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Theorie des Neuro-Linguistischen-Programmierens

Die Struktur eines Kommunikationskonzeptes in der Veränderungsarbeit

Theorie des Neuro-Linguistischen-Programmierens
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anne-Karien Schau
  • Abgabedatum: Dezember 2004
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 436,8 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Fulda Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8559-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8559-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8559-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schau, Anne-Karien Dezember 2004: Theorie des Neuro-Linguistischen-Programmierens, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: NLP, Coaching, Training, Therapie, Wahrnehmung

Diplomarbeit von Anne-Karien Schau

Einleitung:

Das Neurolinguistische Programmieren bietet eine Vielzahl von Interventionsmethoden für die Therapie und die Beratung. Die Wahl des Themas für die vorliegende Diplomarbeit fiel mir relativ leicht. Als ich ein Buch über NLP las, wusste ich sofort: Darüber möchte ich mehr erfahren! Während der Recherchen zum Thema „Neurolinguistisches Programmieren“ wurde mir bewusst, wie logisch die strukturellen Zusammenhänge der Theorien sind. Daher wählte ich den Titel: „Theorie des Neurolinguistischen Programmierens. Die Struktur eines Kommunikationskonzeptes in der Veränderungsarbeit“.

Der Begriff „Programmieren“ steht für die Theorie, dass man erlerntes Verhalten umprogrammieren kann.

Der Begriff „Neurolinguistisch“ gliedert sich auf in „neuro“, dieser Begriff steht hier für unsere fünf Sinne, wie Hören, Riechen, Sehen, Schmecken und Fühlen und der Begriff „linguistisch“ impliziert die Arbeitstechnik, denn alle Interventionen finden auf verbaler, sowie nonverbaler Ebene statt. Manchmal ist es zwischen dem Berater und dem Klienten, während einer NLP-Intervention nicht nötig, sich verbal zu äußern, da die nonverbale Kommunikation schon alle relevanten Aussagen liefert.

Die Basis von NLP bildet zum einen die Theorie, dass ein Mensch all seine Kenntnisse im Laufe seines Lebens erlernt hat und sich daraus Handlungsmöglichkeiten für ihn entwickelt haben, die er kontextbezogen immer wieder anwendet. Da er diese Handlungsstrategien „gelernt“ hat, kann er sie auch wieder „verlernen“. Die Veränderungstechniken im NLP machen alle von der Annahme Gebrauch, dass eine Situation nicht ausschließlich eine einzige Reaktion, sondern, dass das Verhaltensrepertoire eines Menschen eine Vielzahl an Reaktionsmöglichkeiten zulässt, diese nur gefunden und im Reiz-Reaktions-Verhalten des Menschen festgesetzt werden müssen, so dass er im Zusammentreffen mit einer bestimmten Situation nach dem Einsatz von NLP nun mehrere Reaktionsmöglichkeiten hat.

Zum anderen bildet unsere Wahrnehmung für das Neurolinguistische Programmieren eine Basis. Bei der Anwendung von NLP in der Veränderungsarbeit ist es unerlässlich, von der Annahme auszugehen, dass jeder Mensch und dessen Wissen, und die damit verbundenen Verhaltensstrategien sich auf Grund seiner Wahrnehmung gebildet haben. Die Wahrnehmung, wie bereits erwähnt, setzt sich aus unseren fünf Sinnen zusammen. Diese stellen für jedes Individuum ein repräsentatives Bild der Welt her, so dass sich jeder Mensch, auf Grund seiner Erfahrungen, im Leben orientieren kann.

Im Neurolinguistischen Programmieren geht man davon aus, dass nicht alle Sinnesebenen gleichzeitig gleichstarke Eindrücke aufnehmen und verarbeiten können, d. h., jeder Mensch hat eine Wahrnehmungsdominanz. Diese kann von Situation zu Situation verschieden sein. Während der Veränderungsarbeit mit NLP ist dies der Schlüssel zum repräsentierten Weltbild des Menschen. Der Berater weiß, wodurch die Annahmen des Klienten entstanden sind, und noch viel mehr, der Berater hat nun einen Weg über den entsprechenden, dominanten Wahrnehmungskanal gefunden, um dieses innere Weltbild zu formen. In meiner Arbeit bezeichne ich dieses internale Weltbild die „Innere Landkarte“.

