Trainerkompetenz und Trainerauswahl
Eine Fallstudie zur betrieblichen Weiterbildung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Bettina Eismann
- Abgabedatum: Februar 2004
- Umfang: 163 Seiten
- Dateigröße: 977,9 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8809-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8809-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8809-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Eismann, Bettina Februar 2004: Trainerkompetenz und Trainerauswahl, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Personalauswahlverfahren, Kompetenzfeststellung, qualitative Forschung, Training, Personalentwicklung
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Diplomarbeit von Bettina Eismann
Zusammenfassung:
Geht man davon aus, dass der Erfolg von betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen entscheidend von den mit der Bildungsarbeit betrauten Trainern abhängt, dann stellt sich die Frage, wie man in einer Situation, in der Trainer, Beratergruppen und Weiterbildungsinstitute „wie Pilze aus dem Boden schießen“, gute und geeignete Anbieter auswählen kann? Die Auswahl, den Einsatz und die Erfolgsbewertung von Trainern macht schwierig, dass einerseits Trainer ist, wer eine dafür qualifizierende Aus- und Weiterbildung erfolgreich absolviert hat, andererseits aber auch Trainer ist, wer sich einfach so nennt. Aber welche Qualifikationen und Kompetenzen sollten Trainer in der betrieblichen Weiterbildung haben? Welche Merkmale zeichnen darüber hinaus einen guten Trainer aus? Ihre Auswahl impliziert außerdem die Frage nach der Möglichkeit der Feststellung dieser Kompetenzen. Daneben ist zu klären, wie diese in einem Auswahlverfahren umgesetzt werden kann.
Der Aufbau der Arbeit gliedert sich in folgende Schritte:
Im ersten geht es um die Festlegung eines Begriffsrahmens und die Darstellung des Forschungsstandes zu oben genannten Fragen. Es wird der Gegenstand der Arbeit, der Begriff des externen Trainers geklärt. Daran schließt sich die Erläuterung der Relevanz von Kompetenzen für dessen berufliches Handeln an. Es wird dargelegt, was unter Kompetenz zu verstehen ist und wie sie sich auf das berufliche Handeln auswirkt. Im weiteren Verlauf wird der Blick verengt auf die Tätigkeit in pädagogischen Handlungszusammenhängen (das heißt auch jede Form von Training und Vermittlung), und welche Voraussetzungen die dort Tätigen erfüllen sollten.
Daraufhin geht die Arbeit der Frage nach, wie das Vorhandensein dieser Voraussetzungen, speziell von Kompetenzen, festgestellt werden kann. Es folgt eine Darstellung des aktuellen wissenschaftlichen Stands der Kompetenzmessung, ihrer Möglichkeiten und Grenzen.
Der letzte theoretische Teil der Arbeit behandelt Methoden, die bei der Auswahl von Trainern angewendet werden. Es ist zu klären, welche Anforderungen die betriebliche Weiterbildung an Referenten stellt und welche Verfahren zu ihrer Selektion praktiziert und vorgeschlagen werden.
Auf die theoretische Auseinandersetzung mit diesen Themen folgt der empirische Teil der Arbeit. Ziel ist es, eine Handlungsempfehlung zur Optimierung der Trainerauswahl bei der ZF Sachs AG zu entwickeln. Die Beteiligten schildern in Interviews den Ablauf und die Kriterien des bisherigen Auswahlverfahrens. Durch die qualitative Methode wird versucht, ein vertieftes Verständnis ihrer Vorgehensweise und Entscheidungsmaximen zu ergründen. Die Ergebnisse der qualitativen Studie werden den Weiterbildungsbeauftragten der ZF Sachs AG vorgelegt und mit ihnen diskutiert. Resultat dieser Debatte ist die Festlegung der Schritte des zukünftigen Auswahlverfahrens und von Kriterien, die in ein Anforderungsprofil an externe Trainer eingehen.
