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Tourismus und Freizeit im Hochschwarzwald

Eine empirische Studie zum Freizeitverhalten der Schwarzwaldbesucher, dargestellt anhand der Tourismus-Gemeinde Schluchsee

Tourismus und Freizeit im Hochschwarzwald
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Matthias Schopp
  • Abgabedatum: November 2006
  • Umfang: 90 Seiten
  • Dateigröße: 8,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Deutschland
  • Originaltitel: Tourismus und Freizeit im Hochschwarzwald. Die Gästestruktur der Gemeinde Schluchsee
  • Bibliografie: ca. 62
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0496-3
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0496-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schopp, Matthias November 2006: Tourismus und Freizeit im Hochschwarzwald, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Schwarzwald, Tourismus, Gemeinde Schluchsee, Geographie, Fremdenverkehr

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Staatsexamensarbeit von Matthias Schopp

Einleitung:

Ein Blick in die Gästezeitung der Region Hochschwarzwald macht den Leser auf „die Vier Schönen“ aufmerksam. Auf der Titelseite werben die Gemeinden Feldberg, Hinterzarten-Breitnau, Schluchsee und Titisee-Neustadt gemeinsam um Besucher.

Der Feldberg mit dem Prädikat des höchsten deutschen Gipfels außerhalb der Alpen und dementsprechend ausgedehnter Wintersport-Infrastruktur, Hinterzarten als deutsches Skisprung-Leistungszentrum und Titisee-Neustadt sind weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt. An schönen Sommertagen gehen hunderte von Gästen auf der Uferpromenade des Titisees spazieren. Der Ort ist ein Beispiel für eine Entwicklung hin zum Massentourismus.

In Schluchsee fällt die touristische Funktion des Ortes nicht so sehr ins Auge. Es macht den Eindruck, als ob der Ort eher als Geheimtipp gilt, denn als touristische Hochburg. Der Tourismus im Schwarzwald befindet sich seit einigen Jahren in einer Umbruchsphase. Das wirft die Frage auf, in welcher Art und Weise der Fremden- und Freizeitverkehr den Raum Hochschwarzwald und die Gemeinde Schluchsee heute prägen, und in wie weit das touristische Potential durch die Besucher wahrgenommen und genutzt wird. Was veranlasst einen Gast dazu, ausgerechnet Schluchsee zu besuchen, und welche Aussage lässt sich daraus über die Zukunft der Gemeinde treffen?

Ziel der Arbeit ist, dieser Fragestellung mit Hilfe einer empirischen Untersuchung nachzugehen.

Gang der Untersuchung:

Zur Erlangung des Datenmaterials wurde nach dem Schema von Atteslander vorgegangen, der für die empirische Sozialforschung fünf Phasen vorstellt:

- Problembenennung.

- Benennung des Gegenstands.

- Durchführung unter Verwendung der jeweiligen Forschungsmethode.

- Analyse mit entsprechendem Auswertungsverfahren.

- Verwendung der Ergebnisse.

Die Problembenennung wurde eingangs genannt: Wie prägt der Tourismus den Raum Hochschwarzwald und insbesondere die Gemeinde Schluchsee? Daraus ergeben sich Fragen, denen in diesem Zusammenhang nachgegangen werden soll:

Welchen wirtschaftlichen Stellenwert machen der Fremden- und Freizeitverkehr aus? Welche Perspektive besitzt dieser Wirtschaftsfaktor? Zur Klärung dieser Fragen muss der Forschungsansatz beim Besucher selbst liegen, um festzustellen, wie der Gast den Raum mit seinen Angeboten wahrnimmt und bewertet, welche Verhaltensmuster er aufweist, und ob sich dadurch zukünftige Trends und Entwicklungen aufzeigen lassen.

Mit Hilfe einer empirischen Untersuchung sollen Daten gewonnen werden, welche die gegenwärtige Gästestruktur innerhalb der Gemeinde repräsentativ widerspiegeln, um so zukunftsweisende Aussagen treffen zu können.

Einleitend wird die Bedeutung des Tourismus im Hochschwarzwald vorgestellt. Daran schließen sich die physiogeographischen Eigenschaften des Raums sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde Schluchsee an.

Die Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsgebiet warf aktuelle Fragen und Problemstellungen auf. Aus diesen wurden Hypothesen zum Freizeitverhalten der Schluchseebesucher erstellt.

Als Forschungsmethode wurde eine strukturierte Befragung mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens im Rahmen eines Face-to-face-Interviews gewählt.

Die Analyse der empirischen Ergebnisse bildet den Kernpunkt der vorliegenden Arbeit. Um ein Gesamtbild des Fremdenverkehrs in der Gemeinde Schluchsee zu erhalten, wurden Gespräche mit Verantwortlichen der Tourismusbranche geführt.

