Traditionelle Weiterbildungsmaßnahmen und E-Learning
Ansätze zur Integration
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Karsten Naumann
- Abgabedatum: Mai 2002
- Umfang: 81 Seiten
- Dateigröße: 587,5 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5793-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5793-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5793-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Naumann, Karsten Mai 2002: Traditionelle Weiterbildungsmaßnahmen und E-Learning, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: E-Learning, Weiterbildung, Blended Learning, Hybridarrangements, Lernumgebungen
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Karsten Naumann
Einleitung:
Elektronische Medien zur Unterstützung von Bildungsprozessen werden schon seit einigen Jahrzehnten in verschiedenen Institutionen der Aus- und Weiterbildung eingesetzt. Mit der Verbreitung des Internets und der Entwicklung von unternehmenseigenen Intranets haben zunehmend auch vernetzte Systeme an Bedeutung gewonnen, die der Entwicklung von elektronischen Bildungsmedien weitere Impulse geben. Die Euphorie in dem Bereich der elektronisch gestützten Aus- und Weiterbildung wurde in den vergangenen Jahren durch exorbitante Marktprognosen für Entwickler, Dienstleister und Anbieter von elektronischen Bildungsinhalten dokumentiert. Erste Erfahrungen nach der Einführung von E-Learning in der Aus- und Weiterbildung belegen jedoch eine starke Ernüchterung im Hinblick auf die Effektivität und Effizienz von elektronischen Bildungsprodukten. Eine einseitige Betrachtung der Technologie bei der Implementierung von E-Learning kann dafür verantwortlich gemacht werden.
Neuere Konzepte dokumentieren die gewonnene Einsicht von Entwicklern und Dienstleistern, dass es letztlich um Menschen geht und dass der Mensch als soziales Wesen nicht isoliert ohne einen Austausch mit anderen effektiv lernen kann. Kommunikation und Kooperation haben sich als für den Lernprozess unverzichtbar herausgestellt und erfahren in neueren E-Learning-Konzepten eine Berücksichtigung. Es werden wieder traditionelle Formen der Aus- und Weiterbildung mit eingebunden, die offenbar Vorteile aufweisen, die mit Technologien nicht darstellbar sind. Vorreiter dieser Entwicklungen sind internationale Konzerne, die eine große Anzahl von Mitarbeitern aufweisen und den Aus- und Weiterbildungsbereich mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausstatten. Integrationsbestrebungen von traditioneller Weiterbildung und E-Learning gibt es auch im Bereich der Hochschulen, die allerdings durch mangelnde monetäre Ressourcen begrenzt sind. Identifizierte Integrationsansätze werden oft durch Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen entwickelt.
Zielsetzung dieser Arbeit ist das Aufzeigen möglicher Integrationsansätze von traditioneller Weiterbildung und E-Learning. Die Darstellung im betrieblichen Kontext erfährt dabei einen wesentlichen Schwerpunkt, da dort die besten Ansätze zu finden sind. Die Ausführungen haben teilweise auch für andere Weiterbildungsinstitutionen Relevanz und können übertragen werden.
Der Verfasser entwickelt drei Betrachtungsebenen, die einen Rahmen bei der Betrachtung von traditioneller Weiterbildung und E-Learning darstellen. Dadurch wird eine Reduktion der Komplexität erreicht, die dem Themenkomplex der elektronisch gestützten Aus- und Weiterbildung zuzuschreiben ist. Die Strukturierung in Betrachtungsebenen erfolgt auch in Bezug auf die Darstellung der Integrationsansätze und trägt damit zu einem besseren Verständnis der Integration von traditioneller Weiterbildung und E-Learning bei. Die hierarchische Anordnung der Betrachtungsebenen soll allerdings nicht als eine Wertung verstanden werden, die eine Über- bzw. Unterordnung impliziert. Vielmehr bestehen zwischen den Ebenen vielfältige Interdependenzen. Letztlich sind die dargestellte Ebenen als gleichrangig anzusehen und dementsprechend bei Integrationsansätzen auch zu berücksichtigen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Definitionen | 3 |