Die Ergebnisse der Datenauswertung und der Diskussion mit den Beteiligten werden vor dem Hintergrund der Theorieergebnisse aus dem ersten Teil der Arbeit erörtert. Das Endergebnis der Arbeit ist ein Konzeptvorschlag zur Trainerauswahl für die ZF Sachs AG.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Einleitung | 1 |
| 1. | Wie kam es zu diesem Thema? | 1 |
| 2. | Fragestellung und Aufbau | 2 |
| II. | Die ZF Sachs AG - Fallbeispiel dieser Arbeit | 4 |
| 1. | Kurze Vorstellung des Unternehmens | 4 |
| 2. | Führungsverständnis und Unternehmenskultur | 4 |
| 3. | Die Abteilung Weiterbildung am Standort Schweinfurt | 6 |
| III. | Kompetenzen von Trainern in der betrieblichen Weiterbildung | 8 |
| 1. | Bezeichnungen für die Beschäftigten in der Weiterbildung | 8 |
| 1.1 | Begriffe der Erwachsenenbildung und betrieblichen Weiterbildung | 8 |
| 1.2 | Externe Trainer | 9 |
| 2. | Kompetenz und ihre für Trainer relevanten Facetten | 10 |
| 2.1 | Klärung des Kompetenzbegriffs | 10 |
| 2.2 | Berufliche Handlungskompetenz | 13 |
| 2.3 | Professionelle Pädagogische Kompetenz | 15 |
| 2.4 | Kompetenzen von Lernvermittlern | 18 |
| 2.5 | Zusammenführung der Kompetenzmodelle | 21 |
| 2.6 | Didaktische Kompetenz | 22 |
| 2.7 | Qualifikation und ihre Abgrenzung zu Kompetenz | 23 |
| IV. | Qualifikationsmessung, Kompetenzfeststellung und Konsequenzen für die Trainerauswahl | 26 |
| 1. | Möglichkeiten und Grenzen der Qualifikationsmessung und Kompetenzfeststellung | 26 |
| 1.1 | Zertifikate als Indikator für Qualifikationen? | 26 |
| 1.2 | Theoretische Grundlagen der Erfassung und Messung von Kompetenz | 27 |
| 1.3 | Methodische und instrumentelle Probleme | 29 |
| 1.4 | Der Zusammenhang von Wissen und Können | 31 |
| 1.5 | Konsequenzen für die Kompetenzfeststellung | 32 |
| 1.6 | Die Bedeutung von Kompetenzen und Qualifikationen für die Trainerauswahl | 43 |
| 2. | Der Trainerauswahlprozess | 35 |
| 2.1 | Anforderungen an Trainer | 35 |
| 2.2 | Vorgehensweisen bei der Trainerauswahl | 37 |
| 2.3 | Prozessmodell für eine professionelle Trainerrekrutierung | 39 |
| 2.4 | Fazit für die Trainerauswahl | 42 |
| V. | Qualitative Studie: Trainerkompetenz und Trainerauswahl bei der ZF Sachs AG | 43 |
| 1. | Fragestellung | 43 |
| 2. | Forschungsdesign | 43 |
| 2.1 | Untersuchungsplan | 43 |
| 2.2 | Erhebungsverfahren | 44 |
| 2.3 | Auswertungsverfahren | 49 |
| 2.4 | Gütekriterien | 53 |
| 3. | Ergebnisse | 54 |
| 3.1 | Zusammenfassung der Interviews | 54 |
| 3.2 | Vergleich und Diskussion auf Codebasis | 67 |
| 3.3 | Ergebnisse der gemeinsamen Diskussion | 79 |
| 3.3.1 | Anforderungsprofil für externe Trainer bei der ZF Sachs AG | 80 |
| 3.3.2 | Verfahren für die Trainerauswahl bei der ZF Sachs AG | 83 |
| VI. | Resümee | 89 |
| VII. | Literaturverzeichnis | 93 |
| VIII. | Danksagung | 103 |
| IX. | Anhang | 104 |
| 1. | Vergleich und Auswertung auf Codebasis | |
| 2. | Transkripte der Interviews | |
| 3. | Protokoll der gemeinsamen Diskussion |
verbindliche Art. Da ist dann eben wo man sagt, auf so knifflige Fragen auch so Antworten gegeben, wo man sagt, ja, das passt. Auch klar gesagt, wo sie ihre Schwerpunkte nicht sieht, wenn man so den Themenkreis mal ein bisschen aufbläst, dass uns einer nicht so die eierlegende Wollmilchsau verkaufen will. Dann auch ganz klar sich abgrenzt, wo sie sagt das ist nicht mein Bereich, da sollen sie besser jemand anderes nehmen. Wenn man so etwas kann als Trainer, dann ist es schon viel wert. Und so etwas hat uns dann überzeugt. I: Das heißt, die Abteilung entscheidet, also der Herr (Z), du und der Herr (Y). Und wie geht es dann weiter? Ist der Trainer dann schon engagiert, oder macht der dann erst noch mal ein Probetraining, oder B: Also es ist dann so, dass wir einfach halt die Konditionen vereinbaren und einen Vertrag machen. Und den Vertrag machen wir im Hinblick auf ein Jahr zukünftiges Training. Das heißt, wenn wir so ein Gespräch führen, haben wir irgendwo einen Bedarf, der auch so ist, dass wir sagen, lass uns doch mal die nächsten 3-4-5 Monate ein Seminar dazu machen. Das heißt dieses erste Seminar ist für uns schon ein Probetraining, wird aber vertraglich gleich so weit festgeklopft, dass wir sagen, wenn das gut ist, und davon gehen wir mal aus, weil wir hoffen, dass wir vernünftig ausgewählt haben, dass wir gleich Vertrag und so weiter fix und fertig machen, dass es auch für zukünftige Seminare geht. Ist dieses Probetraining nicht erfolgreich, vergibt man sich ja auch nichts, der Vertrag steht, aber im Endeffekt wird er halt einfach nicht mehr weiter mit Aufträgen gefüllt. Weil das nur ein allgemeiner Vertrag ist, der halt Honorar festlegt, Spesensätze und so weiter. Also das heißt, man kann dann so was auch wieder ganz normal auslaufen lassen. I: Wenn das Training dann doch nicht den Erwartungen entspricht. Wie zufrieden bist du jetzt damit, wie das bisher abläuft? Weil es ist ja doch anscheinend irgendwie so ein Unbehagen dabei, oder weiß ich nicht, also irgendein Grund, dafür dass man gesagt hat, also wir hätten da doch gerne mal etwas, ein Auswahlverfahren, das irgendwie wissenschaftlich untermauert ist oder so. Sollte sich daran etwas ändern? B: Also wie zufrieden bin ich damit? Das heißt in Zukunft haben wir uns ja doch (Pause) Mühe gegeben, dass wir vernünftig auswählen. Das heißt, wir haben ja auch meistens vernünftig ausgewählt, aber das ist natürlich doch immer etwas, was sehr vage ist. Wir haben ein paar handschriftliche Notizen dabei, aber jetzt beispielsweise bei dem einen Bekannten, wo ich sage ich bin der Meinung, er ist ein guter Trainer, der Herr (Z) lehnt ihn ab. Da haben wir eigentlich sehr wenig Handfestes warum das so ist. Man kann es am Gesprächsverlauf nachvollziehen, aber jetzt an Fakten direkt kann ich es nicht festmachen. Oder schon, aber halt sehr vage. Wenn wir jetzt so einen teilstrukturierten Leitfaden hätten, oder irgendeine Art Checkliste, das wir sagen, wir setzen uns mal vorher zusammen und sagen, was wären denn so Schlüsselqualifikationen, die wir auf jeden Fall abtesten wollen, tragen die in den Bogen ein und bewerten dann aber auch diese Schlüsselqualifikationen im Gespräch oder unmittelbar danach, also das heißt, wo dann ein strukturierteres Vorgehen bei dieser ganzen Trainerbewertung dahintersteckt, auch eben mit mehreren Kriterien. Das würde uns mit Sicherheit helfen. Wo ich sage, ich hätte den Hans-Peter (Wendel) schon mal ganz gerne gehabt. Bei so einem Teamtraining hätte ich ihn gerne mal erlebt bei Sachs, ich glaube das wäre gut gelaufen. So, hätte ich jetzt eine Liste gehabt mit 10 Kriterien, bei 3 hätte er schlecht abgeschnitten, aber die anderen 7 wären ok gewesen, dann hätte man sagen können, ok, wir riskieren es trotzdem mal mit einer Gruppe, da vergeben wir uns jetzt nicht so viel. Und ich weiß, dass er das Thema schon mal bei Daimler gemacht hat, Einführung Gruppenarbeit, ich hätte mich gewundert, wenn es daneben geht. Und wenn das dann geklappt hätte, dann wäre er ja im Geschäft gewesen. So haben wir den halt abgelehnt, weil der Herr (Z) halt gesagt hat, da und da das war halt nicht in Ordnung für mich, Thema erledigt. Aber