Im letzten Teil der Arbeit werden die wichtigsten Ergebnisse zusammenfassend dargestellt, und es wurde versucht eine vorausschauende Aussage über die Entwicklung des Tourismus in der Gemeinde Schluchsee zu treffen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 2
Inhaltsverzeichnis 3
1. Einleitung – Fragestellung und Ziel der vorliegenden Arbeit 4
2. Untersuchungsmethodik 5
3. Die Bedeutung des Tourismus im Hochschwarzwald 7
4. Der Naturraum Schluchsee 9
4.1 Relief und dessen Entwicklung 9
4.2 Klimatische Verhältnisse 11
5. Die Gemeinde Schluchsee 13
5.1 Wirtschafts- und verkehrsgeographische Entwicklung 13
5.2 Entwicklung des Fremdenverkehrs 14
5.3 Wirtschaftsstruktur und Tourismusangebot heute 17
6. Vorbereitung und Durchführung der Befragung 20
6.1 Vorbereitung und Pretest 20
6.2 Durchführung der Befragung 22
7. Empirische Ergebnisse einer Befragung zur Gästestruktur 26
7.1 Demographie, Reisebegleitung und Berufsgruppen 26
7.2 Herkunft und Aufenthaltsdauer 30
7.3 Urlaubsorte und Einzugsgebiet 38
7.4 Anreise und Verkehrsmittel 40
7.5 Informationsprozess 43
7.6 Unterkunft 44
7.7 Aktivitäten und Ausflüge 46
7.8 Ausgaben 51
7.9 Bewertung des touristischen Angebots 54
8. Positionen der Verantwortlichen der Tourismusbranche 65
9. Zusammenfassung und Ausblick 68
Anhang 70
Literaturverzeichnis 71
Internetquellen 75
Abbildungsverzeichnis 76
Interviewleitfaden 77
Bewertung der Einzelfaktoren des touristischen Angebots 79

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 2
Inhaltsverzeichnis 3
1. Einleitung – Fragestellung und Ziel der vorliegenden Arbeit 4
2. Untersuchungsmethodik 5
3. Die Bedeutung des Tourismus im Hochschwarzwald 7
4. Der Naturraum Schluchsee 9
4.1 Relief und dessen Entwicklung 9
4.2 Klimatische Verhältnisse 11
5. Die Gemeinde Schluchsee 13
5.1 Wirtschafts- und verkehrsgeographische Entwicklung 13
5.2 Entwicklung des Fremdenverkehrs 14
5.3 Wirtschaftsstruktur und Tourismusangebot heute 17
6. Vorbereitung und Durchführung der Befragung 20
6.1 Vorbereitung und Pretest 20
6.2 Durchführung der Befragung 22
7. Empirische Ergebnisse einer Befragung zur Gästestruktur 26
7.1 Demographie, Reisebegleitung und Berufsgruppen 26
7.2 Herkunft und Aufenthaltsdauer 30
7.3 Urlaubsorte und Einzugsgebiet 38
7.4 Anreise und Verkehrsmittel 40
7.5 Informationsprozess 43
7.6 Unterkunft 44
7.7 Aktivitäten und Ausflüge 46
7.8 Ausgaben 51
7.9 Bewertung des touristischen Angebots 54
8. Positionen der Verantwortlichen der Tourismusbranche 65
9. Zusammenfassung und Ausblick 68
Anhang 70
Literaturverzeichnis 71
Internetquellen 75
Abbildungsverzeichnis 76
Interviewleitfaden 77
Bewertung der Einzelfaktoren des touristischen Angebots 79

Textprobe:

Kapitel 5.1, Wirtschafts- und verkehrsgeographische Entwicklung:

Die Geschichte der Gemeinde Schluchsee reicht bis in das zwölfte Jahrhundert zurück, wobei es keine gesicherten Anhaltspunkte über eine zeitlich bezifferte Ortsgründung gibt. Eine erste urkundliche Erwähnung fand im Jahre 1125 im Rahmen einer Schenkung des Gebiets an das Kloster von St. Blasien statt.

Nach 730 Jahren der territorialen Zugehörigkeit zum Kloster wird Schluchsee im Zuge der Auflösung dessen im Jahre 1806 badisch. Seinen ersten gemeindeeigenen Wald bekam der Ort 1834, als man Besitzansprüche auf den Klosterwald von St. Blasien geltend machen konnte.

Die Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts war von Unruhen und Konflikten geprägt. In die Zeit der 1860er Jahre fällt der Beginn des Fremdenverkehrs.

Die Glasfabrikation in Aha-Aeule stellte eine Einnahmequelle dar, die jedoch mangels Wirtschaftlichkeit 1892 eingestellt wurde. Land- und Forstwirtschaft prägten nachfolgend das Arbeitsleben.

Eine völlige Neuordnung der wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Verhältnisse versprach die Anfang des 20. Jahrhunderts begonnene Planung der Drei-Seen-Bahn Titisee – Windgfällweiher – Schluchsee. Ziel war es, die bereits bestehende Trasse von Freiburg durch das Höllental, nach St. Blasien zu erweitern. Der Erste Weltkrieg und seine wirtschaftlichen Folgen verzögerten jedoch den Baubeginn. 1926 konnte der erste Abschnitt bis zur Endstation Seebrugg in Betrieb genommen werden. Die Fertigstellung der gesamten Trasse war aus finanziellen Gründen nicht möglich. Bis heute verläuft die Strecke nur bis Seebrugg.

