Tourismus auf den Philippinen - die Insel Boracay
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Michael Sievritts
- Abgabedatum: August 1995
- Umfang: 112 Seiten
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7868-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7868-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sievritts, Michael August 1995: Tourismus auf den Philippinen - die Insel Boracay, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Südostasien, Entwicklungsland, Tourismusforschung, ASEAN, Wirtschaftszweig
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Diplomarbeit von Michael Sievritts
Problemstellung:
Die Tourismusindustrie hat sich zu einem der bedeutendsten Wirtschaftszweige entwickelt. Die Einnahmen aus dem Tourismus wachsen seit Mitte der 80er Jahre schneller als die des restlichen Welthandels, für manche Länder stellt der Tourismus bereits die Haupteinnahmequelle dar. So unumstritten die quantitative wirtschaftliche Bedeutung und dynamische Entwicklung der Tourismusindustrie ist, so heftig umstritten ist auch, ob der Tourismus positive oder negative Auswirkungen, besonders auf Entwicklungsländer, hat. Die pauschale Behauptung, der Tourismus leiste in jedem Fall einen positiven Entwicklungsbeitrag, hat sich als ebenso unhaltbar erwiesen wie das Behaupten des Gegenteils. Der Einzelfall muss geprüft und bewertet werden.
Die Arbeit versucht, die Entwicklung des Tourismus auf den Philippinen zu beschreiben und dabei detailliert die Insel Boracay hinsichtlich der Auswirkungen des Tourismus zu analysieren. Die Insel eignet sich deshalb besonders gut für diese Arbeit, da sie trotz ihrer geringen geographischen Ausmaße eine - für das gesamte Land - beachtliche Zahl an internationalen Touristen auf sich vereinen kann.
Der Tourismus stellt ein interdisziplinäres Phänomen dar, das von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden kann. Die Arbeit konzentriert sich dabei auf ökonomische Gesichtspunkte, insbesondere auf entwicklungspolitische Möglichkeiten, etwa hinsichtlich der Schaffung von Arbeitsplätzen, der Erwirtschaftung von Devisen, der Reduzierung der Abhängigkeit von der Landwirtschaft und dem Export primärer Erzeugnisse, der Verbesserung der Infrastruktur und der Überwindung regionaler Disparitäten. Ökologische Aspekte werden im Rahmen dieser Arbeit nur am Rande erwähnt. Ebenfalls nicht näher behandelt werden die soziokulturellen Auswirkungen. So wird beispielsweise nicht auf das Phänomen des Sextourismus eingegangen. Da der Tourismus aus wirtschaftsgeographischer Sicht analysiert wird, spielen neben ökonomischen vor allem räumliche Aspekte eine Rolle.
Gang der Untersuchung:
Trotz der stetig zunehmenden Bedeutung des Tourismus im südostasiatischen Raum, findet man nur sehr wenige regionale Studien, die sich mit den wirtschaftlichen Auswirkungen beschäftigen. Deshalb war es notwendig, neben der nur begrenzt möglichen Literaturauswertung eine Reise auf die Philippinen zu unternehmen und hier empirisch zu forschen. Die Forschungsreise auf die Philippinen begann im Dezember 1994. Sie setzte sich zusammen aus einem zehntägigen Aufenthalt in Manila und einem anschließenden fünfwöchigen Aufenthalt auf der Insel Boracay. In Manila stellten besonders folgende Behörden und Institutionen interessantes Material bereit: Das Department of Tourism (DOT), das Asian Institute of Tourism (AIT), die National Economic Development Authority (NEDA), das National Statistic Office (NSO), sowie die National Library.
Nach einem Einleitungsteil, gliedert sich die Arbeit in drei Hauptabschnitte. In den ersten beiden geht es neben der Darstellung kulturgeographischer und raumwirtschaftlicher Entwicklungen der Philippinen vor allem um die Charakteristik sowie der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung des Tourismus. In diesen beiden Kapiteln soll vor allem der Frage nachgegangen, werden inwieweit der Tourismus den Philippinen wirtschaftlich nutzt bzw. wo er welche Kosten verursacht. Die Fragen, die in diesem Zusammenhang beantwortet werden sollen, lauten u.a. :
- Können räumliche Unterschiede in der Lebensqualität ausgeglichen werden?
