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Theorie und Praxis von Aktienrückkaufprogrammen in Deutschland

Eine empirische Untersuchung

Theorie und Praxis von Aktienrückkaufprogrammen in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dennis Späth
  • Abgabedatum: Oktober 2002
  • Umfang: 82 Seiten
  • Dateigröße: 630,7 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6642-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6642-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6642-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Späth, Dennis Oktober 2002: Theorie und Praxis von Aktienrückkaufprogrammen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kapitalmarkt, Aktiensegmente, Rückerwerb, Share-Buypack, KonTraG

Diplomarbeit von Dennis Späth

Problemstellung:

„Der Absturz wird zur Routine. Seit Mitte März haben die meisten der großen Aktienbörsen der Welt zwischen einem Viertel und mehr als einem Drittel an Wert verloren. (...) Diesmal setzt sich mit den jüngsten Rückgängen ein Trend fort, der seit März 2000 anhält.“ Grund für diese Entwicklungen sind neben der negativen gesamtwirtschaftlichen Situation vor allem die jüngsten Bilanzskandale großer, internationaler Konzerne. Sie haben das Vertrauen der Anleger in die Vorstände, die Finanzchefs, die Wirtschaftsprüfer, Aufsichtsbehörden, Gesetzgeber und ganz allgemein in die Funktion der weltweiten Kapitalmärkte erschüttert. Sicherlich wurden hier einige Unternehmen zu Recht vom Markt abgestraft. Andererseits sind auch die Kurse von Gesellschaften unter Druck geraten, die positive Fundamentaldaten liefern konnten. Diese Daten konnten lediglich kurzfristig kursstimulierend wirken. In diesem Kontext rückt auch in der Bundesrepublik Deutschland das Instrument des Aktienrückkaufs in den Mittelpunkt des Interesses vieler Unternehmenslenker.

Vor dem oben geschilderten Hintergrund ist es Ziel dieser Diplomarbeit, den Erwerb eigener Aktien aus Unternehmenssicht anhand seiner gesetzlichen Rahmenbedingungen, den Erwerbsmotiven und -methoden sowie der bilanziellen Behandlung eigener Aktien beschreibend darzustellen. Im empirischen Hauptteil der Arbeit wird die Ausgestaltung der Rückerwerbsermächtigungen der Gesellschaften analysiert. Insbesondere soll der Fragestellung nachgegangen werden, ob sich bei der Verteilung der Rückkaufmethoden und der explizit genannten Erwerbsmotive Trends an den deutschen Börsensegmenten erkennen lassen. Innovative Konzepte von Erwerbsmethoden und eine branchenbezogene Betrachtung sind ebenfalls enthalten.

Die Arbeit konzentriert sich ausschließlich auf deutsche Aktiengesellschaften, die im DAX 30, MDAX, SMAX und dem Neuen Markt notiert sind, während nur am Rande auf entsprechende Aspekte im internationalen Umfeld eingegangen wird. Steuerrechtliche Punkte werden aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht ausdrücklich behandelt. Der Aktienrückkauf soll vor dem Hintergrund der gesetzgeberischen Veränderungen des Jahres 1998 untersucht werden, „in dem das am 01.05.98 in Kraft getretene Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) unter anderem die seit langem geforderte Liberalisierung des Rückkaufs eigener Aktien durch die Gesellschaft mit sich gebracht hat.“ Gang der Untersuchung:

Im Anschluss an die einleitenden Ausführungen wird der gesetzliche Hintergrund, insbesondere in Bezug auf das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) und die daraus resultierende Änderung des Aktiengesetzes (AktG) behandelt. Dem folgt eine Abhandlung finanz- und strukturpolitischer Erwerbsmotive, die Unternehmen im Zusammenhang mit der Durchführung von Aktienrückkaufprogrammen nennen. Anschließend widmet sich die Arbeit den unterschiedlichen Rückkaufmethoden, bevor auf die Bilanzierung von eigenen Aktien nach HGB, IAS und US-GAAP eingegangen wird.

Im empirischen Hauptteil der Diplomarbeit werden die unterschiedlichen Parameter der Erwerbsmethoden und -motive einer Aktienrückkaufermächtigung der nach deutschem Aktienrecht gelisteten Gesellschaften der bereits o.a. Aktienmarktsegmente untersucht, um daraus mögliche Trends abzuleiten. Als Datenbasis dienen die entsprechenden Tagesordnungspunkte der Einladungen zu den Hauptversammlungen der Saison 2002. Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse einer kritischen Betrachtung unterzogen.

