Theoretische und empirische Analyse von Determinanten zur Erklärung von Investitionstätigkeit
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Daniel Kittler
- Abgabedatum: März 2003
- Umfang: 104 Seiten
- Dateigröße: 894,9 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7207-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7207-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7207-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kittler, Daniel März 2003: Theoretische und empirische Analyse von Determinanten zur Erklärung von Investitionstätigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: vektorautoregressives Modell, Tobins Q, Investitionstheorie, Unternehmensgewinne, Konjunktur
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Diplomarbeit von Daniel Kittler
Einleitung:
Seitdem die Wachstumstheorie in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Problem der modernen Theorie wurde, stellt sich immer wieder die Frage nach den Gründen der privaten Investition. Das langfristige Wachstum einer Volkswirtschaft wird in erster Linie durch akkumulierbare Faktoren bestimmt. Vor allem die Erhöhung des gesamtwirtschaftlichen Kapitalstocks, unmittelbar durch die Investitionen getrieben, baut Wachstumspotenziale auf. Mittelbar führen die Investitionen in neue Technologien zu Produktivitätsfortschritten und somit auch zu positiven Wachstumsraten. Doch die Investitionen erhöhen nicht nur den Angebotsspielraum einer Volkswirtschaft, sie stellen auch einen wichtigen Bestandteil der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage dar.
Nahezu 20 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts werden durch private und öffentliche Investitionen getragen. Dabei fällt im Gegensatz zum privaten Konsum auf, dass die privaten Investitionen besonders volatil verlaufen und daher weitaus schwieriger zu prognostizieren sind. Investitionen sind aber nicht nur aus makroökonomischen Überlegungen heraus von besonderem Interesse, sie spiegeln auch Erwartungen an den Aktienmärkten wider. Zum einen bestimmt der Aktienmarkt über eine Veränderung der Finanzierungsbedingungen die Investitionsaktivität. Steigende Indizes machen den Unternehmen die Platzierung von Anteilsscheinen (Kapitalerhöhung, Neuemission) leichter. Dagegen bremst ein Bärenmarkt, wie wir ihn in den vergangenen Jahren gesehen haben, deutlich die Investitionsneigung. Zum anderen führen Investitionen aber auch zu Produktivitätsfortschritten und damit zur Erschließung neuer Ertragsperspektiven, was eine höhere Bewertung an den Aktienmärkten rechtfertigt. Das Ziel der Diplomarbeit ist es, verschiedene Determinanten von privaten Investitionen in einer Volkswirtschaft zu erklären. Was veranlasst die Unternehmer zu investieren? Welches sind die Bestimmungsgründe der Investitionsbereitschaft?
Gang der Untersuchung:
Eine theoretische Auseinandersetzung mit den seit vielen Jahren in der Diskussion stehenden Ansätzen zur Erklärung von Investitionsaktivität wird an den Beginn der Betrachtung gestellt. In erster Linie wird dabei der Frage nachgegangen, welche Determinanten auf die Investitionsentscheidung der privaten Agenten signifikanten Einfluss nehmen.
Gliederungspunkt zwei umreißt dabei historische Ansätze wie die Neoklassische Investitionstheorie, die q-Investitionstheorie (Tobins q) und das Modell der Euler-Investitionsgleichung. Im dritten Teil der Arbeit sollen theoretische Überlegungen und empirische Ergebnisse aus der neueren Forschung Aufschluss über die Einflüsse auf das Investitionsverhalten geben. Vorgestellt werden Aufsätze von Ricardo J. Caballero sowie von Simon Gilchrist und Charles Himmelberg. Im Mittelpunkt der Untersuchung von Gilchrist und Himmelberg steht dabei die Frage, inwieweit Marktunvollkommenheiten (Finanzierungsbeschränkungen) einen Einfluss auf die Bestimmungsfaktoren der Investitionen nehmen. Caballero und seine verschiedenen Co-Autoren widmen sich dem Vorsatz, den unterschiedlichen Verlauf der Investitionsaktivität auf mikro- und makroökonomischer Ebene zu erklären.
Den Abschluss der Diplomarbeit werden mit dem vierten Gliederungspunkt eigene empirische Untersuchungen bilden. Anhand eines vektorautoregressiven (VAR) Modells sollen die theoretisch herausgearbeiteten Determinanten mit realwirtschaftlichen Daten aus den Volkswirtschaften USA und Deutschland überprüft werden. Vor allem der Ansatz von Gilchrist und Himmelberg, mit finanziellen und fundamentalen Faktoren zu arbeiten, bestimmt das empirische Vorgehen im Rahmen der eigenen Untersuchungen.
