Theoretische Arbeitsmarktmodelle und reale Personalpolitik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Doreen Krüger
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 131 Seiten
- Dateigröße: 745,1 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Kassel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6449-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6449-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6449-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Krüger, Doreen Januar 2002: Theoretische Arbeitsmarktmodelle und reale Personalpolitik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Personalwirtschaft, Arbeitsorganisation, Management, Wirtschaftspolitik, Unternehmensführung
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Diplomarbeit von Doreen Krüger
Zusammenfassung:
Wer sich mit dem derzeitigen Arbeitsmarktgeschehen befasst, sieht sich mit zahlreichen Ereignissen und Neuerungen auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert. Zum einen wurden in den letzten Jahren diverse Gesetze, die den Arbeitsmarkt betreffen, reformiert, so z. B. das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), Sozialgesetzbuch (SGB), Bürgerliche Gesetzbuch, etc. Auf der anderen Seite sind vor allem in diesem und letztem Jahr zahlreiche Entlassungen, aufgrund der Umsatzrückgänge und den damit verbundenen Gewinneinbußen von Unternehmen jeglicher Größe und Branche vorgenommen worden. Dies hat insbesondere Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt, sowie auf die Personalpolitik.
Zielsetzung dieser Diplomarbeit ist es, theoretische Modelle auf dem Arbeitsmarkt sowie die personalpolitischen Grundsätze in den Unternehmungen zu erläutern. Dabei geht es um die Abläufe am Arbeitsmarkt insgesamt sowie innerhalb der Unternehmungen. Die vorzustellenden theoretischen Arbeitsmarktmodelle betrachten grundsätzlich die Interaktionen der Wirtschaftssubjekte am Arbeitsmarkt. Aufgrund der großen Anzahl von Arbeitsmarkttheorien kann nicht von einen einzigen Erklärungsansatz ausgegangen werden. Dies ist ersichtlich anhand der verschiedenen Ansätze bzw. Modelle, die von diversen Autoren dargelegt und später von anderen, wiederum wiederlegt werden. In dieser Arbeit werden sowohl mikro- als auch makroökonomische Erklärungen von Arbeitsmarktvorgängen aufgezeigt. Ein weiterer Themenkomplex umfasst die Personalpolitik, bei der nicht von dem individuellen Verhalten des Personals ausgegangen wird, wie bei der Arbeitsmarkttheorie, sondern von den betrieblichen Beschäftigungsverhältnissen nach personalpolitischen Grundsätzen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| A. | Einleitung | 1 |
| B. | Der Arbeitsmarkt | 3 |
| I. | Definition des Arbeitsmarktes | 3 |
| 1. | Reale Betrachtung des Arbeitsmarktes | 4 |
| 2. | Beschäftigung im internationalen Vergleich | 5 |
| II. | Arbeitsmarkt im wirtschaftlichen und sozialen Kontext | 6 |
| 1. | Soziale Marktwirtschaft | 7 |
| 2. | Volkswirtschaftliche Beziehung | 9 |
| C. | Theoretische Arbeitsmarktmodelle | 11 |
| I. | Arbeitsmarkt im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang | 11 |
| 1. | Neoklassisches Arbeitsmarktmodell | 11 |
| a. | Arbeitsmarktrelevante Theoreme der Neoklassik | 12 |
| b. | Kritische Anmerkungen | 13 |
| 2. | Arbeitsmarkt in der Keynes’schen Theorie | 14 |
| a. | Die Allgemeine Theorie | 15 |
| b. | Verantwortlichkeit des Staates | 16 |
| II. | Humankapitaltheorie | 17 |
| 1. | Lohnsatz und Humankapitalinvestitionen | 18 |
| 2. | Alternativen und Problemstellungen | 19 |
| III. | Suchtheorie | 21 |
| 1. | Suchprozess | 22 |
| 2. | Gesamtbetrachtung | 24 |
| IV. | Kontrakttheorie | 25 |
| 1. | Vereinfachtes Versicherungsmodell | 25 |
| 2. | Schlussfolgerungen | 27 |
| V. | Effizienzlohnmodell | 29 |
| 1. | Ansätze zur Begründung des Effizienzlohnes | 30 |
| 2. | Kritische Würdigung und mögliche Alternativen | 33 |
| VI. | Insider-Outsider-Ansätze | 34 |
| 1. | Grundlegende Annahmen des Modells | 34 |
| 2. | Erweiterte Variante | 36 |
| 3. | Einschätzung | 37 |
| VII. | Segmentationstheorien | 39 |