jetzt nach einem viertel, halben Jahr können wir das kaum objektiv nachvollziehen. So eine Entscheidung, die ist getroffen und damit fertig. Und da wäre es ja doch schön, wen man sagt, man hat ein Instrument, eben so eine Checkliste oder eine Art Fragebogen, wo man sagt, man hat Kriterien vorgegeben und überlegt sich vielleicht, welche Kriterien ziehe ich jetzt für meine Auswahl heran, welche sind mir wichtig. Ich sage jetzt mal für einen Trainer, der Führungspraxis in der Produktion macht, brauche ich andere Schlüsselqualifikationen, wie jemand, der ein allgemeines Kommunikationstraining macht. Da habe ich sicher auch Überschneidungen, aber ich habe auch deutliche Abweichungen. Aber irgend so etwas in der Art stelle ich mir schon ganz hilfreich vor. I: Also verstehe ich das richtig, dass Kriterien das Ganze auf eine objektivere Ebene heben würden, das Auswahlverfahren. Und wo man dann auch sachorientierter darüber diskutieren kann. B: Ja, man kann sachorientierter darüber diskutieren und man hätte vielleicht auch eine größere Vergleichbarkeit der Trainer untereinander. Dass ich sage, dieses Thema Gruppenarbeit, also Teamentwicklung, Gruppenarbeit, dass man die Gruppen zusammenschweißt, da brauche ich ja nicht nur einen Trainer, sondern da brauche ich 4, 5, 6 und so viele haben wir nicht in der Hinterhand. Das heißt, eine andere Frau, die macht dieses Training, die hat der Herr (Y) vorgeschlagen, hat gesagt, ich [...]
schnelllebige Sache ist und da gibt es kaum langjährigen Partnerschaften, das sind halt Märkte, die sich sehr schnell drehen. Und wir haben dann schon ganz gerne Trainer wo wir sagen, die Referenzen sagen uns, er kommt auch mit dem Markt zurecht, wenn wir sagen, wir halten es für erforderlich. Also er hat da ein Grundverständnis, also er war schon bei anderen Automobilzulieferern, oder er war bei Automobilherstellern selbst. Das ist dann was wo wir sagen, das haben wir schon ganz gerne. I: Das heißt, er sollte Erfahrung in eurer Branche haben, kann man so als Kriterium festlegen. B: Ja, nicht für jedes Thema, aber für viele Themen ist das hilfreich. Gerade wenn sich jemand bei uns neu bewirbt, dann ist das etwas wo wir sagen, da gucken wir eigentlich schon darauf. I: Wie geht es dann weiter? Also die Vorauswahl und du hast dann bestimmte Sachen auf dem Tisch und du hast jetzt bestimmte Seminare oder einen bestimmten Bedarf für den du jemanden suchst. B: Ja also normalerweise machen wir dann erst einmal ein Telefonat. Also ich habe beispielsweise eine Sache vom Herrn (Z) auf dem Tisch liegen, wo er sagt, schau dir die mal an, die halte ich für ganz interessant. Und wenn wir dann wirklich mal eine Vakanz haben, dann kommt ein Telefonat im Endeffekt, wo wir sagen, wir könnten uns da eine Zusammenarbeit vorstellen und würden ganz einfach mal einen Gesprächstermin ausmachen. Es ist ja so, dass die Seminaranbieter immer kommen und sagen am liebsten würden wir uns selbst vorstellen. Und wenn wir dem nachgeben, dann hätten wir hier vier Tage die Woche nur noch Seminartourismus. Also das heißt, wir selektieren da sehr scharf, wenn jemand schon mal zu einem Gespräch kommt, dann haben wir schon ein ganz gezieltes Interesse und wenn dann das Gespräch klappt, dann sind wir eigentlich auch im Geschäft. Da geht es dann sehr schnell. Es gibt aber auch Gespräche, die klappen nicht. Also das heißt so ein Gespräch ist im Endeffekt ein persönliches Kennenlernen und das kann sowohl in die eine wie in die andere Richtung ausschlagen. Also ich selbst kenne ja auch so einige Trainer privat. Zwei von denen