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Tourismuspolitische Maßnahmen der EU und UNWTO und ihre Auswirkungen auf kleine und mittlere Tourismusunternehmen

Tourismuspolitische Maßnahmen der EU und UNWTO und ihre Auswirkungen auf kleine und mittlere Tourismusunternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Manfred Daberto
  • Abgabedatum: Mai 2007
  • Umfang: 113 Seiten
  • Dateigröße: 2,8 MB
  • Note: 3,0
  • Institution / Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Österreich
  • Bibliografie: ca. 75
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0731-5
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0731-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Daberto, Manfred Mai 2007: Tourismuspolitische Maßnahmen der EU und UNWTO und ihre Auswirkungen auf kleine und mittlere Tourismusunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Tourismuspolitik, Europäische Union, Tourismusunternehmen, Welttourismusorganisation, KMU

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Diplomarbeit von Manfred Daberto

Einleitung:

Die Einleitung gibt einen ersten Überblick über das Thema und gliedert sich in die Abschnitte Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau und Methodik der Diplomarbeit.

Problemstellung:

Der Tourismus spielt europaweit sowie auch weltweit eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Die Leistungen im Tourismus setzen sich aus verschiedenen Angeboten von öffentlichen und privaten Akteuren zusammen. Der Tourismus ist vor allem deshalb wichtig, weil er ein Wachstumssektor ist.

Der Anteil des Tourismus am europäischen Bruttoinlandsprodukt liegt direkt bei 5% und indirekt bei 10%. Außerdem finden 7-8 Millionen Menschen eine Arbeit im Tourismus (indirekt 20 Millionen). Der Anteil der KMU an den europäischen Tourismusunternehmen liegt bei ca. 99 %. Deshalb soll auch auf die Probleme der KMU hingewiesen werden.

Die Aufgaben der internationalen Institutionen liegen in der Herstellung der Rahmenbedingungen, die die wirtschaftlichen Abläufe regeln, d.h. in einer angemessenen Gestaltung der Tourismuspolitik. Die Bedeutung der internationalen Ebene zeigt sich in der Wichtigkeit für die Aspekte der Tourismuspolitik, die mit Umweltschutz, Wettbewerbspolitik und Verbraucherschutz zu tun haben. Mit dem Zusammenwachsen der Länder in der EU wird die europäische Ebene an Bedeutung gewinnen. Der Tourismussektor gilt als einer der aussichtsreichsten Wirtschaftsbereiche. Das Volumen dürfte sich in den nächsten 20-25 Jahren verdoppeln. Die Gestaltung der Tourismuspolitik in Europa ist deshalb schwierig, weil es als ein Gebiet mit größter Vielfalt und Dichte an touristischen Anziehungspunkten gilt. Außerdem wird der Tourismus durch das politische System nicht ausreichend wahrgenommen, da die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus schwierig messbar ist. Da nicht jede tourismuspolitische Maßnahme die gleiche Auswirkung auf die Tourismusorte bzw. lokalen Tourismusunternehmen hat liegt die Problemstellung darin, die verschiedenen Auswirkungen zu erarbeiten und zu diskutieren.

Die Zielsetzung der Diplomarbeit liegt darin, die direkte Tourismuspolitik der beiden internationalen Institutionen zu beleuchten und deren Auswirkungen auf die europäischen Tourismusunternehmen zu erarbeiten. Es soll auch analysiert werden, ob in einzelnen Bereichen eine lokale oder eine europäische bzw. internationale Zuständigkeit angestrebt werden sollte. Auch sollten eventuelle Lösungsansätze diskutiert werden. Zum besseren Verständnis soll auch die unterschiedliche Arbeitsweise der beiden Institutionen erarbeitet werden, um Kooperationsmöglichkeiten und eventuell bestehende Überschneidungen aufzuzeigen.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil der Diplomarbeit werden die kleinen und mittleren Unternehmen eingehend beschrieben sowie die Tourismuspolitik erklärt und die beiden Institutionen und deren Arbeitsweise erläutert.

- Im ersten Kapitel wird die Problemstellung und Zielsetzung konkretisiert, in dem das Phänomen Tourismus und dessen Wichtigkeit vorgestellt wird.

