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Die Tournamenttheorie

Eine theoretische Analyse und eine Fallstudie im F&E-Bereich

Die Tournamenttheorie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Gero Debuschewitz
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 97 Seiten
  • Dateigröße: 600,8 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8330-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8330-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8330-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Debuschewitz, Gero Mai 2004: Die Tournamenttheorie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Leistungsturniere, Personal, Personalökonomie, Psersonalwesen, Leistungsanreize

Diplomarbeit von Gero Debuschewitz

Zusammenfassung:

Turniere sind Wettbewerbssituationen, in denen Individuen oder Kollektive relativ zur Leistung anderer Turnierteilnehmer belohnt werden. Im ökonomischen Kontext werden solche Leistungsturniere unter dem Begriff der Tournamenttheorie zusammengefasst.

Die Anwendung von Turnieren als Anreizkonzept ist weit verbreitet und besitzt gerade dann Vorteile, wenn eine präzise Leistungsmessung schwierig ist, und Systeme wie individuelle Leistungslöhne aufgrund gemeinschaftlicher, äußerer Risiken nicht einsetzbar sind. Aufgrund u.a. dieser positiven Eigenschaften scheinen Leistungsturniere grundsätzlich ein geeignetes Instrument zu sein, um a) Mitarbeiter hinsichtlich einer höheren Arbeitsleistung zu motivieren bzw. zu kompensieren, und um b) aus einer scheinbar homogenen Arbeitnehmergruppe die geeignetsten Kandidaten für eine Beförderung, Gehaltserhöhung etc. auszuwählen.

Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch eine derartige Anwendung der Tournamenttheorie im komplexen Organisationsbereich für Forschung und Entwicklung eines Unternehmens.

Auf fortschrittlicher personalökonomischer Basis werden dazu verschiedene Turniervarianten hergeleitet und in Ihrer Anreiz- und Motivationswirkung sowie Ihrem Nutzen ausführlich betrachtet. Neben der Grundform von Turnieren werden ebenfalls eventuelle Problembereiche beleuchtet. Zur modulartigen Erweiterung auf komplexere Situationen der Realität, werden daneben Asymmetrische Turniere eingeführt. Es wird argumentativ dargelegt, formal bewiesen und empirisch untermauert, dass auch solche Turniere ein überzeugendes personalpolitisches Anreizinstrument darstellen. Obendrein werden Maßnahmen aufgezeigt, die solche Turniere in der betrieblichen Praxis ermöglichen bzw. welche so genannte ungleiche und unfaire Turniere ausgleichen können. Auf innovative Art und Weise sowie auf Grundlage eines theoretisch fundierten ökonomischen Ansatzes entsteht die Möglichkeit, Leistungsturniere auch in solchen Situationen durchzuführen, welche auf den ersten Blick nicht geeignet erscheinen. Des Weiteren gibt diese Arbeit einen ausführlichen Einblick in die personalpolitischen Prozesse und Wirkungsweisen verschiedener Instrumente und Systeme, sie unterteilt sich wie folgt:

Nach der Schilderung der Ausgangssituation (Gliederungspunkt 2) werden – dem personalökonomischen Ansatz (Gliederungspunkt 3) folgend – die grundsätzlichen Mechanismen der Tournamenttheorie sowie potenzielle Problemfelder erläutert (Gliederungspunkt 4). Mit Erweiterung des Modells auf asymmetrische Turniere sowie deren Ausgleichsmaßnahmen (Gliederungspunkt 5) wird die Basis dafür geschaffen, dass Turniere im betrachteten Bereich sowohl unter Selektions- als auch Motivationsgesichtspunkten prinzipiell einsetzbar sind Nach einem Überblick über die themenrelevanten empirischen Erkenntnisse bzgl. der Tournamenttheorie (Gliederungspunkt 5) werden diese Einsatzmöglichkeiten im Anwendungsfall untersucht (Gliederungspunkt 6) und bewertet (Gliederungspunkt 7).

