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Touristische Zielgebiete als Marken

Konzeptionelle Überlegungen zum Management einer Destinationsmarke Nordsee

Touristische Zielgebiete als Marken
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Antje Oerke
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 118 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Osnabrück Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5072-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5072-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5072-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Oerke, Antje Dezember 2001: Touristische Zielgebiete als Marken, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Destinationsmarken, Nordsee, Marken, Destination, Tourismus

Diplomarbeit von Antje Oerke

Einleitung:

Vor über 60 Jahren entwickelte Hans Domizlaff aus der klassischen Reklame die „dauerwirksame Markentechnik“. Als massenpsychologisches Hilfsmittel sollte sie zur Gewinnung des öffentlichen Vertrauens dienen. Heute begegnen uns Marken auf Schritt und Tritt. Sie prägen unseren Alltag und beeinflussen unser Kaufverhalten. Schulkinder zeichnen Kühe in „Milka-Lila“ und werden lieber in einem Porsche als in einem Ford von der Schule abgeholt. Experten sprechen von einer zunehmenden Markenhörigkeit der Konsumenten.

Eine Marke kann „als ein, in der Psyche des Konsumenten verankertes Vorstellungsbild von einem Produkt oder einer Dienstleistung verstanden werden“. In der Marketingpraxis gelten Marken als „das Megathema schlechthin“ . Sie können das Verhalten der Konsumenten entscheidend steuern und stellen ein zentrales Element des Unternehmenserfolgs dar. Obwohl der Ursprung in der Konsumgüterindustrie liegt, erstrecken sich Markenkonzepte heute auf die unterschiedlichsten Produkte und Leistungen. Auch die Tourismusbranche setzt vermehrt Markenkonzepte ein. Dies gilt insbesondere für Fluggesellschaften und Reiseveranstalter. Aber auch touristische Zielgebiete, sogenannte Destinationen, wollen es den Schokoriegeln und der Automobilindustrie gleichtun und zukünftig die Kraft der Marke für sich nutzen.

Obwohl derartige Bemühungen seit einigen Jahren zu beobachten sind, konnten sich bisher nur wenige Destinationen als Marken etablieren. Destinationen lassen sind nicht problemlos mit Schokoriegeln gleichsetzen. Sie weisen als Wettbewerbseinheit Besonderheiten auf, welche die Anwendung der klassischen Markentheorie auf die Destinationsmarke zu einer Herausforderung für das Markenmanagement werden lassen.

Durch den zunehmenden Wettbewerbsdruck auf dem Tourismusmarkt, entschließen sich immer mehr Urlaubsgebiete, ihre Kräfte zu bündeln und sich zu wettbewerbsfähigen Destinationen zusammenzuschließen. Auch die beiden Nordseeregionen „Nordsee Schleswig-Holstein“ und „Die Nordsee Sieben Inseln Eine Küste“ in Niedersachsen diskutieren derzeit über potentielle Handlungsfelder einer Kooperation. In diesem Zusammenhang wird auch die Positionierung einer Destinationsmarke Nordsee in Erwägung gezogen. Aufgrund der Herausforderung, die das Management einer Destinationsmarke darstellt, besteht allerdings die Gefahr, für die Nordsee nur einer weitere „unbekannte Marke im Tourismus“ zu entwickeln.

Ein Ziel dieser Diplomarbeit ist daher die Vermittlung eines grundsätzlichen Markenverständnisses. Wesen und Wirkungsweise der Marke sollen in einem Gesamtzusammenhang vermittelt werden. Das zweite Ziel ist Darstellung der Anforderungen, welche die destinationseigenen Strukturen der Nordsee und die Besonderheiten von Destinationsmarken an das Markenmanagement stellen. Insgesamt soll ein Bewusstsein geschaffen werden, für die Marke als kundenorientierter, ganzheitlicher Denkansatz, der ein zielgerichtetes Vorgehen erfordert und als konzeptionelle Klammer des Destinationsmanagements dient. Dieses Grundlagenwissen soll den Akteuren im Nordseetourismus den Aufbau und die Führung einer erfolgreichen Destinationsmarke Nordsee erleichtern. Durch diese Zielsetzung dient der Grundlagenteil nicht nur als Argumentationsrahmen. Er ist ebenso relevante für die Problemstellung, wie der Hauptteil.