| 2.1 | Traditionelle Weiterbildung | 3 |
| 2.2 | E-Learning | 5 |
| 2.3 | Betrachtungsebenen | 7 |
| 3. | Traditionelle Weiterbildung | 9 |
| 3.1 | Didaktisch-methodische Ebene | 9 |
| 3.2 | Organisatorische Ebene | 10 |
| 3.3 | System-technologische Ebene | 12 |
| 3.4 | Umwelteinflüsse | 13 |
| 4. | E-Learning | 16 |
| 4.1 | Didaktisch-methodische Ebene | 16 |
| 4.1.1 | Rahmenmodell einer Lernumgebung | 16 |
| 4.1.2 | Didaktische Elemente | 18 |
| 4.1.3 | Methodische Elemente | 19 |
| 4.2 | Organisatorische Ebene | 21 |
| 4.2.1 | Grundlagen einer E-Learning-Strategie | 21 |
| 4.2.2 | Gestaltungsebenen | 23 |
| 4.3 | System-technologische Ebene | 25 |
| 4.3.1 | Electronic-Learning-Systems | 25 |
| 4.3.2 | Technologien | 27 |
| 5. | Traditionelle Weiterbildung vs. E-Learning | 30 |
| 6. | Integrationsansätze | 33 |
| 6.1 | Didaktisch-methodische Ebene | 33 |
| 6.1.1 | Lernparadigmen | 33 |
| 6.1.2 | Bestandteile Hybridarrangement | 36 |
| 6.1.3 | Das „3-2-1-Modell“ didaktischer Elemente | 40 |
| 6.2 | Organisatorische Ebene | 43 |
| 6.2.1 | Rahmenbedingungen | 43 |
| 6.2.2 | Gestaltungsgrundsätze | 45 |
| 6.2.3 | Lernräume | 46 |
| 6.2.4 | Lernprozesse | 50 |
| 6.3 | System-technologische Ebene | 54 |
| 6.3.1 | „Blended Learning-Modell“ | 54 |
| 6.3.2 | Lernportale | 57 |
| 6.4 | Beurteilung und Ausblick | 60 |
| 7. | Schlussbetrachtung | 64 |
| Literaturverzeichnis | 66 |
Auch Dick stellt vor dem Hintergrund der Lernparadigmen (Instruktion vs. Problemlösung) fest, das die Paradigmen „sinnvollerweise als unterschiedliche Akzentuierungen angesehen werden, die sich gegenseitig ergänzen können“.72 Kerres geht es unter Bezugnahme auf unterschiedliche konstruktivistische Ansätze ebenso weniger „um den Nachweis der Überlegenheit eines der Modelle (…), sondern um die Spezifikation der Bedingungen, unter denen sich ein bestimmter Ansatz als pädagogisch sinnvoll (…) darstellt.“73 Vor dem Hintergrund einer Integration der Lernparadigmen wird oft von einem „Instruktionsdesign der zweiten Generation“ gesprochen. Das „Instruktionsdesign der zweiten Generation“ sucht den Mittelweg zwischen freier Exploration des Lernangebots und strikter Außensteuerung durch die Lernumgebung, gemäß dem Motto: „Guiding“ statt „Directing“.74 Im nachfolgenden wird kurz auf die globalen Gestaltungsprinzipien, die eine Integration im oben beschriebenen Sinne darstellen, eingegangen. Eine Lernumgebung soll Authentizität und Anwendungsbezug sicherstellen, so dass ein Umgang mit realen Problemstellungen und authentischen Situationen ermöglicht bzw. angeregt wird. Mit authentischen Aufgaben soll anwendungsbezogenes Wissen erzeugt werden. Spezifische Inhalte sollen in multiplen Kontexten eingebettet werden, um Wissen aufzubauen, das unter verschiedenen situativen Bedingungen flexibel abgerufen, umgesetzt und weiterentwickelt werden kann. Soziale Lernarrangements fördern kooperatives Lernen und Problemlösen sowie die Entwicklung von Lern- und Praxisgemeinschaften. Die Förderung und gezielte Unterstützung virtueller Gruppen ist sehr wichtig, da die Koordination, Kommunikation und Kooperation bei komplexen Aufgabenstellungen in einer virtuellen Gruppe ungleich schwieriger zu bewältigen sind als in einer Präsenzsituation.75 Das Informations- und Konstruktionsangebot sollte nicht durch passives Rezipieren und Reproduzieren des Lernenden gekennzeichnet sein, wie in „Drill and Practice“ [...]