Besonderer Wert wird außerdem auf die Vorstellung der gewählten Zeitreihen gelegt. Verwendung finden unter anderem Daten aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der beiden Wirtschaftsräume. Die Suche soll dabei nicht ausschließlich auf makroökonomische Indikatoren beschränkt werden. Auch Unternehmensumfragen (ISM) und finanzmarktrelevante Quellen (MSCI) finden in dem verwendeten empirischen Modell Berücksichtigung.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Symbolverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| Tabellenverzeichnis | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Die theoretischen Ansätze zur Erklärung von Investitionstätigkeit - ein historischer Vergleich | 3 |
| 2.1 | Die Investitionstheorie der Neoklassik | 4 |
| 2.2 | Das Euler Investitionsmodell | 11 |
| 2.3 | Die q-Investionstheorie und Tobins q | 15 |
| 3. | Die aktuelle Diskussion und neue theoretische Ansätze | 25 |
| 3.1 | Fixe Anpassungskosten und angestaute Investitionen - eine Theorie von Ricardo J. Caballero | 25 |
| 3.2 | Der q-Ansatz mit unvollkommenen Märkten - eine Theorie von Simon Gilchrist und Charles Himmelberg | 35 |
| 4. | Die eigenen empirischen Untersuchungen | 44 |
| 4.1 | Welches empirische Modell? | 44 |
| 4.2 | Welche Zeitreihen werden verwendet? | 49 |
| 4.2.1 | Die Investitionen und Unternehmensgewinne in den USA | 50 |
| 4.2.2 | Die Auftragseingänge im produzierenden Gewerbe in den USA | 52 |
| 4.2.3 | Die deutsche Investitionsstatistik | 53 |
| 4.2.4 | Die Auftragseingänge deutscher Unternehmen | 55 |
| 4.2.5 | Die Unternehmensgewinne in Deutschland | 56 |
| 4.3 | Die empirischen Ergebnisse | 57 |
| 4.3.1 | Bestimmung der optimalen Lagestruktur | 58 |
| 4.3.2 | Interpretation der Schätzergebnisse | 60 |
| 4.3.3 | Impuls-Antwort-Folgen | 66 |
| 5. | Zusammenfassung | 69 |
| A. | Abbildungen | 71 |
| B. | Tabellen | 78 |
| C. | Formeln | 85 |
| C.1 | Das neoklassische Investitionsmodell | 85 |
| C.2 | Die Euler Investitionsgleichung | 86 |
| C.3 | Das q-Investitionsmodell | 87 |
| C.4 | Das Investitionsmodell von Caballero | 87 |
| C.5 | Die Indexkonstruktion zum ISM-Index | 88 |
| D. | Literatur | 90 |
volkswirtschaftlichen Kapitalstocks und damit der Investitionen aus gesamtwirtschaftlicher Sicht zu Beginn und zum Ende von Rezessionen. Ein Schock in Form von Nachfrageeinbrüchen oder überzogenen Lohnabschlüssen ist häufig der Startpunkt von Rezessionen. Die Firmen reagieren dann umgehend mit einer Reduzierung ihrer Investitionsaktivität. Das Gegenteil ist zum Ende einer Rezession der Fall. Ein positiver Schock in Form eines Produktivitäts- oder Nachfrageanstiegs lässt für die Mehrzahl der Unternehmen profitable Investitionen, nach Berücksichtigung der Anpassungskosten, zu. Allen voran Ricardo Caballero hat es geschafft, ein Modell zu entwickeln, welches im Gegensatz zu den vorherigen Theorien sowohl mikro- als auch makroökonomische Erklärungsansätze liefert. Für zukünftige Arbeiten bleibt abzuwarten, zu welchen Ergebnissen andere empirische Untersuchungen im Zusammenhang mit dem [...]
Ricardo Caballero und Eduardo Engel schaffen es mit ihrem Zeitreihen-Modell sowohl auf mikroökonomischer als auch auf makroökonomischer Ebene, die Natur der Investitionen zu erklären. Die Annahme von fixen Anpassungskosten, ganz im Gegensatz zu den anderen in der Arbeit vorgestellten Modellen, verursacht ein Zurückhalten des Investitionsbedarfs über längere Zeiträume und führt schließlich zu überdurchschnittlich hohen und schnellen Reaktionen auf exogene Schocks. Erst eine große Abweichung vom optimalen Kapitalstock veranlasst das Unternehmen zu investieren. Zur Abbildung der aggregierten Investitionstätigkeit einer Volkswirtschaft verweisen Caballero und Engel auf eine zufällige Verteilung der Anpassungskosten als auch der Ungleichgewichte über die einzelnen Unternehmen. Diese Annahme führt zu einem über weite Strecken kontinuierlichen Verlauf der Investitionen. Bestimmungsfaktoren sind zum einen die Abschreibungen auf den Kapitalbestand, welche zu Ersatzinvestitionen führen, auf der anderen Seite aber auch die Dichte der aggregierten Ungleichgewichte. Je mehr Unternehmen sich Abweichungen des tatsächlichen vom optimalen Kapitalstocks gegenübersehen, wo auch mit Berücksichtigung der Kosten eine Anpassung profitabel ausfällt, um so größer gestalten sich die Investitionsaktivitäten. Exogene Schocks auf [...]
Schocks bei den Löhnen, der Nachfrage oder der Produktivität bestimmen den dynamischen Verlauf der Investitionen. Caballero und Engel zerlegen in ihrem Modell diese Schocks einmal in Sektorschocks ϑt und zum anderen in firmenspezifische Schocks υ t . Die Gleichung für den optimalen Kapitalstock, der einer Zufallsbewegung folgt, wird somit um die exogenen Schocks erweitert: K t∗ = K t∗−1eυt +ϑt . Passt ein Unternehmen seinen Kapitalstock nicht an, so entwickelt sich die Abweichung vom Zielpunkt, hier m, folgendermaßen: ∆xt = −(δ + υ t ) − ϑt . Die Abschreibungen auf den Kapitalbestand und die exogenen Schocks sorgen im Zeitablauf für Schwankungen. Da in dem angeführten Modell mit diskreter Zeit gearbeitet wird, ist es wichtig, auch die Ereignisse innerhalb einer Periode zu beschreiben. Zum Ende der Periode t-1 wird die Dichte der Ungleichgewichte mit [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832472078
Arbeit zitieren:
Kittler, Daniel März 2003: Theoretische und empirische Analyse von Determinanten zur Erklärung von Investitionstätigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
vektorautoregressives Modell, Tobins Q, Investitionstheorie, Unternehmensgewinne, Konjunktur



