Theoretische Grundlagen für die Konzeption eines intranetbasierten Instrumentes zur Evaluation von Weiterbildungsmaßnahmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Johannes Dommnich
- Abgabedatum: Oktober 1999
- Umfang: 203 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Koblenz-Landau, Abt. Koblenz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2298-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2298-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2298-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dommnich, Johannes Oktober 1999: Theoretische Grundlagen für die Konzeption eines intranetbasierten Instrumentes zur Evaluation von Weiterbildungsmaßnahmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Evaluation, Weiterbildung, Wissensdiagnostik, Intranet, Transferevaluation
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Diplomarbeit von Johannes Dommnich
Einleitung:
Die Informations- und Wissensgesellschaft wird in der fachlichen und gesellschaftlichen Diskussion immer wieder als ökonomisches Gegenwarts- und Zukunftsmodell angeführt. Die exponentielle Zunahme an Information zwingt die Unternehmen zu einer ständigen Anpassung des Wissens ihrer Mitarbeiter an die aktuelle Entwicklung. Unternehmen investieren entsprechend erhebliche Summen in den Bereich der betrieblichen Weiterbildung. Eine Kontrolle über Wirksamkeit und Output dieser Maßnahmen fehlt dabei aber in der Regel.
In der angebotenen Arbeit werden in einer Art Baukasten die Module vorgestellt, die eine solche Erfolgsmessung ermöglichen. Dabei wird nicht versucht, eine (letztendlich immer spekulative) monetäre Quantifizierung des Weiterbildungserfolgs vorzunehmen. Vielmehr wird untersucht, wie sich der Lern- und Transfererfolg nach psychologisch-pädagogischen Kriterien operationalisieren läßt.
Die zunehmende interne Vernetzung von Unternehmen mit Hilfe des Intranets bietet für den Bereich der Erfolgskontrolle bedeutende Möglichkeiten. So können Tests schnell und unmittelbar erhoben und ausgewertet werden. Aber auch die Form der Tests selbst kann durch die Computerbasierung eine neue Qualität mit einer höheren Güte erhalten. In der Arbeit werden solche Möglichkeiten aufgezeigt, dabei zu beachtende konzeptionelle und gestalterische Aspekte behandelt, aber auch die Grenzen einer intranetbasierten Erhebung aufgezeigt.
Neben der Vorstellung möglicher Designs einer Evaluation von Weiterbildung werden die Themen Bildungsbedarfsanalyse und Zielexplizierung, Wissensdiagnostik, Testkonzeption, Transfererfolgsmessung sowie technische Grundlagen und softwareergonomische Kriterien für die Gestaltung des User Interfaces behandelt. Weiterhin wird die Fragestellung in die Bereiche Wissensmanagement und Konstruktivismus eingeordnet.
Inhaltsverzeichnis:
| Persönlicher Hintergrund zur Wahl der Thematik | 1 | |
| Betriebswirtschaftliches und psychologisches Erkenntnisinteresse | 2 | |
| Inhaltliche Ziele der Diplomarbeit | 7 | |
| 1. | Betriebliche Weiterbildung als Gegenstand der Evaluation | 11 |