- Besonders die landlose Bevölkerung in den ländlichen Gebieten ist von der Armut am härtesten betroffen. Kann durch den Tourismus dieser Bevölkerungsgruppe wieder eine Aussicht auf regelmäßiges Einkommen gegeben werden?
- Kann die Abhängigkeit von der Landwirtschaft in einigen Regionen durchbrochen werden?
Im dritten Hauptabschnitt wird die touristische Entwicklung der Insel Boracay aufgezeigt. Hier kommt vor allem die Wirkung des Tourismus auf die Beschäftigung sowie Auswirkungen auf die Infrastruktur zur Sprache. Entsprechend der mangelnden Literatur sowie dem o.g. Verlauf der Forschungsreise, die sich vom zeitlichen Aufwand her auf die Insel Boracay konzentrierte, ist dieser Teil der Arbeit in erster Linie empirischer Natur. Anhand von Beobachtungen und Befragungen sowie der Erfassung und Auswertungen verschiedener Daten und Statistiken soll geklärt werden, ob der Tourismus einen positiven Beitrag zur regionalen Entwicklung leistet und wenn ja welchen.
Zum Schluss dieses Abschnittes werden politische Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Tourismus und der räumlichen Ordnung der Insel, die im „Boracay Island Master Development Plan“ des DOT veröffentlicht sind, hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit und Sinnhaftigkeit analysiert. Anschließend werden private Organisationen und ihre Zielsetzungen vorgestellt.
Neben der Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit werden im fünften Abschnitt Perspektiven über die weitere touristische Entwicklung Boracays aufgezeigt sowie politische Handlungsempfehlungen gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Verzeichnis der Abbildungen, Tabellen und Karten | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | II | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Abgrenzung | 1 |
| 1.2 | Methodik und Literaturüberblick | 2 |
| 1.3 | Begriffliches | 4 |
| 2. | Die wirtschaftsgeographische Situation auf den Philippinen | 7 |
| 2.1 | Naturgeographische Grundzüge | 7 |
| 2.2 | Kulturgeographische Entwicklung | 8 |
| 2.3 | Die wirtschaftliche und sozio-demographische Entwicklung | 12 |
| 2.4 | Die raumwirtschaftliche Konzentration | 14 |
| 3. | Der Tourismus auf den Philippinen | 21 |
| 3.1 | Die quantitative Entwicklung des Tourismus | 21 |
| 3.2 | Die Struktur des Tourismus | 25 |
| 3.2.1 | Saisonalität, Herkunft, Charakteristik des Tourismus | 25 |
| 3.2.2 | Räumliche Verteilung | 28 |
| 3.3 | Tourismusressourcen | 30 |
| 3.3.1 | Natur-, kulturräumliches Potential | 30 |
| 3.3.2 | Touristische Infrastruktur | 30 |
| 3.4 | Wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus | 34 |
| 3.5 | Staatliche Steuerung der touristischen Entwicklung | 39 |
| 4. | Die Auswirkungen des Tourismus auf der Insel Boracay | 45 |
| 4.1 | Geographische und sozio-demographische Eigenschaften | 46 |
| 4.2 | Entwicklung des Tourismus auf der Insel | 49 |
| 4.2.1 | Touristisches Angebot | 49 |
| 4.2.2 | Touristische Nachfrage | 51 |
| 4.3 | Wirtschaftliche Bedeutung und Auswirkungen des Tourismus | 53 |
| 4.3.1 | Auswirkung auf die Beschäftigung | 53 |
| 4.3.2 | Auswirkung auf die Infrastruktur | 58 |
| 4.4 | Versuch der politischen Einflussnahme auf die zukünftige touristische Entwicklung | 63 |
| 4.4.1 | Der Boracay Island Master Development Plan | 63 |
