Therapie statt Strafe in der Suchtkrankenhilfe
Die Thematik in Deutschland
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ramona Hänchen
- Abgabedatum: Mai 2005
- Umfang: 96 Seiten
- Dateigröße: 479,4 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Lausitz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0288-4
- ISBN (CD) :978-3-8366-0288-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hänchen, Ramona Mai 2005: Therapie statt Strafe in der Suchtkrankenhilfe, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Deutschland, Drogentherapie, Therapieerfolg, Motivation, Strafverfolgung
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Diplomarbeit von Ramona Hänchen
Problemstellung:
In meiner Arbeit möchte ich der Frage nachgehen, ob eine durch Auflage erteilte Therapie, den erforderlichen Nutzen bringen kann. Kann eine auferlegte Maßnahme durch das Gericht hilfreich sein, den Drogenabhängigen Klienten dazu zu motivieren wieder ein drogenfreies Leben zu führen, sich wieder den normalen gesellschaftlichen Anforderungen zu stellen?
Drogenabhängigkeit und Kriminalität sind eng miteinander verbunden. Die Abhängigkeit von illegalen Drogen bedingt auch Straftaten.
Gang der Untersuchung:
Im Kapitel 2 möchte ich mich mit dem rechtlichen Rahmen, in dem sich die Arbeit „bewegt“, beschäftigen. Dabei möchte ich mich mit Therapiemöglichkeiten nach dem BtMG und dem StGB beschäftigen, aber auch im groben auf die Strafprozeßordnung eingehen.
Mit dem im Betäubungsmittelrecht und Strafrecht integrierten Möglichkeiten (siehe §§ 35 ff BtMG, § 56 c Abs.3 StGB), eine der Rehabilitation dienende Behandlung in Anspruch zu nehmen anstelle einer Haftstrafe, bietet der Gesetzgeber drogen-abhängigen Straftätern größere Handlungsmöglichkeiten, um Therapiemaßnahmen für sich in Anspruch zu nehmen.
Das Kapitel 3 befasst sich mit der Erläuterung der Begriffe „ Sucht“, „ Drogen-abhängigkeit“ und gibt nochmals in grober Form an, welche der Substanzen unter den betäubungsmittelrechtlichen Rahmen fallen. Ebenfalls in Kapitel 3 möchte ich mich mit der Persönlichkeitsstruktur drogenabhängiger Klienten befassen, was dazu dienen soll, typische Verhaltensweisen zu erklären und diese nachzuvollziehen.
Das Kapitel 4 soll die Problematik der Motivation untersuchen, welche eine tragende Rolle für eine erfolgreiche Therapie und weiterführende Rehabilitation, aber auch für einen Therapieabbruch darstellt.
Weiterhin möchte ich mich in diesem Kapitel mit dem durch das Gesetz herbeigeführten Zwang zur Therapie und mit der Wandlung von der äußeren Motivation in eine Eigenmotivation befassen.
Kapitel 5 wird sich mit dem Therapieverlauf, den Therapieerfolgen und den Gründen eines Therapieabbruchs befassen sowie die gesetzlichen Möglichkeiten darlegen, welche zur Rehabilitation nach einem rückfallbedingten Therapieabbruch genutzt werden können. Ebenso werde ich mich in diesem Kapitel mit den Folgen eines Therapieabbruchs beschäftigen.
In Kapitel 6 möchte ich gesetzliche und therapeutische Interessen gegenüberstellen und dabei herausfinden, inwieweit diese sich gegenseitig behindern bzw. ergänzen.
In Kapitel 7 soll auf kritische Aspekte und Verbesserungsvorschläge bezüglich der Therapieauflagen des Betäubungsmittelgesetzes eingegangen werden. In Kapitel 8 möchte ich ein kurze Stellungnahme zu der bearbeiteten Problematik abgeben.