| 1.1 | Definition und Begriffsfassung der betrieblichen Weiterbildung | 11 |
| 1.2 | Bedeutung betrieblicher Weiterbildung | 15 |
| 1.3 | Klassifikationen und Modelle der Weiterbildung | 17 |
| 1.4 | Methoden der Weiterbildung | 20 |
| 1.5 | Weiterbildung im Kontext von Wissensmanagement und organisatorischem Lernen | 22 |
| 1.6 | Weiterbildung aus konstruktivistischer Sicht | 30 |
| 1.7 | Folgerungen für die Konzeption des Instruments | 35 |
| 2. | Bildungsbedarfsanalyse und Zielexplizierung | 36 |
| 2.1 | Begriffsfassung | 36 |
| 2.2 | Methoden der Bildungsbedarfsanalyse | 41 |
| 2.2.1 | Besonderheiten der Leistungsbeurteilung durch Vorgesetzte | 46 |
| 2.3 | Zielformulierung | 49 |
| 2.4 | Folgerungen für die Konzeption des Instruments | 59 |
| 3. | Evaluationstheoretische Aspekte | 61 |
| 3.1 | Definition und nähere Bestimmung des Begriffs "Evaluation" | 61 |
| 3.2 | Konkretisierung der Evaluation bezogen auf betriebliche Weiterbildung | 62 |
| 3.3 | Abgrenzung zum Konzept des Bildungscontrollings | 67 |
| 3.4 | Formen der Evaluation | 70 |
| 3.5 | Evaluationsdesigns | 71 |
| 3.5.1 | Definition und Grundsätzliches | 71 |
| 3.5.2 | Gruppenbildung | 73 |
| 3.5.3 | Zeitintervallmessungen | 76 |
| 3.5.4 | Zwei Kontrollgruppendesign | 77 |
| 3.5.5 | Vier-Gruppen-Design nach Solomon | 79 |
| 3.5.6 | Zeitreihen-Analyse | 79 |
| 3.5.7 | Institutionelle Zyklusanalyse | 81 |
| 3.5.8 | Mehrphasen-Design | 82 |
| 3.5.9 | Kirkpatricks Vier-Level-Design | 82 |
| 3.6 | Hypothesenprüfung und statistische Auswertung | 84 |
| 3.6.1 | Gefährdung der internen und externen Validität | 86 |
| 3.6.2 | Effektgrösse, Teststärke und optimaler Stichprobenumfang | 89 |
| 3.6.3 | Ängste der evaluierten Entwicklungsträger und Anonymisierung der Erhebungen | 90 |
| 3.7 | Folgerungen für die Konzeption eines Instruments | 91 |
| 4. | Wissensdiagnostik | 93 |
| 4.1 | Begriffsbestimmungen | 93 |
| 4.1.1 | Wissen | 93 |
| 4.1.2 | Wissensdiagnostik | 95 |
| 4.2 | Kognitive Organisation von Wissen | 96 |
| 4.2.1 | Schematheoretischer Ansatz | 96 |
| 4.2.2 | Ansatz der Produktionssysteme | 97 |
| 4.2.3 | Ansatz mentaler Modelle | 98 |
| 4.3 | Methoden zur Wissensabfrage | 100 |
| 4.4 | Computerbasierte Wissensdiagnostik | 101 |
| 4.4.1 | Simulationen | 102 |
| 4.4.2 | Netzwerk Elaborierungs Technik (NET) | 105 |
| 4.4.3 | Vor- und Nachteile computerbasierter Diagnostik | 105 |
| 4.4.4 | Adaptives Testen | 107 |
| 4.4.5 | Dynamisches Testen | 110 |
| 4.4.6 | Testäquivalenz computerunterstützter Verfahren | 111 |
| 4.5 | Folgerungen für die Konzeption des Instruments | 112 |
| 5. | Testentwicklung | 114 |
| 5.1 | Gütekriterien | 115 |
| 5.1.1 | Reliabilität | 115 |
| 5.1.2 | Validität | 116 |
| 5.1.3 | Objektivität | 118 |
| 5.2 | Definition eines Itemuniversums | 118 |
| 5.3 | Itemkonstruktion | 120 |
| 5.3.1 | freie Antwortformate | 120 |
| 5.3.2 | gebundene Antwortformate | 121 |
| 5.3.3 | Ratingformate | 123 |
| 5.3.4 | Sprachliche Formulierung von Items | 124 |
| 5.4 | Zusammenstellung des Tests | 124 |
| 5.5 | Interpretation des Testergebnisses | 125 |