| 4.4.2 | Private Initiativen | 70 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 73 |
| Literaturverzeichnis | 77 | |
| Anhang | 81 |
arbeitsintensiven Bereichen wie Hotels, nicht alle ihrer Beschäftigten an, um Kosten zu sparen. Außerdem beinhalten die Daten nicht die Beschäftigten in Betrieben, die nur indirekt mit dem Tourismus verbunden sind. Aufgrund dieser Diskrepanz ist man auf Schätzungen und Hochrechnungen angewiesen. Da hier die Angaben aber weit auseinander gehen, ist eine quantitative Auswertung der Beschäftigungswirkung durch den Tourismus sehr schwierig. So gibt Ortiz in ihrer Arbeit56 die Zahl der im Tourismussektor Beschäftigten mit 756.400 an, was einem Anteil von 3,6% aller Erwerbstätigen der Philippinen entspräche. Das DOT selbst schätzte die Zahl 1980 auf 70.225, was lediglich 0,45% der Gesamtbeschäftigten der Philippinen entspräche. Der tatsächliche Wert liegt wahrscheinich irgendwo dazwischen. Trotz der geringen Aussagefähigkeit der quantitativen Beschäftigungswirkung des Tourismus, sind qualitative Angaben möglich. Die Beschäftigung in den verschiedenen Tourismusbereichen zeichnet sich durch sehr geringe saisonale Schwankungen aus. Lediglich 8,4% der Beschäftigten war 1980 in der Nebensaison (März-September) ohne Arbeit.57 Außerhalb Manilas war der Rückgang mit 4,4% sogar noch geringer. 7,6% der im Tourismus Beschäftigten werden als Saisonarbeiter (temporary workers) angesehen, von denen die meisten nur angelernte Tätigkeiten ausführten (semi-skilled). Lokal ansässige Beschäftigte (local employees), also solche, die in unmittelbarer Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen, stellten 88,8% der Beschäftigten. Nicht lokal ansässiges Personal besetzte in erster Linie höhere Hierarchieebenen, besonders in Unternehmen außerhalb Manilas. (Diese Tatsache wird in Abschnitt 4 noch einmal näher analysiert.) 0,7% der Beschäftigten waren Gastarbeiter. Von diesem geringen Anteil waren jedoch 83,3% in Führungspositionen tätig, hauptsächlich in Einrichtungen Manilas. De La Cruz gibt den Anteil ausländischer Beschäftigter 1983 mit 1,12% an.58 Er führt ferner aus, daß ein großer Teil dieser Beschäftigten als Reiseleiter tätig ist, aufgrund der Nachfrage nach fremdsprachigen Reiseleitern. Das Wachstum der Touristenankünfte der letzten fünf Jahre führte jedoch nicht zu steigenden Investitionen im Bereich "Humankapital". So liest man im Manpower Survey des DOT von 1992: The growth of the [tourism] industry in the recent past has highlighted training deficiencies in major skill areas and a more directed national tourism training policy is now required. Für diese Bildungspolitik im Tourismus-Sektor entwickelte das DOT in Zusammenarbeit mit der Tourismusbranche einen Plan, der folgende Hauptziele verfolgt: 1. 2. Der wirtschaftliche Nutzen der Tourismus-Entwicklung soll einer breiteren Schicht der Bevölkerung zugute kommen. Es soll ein Grad der Tourismus-Entwicklung erreicht werden, der dazu beiträgt, den Lebensstandard der Filipinos zu verbessern und ihr Selbstbewußtsein und Gemeinschaftsgefühl zu erhöhen. Eine starke staatliche Organisation soll effektiv und effizient die Funktionen und Ressourcen steuern, die benötigt werden, um den Tourismus zu einer wirtschaftlich und kulturell wichtigen Aktivität werden zu lassen. [...]