Inhaltsverzeichnis:

I. Inhaltsverzeichnis II
II. Abkürzungsverzeichnis IV
III. Abbildungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Themaabgrenzung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
1.3 Begriffsdefinitionen 3
2. Gesetzliche Rahmenbedingungen des Erwerbs eigener Aktien 4
2.1 Gesetzgeberische Entwicklungen bis zur Einführung des KonTraG 4
2.2 Gründe für und Änderungen durch das KonTraG 6
2.3 Auswirkungen auf das Aktienrecht 8
3. Motive für den Aktienrückkauf 10
3.1 Finanzpolitische Motive 10
3.1.1 Ausschüttung überschüssiger liquider Mittel 10
3.1.2 Flexiblere Ausschüttungs- und Dividendenpolitik 12
3.1.3 Kapitalstruktursteuerung 14
3.1.4 Signalwirkung am Kapitalmarkt 16
3.1.5 Finanzierung von Unternehmenskäufen 18
3.1.6 Finanzierung von Mitarbeiter- und Managementbeteiligung 19
3.1.7 Kurspflege 20
3.2 Strukturpolitische Motive 21
3.2.1 Abwehr feindlicher Übernahmen 21
3.2.2 Elimination kleiner Anteilseignergruppen 23
3.2.3 Elimination opponierender Aktionärsgruppen 23
3.2.4 ‚Going Private' 24
4. Erwerbsmethoden beim Aktienrückkauf 25
4.1 Rückkauf über die Börse 25
4.2 Individuell ausgehandelter Rückkauf 27
4.3 Öffentliches Rückkaufangebot 28
4.3.1 Festpreisangebot 28
4.3.2 Preisspannenangebot 29
4.3.3 Übertragbare Verkaufsoptionen 31
5. Bilanzierung eigener Aktien 32
5.1 Bilanzierung nach HGB 32
5.2 Bilanzierung nach IAS 34
5.3 Bilanzierung nach US-GAAP 36
6. Ermächtigungen zum Aktienrückkauf - Verteilung der unterschiedlichen Parameter deutscher Gesellschaften im DAX-30, MDAX, SMAX und dem Neuen Markt 38
6.1 Datenerhebung 38
6.2 Gültigkeitsdauer 39
6.3 Rückkaufsvolumen 40
6.4 Erwerbsmethoden 41
6.4.1 Rückkauf über die Börse 41
6.4.1.1 Segmentübergreifende Betrachtung 41
6.4.1.2 Segmentspezifische Betrachtung 44
6.4.2 Rückkauf per öffentlichem Rückkaufangebot 47
6.4.2.1 Segmentübergreifende Betrachtung 47
6.4.2.2 Segmentspezifische Betrachtung 48
6.4.3 Innovative Konzepte 50
6.5. Erwerbsmotive 52
6.5.1 Erwerbsmotive bei Unternehmen des DAX-30 52
6.5.2 Erwerbsmotive bei Unternehmen des MDAX 54
6.5.3 Erwerbsmotive bei Unternehmen des SMAX 56
6.5.4 Erwerbsmotive bei Unternehmen des Neuen Marktes 58
6.6 Exkurs: Genehmigungen zum Aktienrückkauf im Branchenüberblick 60
7. Zusammenfassung und Interpretation 62
7.1 Kritische Würdigung von Aktienrückkäufen 62
7.2 Aktuelle Implikationen und Entwicklungen 65
IV. Anhangverzeichnis und Tabellenlegende VII
V. Literaturverzeichnis XL
VI. Ehrenwörtliche Erklärung XLVII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Preisbildungsprozess des Preisspannenangebotes sehr ähnlich. Der Unterschied zwischen beiden liegt vor allem in der Vermarktungsstrategie des Rückkaufs. Während die Gesellschaft bei der Dutch Auction lediglich ein Angebot öffentlich publik macht, erfolgt beim Reverse Bookbuilding unter Zusammenarbeit mit einer betreuenden Investmentbank eine proaktive Vermarktung des Aktienrückkaufprogramms, inklusive Unternehmenspräsentationen vor ausgewählten Investoren und gezielten Pressekonferenzen.160 4.3.3 Übertragbare Verkaufsoptionen Eine letzte Variante der öffentlichen Rückkaufangebote sind die insbesondere in der deutschen Praxis kaum bekannten ‚Transferable Put Rights‘ (TPRs).161 Das Unternehmen emittiert beim Rückkauf Verkaufsoptionen (TPRs) an die Aktionäre, die das Recht verbriefen, Aktien innerhalb einer bestimmten Frist zu einem bestimmten Verhältnis und einem vorher festgelegten Kurs an die Gesellschaft zu veräußern.162 Diese Verkaufsoptionen lassen sich von ihrer Systematik als ‚umgekehrte Bezugsrechte‘ charakterisieren.163 Im Anschluss an die Emission der TPRs bildet sich in aller Regel ein Sekundärmarkt, an dem die Optionen gehandelt werden.164 Liegt bei Fristende der Basispreis der Option über dem dann geltenden Börsenkurs, gilt es als sicher, dass alle Optionen spätestens am Verfallstag ausgeübt werden.165 „Gegenüber einem öffentlichen Rückkaufangebot reduziert sich sowohl für Aktionäre als für die Aktiengesellschaft selbst das aus [...]

