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Theoretische und empirische Perspektiven auf die Integration von Migrantinnen der ersten Generation

Theoretische und empirische Perspektiven auf die Integration von Migrantinnen der ersten Generation
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Jutta Scherzer
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 112 Seiten
  • Dateigröße: 534,6 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Darmstadt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8779-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8779-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8779-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scherzer, Jutta April 2003: Theoretische und empirische Perspektiven auf die Integration von Migrantinnen der ersten Generation, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Migration, Integrationsprozess, Interkulturell, Integrationsforschung, Massenanwerbung

Magisterarbeit von Jutta Scherzer

Problemstellung:

Frauen als Migrantinnen sind in den letzten Jahren in Literatur und Forschung immer häufiger thematisiert worden. Eine Sichtung der letzten 15-20 Jahre lässt erkennen, dass eine Dokumentation der ‘Probleme‘ von Migrantinnen und deren ‘Lösungsversuche‘ erst den Anfang von Veröffentlichungen bildet. Ende der 90er Jahre zeigte die Literatur erstmals auch Bestand und Weiterentwicklungstendenzen statt bloße Problemdarstellungs- und -lösungsliteratur. Es scheint, als sei mittlerweile alles aufgezeigt, was Migrantinnen (in der Bundesrepublik Deutschland) das Leben schwer macht. Ob sich dadurch aber wirklich ihre eigene Lebenssituation verbessert hat – das sei dahingestellt.

'Migration' und 'Integration' sind nicht nur ganz aktuelle und politisch sehr brisante Schlüsselbegriffe unserer gegenwärtigen gesellschaftlichen Debatte, sondern auch historische Phänomene, die kaum einen anderen europäischen Raum so geprägt haben wie das Gebiet, das die frühere Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1990 umfasst. Erst seitdem ein Großteil der erwerbstätigen Ausländer und Ausländerinnen immer häufiger beschließt, für immer in ihrer ‘Wahlheimat‘ zu bleiben, wird sich mit dem Problem der älteren Migranten und Migrantinnen näher befasst. Auch wenn die meisten Migrantinnen und Migranten der ersten Generation immer in ihren Gedanken einen gepackten Koffer zur Rückkehr bereit halten, kehren sie nur selten in ihr Herkunftsland zurück.

Die Arbeit soll dazu beitragen, kulturelle und nationale Identitäten von Migrantinnen zu respektieren und die eigene Einstellung nicht von bedingungsloser nationaler Assimilation abhängig zu machen.

Ziel der Arbeit ist aufzuzeigen, welchen Anteil und welchen Wert die Integration, deren mögliche Definition im Folgenden gegeben wird, im Leben von Migrantinnen der ersten Generation einnimmt. Zuvor wird ein Überblick über die Migrationsgeschichte, Charakteristika von älteren Migrantinnen und Migranten und Integrationstheorien gegeben. Diese Überlegungen zielen insbesondere darauf ab, verschiedene Problem- und Konfliktlagen von Migrantinnen und Migranten der ersten Generation aufzuzeigen. Die theoretischen Erkenntnisse sollen anhand von vier ausgewählten Interviews, die im Rahmen des Projektes Biografien und Lebenserfahrungen von Migrantinnen der ersten Generation geführt wurden, empirisch überprüft werden.

Zum Einen soll aufgezeigt werden, ob der Wunsch der Frauen in das ursprüngliche Herkunftsland zurückzukehren, überhaupt besteht und welche Gründe dafür herangezogen werden können. Zum Anderen soll geprüft werden, welche Umstände für die oft schlechte Integration der Frauen verantwortlich sind und ob die Frauen diese auch bewusst erkennen oder nur unbewusst erleben. Es soll dargelegt werden, in welchen Fällen sich die Frauen in ihrer Integration unterstützt gefühlt haben und als wie stark integriert sie sich selbst einschätzen. Weiterhin soll geklärt werden, inwieweit der ‘provisorische‘ Aufenthaltsgedanke der Frauen ausschlaggebend für die häufig schlechte Integration ist.