lichkeiten zur Verfügung, die eine Überforderung der Teilnehmer zur Konsequenz haben können (Information overload).66 Mit der Einführung von E-Learning ergeben sich neben Kostensenkungen auch Kostensteigerungen durch den Aufbau bzw. Ausbau einer IT-Infrastruktur, die Produktion oder den Kauf von multimedialen Inhalten, der Betrieb und Support von ELearning Systemen oder die Schulung von Trainern, Experten und Anwendern in diesem Sektor. Letztlich handelt es sich um eine Kostenverschiebung, die jedoch zu Investitionsgewinnen führen kann. Durch eine moderne Aus- und Weiterbildungsstruktur ist eine größere Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gegeben. Die bessere Ausbildung der Mitarbeiter durch personalisierte JIT-Angebote führt zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit und damit zu einer längeren Verweildauer der Mitarbeiter im Unternehmen. Daneben üben innovative Aus- und Weiterbildungskonzepte ein Anziehungspotential auf Stellensuchende aus.67 Die Beantwortung der Frage nach der Wirtschaftlichkeit von E-Learning im Vergleich zu traditionellen Kursen bedarf einer differenzierteren Betrachtung im unternehmensspezifischen Anwendungskontext. Bei einer traditionellen Weiterbildungsveranstaltung ist ein proportionaler Kostenverlauf mit steigender Teilnehmerzahl festzustellen, während beim E-Learning mit zunehmenden Teilnehmerzahlen beträchtliche Einsparpotentiale erkennbar sind.68 Die mit E-Learning verbundenen Nachteile machen deutlich, dass auf traditionelle Formen der Aus- und Weiterbildung nicht ohne weiteres verzichtet werden kann und dass ein Einsatz von E-Learning nicht per se vorteilhaft ist, sondern immer im unternehmensspezifischen Kontext gesehen und geplant werden sollte. Vor allem in Bezug auf Kommunikation und Kooperation weisen E-Learning Lösungen Defizite auf und es wird deutlich, dass eine 1:1 Abbildung traditioneller Lernprozesse mit ELearning mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist. [...]
dere mit der Internet-Technologie, ist bei allen Mitarbeitern noch nicht durchgängig gewährleistet. Viele (ältere) Betroffene bringen den neuen Medien (leider noch) Skepsis entgegen.63 Im Vergleich zu einer Präsenzsituation ist beim E-Learning ein Ausschluss von „Sinnesmodalitäten“ festzustellen, der eine „Verarmung der Kommunikation“ zur Konsequenz hat. Der oftmalige Ausschluss von psychosozialen Faktoren (Geschlecht, Alter, Status usw.) und eine stark visuell geprägte Kommunikation haben einen zweiseitigen Effekt zur Folge. Einerseits tragen stark anonymisierte Strukturen zu einer größeren Offenheit im Kommunikationsprozess bei, andererseits verstärkt sich auch antisoziales, Norm verletzendes Verhalten.64 Mit dem Wegfall von Kommunikationskanälen verringert sich die soziale Präsenz der Teilnehmer. Dies hat wiederum zweierlei Auswirkungen. Unterschiede zwischen den Lernenden werden reduziert und schwächere Teilnehmer können sich mehr beteiligen. Die Kommunikation erfährt zusätzlich eine erhöhte Aufgabenorientierung. Andererseits fehlt der soziale Druck und die aktive Beteiligung an einer virtuellen Kommunikation erscheint für den Teilnehmer nicht notwendig. Rollenverteilungen und soziale Interaktionsmuster stellen sich nicht so schnell und nachhaltig ein wie in einer Präsenzsituation. Dadurch entstehen in virtuellen Arrangements höhere Transaktionskosten für Gruppenbildungsprozesse bzw. für die Aufrechterhaltung der Gruppenstrukturen.65 In einer Computer-vermittelten Kommunikationssituation ist eine erschwerte Koordination innerhalb der Gruppe gegeben und es können Verzögerungen innerhalb einer asynchronen Kommunikation eintreten. Eine asynchrone Kommunikation erschwert die inhaltliche Zuordnung der ausgetauschten Nachrichten. Beim kooperativen E-Learning ist Wissen über Kenntnisse, Fertigkeiten und Einstellungen des Kommunikationspartners selten gegeben, so dass schwer eine Abstimmung über einen gemeinsamen Wissenshintergrund erfolgen kann. Durch die modernen IKT stehen eine Vielzahl von Kommunikations- und Informationsmög- [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832457938
Arbeit zitieren:
Naumann, Karsten Mai 2002: Traditionelle Weiterbildungsmaßnahmen und E-Learning, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
E-Learning, Weiterbildung, Blended Learning, Hybridarrangements, Lernumgebungen