sind zum Beispiel schon durchgefallen bei uns, also die haben nicht mal die Chance gekriegt ein Training zu halten. Einer erst neulich, obwohl ich sag, ich halte den eigentlich für wirklich kompetent, aber der ist mit dem Herrn (Z) einfach nicht auf einen Nenner gekommen und das Thema war nach einer Stunde durch und zwar mit Pauken und Trompeten, das hätte ich mir nie vorgestellt, dass das so krass in die Hose geht. Aber dafür macht man ja so ein Vorgespräch. Ich bin nach wie vor überzeugt, davon, dass das ein guter Trainer ist und dass er das Thema gut gemacht hätte, aber dafür haben wir das 4-Augen-Prinzip, dass wir sagen, Chef sieht es anders, und er hat die Verantwortung ja für seine Abteilung und für mich ist es in Ordnung wenn er sagt nein, wir kommen da nicht zusammen, dann ist das Thema durch. Ich hab aber auch schon eine Trainerin vorgeschlagen, mit der arbeiten wir sehr gerne zusammen. So zu dem Thema Problemlösung im Team. Die ist als Frau Diplom-Ingenieurin, war dann bei BMW, hat dort in USA für die ein Qualitätswesen aufgebaut, in (Sparkenberg), dort wo der Z3 gefertigt wird. Ist wieder zurück nach Deutschland, war dann für BMW als Trainerin tätig und ist dann von dort in die Selbstständigkeit gegangen, halt mit dem Hauptkunden BMW noch im Rücken, aber dann auch auf den freien Markt. Und das ist natürlich schon eine Glanzkombination, wenn jemand eine Ingenieursausbildung im Rücken hat und ist dann aber auch noch rhetorisch und psychologisch so fit, hat dann auch noch so Zusatzausbildungen, wo man sagt, jawohl, das ist jemand, der weiß, wie wir als Automobilhersteller ticken, weil sie da selber gearbeitet hat, die hat eine technische Ausbildung und auch noch die ganzen anderen Qualifikationen. Traumkombination, habe ich bisher noch nie mehr gehabt. Macht ihre Sache wirklich gut. I: Ok, das heißt, der nächste Schritt ist dieses persönliche Gespräch und was schließt sich an das dann an? B: Also wie gesagt nach diesem Gespräch treffen wir als Abteilung eigentlich schon die Entscheidung ja oder nein. Es gibt im Endeffekt da nur dieses eine Gespräch und dann eine Entscheidung. Wo wir uns halt einfach noch mal zusammen setzen und sagen, ja wie war es denn? Wie war so das Bauchgefühl, und dieses Bauchgefühl versucht man dann natürlich auch noch mit Fakten zu untermauern. Das heißt, wenn man jemanden ablehnt, kann ich ja nicht sagen, war mir unsympathisch, das ist natürlich zu wenig, sondern man lässt dann einfach das Gespräch Revue passieren, man schneidet dann ja auch so Themen an, gibt ein paar Situationen und fragt, wie würde er das als Trainer lösen. Oder fragt mal, wie würde er da ein Konzept dazu machen, wie würde so was aussehen und anhand solcher Sachen versuchen wir uns so an diese Person Trainer heranzutasten und so versucht man ja festzustellen, ist er geeignet für das Thema und für uns als Firma und so versuchen wir schon die Qualifikation einzukreisen. Und ja, danach entscheiden wir auch nach diesem Gesprächsverlauf: ja oder nein, trauen wir dem die Kompetenz zu, also hat er sich gut verkauft im Endeffekt, dass er uns überzeugt hat, oder hat er es nicht. Also bei dieser Trainerin, Monika Flor, die hat uns sehr schnell überzeugt, einfach weil die sich nicht so verkaufsmäßig präsentiert hat, die hat nicht so viel geredet, alles was sie sagte war sehr präzise und sehr durchdacht. Hat auch gut nachgefragt, wenn etwas unklar war, wo man sagt, die ist unheimlich strukturiert in ihrem Denken, da kommt so diese Ingenieursausbildung durch und das dann trotzdem auf eine sehr freundliche, [...]