der Tourismussektor in erster Linie Dienstleistungen erzeugt, kann sein Output nicht in nachgelagerten produzierenden Industriebereichen verwendet, sondern nur konsumiert werden. Deswegen hat der Tourismus nur einen geringen Vorwärtskopplungseffekt. 6. Der Tourismus ist eine Quelle für zusätzliche staatliche Einnahmen, wie Steuern oder Flughafengebühren. 7. Es wird behauptet, daß durch den internationalen Tourismus ein positives Image des bereisten Landes in den Herkunftsländern entsteht, was wiederum zu verstärkten ausländischen Investitionen oder Exporten führen kann. Diese Auffassung entsprach auch der Politik des Marcos-Regimes, wie der nächste Abschnitt zeigen wird. Auf der Seite der negativen ökonomischen Auswirkungen seien an dieser Stelle folgende Effekte des Tourismus genannt: 1. Es kommt oft zu erheblichen Rückflüssen der Devisen, die der Tourismus ins Land bringt. Das ist z. B. der Fall, wenn Hotels in ausländischem Besitz sind und die Gewinne deshalb größtenteils wieder ins Ausland transferiert werden. Ein Großteil der Ausgaben der Touristen für eine Reise kommen gar nicht erst im bereisten Land an, sondern verbleibt bei den Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften der Herkunftsländer. Ein klischeehaftes und immer wieder genanntes Beispiel ist in diesem Zusammenhang der japanische Tourist, der seine Reise in Japan bezahlt, der mit Japan Air Lines fliegt und zu einem japanischen Hotel in einem japanischen Auto gefahren wird. Da die Touristen oft nicht bereit sind, auf ihren gewohnten Lebensstandard zu verzichten, muß ein Teil der eingenommenen Devisen wieder für Importe verwendet werden. 2. Durch den inflationären Effekt der Ausgaben der Touristen steigen die Preise für lokale Güter und Grundstücke auch für die einheimische Bevölkerung. 3. Die als attraktiv empfundenen Arbeitsplätze im Tourismussektor ziehen Arbeitskräfte aus anderen Wirtschaftssektoren an, die dort dann fehlen. 4. Die Entwicklung des Tourismus in ärmeren peripheren Regionen setzt Investitionen voraus, die oft von der lokalen Bevölkerung nicht getätigt werden können. Dementsprechend besteht auch die Gefahr, daß ein Großteil der Einnahmen auch wieder in andere Regionen des Landes fließt. Der lokalen Bevölkerung bleiben oft nur schlecht bezahlte Tätigkeiten. Nachdem die wesentlichen wirtschaftlichen Effekte des Tourismus -sowohl positiver als auch negativer Art- genannt wurden, geht es jetzt darum, anhand dieser Punkte eine Analyse der Situation auf den Philippinen vorzunehemen. Die Deviseneinnahmen durch den Tourismus wurden im Statistical Report 1992 vom DOT für das Jahr 1990 mit 1.306 Mio US$ angegeben. Im gleichen Jahr lagen Thailands Deviseneinnahmen bei 4.326 Mio US$, die von Indonesien bei 1.879 und die von Malaysia bei 1.057 Mio US$ (Quelle: WTO). 1991 lagen die Deviseneinnahmen bei 1.281 Mio US$ und 1992 bei 1.674 Mio US$. Der Tourismus ist damit der wichtigste Teilbereich innerhalb des Diensleistungssektors. Die Deviseneinnahmen aus dem Tourismus entsprachen 1990 ungefähr dem Exportvolumen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, das bei 1.393 Mio US$ lag50 und zählten damit zu den Hauptdeviseneinnahmequellen. Die durchschnittlichen täglichen Ausgaben der Touristen gibt das DOT für 1992 mit 127,47 US$ an. Dabei unterscheiden sich die Ausgaben der Touristen je nach Herkunftsland erheblich. Während die Japaner 198,28 US$ am Tag ausgaben, waren es bei den Europäern im Schnitt 95,52 US$ und [...]