Die Arbeit ist eine Literaturrecherche. Es wurden keine Interviews gemacht. Das Interview, welches zum Thema der Arbeit mit einem Mitarbeiter von Synanon gemacht wurde, wurde nicht verwandt aufgrund fehlender Aussagekraft.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Gesetzliche Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Begriff der Drogenpolitik | 3 |
| 2.2 | Inanspruchnahme des §§ 153 aff. StPO | 5 |
| 2.3 | Therapie nach dem Strafgesetzbuch | 6 |
| 2.3.1 | § 56 StGB | 6 |
| 2.3.2 | § 64 StGB | 9 |
| 2.4 | Therapie nach dem Betäubungsmittelgesetz | 11 |
| 2.4.1 | § 35 BtMG | 13 |
| 2.4.2 | § 36 BtMG | 16 |
| 2.4.3 | § 37 BtMG | 18 |
| 3. | Definitionen, Grundbegriffe | 19 |
| 3.1 | Drogen/ Betäubungsmittel | 19 |
| 3.1.1 | Legale und illegale Drogen | 20 |
| 3.1.2 | Das Problem der Unterscheidung | 21 |
| 3.2 | Sucht, Drogenabhängigkeit | 22 |
| 3.2.1 | Kriterien der Drogenabhängigkeit | 25 |
| 3.2.2 | Drogenkonsum | 26 |
| 3.3 | Persönlichkeitsstruktur Drogenabhängiger | 27 |
| 3.4 | Theorien der Suchtentstehung | 28 |
| 4. | Problematik der Therapiemotivation | 33 |
| 4.1 | Erläuterung des Problems | 33 |
| 4.2 | Begriff der Motivation | 33 |
| 4.3 | Extrinsische und Intrinsische Motivation | 34 |
| 4.3.1 | Bedeutung der Motivation | 35 |
| 4.3.2 | Behandlungsmotivation | 36 |
| 4.4 | Entstehung von Motivation | 38 |
| 4.4.1 | Die Umwandlung von der extrinsischen in die intrinsische Motivation | 42 |
| 4.5 | Freiwilligkeit in der Therapie | 45 |
| 5. | Therapie der Drogenabhängigkeit | 46 |
| 5.1 | Therapieziele | 46 |
| 5.1.1 | Therapieverlauf | 47 |
| 5.1.2 | Die Rolle des Therapeuten | 50 |
| 5.2 | Therapieerfolge | 53 |
| 5.2.1 | Therapieerfolg Abstinenz | 56 |
| 5.3 | Therapieabbruch | 59 |
| 5.3.1 | Begriffsbestimmung | 59 |
| 5.3.2 | Kriterien des Therapieabbruchs | 61 |
| 5.4 | Der Rückfall | 65 |
| 5.4.1 | Begriffsbestimmung | 65 |
| 5.4.2 | Die gesetzliche Wertung des Rückfalls | 67 |
| 5.5 | Folgen des Therapieabbruchs | 68 |
| 6. | Therapie und Gesetz | 72 |
| 6.1. | Die gesetzlichen und therapeutischen Interessen | 72 |
| 6.2 | Verbindung gesetzlicher und therapeutischer Interessen | 73 |
| 7. | Kritik bezüglich der §§ 35 ff. BtMG | 76 |
| 8. | Persönliche Stellungnahme | 81 |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 85 | |
| Inhaltsverzeichnis | 86 | |
| Literaturverzeichnis | 88 |
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Gesetzliche Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Begriff der Drogenpolitik | 3 |
| 2.2 | Inanspruchnahme des §§ 153 aff. StPO | 5 |
| 2.3 | Therapie nach dem Strafgesetzbuch | 6 |
| 2.3.1 | § 56 StGB | 6 |
| 2.3.2 | § 64 StGB | 9 |
| 2.4 | Therapie nach dem Betäubungsmittelgesetz | 11 |
| 2.4.1 | § 35 BtMG | 13 |
| 2.4.2 | § 36 BtMG | 16 |
| 2.4.3 | § 37 BtMG | 18 |
| 3. | Definitionen, Grundbegriffe | 19 |
| 3.1 | Drogen/ Betäubungsmittel | 19 |
| 3.1.1 | Legale und illegale Drogen | 20 |
| 3.1.2 | Das Problem der Unterscheidung | 21 |
| 3.2 | Sucht, Drogenabhängigkeit | 22 |
| 3.2.1 | Kriterien der Drogenabhängigkeit | 25 |
| 3.2.2 | Drogenkonsum | 26 |
| 3.3 | Persönlichkeitsstruktur Drogenabhängiger | 27 |