- Im zweiten Kapitel werden die kleinen und mittleren Betriebe eingehend erläutert, deren Stärken und Schwächen sowie Zukunftsaussichten beschrieben.

- Im dritten Kapitel wird die Tourismuspolitik aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und die Notwendigkeit einer Tourismuspolitik vorgestellt.

- Im vierten Kapitel werden die beiden Institutionen näher vorgestellt, d.h. es wird deren Legitimität, deren Aufgaben und politische Organisation dargestellt.

Der zweite Teil der Diplomarbeit beschäftigt sich dann mit den einzelnen Bereichen der tourismuspolitischen Arbeit. Es wird die Arbeit in den Bereichen Harmonisierung der Steuern und Finanzierung, nachhaltiger Tourismus, Innovations-, Informations-, Kommunikations- und Forschungspolitik, Marketing und Schaffung internationaler Tourismusportale, Ausbildung und Arbeit, Verbraucherschutz und Sicherheit in Bezug auf die kleinen und mittleren Unternehmen beleuchtet. Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit der Evaluierung der internationalen tourismuspolitischen Maßnahmen im Hinblick auf deren Auswirkungen auf Tourismusunternehmen. Anschließend wird kurz zusammengefasst und ein Ausblick in die Zukunft gewährt.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis v
Abbildungsverzeichnis vii
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 1
1.3 Aufbau und Methodik der Diplomarbeit 2
2. Typische Probleme von kleinen und mittleren Tourismusunternehmen 3
2.1 Definition KMU 3
2.1.1 Qualitative Abgrenzung 4
2.1.2 Quantitative Abgrenzung 8
2.2 Gründe für die Existenz von KMU 10
2.2.1 Anknüpfungspunkte in der Theorie 10
2.2.2 Volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von KMU 11
2.3 KMU im europäischen Umfeld 13
2.4 Stärken und Schwächen der KMU 16
2.4.1 Stärken der KMU 16
2.4.2 Schwächen der KMU 17
2.5 Zukunftsszenarien für KMU 18
3. Tourismuspolitik 20
3.1 Definition 20
3.1.1 Direkte und indirekte Tourismuspolitik 23
3.1.2 Ordnungs- und Prozesspolitik 24
3.2 Notwendigkeit einer Tourismuspolitik 24
3.2.1 Marktversagen 24
3.2.2 Staatsversagen 26
4. Internationale Institutionen 27
4.1 Legitimität 27
4.2 Aufgaben 28
4.3 Politische Organisation der EU, UNWTO 28
4.3.1 Die Europäische Union 28
4.3.1.1 Beschreibung 28
4.3.1.2 Aufbau und Organisation 29
4.3.1.3 Tätigkeitsfeld 31
4.3.1.3.1 Lokale vs. europäische Zuständigkeit 35
4.3.1.3.2 Subsidiaritätsprinzip 36
4.3.1.3.3 Verhältnismäßigkeit und Föderalismus 36
4.3.1.4 Bedeutung der Tourismuspolitik und Ziele 37
4.3.2 Die World Tourism Organisation 38
4.3.2.1 Beschreibung 38
4.3.2.2 Aufbau und Organisation 39
4.3.2.3 Tätigkeitsfeld, Bedeutung der Tourismuspolitik und Ziele 42
4.3.3 Andere wichtige Organisationen 43
5. Direkte Tourismuspolitik der EU und UNWTO 44
5.1 Harmonisierung der Steuern und Finanzierung 46
EU 46
UNWTO 50
5.2 Nachhaltiger Tourismus 52
EU 52
UNWTO 57
a) Nachhaltiger Tourismus 57
b) Spezialprogramm der UNWTO: ST-EP (Sustainable Tourism – Eliminating Pov-erty) 60
5.3 Marketing und Schaffung internationaler Marketingportale 62
EU 62
UNWTO 65
5.4 Innovations-, Informations- (Statistik), Kommunikations- und Forschungspolitik - Einfluss neuer Technologien im Tourismus bzw. in der Reiseindustrie 68
EU 68
UNWTO 73
5.5 Ausbildung und Arbeit 76
EU 76
UNWTO 81
5.6 Verbraucherschutz und Sicherheit 83
EU 83
UNWTO 86
6. Evaluierung der internationalen tourismuspolitischen Maßnahmen im Hinblick auf deren Auswirkungen auf Tourismusunternehmen 88
6.1 Tourismuspolitische Maßnahmen die die betriebswirtschaftlichen Probleme von KMU positiv adressieren 88
6.2 Tourismuspolitische Maßnahmen die die betriebswirtschaftlichen Probleme von KMU negativ adressieren 94
6.3 Fazit 96
7. Zusammenfassung und Ausblick 98
Literaturverzeichnis 100