Zentrale Ergebnisse sind, dass Turniere theoretisch und empirisch äußerst effizient sind, bei Beförderungen und im modernen Performancemanagement einen nützlichen Beitrag leisten sowie eine Leistungsbeurteilung qualitativ verbessern können. Allerdings weisen Sie auch Schwachpunkte auf, welche jedoch durch geeignete Maßnahmen reduziert oder ausgeschlossen werden können. Turniere mit dem Ziel der Motivationssteigerung lassen im Szenario vielseitige und innovative Anwendungen zu und können modular als auch temporär veranstaltet werden. Grundsätzlich werden Leistungsturniere mit Individuen oder auch Teams als Teilnehmer in denkbar vielen Szenarien als sinnvolles und äußerst effizientes Anreizinstrument beurteilt, welches im Rahmen eines Vergütungskonzeptes bzw. eines Performancemanagementsystems die Leistung der Turnierteilnehmer zielgerichtet zu steigern vermag und diese daher effektvoll erweitert oder ergänzt. Die Tournamenttheorie stellt eine wirkungsvolle Alternative zu gebräuchlichen Anreizkonzepten dar und ist darüber hinaus gerade auch in den Bereichen anwendbar, in denen konventionelle Anreizinstrumente versagen. Die Erläuterung der komplexen Zusammenhänge und die sinnvolle Umsetzung des theoretischen Konstruktes in die Praxis sowie das konkrete Aufzeigen etlicher Einsatzmöglichkeiten ist Ziel der vorliegenden Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
2. AUSGANGSSITUATION UND PROBLEMSTELLUNG 2
2.1 Principal-Agent-Theory und asymmetrische Informationsverteilung 2
2.2 Situation im Anwendungsfall 4
3 AUSWAHL EINES GEEIGNETEN ANREIZKONZEPTES 5
3.1 Personalökonomischer Ansatz 5
3.2 Möglichkeiten externer Anreizstrukturen 6
4 GRUNDLAGEN DER TOURNAMENTTHEORIE 10
4.1 Einführung in die Tournamenttheorie 10
4.2 Grundmodell der Tournamenttheorie nach Lazear und Rosen 12
4.3 Problemfelder der Tournamenttheorie 18
4.3.1 Theoretische Annahmen 18
4.3.2 Kollusion und Rattenrennen 19
4.3.3 Sabotage und anderes unkooperatives Verhalten 20
4.4 Erweiterung Grundmodell: Asymmetrische Turniere 23
5 EMPIRISCHER FORSCHUNGSSTAND UND TURNIERDESIGN 29
5.1 Tournamenttheorie allgemein 29
5.2 Sabotage und Absprachen 31
5.3 Asymmetrische Turniere 32
6 EINSATZ UND ANWENDUNG VON TURNIEREN 34
6.1 Darstellung des Problemumfeldes 34
6.1.1 Beschreibung des Unternehmens 34
6.1.2 Arbeitsweise im Forschungs- und Entwicklungsbereich 34
6.1.3 Projektaufträge 36
6.2 Anwendung der Tournamenttheorie im Organisationsbereich 36
6.3 Geeignete Einsatzmöglichkeiten von Leistungsturnieren 38
6.3.1 Einsatz von Beförderungsturnieren - Selektion 38
6.3.1.1 Selektion durch Vorgesetztenbeurteilung 42
6.3.1.2 Selektion durch Leistungsmessung in der Projektarbeit 45
6.3.1.3 Zusammenfassung Turniere zur Selektion 51
6.3.2 Einsatz von Turnieren zur Anreizsteigerung - Motivation 53
6.3.2.1 Leistungsturniere zwischen Individuen 53
6.3.2.2 Leistungsturniere zwischen Kollektiven 60
6.3.2.3 Zusammenfassung Turniere zur Motivation 64
7. RESÜMEE UND SCHLUSSBEMERKUNGEN 65
8. LITERATURVERZEICHNIS 68
ANHANG 71

Automatisiert erstellter Textauszug:

Entsprechungen zu finden (Nalebuff/Stiglitz, 1983: 22). Als sinnvoll erweist sich ferner die modulare und temporäre Gestalt der Turniere und deren relativ einfache Integrationsmöglichkeit bei der XYZ. Turniere können als zusätzlicher Baustein oder zu Testzwecken35 lediglich in ausgewählten Situationen und Bereichen eingesetzt werden. Sowohl kurz- als auch längerfristige Anwendungen unter verschiedenen Aspekten und in unterschiedlichen Designs sind vorstellbar. Grundlegende Fragen sind, ob und inwiefern sich Leistungsturniere, sinnvollerweise ohne großen Aufwand, in die vorhandenen Strukturen integrieren lassen. Dabei soll geklärt werden, welchen Zweck ausgewählte Turniere in der jeweiligen Situation erfüllen, für welche Teilnehmer(-gruppen) sich Turniere mit welchem Design eignen könnten, und welche Vor- und Nachteile zu erwarten sind. Neben der Anreizwirkung weisen Turniere zusätzlich die Eigenschaft auf, Agenten im Idealfall nach deren Fähigkeiten zu ordnen. Eine Heranziehung von Turnieren ist nicht nur zur Leistungssteigerung, sondern auch als Beförderungshilfe geeignet (Kräkel, 1998: 1019; Prendergast, 1999: 36). Beides bietet sich für die XYZ an, jedoch sind im betrachteten Kontext die beiden Funktionen nicht vollständig trennbar. Trotzdem erfolgt eine Untergliederung in Turniere nach dem primär beabsichtigen Anwendungszweck und zwar mit „Selektionsfunktion“ sowie „Motivationsfunktion“. Während sich die Selektionsturniere lediglich auf Individuen beziehen, wird bei den Motivationsturnieren zwischen Turnieren von Individuen und Kollektiven unterschieden. [...]