Der Bau der Eisenbahn bedeutete aber nicht die einzige Veränderung dieser Zeit. Die Aufstauung des Sees brachte eine einschneidende Umgestaltung der Landschaft mit sich.

Bereits 1893 wurde über eine Nutzung der Energie aus Wasserkraft nachgedacht. Eine in diesem Jahr getroffene Entscheidung zur Ablehnung des Projekts wurde 1908 durch den badischen Landtag revidiert. Der Bau der Eisenbahn-Trasse wurde bereits so gewählt, dass diese durch eine Aufstauung des Sees nicht zerstört würde. In den zwanziger Jahren schlossen sich weitere Planungen an, ehe am 15. Dezember 1928 die Schluchseewerk AG gegründet wurde.

Trotz zahlreicher Einsprüche wurde im Jahr 1929 mit dem Bau der Staumauer begonnen. Der natürliche Wall der Endmoräne von Seebrugg wurde so ausgebaut, dass der Seespiegel um 30 m erhöht werden konnte. Dies brachte Besitzverluste im Schwarzatal mit sich. Neben Wald- und Landwirtschaftsflächen fielen 19 Gebäude dem Wasser zum Opfer.

Das aufgestaute Wasser fließt über die Schwarza und die Schlücht dem Rhein zu. Zur Energiegewinnung wurden drei Kraftwerke gebaut: Eine obere Staustufe bei Häusern (730 m ü. NN.), eine mittlere bei Witznau (475m ü. NN.) und eine untere bei Waldshut-Tiengen (310m ü. NN.). Im Jahr 2004 erzeugte die Schluchseewerk AG 2206 GWh Strom.

Kapitel 5.2, Entwicklung des Fremdenverkehrs:

Der Bau der Drei-Seen-Bahn sowie die künstliche Aufstauung des Sees brachten entscheidende Voraussetzungen zur touristischen Weiterentwicklung der Gemeinde Schluchsee mit sich. Die Vorzüge der lokalen Klimabedingungen scheinen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt gewesen zu sein, als ein kleines Publikum vor Ort logierte, um die heilende Wirkung zu nutzen.

Die Anfänge des Fremdenverkehrs liegen etwa 150 Jahre zurück. Wenngleich nur eine bescheidene Anzahl von 120 Gästen vor Ort war, so lässt sich hier doch von einem beginnenden Kur-Tourismus sprechen. Dies wird durch die Tatsache belegt, dass 1889 ein Kurarzt vor Ort war. Der Gasthof Sternen bot 80 Gästen Unterkunft. Bis zur Jahrhundertwende hat sich die Zahl der Gäste auf fast 2000 erhöht. Auch hier zerstörte der Erste Weltkrieg die weitere Entwicklung.

Entscheidenden Anteil zur Erhöhung der Tourismusintensität brachte die 1924 fertig gestellte Bahnlinie mit sich. Sie eröffnete Besuchern aus Freiburg und der Oberrheinebene die Möglichkeit zu einem Kurzaufenthalt im Hochschwarzwald rund um den Schluchsee. War eine kurze Anreise bis dato nur bis zum Titisee möglich, konnte ab jetzt auch die Gemeinde Schluchsee vom Naherholungsverkehr profitieren.

Der zweite Weltkrieg markierte wiederum einen Einschnitt in der Entwicklung. Der eigentliche Aufschwung kam Anfang der fünfziger Jahre. 1951/52 wurde die Kurverwaltung gegründet. Innerhalb von fast 20 Jahren wuchs die Zahl der Übernachtungen von 84.000 auf 276.000 an. Wiederum spielte der Kurtourismus eine entscheidende Rolle. Der wirtschaftliche Aufschwung in der Bundesrepublik machte es möglich, dass auch Schluchsee von diesem touristischen Potential profitierte. In den Folgejahren wurden zahlreiche Bauvorhaben wie die Umgestaltung des Ortskerns, Naturpark, Musikpavillon und Freibad realisiert. Neben der ärztlichen Versorgung bediente die Einrichtung von hoteleigenen Bädern die Nachfrage der Gäste an gesundheitsfördernden Maßnahmen. Schließlich erhielt die Gemeinde 1974 aufgrund der klimatischen Gunstsituation die Auszeichnung „Heilklimatischer Kurort“.

Die Entwicklung von 1984 bis 2003 zeigt eine Trendwende im Freizeitverhalten der Gäste. Dies hängt auch mit der Abnahme der Kuraufenthalte bedingt durch politische und wirtschaftliche Veränderungen zusammen.

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Arbeit zitieren:
Schopp, Matthias November 2006: Tourismus und Freizeit im Hochschwarzwald, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Schwarzwald, Tourismus, Gemeinde Schluchsee, Geographie, Fremdenverkehr

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