| 1. | Teilarbeitsmärkte mit unterschiedlichen Funktionsprinzipien | 40 |
| 2. | Ansätze auf primären und sekundären Arbeitsmärkten | 41 |
| 3. | Fazit | 43 |
| VIII. | Transaktionskostentheorie | 44 |
| 1. | Grundlagen | 45 |
| 2. | Transaktionskostenansatz aus der Perspektive von COASE | 46 |
| 3. | Schlussbemerkungen | 47 |
| IX. | Zur Theorie der Arbeitsmarktpolitik: Ein Ausblick | 49 |
| D. | Personalpolitik | 51 |
| I. | Grundlagen der Personalpolitik | 51 |
| 1. | Begriffsbestimmung | 52 |
| 2. | Aufgaben der Personalpolitik | 54 |
| 3. | Ziele der Personalpolitik | 56 |
| II. | Personalplanung und -beschaffung | 57 |
| 1. | Planung der Personalkapazität | 59 |
| a. | Aufgabengebiete der Personalplanung | 59 |
| b. | Ziele der Personalplanung | 61 |
| 2. | Gestaltung der Personalkapazität durch Personalbeschaffung | 62 |
| a. | Innerbetriebliche Möglichkeiten der Personalbeschaffung | 63 |
| b. | Möglichkeiten der externen Personalbeschaffung | 64 |
| III. | Einstellungspolitik | 66 |
| 1. | Personalauswahl | 67 |
| a. | Bedeutung und Problematik | 67 |
| b. | Instrumente der Personalauswahl | 68 |
| c. | Rechtliche Rahmenbedingungen | 71 |
| 2. | Bewerbereinstellung | 72 |
| 3. | Einführung neuer Mitarbeiter | 73 |
| a. | Problemfelder bei der Personaleinführung | 74 |
| b. | Einarbeitungsprogramme zur Einführung neuer Mitarbeiter | 75 |
| IV. | Personalentwicklung | 76 |
| 1. | Grundlagen der betrieblichen Weiterbildung | 77 |
| 2. | Gründe für die Durchführung der Weiterbildung | 78 |
| 3. | Zielsetzungen des Unternehmens und der Mitarbeiter | 80 |
| V. | Mitarbeiterführung | 82 |
| 1. | Aufgaben und Ziele der Mitarbeiterführung | 82 |
| 2. | Faktoren wirksamer Mitarbeiterführung | 85 |
| 3. | Beeinflussungsfaktoren menschlichen Verhaltens | 86 |
| 4. | Führungsstile als Instrumente der Mitarbeitermotivation | 88 |
| VI. | Personalfreisetzung | 91 |
| 1. | Mitarbeiterfluktuation | 92 |
| 2. | Personalabbau | 93 |
| VII. | Personalpolitik im Wandel | 94 |
| 1. | Betriebliche Gleichstellungspolitik | 95 |
| Familienorientierte Personalpolitik | 98 | |
| E. | Schlussbetrachtung: Theoretischer und Praxisbezogener Kontext | 101 |
| I. | Aspekte der realitätsfernen theoretischen Modelle | 101 |
| II. | Realitätsnahe arbeitsmarkttheoretische Modelle | 104 |
| 1. | Impliziter Versicherungsschutz gegen Entlassungsrisiken | 104 |
| 2. | Erklärungsansätze der Effizienzlohntheorie | 105 |
| 3. | Erklärungsansätze innerhalb der Insider-Outsider-Theorie | 107 |
| 4. | Transaktionskosten und interne Arbeitsmärkte | 109 |
| 5. | Argumentationslinien der Segmentationskostentheorie | 111 |
| III. | Fazit | 113 |
| Literaturverzeichnis | 115 |
Im suchtheoretischen Erklärungsmodell der Arbeitsmarktprozesse ist die Arbeitslosigkeit in diesem Sinne als freiwillige Sucharbeitslosigkeit anzusehen. Wie in den zuvor herausgearbeiteten Modellen treten auch in diesem Ansatz innerhalb der neuen Mikroökonomie des Arbeitsmarktes einige Kritikpunkte auf. Allein durch die Aufgabe der realitätsfernen Prämissen trägt die Suchtheorie, existierenden Fakten am Arbeitsmarkt Rechnung, da es sich hierbei um den allgemeinen Tatbestand handelt, dass weder der Faktor Arbeit homogen, noch vollkommene Information vorhanden sind. Dies kann man schon anhand des deutschen Arbeitsmarktes erkennen, da es zahlreiche Berufe gibt, die unterschiedliche Qualifikationen voraussetzen und es auch innerhalb eines Berufszweiges unterschiedliche Anforderungen der Arbeitsplätze gibt, was wiederum zu einer Diversifikation der Entlohnung führt. Demnach sind Anpassungsprozesse und Informationssuche erforderlich, um eine optimale Allokation zu ermöglichen.63 Mit dem suchtheoretischen Ansatz können ausreichende Empfehlungen für Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitiken abgegeben werden, der jedoch im allgemeinen nur eine Marktseite betrachtet. Die Ansätze erklären zwar, wie ein Arbeitssuchender auf eine Streuung von Lohnofferten reagieren soll, aber nicht, wie diese Streuung zustande kommt.64 Die Suchtheorie wird vielfach von den Theoretikern als zu allgemein und unsicher vorgetragen. Dieser Ansatz ist da- [...]