Gang der Untersuchung:

Im Anschluss an die Einleitung werden in Kapitel 2 die theoretischen Grundlagen für das Management einer Destinationsmarke dargelegt. Ausgangsbasis bildet hier die klassische Markentheorie, die im Hinblick auf die Bedürfnisse einer Destinationsmarke interpretiert wird. Hierbei zeigen sich Schwierigkeiten, aufgrund dessen Markenkonzepte für Destinationen am Endes des Kapitels insgesamt kritisch betrachtet werden. Für die Vorstellung der Nordsee in Kapitel 3, dienen beschreibende Faktoren, Imagevariablen und Maßnahmen des derzeitigen Tourismusmarketings. Schließlich werden in Kapitel 4 die Chancen und Risiken einer Destinationsmarke für die Nordsee erörtert. Anschließend erfolgt eine Diskussion der Entscheidungstatbestände des strategischen Markenmanagements für die Nordsee. Ferner wird die zentrale Funktion des internen Markenmanagements erläutert. Die Diplomarbeit endet mit Empfehlungen und einem Ausblick.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema 1
1.2 Problemstellung, Zielsetzung und Vorgehensweise 2
2. Grundlagen des Destinationsmarken – Managements
2. 1 Die Destination 3
2.1.1 Die Destination als Wettbewerbseinheit auf dem Tourismusmarkt 3
2.1.2 Trends und Rahmenbedingungen des Tourismusmarktes 6
2.2 Das Management einer Destinationsmarke 10
2.2.1 Einordnung des Markenmanagements in das Destinationsmanagement 10
2.2.2 Wesen und Wirkungsweise einer Destinationsmarke 13
2.2.3 Entscheidungsabfolge eines konzeptionell angelegten Markenmanagements 19
2.3 Begrenzte Markenfähigkeit von Destinationsmarken 26
3. Ausgangslage der Destination Nordsee
3.1 Die Nordsee als touristisches Zielgebiet 30
3.1.1 Kennzeichen der Destination Nordsee 30
3.1.2 Imageprofil der Nordsee 33
3.2 Tourismusmarketing für die Nordsee 36
3.2.1 Regionales und Überregionales Tourismusmarketing 36
3.2.2 Lokales Tourismusmarketing -dargestellt anhand einer Testanfrage 39
3.3 Problemfelder einer Zusammenarbeit der beiden Nordseeregionen 41
4. Konzeptionellen Überlegungen zur Destinationsmarke Nordsee
4.1 Chancen und Risiken einer Destinationsmarke Nordsee 45
4.2 Strategische Diagnose zur Bestimmung der Zielsegmente und Markenziele 48
4.3 Entscheidungen des strategischen Markenmanagements 52
4.3.1 Markenstruktur 52
4.3.1.2 Geographische Abgrenzung der Destinationsmarke Nordsee 52
4.3.1.2 Die Destinationsmarke Nordsee als Markensystem 53
4.3.2 Markenkonzeption 57
4.3.2.1 Generierung von Erlebniswerten für die Destinationsmarke Nordsee 57
4.3.2.2 Entwicklung einer Destinationsmarken-Identität 63
4.3.3 Positionierung der Destinationsmarke Nordsee: Analyse der Ist-Position und Anpassungsentscheidungen 67
4.4 Zentrale Bedeutung des internen Markenmanagement für die Implementierung der Destinationsmarke Nordsee 72
5. Schlussbemerkung
5.1 Empfehlungen für ein erfolgreiches Markenmanagement 78
5.2 Ausblick 80
Literaturverzeichnis 81
Anhang 96

Automatisiert erstellter Textauszug:

Es gibt Stimmen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die den Aufbau einer Destinationsmarke Nordsee auch ohne die Zusammenarbeit mit dem anderen Bundesland für möglich erachten. Dies wird hier sehr kritisch gesehen, da hinter dem Aufbau einer starken Marke ein in sich stimmiges integriertes Markenkonzept stehen muss. Entscheiden sich die beiden Regionen für einen „Alleingang“ und entwickeln unabhängig voneinander Markenkonzepte ohne die bisher differenzierenden Zusätze „Schleswig-Holstein“ und „Sieben Inseln eine Küste“, so wird dies zu einer Verwirrung der Urlauber führen. Zwei verschiedenen Markenbildern wird ein konfuses Markenimage seitens der Konsumenten gegenüberstehen. Bereits jetzt können die Urlauber häufig nicht zwischen „Nordsee Schleswig-Holstein“ und „Der Nordsee Sieben Inseln Eine Küste“ entscheiden, das haben Erfahrungen im Gästekontakt aber auch die Effizienzanalyse der NTS gezeigt. Die guten Ergebnisses bzgl. des Images und der Profilstärke der Nordsee aus Kapitel 3.2 (S. 36) sind vermutlich ebenfalls auf fehlende differenzierende Wahrnehmung der Urlauber im Hinblick auf die Urlaubsregion Nordsee zurück zuführen. Das, durch das Marketing der beiden Nordseeregionen erzeugte Vorstellungsbild, wurde in den Köpfen der Urlauber zu einem gemeinsamen Image der Nordsee vermischt. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Verdrängungswettbewerbes und der wachsenden Konkurrenz ausländischer Reiseziele müssen Kräfte gebündelt werden. Die Nordsee sollte als eine vereinte Destination am Markt positioniert werden, so wie sie bereits jetzt von einem Großteil der Konsumenten wahrgenommen wird. Fontanari schätzt, dass in 10 bis 15 Jahren von den derzeit 120 Destinationen in Deutschland nur etwa 30-40 Zielgebiete im globalen Wettbewerb existieren können.195 Die Nordsee kann zu den Gewinnern gehören. Vorraussetzung ist der Verzicht auf die Trennung nach Bundesländer. Die Grenzen der Destination Nordsee sollten sich an homogenen landschaftlichen Strukturen orientieren und in der Wahrnehmung des Gastes eine Einheit bilden.196 Die Nordsee muss nicht wie viele andere Destinationen aus vielen kleinen Regionen zusammengefügt und neu am Markt positioniert werden. Ihre Ausgangsposition mit einem hohen Bekanntheitsgrad, einem positiv besetzten Image und einer großen Profilstärke weist Marktpotential auf, das auch in Zukunft Bestand haben kann. [...]