hätten wir gerne einmal eine Alternative zu dem was wir momentan so machen. Oder vielleicht auch mal Projektmanagement, zumindest dass wir sagen, wir haben da mal einen anderen Anbieter, weil es doch vielleicht interessant wäre, mal zu wechseln. Ja, das ist so der erste Schritt. Oder einfach es kommen unaufgefordert Unterlagen, Broschüren, das ist natürlich auch so ein erster Schritt, der passieren kann und ich sammle dann immer einiges, wo ich sag, das sind so Themenbereiche, die schweben irgendwo immer latent, oder da könnte mal irgendwas kommen. Ich habe da fünf so Ablagekörbchen, wo ich dann immer rein schmeiß, wo es dazu passt. Ich habe so ein Körbchen, da steht halt drauf Einkauf-Verkauf, da wandert immer alles so rein, was irgendwie Einkäuferschulung, oder halt Vertriebsschulung ist. I: Und wandert da gleich alles rein, oder gibt es bei den Unterlagen irgendwie schon so Kriterien, wo du sagst, das brauche ich gar nicht ablegen, weil das fliegt gleich aus irgendeinem Grund raus? B: Natürlich. Also ich schmeiß mindestens die Hälfte weg. Wobei das jetzt häufig einfach so Werbebroschüren von größeren Seminaranbietern sind, wo ich dann einfach auswähle, brauche ich es, oder brauche ich es nicht? Es gibt ja so Sachen wie Managementcircle, oder (IIR), das sind ja immer Anbieter, die haben einen ganzen Katalog und schicken zu jedem Thema dann noch mal einen eigenen Zettel, wenn das Ding dann 8 Wochen vor der Tür steht. Da selektiere ich dann schon aus. Was halt interessant ist, das hebe ich mir dann auf, eben in eines dieser fünf Körbchen. Oder wenn es komplette Trainerunterlagen sind, dann habe ich halt noch ein paar so Stehsammler, wo ich es dann einsortiere. Wo man sagt, man kann dann schon auf einen Fundus zurückgreifen. I: Und das ist dann in erster Linie thematisch interessant. Und gibt es irgendwas, was jetzt so die Optik oder zusätzlich zum Thema noch inhaltlich die Broschüre oder die Selbstdarstellung, die du da kriegst, betrifft, wo du sagst, das stößt mich ab, oder das sollte drin sein? B: Ja, ich denke da muss man auch unterscheiden, wer bietet an. Ein großer Trainingsanbieter, also ich sage mal so ein Institut oder wie die sich halt immer nennen, die haben ja einen festen Trainerstamm und bieten auch Inhouse-Seminare an. Da habe ich ja dann schon einmal relativ viele Informationen, die stellen sich als Unternehmen dar, die meisten Seminare, die sie anbieten in Katalogen sind offene Seminare, das heißt für Teilnehmer aus verschiedenen Firmen, aber sie haben ja auch so zu jedem Trainer eine kurze Beschreibung, wo man sagt, man hat schon mal so einen kurzen Überblick, Trainer mit welcher Qualifikation setzen die ein. Wenn sich bei uns so ein Einzelkämpfer meldet, ist es natürlich etwas anders, einen Einzelkämpfer kennt man natürlich erst mal nicht, für die ist es dann erst mal Kaltaquise. Aber die meistem Themen, die wir abdecken mit Trainern, sind im Endeffekt eher Einzelkämpfer, sei es jetzt die Kommunikationsthemen oder so Sachen wie