| 5.6 | Kritik am Paradigma der vorgestellten Testkultur | 125 |
| 5.7 | Folgerungen für die Konzeption des Instruments | 126 |
| 6. | Transfererfolgsmessung | 127 |
| 6.1 | Definition Transfer | 127 |
| 6.2 | Theoretische Grundlagen des Transfers | 127 |
| 6.2.1 | Determinanten der Person | 130 |
| 6.2.2 | Determinanten der Trainingssituation | 131 |
| 6.2.3 | Determinanten der Anwendungssituation | 131 |
| 6.3 | Differenzbestimmung zur Baseline | 132 |
| 6.4 | Transferstrategien als Meßmethode des Transfererfolgs | 133 |
| 6.4.1 | Zielsetzung nach Ende der Maßnahme | 133 |
| 6.4.2 | Relapse Prevention | 134 |
| 6.4.3 | Action Planning | 135 |
| 6.4.4 | Follow-Up-Veranstaltungen | 135 |
| 6.5 | Wirkungen oder Output-Evaluation | 137 |
| 6.6 | Folgerungen für die Konzeption eines Instrumentes | 139 |
| 7. | Grundlagen einer Intranetbasierung | 140 |
| 7.1 | Definition Intranet | 140 |
| 7.2 | Technische Aspekte | 141 |
| 7.2.1 | Datentransferrate | 141 |
| 7.2.2 | Server | 143 |
| 7.2.3 | Hypermediale Web-Browser | 143 |
| 7.2.4 | TCP/IP | 145 |
| 7.2.5 | Bridges | 145 |
| 7.2.6 | Intranet-Router | 146 |
| 7.2.7 | Domain Name Server (DNS) | 147 |
| 7.2.8 | Common Gateway Interface (CGI) | 148 |
| 7.2.9 | Subnetting im Intranet | 149 |
| 7.2.10 | Sicherheitsaspekte | 150 |
| 7.2.11 | Entwicklungssprachen zur Gestaltung der Intranet-Umgebung | 151 |
| 7.3 | Softwareergonomische und psychologische Aspekte der Gestaltung intranetbasierter Tests oder Untersuchungen | 154 |
| 7.3.1 | Anwenderschnittstelle (GUI) | 155 |
| 7.4 | Folgerungen für die Konzeption eines Instruments | 168 |
| 8. | Fazit | 170 |
| 8.1 | Vorteile | 171 |
| 8.2 | Nachteile | 174 |
| 8.3 | Ausblick | 175 |
| Literaturverzeichnis | 179 | |
| Abbildungsverzeichnis | 193 |
Um den Prozess der Wissensüberprüfung besser verstehen und begründen zu können, sollen einige grundlegende Anmerkungen zur kognitiven Wissensorganisation und zum Wissenserwerb gemacht werden. Nach Mandl und Spada (1988, S.123) meint Wissenserwerb die mentalen Aspekte des Lernens. Es geht um den Erwerb symbolischer Wissensstrukturen und mentaler Modelle. Die Aneignung von Repräsentationen (von intuitiven mentalen Modellen bis zu komplexen wissenschaftlichen Theorien) läßt sich definieren als die Aneignung neuer symbolischer Information gekoppelt mit der Fähigkeit, diese Information in effektiver Weise anzuwenden. Wissenserwerb in weiterem Sinne ist die graduelle Verbesserung kognitiver Fertigkeiten durch Übung. Mandl, Friedrich und Hron (1988, S. 123 ff.) unterscheiden folgende Ansätze, die den Prozeß des Wissenserwerbs aus einer je eigenen Perspektive betrachten: 4.2.1 Schematheoretischer Ansatz Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Theorien, die das Schemakonstrukt verwenden. Schemata sind Wissensstrukturen, in denen aufgrund von Erfahrungen typische Zusammenhänge eines Realitätsbereichs repräsentiert sind. Schemata lassen sich sowohl als Ergebnis wie auch als Voraussetzung des Wissenserwerbs sehen. Als Grundzüge des Schemakonstruktes nennen Mandl et al (1988) folgende Punkte: [...]