Dennoch muss die derzeitige Situation einer geteilten Nordsee in zwei Destinationen zu berücksichtigt werden. Traditionell gewachsen, wird von beiden Regionen unabhängig voneinander Marketing betrieben. Dieses ist vor allem in Schleswig-Holstein strategisch und demnach langfristig angelegt und an einem Marketingkonzept ausgerichtet. In Niedersachsen ist die Marketinggesellschaft noch „jung“. Das Spektrum der Marketingmaßnahmen ist nicht so breit wie in Schleswig-Holstein und es fehlt ein Marketingrahmenkonzept. Allerdings sind auch hier Ansätze für langfristig angelegte Maßnahmen zu beobachten. In beiden Bundesländern ist die Tourismuspolitik von der Marketingarbeit getrennt. Die Organisationsstrukturen, Beteiligungsmodelle und die Finanzierung unterscheiden sich aber grundlegend. Eine Zusammenführung der Destination kann daher die Gefahr eines Bruchs sowohl in der Marketingarbeit als auch in der Organisationsstruktur bedeuten. Zudem betrachten sich die beiden Nordseeregionen bisher als Konkurrenten. Die Effizienzanalyse 2000 der NTS hat gezeigt, dass 16,6% der Personen, die Interesse an der „Nordsee Schleswig-Holstein“ gezeigt haben, sich schließlich für einen Urlaub an der Nordsee in Niedersachsen entschieden haben. Damit war die Nordsee in Niedersachsen das wichtigste Konkurrenzreiseziel der „Nordsee Schleswig-Holstein“.193 Hier liegt eine Konkurrenzsituation vor, die sich in den Köpfen der Akteure über Jahre hinweg verankert hat und einer Kooperationsbereitschaft entgegensteht. Die aufgezeigten Problemfelder, in Verbindung mit persönlichen Differenzen, Existenzängsten, politischen Überlegungen, Uneinigkeiten innerhalb der Regionen, den vielschichtigen Organisationsstrukturen und dem weitverbreiteten „Kirchturmdenken“, belasten und hemmen die Bildung einer Destination Nordsee.194 Die Schwierigkeiten, die hier zu überwinden sind, sind sehr komplex und lassen sich nicht auf theoretisch angelegtes Tourismusmarketing reduzieren. Die Argumente für und gegen eine Zusammenarbeit sowie die möglichen Alternativen einer Zusammenführung können hier nicht ausführlich diskutiert werden. Dennoch soll deutlich werden, dass die Schwierigkeiten im Vorfeld der Destinationsbildung Konsequenzen für die Konzeption der Destinationsmarke haben werden. Dies gilt insbesondere für die Markenstruktur, aber auch für die besondere Bedeutung des internen Markenmanagements. [...]

Die Darstellung der Nordsee in Kapitel 3.1 (S. 30) erfolgte unabhängig von deren Bundesländerzugehörigkeit. Es wurde nicht differenziert zwischen „Der Nordsee Sieben Inseln eine Küste“ und der „Nordsee Schleswig-Holstein“. Ein Imageprofilvergleich hat allerdings geringe Unterschiede in der Wahrnehmung der beiden Regionen durch die Urlauber gezeigt. Diese Abweichungen können auf das unterschiedliche Marketing der Nordseeregionen zurückgeführt werden. Außerdem wirkt sich der Bundesländername als Namenszusatz ebenfalls auf die Wahrnehmung aus.192 Es überwiegen aber die Gemeinsamkeiten zwischen „Nordsee Schleswig-Holstein“ und „Die Nordsee Sieben Inseln Eine Küste“. Diese sind in erster Linie durch das verbindende Element der Nordsee begründet. Dieser Darstellung der Nordsee als eine Destination und der Verzicht auf eine Differenzierung erfolgte im Hinblick auf die Zielsetzung der Diplomarbeit. Die konzeptionellen Überlegungen sollen für eine bundesländerübergreifende Destinationsmarke entwickelt werden. [...]

Arbeit zitieren:
Oerke, Antje Dezember 2001: Touristische Zielgebiete als Marken, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Destinationsmarken, Nordsee, Marken, Destination, Tourismus

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