36 verantwortlich sein. Ebenso ist es nicht unüblich, dass Entwickler parallel in unterschiedlichen Projekten involviert sind. Bei der Matrixlösung wird daher Gewicht auf die Ressourceneffizienz32 gelegt, die aufgrund der Ressourcen- und Leistungsverflechtung eher nachteilig auf die Prozesseffizienz33 wirkt, da erhöhter Abstimmungsaufwand zu erwarten ist (Frese, 2000: 526). 6.1.3 Projektaufträge Der Projektleiter ist verantwortlich für die Definition der Projektphasen und Erstellung der einzelnen Auftragsbeschreibungen. Dies kann in enger Zusammenarbeit mit den Teammitgliedern erfolgen. Sind Arbeitspakete definiert, folgt mit den einzelnen Teammitgliedern eine Abstimmung über den erforderlichen Umfang in Arbeitstunden. Die Arbeitszuweisung erfolgt in Form eines Auftrags, der zwischen Projektleiter, CC-Leiter und Leistungserbringer (Teammitglied/Entwickler) bzgl. des Aufwands (Zeit und Stunden) zur Zielerreichung (Leistung) benötigt wird. Entsprechend der Vorgaben arbeitet ein Entwickler den Auftrag bzw. mehrere Aufträge ab und verbucht die benötigten Zeiten per EDV. Für die korrekte Buchung sowie Zielerreichung ist der CC-Leiter als Ressourcenmanager zuständig. Der Projektfortschritt, einzelne Arbeitsschritte und Meilensteine werden regelmäßig begutachtet und bewertet. Ein Projektcontrolling ist anhand der Ziele mittels der eingeführten Balanced Scorecard34 möglich (je nach Abweichungen bei Qualität und Termintreue in den Farben „Rot“ – verfehlt, „Gelb“ – gefährdet und „Grün“ – erfüllt). [...]

35 angelegten organisatorischen Systems, bringen Projekte ein instabiles Element ein und erschweren die Gestaltung der Projektorganisation, da sie i.d.R. die Mitwirkung verschiedener Unternehmensbereiche erfordern (Stuckenbruck, 1988: 59). Als projektorientierte Organisationsform im F&E-Bereich wird bei der XYZ die Form einer Matrix-Projektorganisation31 gewählt. Diese beruht „(...) auf einer Kompetenzaufteilung zwischen dem auf die Erfüllung permanenter Aufgaben (...) ausgerichteten und dem projektbezogenen Leitungssystem“ (Frese, 2000: 507). Eine Überschneidung von Entscheidungskompetenzen liegt hinsichtlich des Ressourceneinsatzes vor. Im konkreten Fall werden Mitarbeiter aus den einzelnen Fachbereichen (Competence Center) als Projektressource aufgefasst, auf welche die jeweiligen Projektverantwortlichen (Projektleiter) bei Bedarf zugreifen. Gemäß Frese (2000: 509) führt eine solche Organisationsform zu erhöhtem Konfliktpotenzial und Abstimmungsaufwand, weil die Projektleiter – bezogen auf die Projektarbeit – unmittelbar weisungsbefugt gegenüber den Entwicklern sind. Diese verbleiben organisatorisch in den CCs, ihr Linienvorgesetzter ist der CC- Leiter. Projektvorhaben der XYZ werden von einem Entscheidungsgremium genehmigt und sind terminlich sowie finanziell begrenzt. Sie besitzen einen definierten Auftraggeber (i.d.R. einen der 5 Produktbereiche, in welche die XYZ untergegliedert ist) und einen definierten Projektleiter als Auftragnehmer. Dieser ist zugleich Auftraggeber für das Projektteam, das sich aus Mitarbeitern zusammensetzt, welche die Auftragnehmerrolle für Projektaufträge ausfüllen und durch die CC-Leiter vertreten werden. Das Projektteam besteht neben dem Projektleiter, der allein für das Projektergebnis verantwortlich ist, „aus einem Kernteam, bestehend aus Mitarbeitern aus der Entwicklung, dem Controlling sowie dem Einkauf und kann temporär durch Mitarbeiter von Organisationseinheiten erweitert werden, die einen wesentlichen fachlichen Input für das Projekt leisten können“ (XYZ, 2003: 14). Den Projektleitern steht ein Budget zur Verfügung, das jeweils auf das entsprechende Projekt abgestimmt ist. Dieses wird durch Zielvorgaben (i.d.R. technische Ziele und Inhalte), einen Kostenrahmen sowie zeitliche Befristung festgelegt. Notwendige [...]

Arbeit zitieren:
Debuschewitz, Gero Mai 2004: Die Tournamenttheorie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Leistungsturniere, Personal, Personalökonomie, Psersonalwesen, Leistungsanreize

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