| 3.4 | Theorien der Suchtentstehung | 28 |
| 4. | Problematik der Therapiemotivation | 33 |
| 4.1 | Erläuterung des Problems | 33 |
| 4.2 | Begriff der Motivation | 33 |
| 4.3 | Extrinsische und Intrinsische Motivation | 34 |
| 4.3.1 | Bedeutung der Motivation | 35 |
| 4.3.2 | Behandlungsmotivation | 36 |
| 4.4 | Entstehung von Motivation | 38 |
| 4.4.1 | Die Umwandlung von der extrinsischen in die intrinsische Motivation | 42 |
| 4.5 | Freiwilligkeit in der Therapie | 45 |
| 5. | Therapie der Drogenabhängigkeit | 46 |
| 5.1 | Therapieziele | 46 |
| 5.1.1 | Therapieverlauf | 47 |
| 5.1.2 | Die Rolle des Therapeuten | 50 |
| 5.2 | Therapieerfolge | 53 |
| 5.2.1 | Therapieerfolg Abstinenz | 56 |
| 5.3 | Therapieabbruch | 59 |
| 5.3.1 | Begriffsbestimmung | 59 |
| 5.3.2 | Kriterien des Therapieabbruchs | 61 |
| 5.4 | Der Rückfall | 65 |
| 5.4.1 | Begriffsbestimmung | 65 |
| 5.4.2 | Die gesetzliche Wertung des Rückfalls | 67 |
| 5.5 | Folgen des Therapieabbruchs | 68 |
| 6. | Therapie und Gesetz | 72 |
| 6.1. | Die gesetzlichen und therapeutischen Interessen | 72 |
| 6.2 | Verbindung gesetzlicher und therapeutischer Interessen | 73 |
| 7. | Kritik bezüglich der §§ 35 ff. BtMG | 76 |
| 8. | Persönliche Stellungnahme | 81 |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 85 | |
| Inhaltsverzeichnis | 86 | |
| Literaturverzeichnis | 88 |
Textprobe:
Kapitel 5.2.1., Therapieerfolg – Abstinenz:
Ein entscheidendes Kriterium für die Rehabilitation ist danach die Betäubungsmittelabstinenz. Die Frage ist dabei, ob die Drogenfreiheit unmittelbar oder nur als das Endziel angestrebt werden kann, eine Abstinenz von illegalen Drogen war lange Jahre ein allgemein akzeptiertes Ziel der Behandlung von Drogenabhängigen. Dabei wurde die absolute Drogenfreiheit im therapeutischen Prozess meist zu früh angestrebt bzw. bei einem Rückfall zu oft mit dem Abbruch der Therapie reagiert.
Begründet war dies dadurch, dass in den meisten therapeutischen Einrichtungen folgende Umstände unberücksichtigt blieben:
- Dass der Rückfall ein bedeutsames Ereignis in der Erlebnisverarbeitung eines Abhängigen darstellt.
- Dass ein langfristiger Prozess wie die Entwicklung einer Substanzabhängigkeit nicht kurzfristig beendet werden kann.
- Dass die Beschäftigung mit dem Rückfall ein integrierter Bestandteil der Therapie sein muss.
Lieb beschreibt, dass der Zustand der Abstinenz auf dem Boden einer gereiften Abstinenzentscheidung für Drogenabhängige der beste Weg und oft lebensrettend ist.
Diese Aussage soll aber nicht gleichgesetzt werden mit der, dass Abstinenz das Ziel einer Therapie sein soll. Und noch weniger sollte diese Aussage gleichgesetzt werden mit dem Ziel das Therapeuten bzw. die Gesellschaft für Betroffene setzen.
In Bezug zur Durchführung einer Therapie wird die Abstinenz als eine Chance gesehen sich von den Übeln, den Folgen der Suchtkrankheit zu befreien. Dabei werden hier besonders die eklatanten Schädigungen der Gesundheit, der geistige Abbau, zerbrochene Partnerschaften, der Arbeitsplatzverlust etc. gesehen.
Therapie wird dann hier zum Prozess, welcher Negatives verhindern soll.