Warum ich die Begriffe „Struktur, Kommunikationskonzept und Veränderungsarbeit“ einfließen lies, werde ich nun erläutern. Das Neurolinguistische Programmieren ist eine in sich abgeschlossene Theorie, deren Veränderungstechniken fast keine Grenzen kennen.

Die Gliederung meiner Arbeit gibt diese logische Struktur wieder. Jedes einzelne Kapitel baut auf den Annahmen des vorhergehenden Kapitels auf. Bis es zur eigentlichen Veränderungsarbeit kommen kann, müssen zwischen Berater und Klient einige Prozesse durchlaufen werden. Diese Prozesse werden in den Kapiteln 3 bis 6 näher erläutert. Sind diese Vorarbeiten geleistet worden, kann es zur eigentlichen Veränderungsarbeit kommen.

In den Kapiteln 7 und 8 habe ich einige Techniken ausgewählt und beschrieben. In meiner Arbeit versuche ich, die logischen Zusammenhänge und die Struktur des Neurolinguistischen Programmierens deutlich werden zu lassen. Deshalb wird in einigen Kapiteln darauf hingewiesen, inwiefern dieser Teilaspekt des NLP für das weitere Verfahren absolut unerlässlich ist. Während der Recherchen war ich fasziniert, wie klar verständlich die weiterführenden Theorien sind, wenn man die Vorannahmen einmal verstanden hat.

Der Begriff des „Kommunikationskonzeptes“ erscheint mir insofern passend, weil ich in der Literatur viele Anhaltspunkte dafür fand, dass das Neurolinguistische Programmieren auf Kommunikation beruht. Die verbale Kommunikation wird in den Theorien von NLP ebenso stark einbezogen, wie die nonverbale Kommunikation. Der Berater muss die nonverbale Sprache des Klienten so gut kennen, dass der Klient oftmals gar keine Worte gebrauchen muss. Die verbale Sprache ist insofern wichtig, da sie u. a. Ausdruck für das internale Weltbild des Klienten ist.

Mit der Beachtung einiger Kriterien, die ich in meiner Arbeit in den Kapiteln 5, 6 und 8 näher schildere, kann der Berater mit seiner verbalen Kommunikation den Klienten in seiner Sprache dort abholen, wo er sich befindet. Er kann nicht nur das internale Weltbild besser erreichen, sondern kann auch das Unbewusste, das für die Steuerung und das Auslösen der Verhaltensstrategien verantwortlich ist, direkt oder über das Bewusstsein des Klienten ansprechen.

Der Begriff der „Veränderungsarbeit“ wurde gewählt, da ich mich in meiner Arbeit nicht nur auf therapeutische Anwendungsgebiete beziehe, sondern Techniken und Konzepte erläutere, die auch in den Bereichen Coaching, Training und generell in der Beratung einsetzbar sind. Deshalb entscheide ich mich auch gegen die Verwendung des Begriffs des „Therapeuten“, obwohl die Literatur oftmals von Therapie spricht. Der Ausdruck, der dem des Therapeuten in generalisierter Form am nächsten kommt, ist der des Beraters.

Daher werden in der Arbeit die Begriffe „Berater“ und „Klient“ bevorzugt. In einigen Stellen findet sich der Begriff der „Therapie“ wieder, da ich das entsprechende Zitat nicht verfälsche, sondern im Original belasse. Der Begriff „Veränderungsarbeit“ soll auch eine Generalisierung der beratenden Tätigkeit darstellen und die Handlungsfelder „Coaching, Training, Therapie und Beratung“ zusammenfassen.