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Integrationsproblematik von Migrantinnen der ersten Generation im Raum Darmstadt. Sie versteht sich primär als empirische Studie, deren Daten mittels einer qualitativen Methode der Sozialforschung, des Leitfadeninterviews, gewonnen wurden.

Um dennoch einen einigermaßen fundierten Verständnisrahmen abzustecken, der über die Grenzen des Beobachtungsfeldes der interviewten Migrantinnen hinausgeht, habe ich dem empirischen Teil einen theoretischen vorangestellt. Zunächst möchte ich beschreiben, wie und in welcher Form es ab Mitte der 50er Jahre zu einer stetig wachsenden Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften kam, insbesondere nach weiblichen Arbeitskräften (Punkt 2.1 und Punkt 2.2). Weiterhin werde ich einige Aspekte der sozialen Situation älterer Migrantinnen und Migranten beleuchten (Punkt 2.3).

Um Integrationstheorien, eine Begriffsklärung sowie Migrations- und Integrationsforschung (Punkt 3), eine Beurteilung interkultureller Pädagogik (Punkt 4, 4.1 und 4.2) sowie bisheriger Maßnahmen zur Integrationsförderung älterer Migrantinnen und Migranten (Punkt 4.4) geht es im letzten Abschnitt des theoretischen Teils.

Der empirische Teil beginnt mit der Vorstellung des Studienprojektes Biografien und Lebenserfahrungen von Migrantinnen der ersten Generation (Punkt 5.1) und den Grundzügen des methodischen Vorgehens (Punkt 5.2).

Danach folgt die Darlegung der Ergebnisse der Interviews und deren Auswertung. Im ersten Teil habe ich zur Übersicht die Portraits der Gesprächspartnerinnen aufgeführt (Punkt 5.4), anschließend folgt eine Auswertung nach vier thematischen Schwerpunkten (Punkt 5.5), die einen Einblick in die Lebenssituation der interviewten Migrantinnen, deren Aussagen ich in Form von Zitaten aufgeführt habe, erlauben soll.

In einer Zusammenfassung werde ich die wichtigsten Ergebnisse darstellen (Punkt 5.6) und abschließend mögliche Konsequenzen für die Pädagogik und einen Ausblick formulieren (Punkt 6).

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Vorwort 1
1.2 Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit 2
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2. Migrationsgeschichte und soziostrukturelle Lebenssituation von Migrantinnen der ersten Generation 4
2.1 Von der Massenanwerbung zum Anwerbestopp - ein historischer Überblick der weiblichen Migration 4
2.2 Frauenspezifische Aspekte der Migration 7
2.3 Spezifika des Alterns von Migrantinnen und Migranten 8
2.3.1 Die Lebenssituation älterer Migrantinnen und Migranten 9
2.3.2 Zur Rentensituation älterer Migrantinnen und Migranten 11
2.3.3 Zur Wohnsituation älterer Migrantinnen und Migranten 12
2.3.4 Zur Gesundheitssituation älterer Migrantinnen und Migranten 13
2.3.5 Interkulturelle Schwierigkeiten älterer Migrantinnen und Migranten 14
2.3.6 Alter und Ethnizität in der Migration 14
2.3.7 Zur Geschlechterproblematik älterer Migrantinnen und Migranten 15
2.3.8 Die Rückkehrbereitschaft älterer Migrantinnen und Migranten 16
2.3.9 Resümee 18
3. Integrationstheorien 19
3.1 Begriffsklärung: Integration 19
3.2 Migrations- und Integrationsforschung 20
3.2.1 Rechtlich-politische Gleichstellung 25
3.2.2 Soziale Gleichstellung 26
3.2.3 Gleiche Chancen zur kulturellen Entfaltung 27
3.2.4 Resümee 29
4. Interkulturelle Pädagogik 31
4.1 Zum Umgang mit Fremdheit 32
4.2 Resümee 35
4.3 Bildungsarbeit mit älteren Menschen 37
4.4 Bisherige Maßnahmen zur Integrationsförderung von älteren Migrantinnen und Migranten - Modellprojekte 38
4.4.1 'Konzepte und Strategien für die Versorgung von älteren Migranten' 38
4.4.2 '¡Adentro!: Spanisch sprechende Seniorinnen und Senioren mischen sich ein' 40
4.4.3 'Deutsche und Ausländer gemeinsam: Aktiv im Alter' 42
4.4.4 Projektvergleich 44
4.4.5 Resümee 45
5. Migrantinnen der ersten Generation - Ergebnisse eines Studienprojektes 46
5.1 Projektbeschreibung 46
5.2 Die Methodik 49
5.3 Auswertung der Leitfadeninterviews 56
5.4 Portraits der Migrantinnen 58
5.5 Aspekte des Integrationsprozesses 61
5.5.1 Ankunft in Deutschland: Erwartungen und prägende Erlebnisse 61
5.5.2 Barrieren einer Aufnahmegesellschaft 67
5.5.3 Selbstwahrnehmung - Gefühl der Zugehörigkeit (?) 74
5.5.4 Pläne für die Zukunft - zurückkehren oder bleiben? 80
5.6 Zusammenfassung der Ergebnisse 85
6. Konsequenzen für die Pädagogik und Ausblick 89
Anhang: Leitfaden für die Migrantinneninterviews 93
Literaturverzeichnis 97