Textprobe:

Kapitel 5., Direkte Tourismuspolitik der EU und UNWTO:

Die EU hat den Tourismus als wichtigen Wettbewerbsfaktor identifiziert. Seit sie in den 80er Jahren ihren Anfang genommen hat, war das nicht immer so. 1995 hat die Kommission das Grünbuch zum Fremdenverkehr veröffentlicht, wo der Tourismus nicht nur als grenzenloser Personenverkehr gesehen wird, sondern erstmals ernsthaft mit seiner Vielschichtigkeit in die europäische Politik eingehen soll.

2001 wurden 5 Arbeitsgruppen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien im Tourismus, nachhaltiger Tourismus, Qualität des Angebots, Ausbildung und Verbreitung von Information durch Neue Technologien eingesetzt, die ihre Ergebnisse im selben Jahr präsentiert haben und in dieser Arbeit dementsprechend berücksichtigt werden.

Im Jahr 2003 hat die EU die Struktur, die Performance und die Wettbewerbssituation der KMU im Tourismus geprüft. Diese Studie hat die ökologische, ökonomische, soziale, politische und technologische Umwelt der KMU in der Tourismusindustrie und deren verbundenen Sub-Sektoren wie Transport oder Touristenattraktionen. Die EU stellt dabei fest, dass die KMU beeinflusst werden von verschiedenen Problemen:

- Auf politischem Level: Fehlen von koordinierten Verkehrspolitiken, hoher Unterschied in der Reisebesteuerung (Benzin, Mautgebühren), unzureichende Gesundheits-, Sicherheits- und Qualitätsstandards.

- Auf wirtschaftlichem Level: unzureichende Information über Unterstützungsmaßnahmen, un-zureichende Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Kontext.

- Auf ökologischem Level: Saisonalität, ökologische Barrieren, die ein Wachsen des Tourismus verhindern.

- Auf sozialem Level: die alternde Bevölkerung, veränderte Nutzenerwartung, Nachfrage nach maßgeschneiderten Produkten, Veränderung der Reisegewohnheiten in Länge und Häufigkeit.

- Auf technologischem Level: unzureichende Ausnutzung der vorhandenen Technologien.

UNWTO:

Die UNWTO hat weit mehr Mitglieder als die EU, jedoch beschränkt sich ihre Einflussnahme auf Empfehlungen, Information und Aufforderungen zu einer Zusammenarbeit. Es besteht keine rechtliche Verbindlichkeit von Beschlüssen. Die UNWTO hat als Schwerpunkte in ihrem Arbeitsprogramm die Intensivierung der Zusammenarbeit zur Entwicklung und Stärkung der nationalen Tourismusverwaltungen, besonders in den Entwicklungsländern, die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten im Tourismus, Förderung einer hohen Qualität im Tourismus, Veröffentlichungen von Statistiken zur Unterstreichung der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus, nachhaltige Entwicklung des Tourismus, neue Informationstechnologien im Tourismus, Tourismusmarketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Im Folgenden werden die Maßnahmen der beiden Institutionen in den Bereichen Harmonisierung der Steuern und Finanzierung, nachhaltiger Tourismus, Marketing und Schaffung internationaler Marketingportale, Innovations-, Informations- (Statistik), Kommunikations- und Forschungspolitik, Einfluss neuer Technologien im Tourismus bzw. in der Reiseindustrie, Ausbildung und Arbeit, Verbraucherschutz und Sicherheit verglichen und deren Auswirkungen auf die kleinen und mittleren Tourismus-unternehmen analysiert.