Da das Neurolinguistische Programmieren in den 70er Jahren entwickelt wurde, war die ursprüngliche Literatur noch relativ aktuell. Deshalb kann ich mich in den meisten Fällen auf die Literatur der ursprünglichen Begründer RICHARD BANDLER und JOHN GRINDER beziehen. THIES STAHL hat das Neurolinguistischen Programmieren nach Deutschland gebracht und ebenfalls eine Vielzahl Bücher zu diesem Thema veröffentlicht. Auf der Basis der Bücher, der eben erwähnten Autoren, sind viele weitere Bücher über NLP geschrieben worden.

Darunter finden sich praktische Übungsanleitungen, wie z. B. von ALEXA MOHL oder auch kompakte Zusammenfassungen, die dem allgemeinen Verständnis von NLP dienen sollen. Die Literatur von J. GRINDER, R. BANDLER, T. STAHL, R. DILTS, et al. werden als Quelle bevorzugt und für diese Arbeit benutzt.

Die Tatsache, dass die Autoren ihre Arbeiten hauptsächlich in Form von Transkripten veröffentlicht haben, macht die Darstellung der Theorie für mich nicht leichter. Jedoch halfen die Transkripte zu verstehen, wie NLP in der Anwendung funktioniert und den erwünschten Erfolg bringt. Die Aussagen über NLP, die ich in theoretischer Form in der vorliegenden Arbeit wiedergebe, sind oft von den Transkripten abgeleitet und mit praktischen Anleitungen, wie z. B. von A. MOHL abgeglichen.

Diese Arbeit soll die Zusammenhänge, die Funktionsweisen und Anwendungsgebiete des Neurolinguistischen Programmierens darstellen und einen Überblick über die Möglichkeiten von NLP schaffen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung: NLP in der Veränderungsarbeit 1
2. Entstehung des Neurolinguistischen Programmierens 5
3. Wahrnehmung 9
3.1 V.A.K.O. – die sinnesspezifische Wahrnehmung in Bezug auf NLP 10
3.2 Wahrnehmungstypologien 11
4. Basistheorien des NLP 15
4.1 Die Repräsentationssysteme 15
4.2 Die Physiologien 19
5. Techniken der kommunikativen Anpassung 26
5.1 Das Kalibrieren 26
5.2 Der Rapport – Die verbale / nonverbale Anpassung 30
5.3 Pacing 32
5.3.1 Das nonverbale Pacing 34
5.3.2 Das verbale Pacing 35
5.3.3 Pacing der Strategien 36
6. Genaue Problem- und Zielbestimmung 38
6.1 VAKO-Hypnose und Separator State 38
6.2 Das wohlgeformte Ziel 41
6.3 Fragetechniken 45
6.3.1 Generalisierungen 47
6.3.2 Nominalisierungen 49
6.3.3 Tilgungen 51
6.3.4 Verzerrungen 52
6.3.5 Unterstellungen 54
6.3.6 Gedankenlesen 57
7. Ökologie-Check und Future Pace 59
8. Veränderungstechniken 61
8.1 Ankern 61
8.2 Change History 66
8.3 Phobietechnik 68
8.4 Reframing 71
8.4.1 Bedeutungsreframing 72
8.4.2 Kontextreframing 75
8.4.3 Six-Step-Reframing 77
8.5 PeneTrance nach THIES STAHL 84
9. NLP – reine Kopfsache? 89
10. Literaturverzeichnis 92

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Rapport beschreibt eine tragfähige Beziehung zwischen interagierenden Menschen, die durch gegenseitige Achtung, Konformität, Übereinstimmung, Affinität und Vertrauen gekennzeichnet ist. „Der Volksmund sagt: Die haben einen guten Draht zueinander.“ (BIRKER / BIRKER 1997, S. 76) Man befindet sich auf einer Wellenlänge zueinander. Sich mit einer Person im Zustand des Rapports befinden, bedeutet mit der anderen Person eine Übereinstimmung aufgebaut zu haben und, wenn wir ihr verbal und nonverbal unsere Zustimmung mitteilen. Basis für den Rapport ist die soziale Kompetenz einen Menschen anzunehmen. In gewisser Weise ist die Fähigkeit, Rapport herzustellen auch ein empathisches Vermögen. Menschen stehen fremden Dingen grundsätzlich erst einmal skeptisch und distanziert gegenüber. Erst das Vertraute schafft die Nähe. Erkennen wir jemanden als uns ähnlich an, so steht eine wesentlich [...]

