsetzung übergeleitet werden. Dazu geht es zur Auflockerung weiter mit einem Spiel, dem gordischen Knoten. Dieser funktioniert wie folgt: Alle Teammitglieder kommen eng in einem Kreis zusammen, schließen die Augen, heben die rechte Hand und fassen die Hand eines anderen Spielers. Dabei muss der Trainer darauf hinweisen, dass die Spieler nicht die Hand des Nachbarn greifen sollen. Hat jeder Spieler eine rechte Hand gefasst, wird der gleiche Prozess mit der Linken durchgeführt. Nun sind alle Teilnehmer verknotet. Ihre Aufgabe besteht darin, den Knoten zu lösen, ohne die Verbindung der Hände aufzuheben. Durch die enge Verknotung kommen sich die Teilnehmer körperlich nahe, was den Abbau von Distanz und den Aufbau zwischenmenschlichen Vertrauens unterstützt. Auch müssen die Teilnehmer miteinander kommunizieren, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Deshalb fördert diese Übung nicht nur den Übergang zum Thema Zielsetzungen, sondern dient auch dem Aufbau eines Wir-Gefühls, der Kommunikation und bei Erfolg auch der Motivation.

Nachdem die Aufgabe bewältigt ist, wird das Vorgehen der Spieler analysiert. Um den Übergang zum Thema ‘Ziele’ zu finden, müssen Fragen bezüglich der Strategie, konkreter Maßnahmen und der Aufgabenübernahme den Mittelpunkt der Reflexion bilden. Trotzdem darf aber auch kurz über das Kommunikationsverhalten und die Gefühle gesprochen werden.

Nachdem die Bedeutung von Zielen in der Projektarbeit geklärt ist, sollen die Teammitglieder im Rahmen dieses Trainings lernen wie man Ziele richtig formuliert und dieses Wissen umgehend anhand fünf wichtiger Ziele für das GSV-Projekt üben. Zuvor muss ihnen allerdings das theoretische Wissen vermittelt werden. Dafür werden ihnen die SMART-Regeln der Zielsetzung vermittelt. Dies geschieht durch den Trainer und wird mittels des Flipcharts visuell unterstützt. Wissen alle Teilnehmer wie Ziele formuliert sein sollen, wird ihnen darüber hinaus erklärt, wie man von dem konkreten Ziel, über eine Strategie bis hin zu genauen Handlungsanweisung inklusive Projektplan kommt.

In Gruppenarbeit werden dann von allen Teilnehmern gemeinsam fünf GSV-Projektziele gesetzt und bis hin zu den einzelnen Maßnahmen herunter gebrochen. Durch die direkte praktische Umsetzung wird der Transfer des theoretischen Wissens in den Projektalltag unterstützt. Nach Meyer dient das Üben drei Zwecken, der Verinnerlichung des Gelernten, der Qualitätssteigerung und dem Zweck des Transfers. Um die entwickelten Maßnahmen direkt übernehmen zu können, werden alle Ergebnisse auf Pinnwand und Flipchart festgehalten und anschließend ein Fotoprotokoll erstellt. Vor dem Einstieg in den wichtigen Trainingspunkt der Kommunikation, findet zur Erholung eine kurze Pause statt.

Arbeit zitieren:
Fleckenstein, Rebecca Juli 2010: Trainingskonzept Teambildung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gruppe, Wir-Gefühl, Motivation, Outdoor-Training, Teamentwicklung

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