Lieb bezeichnet die Abstinenz hier als ein zu einfaches dualistisches Therapiemotiv, welches den charakteristischen Für und Widerkampf der Abhängigen zur Einnahme der Suchtmittel vereinfache.
Er sieht daher in dem Therapieziel der Abstinenz keine, auf einer freiwilligen Entscheidung des Abhängigen beruhende, „zufriedene Abstinenz“. Sie wäre eher eine Abstinenz, die sich auf das Moralurteil des Therapeuten, der Gesellschaft berufen würde.
Lieb beruft sich weiterhin auf die Paradoxie in vielen suchttherapeutischer Einrichtungen, welche dem Abhängigen Rechte und Eigenschaften zusprechen, ihm diese aber dann wieder aberkennen (z.B. das Recht ein autonomes Leben führen zu können versus der Pflicht zur Abstinenz um dies zu erreichen).
Der Therapeut verliert im Umgang mit dem Abhängigen seinen Entscheidung- und Handlungsspielraum solange diese noch nicht oder nicht zu einer Abstinenz bereit sind. Abstinenz würde somit ein hohes Maß an Unzufriedenheit beim Abhängigen fördern da diese Entscheidung auch aus einem Machtkampf zwischen Therapeut und Patient hervorgegangen ist, welcher auf dem Alles –oder– nichts Prinzip basiert.
Nachfolgend benannte Umstände sollen als Beispiel hierfür dienen:
- Ein Dualismus zwischen Abstinenz und Rückfall:
Die Abstinenz als Zielsetzung ließe einen Rückfall nie oder zu wenig als auch ein positiv zu bewertendes Ereignis im persönlichen Entwicklungs-, Reifungs-, Entscheidungsprozeß erscheinen. Der Rückfall würde hier als totaler Niedergang, als Sündenfall gelten. „ Abstinenz wird zur Bürde, wenn sie darauf beruht, dass der Rausch sanktioniert wird“.
Eine Integration der Suchtkrankheit als ein Teil des persönlichen Lebens, wird nicht angenommen und somit auch nicht aufgearbeitet da es negativ erscheint.
- Dualismus von Gegenwart und Vergangenheit Eine Abspaltung vergangener erlebter Gefühle und Verhaltensweisen erfolgt, sie werden nicht in das aktuelle Leben mehr integriert.
- Defizitdenken versus Funktionsanalyse Die aus funktionaler Sicht wichtige Rolle der Zeit der Abhängigkeit und die damit verbundenen Denk – und Verhaltensmuster werden nicht mehr bearbeitet.
Denkprozesse, welche ein Suchtverhalten begründeten, werden nicht mehr hinterfragt.
Lieb sieht die Entscheidung zur Abstinenz nur als eine Bedingung für die Therapiezeit als angebracht nicht aber als ein Therapieziel.
Die Entscheidung dazu, sollte aus einem Prozess her entstammen, welcher Ausdruck der Autonomie einer Person ist und nicht der Zielhierarchie einer Institution entspringt.
Gerade bei chronisch Abhängigen sollte eine dauerhafte Abstinenz nicht unhinterfragt als das vorrangige Behandlungsziel angesehen werden. Die Ziele einer Therapie sollten logisch aufeinanderfolgen. Hier wäre die Sicherung des Überlebens, die Reduktion des Konsums, soziale Stabilisierung, Vermittlung von Kompetenzen zur Rückfallprävention – und Bewältigung über dauerhafte Abstinenz bis hin zu einer suchtfreien Lebensgestaltung- und -bewältigung zu benennen.
Das Ziel der Abstinenz kann nur als ein Bündel verschiedener Einzelziele betrachtet werden.
Behandlungsvoraussetzung sollte eine deutliche Veränderungsmotivation und nicht bereits notwendig eine Abstinenzmotivation sein. bedeutend sein Die Entscheidung zur Abstinenz sollte keine Voraussetzung zu einer Behandlung sein. Ausgangspunkt sollten vielmehr die Störungen, die Probleme des Klienten und nicht die des Therapeuten mit der Krankheit sein.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836602884
Arbeit zitieren:
Hänchen, Ramona Mai 2005: Therapie statt Strafe in der Suchtkrankenhilfe, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Deutschland, Drogentherapie, Therapieerfolg, Motivation, Strafverfolgung