woraufhin A nicht konkret antwortet, sondern sich die Situation / Person nur vorstellt und daraufhin den vorgegebenen Satz äußert. Die Übung zum kinästhetischen Kalibrieren basiert auf der Berührung des Beraters von A. Nun versucht sich B die körperlichen Signale von A genauestens einzuprägen. Um z. B. die Atmung zu überprüfen, kann B seine Hand auf die Brust oder die Schultern des Klienten legen und, um die Handbewegungen oder die Hauttemperatur festzustellen, legt B seine zweite Hand auf die Hand des Klienten. Auch hier durchlebt A zunächst eine erfreuliche Situation innerhalb seiner Vorstellungskraft vollständig in allen Wahrnehmungsebenen. Im intensivsten Moment gibt der Klient ein Zeichen und B konzentriert sich auf alle kinästhetisch wahrnehmbaren Signale. Diese Übung wird auch hier mit einer unerfreulichen Situation wiederholt und an Hand von Fragen überprüft. 5.2 Der Rapport – Die verbale / nonverbale Anpassung [...]

ohne es vorher mit B abzusprechen, eine Situation genau vorstellen und B sollte erkennen, in welcher Physiologie sich A nun befindet. Der Berater kann auch dem Klienten Fragen stellen und ihn bitten, nicht verbal zu antworten, sondern sich die entsprechende Situation vorzustellen. Solche Fragen können z. B. sein: „Welche Tätigkeit nimmt mehr Zeit in Anspruch? Bei welcher Situation bist du allein? Welche Tätigkeit tust du öfter?“ (MOHL 1994, S. 30) Die Antworten beinhalten nur die zwei zuvor vorgestellten Situationen / Personen, wobei der Berater die Signale des Klienten den Antworten zuordnet Die Überprüfung erfolgt anschließend über die verbalen Antworten von Person B. Beim auditiven Kalibrieren konzentriert sich B ausschließlich auf die hörbaren Signale des Klienten A. Dabei achtet er weniger auf den Inhalt des verbal veräußerten Signals, sondern eher auf die Art des Gesagten, also dem stimmlichen Ausdruck, dem Sprechtempo, die Tonlage, die Satzmelodie, die Lautstärke usw. Um hierbei überhaupt einen Unterschied heraushören zu können, ist es sinnvoll, die verbale Äußerung von A nicht zu verändern. B bittet A darum, sich eine angenehme, erfreuliche Situation oder eine sympathische Person vorzustellen und im intensivsten Moment der Vorstellung einen bestimmten Satz zu sagen. Dieser Satz sollte allerdings eine bestimmte Länge haben, wie z. B. „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen.“ (MOHL 1994, S. 31) Wichtig ist es, dass dem Satz inhaltlich keine emotionale Bedeutung zukommt. Um sicher zu sein, dass man sich ausschließlich auditiv kalibriert, sollte der Berater den Klienten innerhalb dieser Übung nicht sehen. Ist nun der Berater sicher, den stimmlichen Ausdruck von A bei einer angenehmen Situation oder sympathischen Person zu kennen, wird die Übung, wie beim visuellen Kalibrieren, mit einer unerfreulichen Situation oder einer unsympathischen Person wiederholt. Nachdem sich der Berater die auditiven Merkmale genauestens eingeprägt hat, kommt es auch hier, wie beim visuellen Kalibrieren, zur Überprüfung. Auch hier kann dies mit Hilfe von Fragen geschehen, 29 [...]

Arbeit zitieren:
Schau, Anne-Karien Dezember 2004: Theorie des Neuro-Linguistischen-Programmierens, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
NLP, Coaching, Training, Therapie, Wahrnehmung

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