Präsentation oder Moderation, das sind alles Einzelkämpfer am Markt. Das eine ist ein Familienunternehmen, das der Vater mal aufgebaut hat und jetzt die zwei Töchter und der Junior das ganze machen. Ja, das sind so Einzelkämpferthemen und da kommt es dann natürlich darauf an, wie sieht der Trainerlebenslauf aus, was hat er bisher gemacht, wo kommt er her, Praxiserfahrung ist so ein Thema, was bei uns relativ wichtig ist. Grade wenn es auch Kommunikationsthemen oder so sind, da hätten wir auch schon gerne so einen psychologischen Hintergrund, also ich sage jetzt mal Schlagwort Transaktionsanalyse oder irgend so eine Art Ausbildung, die dahinter stecken sollte. Es gibt Psychologen, die sich in dem Feld tummeln, das sind dann schon so Sachen, wo wir sagen, da gucken wir drauf. Aber es sollten auch nicht die reinen Theoretiker sein, sondern schon Leute, die auch mal in einem Industrieunternehmen gearbeitet haben, nach Möglichkeit, damit die auch wissen, wie so die Branche tickt, und wie die Praxis tickt. Also ich sage jetzt mal, jemand der sich als DiplomPsychologe dann direkt als freier Trainer in den Markt stürzt, für den ist es sehr sehr schwierig, weil man dem einfach jegliche Praxiserfahrung abspricht, für einen Andragogen wäre es ähnlich. Na also, da haben wir schon ganz gerne dass wir sagen, da ist eine gehörige Portion Praxiserfahrung dabei. Das heißt gerade wenn jemand ein Führungskräftetraining anbietet, dann erwarten wir, dass der vorher mal Führungskraft war und Führungsverantwortung hatte, beispielsweise. I: Das heißt, das war jetzt so eine Vorauswahl, die du schon einmal triffst, nach den Unterlagen, gibt es da noch irgendwas wichtiges dazu? Also wir hatten jetzt Lebenslauf, dann die Sache mit den Inhalten natürlich, ob das passt, ob das ein Institut ist, oder Einzelkämpfer, solche Sachen. B: Referenzen auch, beispielsweise. Also ich sage mal, wenn sich ein Trainer nur im Banken- und Versicherungsbereich bewegt, dann wage ich zu bezweifeln, dass der so aus dem Stegreif mit der Automobilbranche zurecht kommt. Oder wenn einer nur im Konsumgütermarkt sich bewegt hat und macht dort, ich sage jetzt mal ganz banal, ein Vertriebstraining im Konsumgütermarkt, das sieht natürlich ganz anders aus, wie ein Vertriebstraining im Automobilsektor, wo ich als Zulieferer ja langjährige Partnerschaften hab, wo ich ja, wenn jetzt dieser GolfV mal auf den Markt kommt, dann ist das ja ein Produkt, das eine Vorgeschichte von 5/6 Jahren hat, was Entwicklungen und so weiter angeht. Also das heißt, da habe ich ja ganz andere Partnerschaften wie beim Konsumgütermarketing, wenn ich jetzt sage ich muss 500 Laptops verklopfen als Großhändler. Weil das natürlich eine sehr [...]
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Arbeit zitieren:
Eismann, Bettina Februar 2004: Trainerkompetenz und Trainerauswahl, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Personalauswahlverfahren, Kompetenzfeststellung, qualitative Forschung, Training, Personalentwicklung