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Tourismus, die ja den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden, sind zum einen positiver Art, d.h. der Tourismus stiftet einer Volkswirtschaft bzw. einer Region einen ökonomischen Nutzen, und zum anderen negativer, d.h. mit dem Tourismus sind Kosten für eine Volkswirtschaft verbunden. In diesem Abschnitt wird der Frage nachgegangen, inwieweit der Tourismus den Philippinen wirtschaftlich nutzt bzw. wo er welche Kosten verursacht. Zusammenfassend sind deshalb im folgenden die wirtschaftlichen Vorteile sowie negativen Auswirkungen genannt, die mit dem internationalen Tourismus allgemein in Verbindung gebracht werden, um sie anschließend auf die Philippinen zu beziehen. Die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen, die vom Tourismus erwartet werden, sind folgende: 1. Durch den internationalen Tourismus hat eine Volkswirtschaft die Möglichkeit, ausländische Devisen ins Land zu bekommen, die sich wiederum positiv auf die Handelsbilanz auswirken. Der Tourismus kann also als "Exportgut" bezeichnet werden, mit zwei Unterschieden zu anderen Handelsgütern: Es handelt sich zum einen um einen Export von Dienstleistungen, weshalb Walton auch von einem "invisible export" spricht 48, und zum anderen kommen die Kunden in das exportierende Land, um die "Ware" dort zu konsumieren. Der große Vorteil des Tourismussektors gegenüber anderen Handelsgütern ist der, daß er meist weniger Handelsrestriktionen oder Barrieren unterliegt. 2. Der internationale Tourismus ist die weltweit größte Wachstumsbranche. Durch die zunehmende Bedeutung, die der Tourismus in einem Land hat, erhöht sich auch der Diversifikationsgrad der Wirtschaft. Gerade Entwicklungsländer sind meist einseitig abhängig vom Export von Rohstoffen oder landwirtschaftlichen Erzeugnissen. 3. Aufgrund der Arbeitsintensität des Tourismussektors können durch ihn Arbeitsplätze geschaffen werden. 4. Die Tourismusdestinationen befinden sich oft abseits von den Hauptwirtschaftsregionen. Touristen bevorzugen oft kleine, relativ abseits gelegene Inseln aufgrund ihrer Strände oder landschaftlichen Reize. Diese Gebiete kommen für andere Wirtschaftssektoren, außer der Landwirtschaft, selten in Frage. Man erhofft sich z.B., daß durch die Infrastruktur, die durch den Tourismus geschaffen wird, weitere Wachstumsimpulse für die betroffenen Regionen entstehen. Der Tourismus kann somit zur Überwindung regionaler Disparitäten beitragen, was für die wirtschaftsgeographische Sichtweise dieser Arbeit natürlich von besonderem Interesse ist. 5. Der Tourismus ist gekennzeichnet durch seine vielseitigen Verbindungen zu anderen Wirtschaftssektoren. Die Wachstumsimpulse, die dadurch erzeugt werden können, nennt man auch "backward" und "forward linkage effects" (Vorwärts- und Rückwärtskopplungseffekte). 49. Somit entstehen indirekte Effekte, wie beispielsweise durch eine erhöhte Nachfrage nach lokalen landwirtschaftlichen Erzeugnissen durch den Tourismus oder die Inanspruchnahme von Transportdienstleistungen. Der Tourismus hat somit Multiplikatoreffekte auf andere Wirtschaftssektoren. Neben den direkten Effekten, wie beispielsweise Einkommenssteigerungen und der Schaffung von Arbeitsplätzen im Hotel- und Gaststättengewerbe, kommt es zu indirekten Effekten, also zusätzlichen Einkommenssteigerungen und Arbeitsplätzen in vor- oder nachgelagerten Bereichen. Da [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832478681
Arbeit zitieren:
Sievritts, Michael August 1995: Tourismus auf den Philippinen - die Insel Boracay, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Südostasien, Entwicklungsland, Tourismusforschung, ASEAN, Wirtschaftszweig