Schnotz (1994) erläutert diese Wissenskategorien wie folgt: Die Unterscheidung zwischen deklarativem und prozeduralem Wissen ist keine Differenzierung nach dem Wissensinhalt, sondern eine Differenzierung nach der Funktion der betreffenden Datenstrukturen innerhalb des kognitiven Systems: Während die deklarativen Datenstrukturen als Repräsentation von Fakten, Methoden, Prozessen usw. fungieren, dienen die prozeduralen Datenstrukturen innerhalb des Systems als Anweisung für den Vollzug eines Prozesses und sind ausführbar. Wissen über Verfahren, Prozeduren und Handlungen ist demnach nicht prozedurales, sondern deklaratives Wissen. Nur wenn das System über spezifische Prozeduren zum Vollzug dieser Prozesse verfügt, kann man von einem entsprechenden prozeduralen Wissen sprechen. Deklaratives Wissen über Prozesse kann also durchaus mit einem Fehlen entsprechenden prozeduralen Wissens verbunden sein: Es ist möglich, daß ein System über eine Repräsentation einer bestimmten Operationenabfolge verfügt, ohne zu deren Ausführung in der Lage zu sein – ebenso wie auch im Alltag oft jemand angeben kann, was zu tun ist, ohne es selbst tun zu können. (S. 36) Jäger (1996, S. 195) erwähnt neben diesen Dimensionen die Kategorie des metakognitiven Wissens. Damit ist zum einen Wissen bezüglich des eigenen kognitiven Funktionierens gemeint und zum anderen Aktivitäten zur Selbstüberwachung und Regulierung der eigenen kognitiven Prozesse. Im Kontext der Lernerfolgskontrolle einer Weiterbildungsmaßnahme ist diese Variable als intervenierender Faktor interessant, d. h. sie kann verstehen helfen, warum beispielsweise bestimmtes Wissen nicht gelernt wurde oder weshalb träges Wissen erzeugt wurde (damit ist allerdings die im Rahmen dieser Arbeit nur als Exkurs behandelte Ursachenanalyse angesprochen). Inhaltlich relevant (und damit auf die hier behandelte unmittelbare Lernerfolgskontrolle bezogen) ist diese Dimension dann, wenn ihre Optimierung erklärtes Lernziel ist, wenn etwa das „Lernen“ gelernt werden soll. Mandl, Gruber und Renkl (1994) erwähnen eine weitere Wissensdimension, die des adaptiven Wissens. Darunter verstehen sie den Aufbau komplexer mentaler Repräsentationsstrukturen (z.B. mentale Modelle), die flexible Problemlösungen erlauben. Wird eine Person mit komplexen, neuartigen oder schlechtdefinierten Problemen konfrontiert, ist das Vorhandensein effizienter Handlungsroutinen allein i.d.R. nicht 94 [...]
stens den Betrag einsparen helfen, den sie gekostet haben. Generell und maßnahmenunabhängig läßt sich diese Kritik nicht entkräften, da der Erfolg und die betriebswirtschaftliche Rentabilität einer Evaluation von zu vielen Faktoren abhängen. Im Einzelfall muß kalkuliert werden, wie hoch der zu erwartende Nutzen einer Evaluation ist und welche Kosten sich dadurch rechtfertigen lassen. Bei einer summativen Erfolgsüberprüfung ist das beispielsweise dann gegeben, wenn ein kostenintensives, regelmäßig durchgeführtes Seminar bei einer Reihe von Gruppen oder einer Vielzahl von Personen nur einen geringen Anwendungserfolg aufweist. Der sich aus dieser Information ergebende Einsparungseffekt würde den Aufwand für die Evaluation decken. Eine Evaluation ist weiterhin ein sinnvolles Tool zur Entscheidung zwischen einer oder mehreren Alternativen in bezug auf die Vermittlung eines gegebenen Maßnahmeninhalts. Eine Evaluation kann z.B. feststellen helfen, ob ein CBT zum Thema „Kommunikation“ den gleichen Lern- und Anwendungserfolg generiert wie ein herkömmliches Seminar zu diesem Themenbereich. Denkbar ist auch, daß durch eine Evaluation der Nutzen einer Weiterbildungsmaßnahme gezeigt werden kann, die von einer Streichung bedroht ist. Inwieweit eine bestimmte Evaluation in der Lage ist, einen Mehrwert zu produzieren, hängt letztendlich entscheidend von ihrer konkreten Gestaltung und Ausführung ab. Will man objektiv abgesicherte Informationen über die Kosten-Nutzen-Relation einer gegebenen Evaluation bedarf es einer Evaluation der Evaluation. Natürlich stellt sich auch da wieder die Kostenfrage. Detailliertere Evaluationen (die z.B. alle Phasen eines Weiterbildungsprozesses untersuchen, also auch die Bedarfsanalyse und die inhaltliche Gestaltung und Durchführung einer Maßnahme) liefern ein Mehr an Informationen für Teilnehmer, Trainer und Weiterbildungsverantwortliche. Allerdings stehen dem auch ein Mehraufwand und höhere Kosten gegenüber. [...]
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Dommnich, Johannes Oktober 1999: Theoretische Grundlagen für die Konzeption eines intranetbasierten Instrumentes zur Evaluation von Weiterbildungsmaßnahmen, Hamburg: Diplomica Verlag
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Evaluation, Weiterbildung, Wissensdiagnostik, Intranet, Transferevaluation