Kapitel 5.1, Harmonisierung der Steuern und Finanzierung:

Die EU will einen Beitrag zu der Behebung der Besteuerungsunterschiede leisten. Jedoch beschränkt sich dieser Beitrag auf die indirekten Steuern und betrifft nicht die direkten. Es wird deshalb keine allgemeine Steuerharmonisierung angestrebt, sondern vor allem die Harmonisierung im Bereich der Mehrwertssteuer. Bei Großunternehmen strebt die EU die Harmonisierung der Bemessungsgrundlage an, dies jedoch betrifft die KMU nicht. Die Steuersysteme sollen die Unternehmenstätigkeit begünstigen.

Die unterschiedlichen Steuersysteme in den Mitgliedsländern haben Auswirkungen auf den Tourismus. So kann ein hoher Mehrwertssteuersatz zu hohen Preisen und damit zu weniger Gästen führen. Der Divergenz in der EU ist oft ziemlich hoch, so z.B. 18 % zwischen den Niederlanden (4%) und Dänemark (22%).

Bereits 1998 hat die EU in ihrem Strategiepapier „Agenda 2010 for small businesses in the world´s largest industry“ hervorgehoben, dass die KMU durch nationale Besteuerungs- und Regulierungssysteme oft benachteiligt werden. Die europaweit tätigen Tourismusunternehmen mussten nicht nur unterschiedliche Steuersätze in Kauf nehmen, sondern mussten teilweise sogar Doppelbesteuerung in Kauf nehmen. Deshalb hat sie versucht, mit Vertretern der KMU die Systeme flexibler zu interpretieren.

Im Jahr 2000 hat die Kommission eine Mitteilung über eine Verbesserung des Mehrwertssteuer-Systems im Binnenmarkt herausgegeben.

Im Jahr 2005 hat gegolten, dass ein Unternehmer, der eine Leistung an einem privaten Verbraucher erbringt, den Mehrwertssteuersatz in Rechnung zu stellen hat, der im Land seiner Niederlassung gilt. Für die Unternehmen ist relevant, dass die EU-Kommission vorgeschlagen hat, bestimmte Dienstleistungen an Privatpersonen in den Staaten zu besteuern, in denen der Verbrauch stattfindet. Dies betrifft Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen. Findet der Erbringung einer dieser Dienstleistungen an Bord eines Beförderungsmittels, erfolgt die Besteuerung in dem Staat, wo sich der Abgangsort der Beförderung befindet. Diese Regelung soll Wettbewerbsverzerrungen vorbeugen.

Dieser Vorschlag wurde vom Rat im Oktober 2005 durch die Verordnung zur einheitlicheren Anwendung der Vorschriften des gemeinsamen MwSt.-Systems in der EU angenommen. Durch diese Verordnung sollen die MwSt.-Vorschriften, die in der Richtlinie von 1977 festgehalten sind, von den Mitgliedsstaaten einheitlicher angewandt werden. Diese Verordnung trat am 1. Juli 2006 in Kraft.

In der sechsten MwSt.-Richtlinie der EU werden der Anwendungsbereich, Steuerpflichtige, Steuertatbestand und Steueranspruch, Besteuerungsgrundlage, Steuersätze, Steuerbefreiungen, Vorsteuerabzug, Steuerschuldner und Sonderregelungen genau festgehalten.

Eine Sonderregelung betrifft die Reisebüros und Reiseveranstalter im Artikel 26. Es wurde hier einiges ergänzt, um die Sonderregelungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten zu harmonisieren und um die Steuerhinterziehung bei Pauschalreisen durch Zweitniederlassungen in Drittstaaten zu verhindern. Dies soll verhindern, dass diese Tourismusunternehmen Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Unternehmen in Drittstaaten haben. Eine Gleichbehandlung wurde erreicht, durch Besteuerung der Reiseveranstalter mit Sitz im Drittland, die Pauschalreisen im Drittland verkaufen, diese aber innerhalb der EU stattfinden. Dadurch werden die Unternehmen des Drittlandes gleich behandelt wie die Unternehmen in der EU. Die bestehenden Übergangs- und Sonderregelungen bei der Besteuerung von Reisedienstleistungen wurden ebenfalls beseitigt.

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Arbeit zitieren:
Daberto, Manfred Mai 2007: Tourismuspolitische Maßnahmen der EU und UNWTO und ihre Auswirkungen auf kleine und mittlere Tourismusunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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