Automatisiert erstellter Textauszug:

„I: Und wie war Ihr erster Eindruck von Deutschland? P: Also, wenn ich sagen, wenn ich gekommen in Deutschland, war sehr sauber, sehr, die Leute waren net so besonders, man sagt die herzliche Leute. Aber ich habe wirklich nicht schlecht getroffen. Gibt’s Leute, wo sage, ja des net gut, aber ich kann nicht schlecht sage wegen die Deutsche, überhaupt nicht und nur, wie gesagt, manchmal die Meinung ist, ah ja, ist verschieden, auch so in Italien gibt’s ja auch so. Aber wie gesagt, ich kann net beschweren. Und da wo ich arbeite, (...) also die Chef war bereit mir zu helfen und (...) ah ja, ich kann net dagegen was sagen, also.“ (Alfano, Z. 163-177)39 [...]

„P: Nach gewisse Zeit wurde ich krank, bin ich ins Krankenhaus gelandet und diese gute Vorgesetzte Herr Schmidt38 hieß er, das vergeß ich niemals, war eine gute Mensch. Ja, so krank war ich, dass ich in Krankenhaus gelandet bin und dass ich Bluttransfusion bekommen müßte. Kein Blutreserve mit Krankenhaus. Da hat mich eine Frau besucht, also die Dolmetscherin und da hat sie mit dem Arzt gesprochen, ich konnte nicht. Und sie hat das in die Firma erzählt und dem Herrn Schmidt und der hat eine Aktion gemacht, dass Blut gespendet wurde. Und er hat mich mit seiner Frau, die war mir damals nicht bekannt, besucht im Krankenhaus, das empfinde ich als sehr sehr schön, also heute noch, als Dankeschön immer noch.“ (Nincovic, Z. 217230) [...]

„I: (...). Und wie lange hatten Sie vor hier zu bleiben? D37: Es war damals nicht ein Vorhaben von ihnen, ewig hier zu bleiben, aber es war auch nicht gedacht, jetzt nur fünf Jahre oder zehn Jahre. Sie kamen hierher um was zu verdienen und zwar mit dem Gedanken, wir gehen irgendwann zurück, aber jetzt sind die Kinder hier geboren teilweise, groß geworden, jetzt können sie weder richtig hier bleiben, noch richtig zurückgehen, sie sind jetzt hier geblieben, aber es gefällt ihnen auch nicht hundert Prozent hier, aber wenn sie zurückgehen würden, haben sie auch Schwierigkeiten sich zu entscheiden, zurückzugehen.“ (Özer, Z. 277-290) [...]

Arbeit zitieren:
Scherzer, Jutta April 2003: Theoretische und empirische Perspektiven auf die Integration von Migrantinnen der ersten Generation, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Migration, Integrationsprozess, Interkulturell, Integrationsforschung, Massenanwerbung

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