Anzahl Aktien erworben werden kann.155 Übersteigt die Anzahl der zum Verkauf angebotenen Aktien das Rückkaufskontingent, erfolgt eine Repartierung der Verkaufsangebote. Bei einer Unterzeichnung kann die AG ihr Angebot ganz zurückziehen.156 Im Prinzip lässt sich dieses Vorgehen mit dem Bookbuilding-Verfahren zur Festlegung des Ausgabepreises von Aktien vergleichen.157 Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung des Dutch Auction Tender Offers ist eine glaubwürdige Kommunikation der Erwerbsmotive. Wird der Rückkauf lediglich zwecks regelmäßiger Kapitalanpassung durchgeführt, werden die Aktionäre diese Maßnahme bereits vorhergesehen haben und die Reaktionen auf das Angebot sind relativ verhalten. Geht mit dem Preisspannenangebot allerdings die Nachricht einer grundlegenden Kapitalstrukturänderung einher, die u.U. vorteilhafte Steuereffekte durch den höheren Verschuldungsgrad mit sich bringt, kann dieses sehr positive Auswirkungen für den Aktienkurs und somit für die verbleibenden Aktionäre haben.158 Der Vorteil des Dutch Auction Tender Offers für die AG liegt in der marktgerechten Ermittlung des Rückkaufpreises innerhalb der angegebenen Preisspanne. Im Vergleich zum Festpreisangebot ist diese Rückkaufvariante kostengünstiger, da die Prämie, die letztendlich auf den Kurswert gezahlt wird, regelmäßig niedriger ist. Allerdings sind im Gegenzug die Signaleffekte des Rückkaufs durch Preisspannenangebot an den Kapitalmarkt relativ geringer als beim Festpreisangebot.159 Als eine vor allem durch die Commerzbank weiterentwickelte Variante des Dutch Auction Tender Offers ist das Reverse Bookbuilding zu nennen. Diese Methode ist dem Auktionsverfahren und dem [...]

Der Negotiated Repurchase wird häufig als Abwehrmaßnahme bei Übernahmeversuchen benutzt, um durch ein Stillhalteabkommen (stand still agreement) mögliche Konkurrenzkämpfe gegen das Management zu verhindern.143 In Deutschland ist diese Erwerbsmethode aufgrund des geltenden Gleichbehandlungsgrundsatzes gem. § 53a AktG nicht gestattet. Der Gleichbehandlungsgrundsatz kann umgangen werden, wenn bei ‚geschlossenen‘ Aktiengesellschaften (Close Corporations) alle anderen Aktionäre ihr Einverständnis geben und ein spezieller Rechtfertigungsgrund vorliegt.144 4.3 4.3.1 Öffentliches Rückkaufangebot Festpreisangebot Im Gegensatz zum ‚open-market-repurchase‘, handelt es sich bei einem öffentlichen Rückkaufangebot (Tender-Verfahren) nicht um ein anonymisiertes Verfahren. Hierbei wird allen Aktionären ein konkretes Angebot gemacht,145 welches neben dem festgelegten Preis die Anzahl der Aktien und die Frist, in der die Anteilseigner von dem Rückkaufangebot Gebrauch machen können, beinhaltet.146 Dieses Vorgehen bietet sich an, wenn eine relativ große Anzahl von Aktien zurückgekauft werden soll.147 „Da sich Aktien stets ausschließlich in den Händen von Investoren befinden, die diese Papiere zu ihrem aktuellen Börsenkurs als zumindest ‚haltenswert‘ einschätzen, wird ein öffentliches Aktienrückkaufangebot nur dann auf Resonanz stoßen, wenn der gebotene Rückkaufpreis eine Prämie auf den aktuellen Börsenkurs der Aktie einschließt.“148 [...]

Arbeit zitieren:
Späth, Dennis Oktober 2002: Theorie und Praxis von Aktienrückkaufprogrammen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kapitalmarkt, Aktiensegmente, Rückerwerb, Share-Buypack, KonTraG

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