onsbeschaffung und den Opportunitätskosten, beispielsweise entgangenes Einkommen aus alternativen Betätigungen, zusammensetzen.58 Arbeitskräfte können jedoch auch durch andere Gründe, motiviert werden, nach einem neuen Arbeitsplatz zu suchen, z. B. durch den Neuzutritt auf dem Arbeitsmarkt oder die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt.59 Der nutzenmaximierende Arbeitnehmer wird seinen Suchprozess so lange fortsetzen, bis der Gegenwartswert der erwarteten Erträge größer ist, als die Summe aus direkten Informationskosten sowie des entgegangenen Einkommens. In der Realität wird jedoch davon ausgegangen, dass je länger die Suchdauer des Arbeitslosen nach einem Arbeitsplatz andauert, auch geringere Lohnangebote akzeptiert werden.60 Im Gegensatz vom Suchverhalten des Arbeitnehmers verläuft das Suchverhalten des Arbeitgebers so, dass offene Stellen mit möglichst niedrigen Löhnen versucht werden zu besetzen. Nach diesem Suchmodell ist es so, dass freie Stellen so lange nicht besetzt werden, bis die abdiskontierten Zukunftserträge in Form von niedrigeren Löhnen größer sind, als die gegenwärtigen Nichtbesetzungskosten. Im Zeitverlauf nehmen die Erträge der Nichtbesetzungen kontinuierlich ab und die Nichtbesetzungskosten eher zu.61 Der Allokationsprozess am Arbeitsmarkt lässt sich anhand der Lohnvorstellungen von Suchern und Anbietern beschreiben. Die Arbeitssuchenden, Arbeitslose, reduzieren mit der Zeit ihre individuellen Lohnerwartungen und die Arbeitsplatzanbieter erhöhen ihre jeweiligen Lohnangebote, solange, bis sich beide Seiten entsprechend ihrer Erwartungen bei einem bestimmten Lohnsatz treffen und ein Abschluss des Arbeitsvertrages zustande kommt. Die Prämissen des Grundmodells sind folgende: Der Suchende ist freiwillig arbeitslos und erhält keinerlei Unterstützungsleistungen. Die Arbeitsplätze werden durch verschiedene Lohnsätze voneinander unterschieden, die dem Suchenden bei konstanten Suchkosten durchaus bekannt sind. Es kommt ein Arbeitsplatzangebot [...]
Ausgangspunkt der Suchtheorien ist es, dass zu jedem Zeitpunkt ein Teil der Arbeitnehmer nach Arbeitsplätzen und ein Teil der Unternehmer nach Arbeitskräften sucht. Es lässt sich daraus eine Arbeitsmarktdynamik herstellen, woraus sich ein Kreislauf zwischen freiwilligen Kündigungen und Entlassungen sowie Bewerbungen und Neueinstellungen, ergibt. Diese Theorievariante dient der Beobachtung, um das Suchverhalten der Arbeitskräfte nach Arbeitsplätzen zu analysieren.56 Dem einzelnen Arbeitnehmer sind i.d.R. nicht alle Lohnangebote bekannt, die möglicherweise für ihn in Frage kommen könnten. Er kennt auch nicht die spezifischen Arbeitsleistungen und -qualitäten der einzelnen Unternehmen. Die Suchtheorie des Arbeitsmarktes setzt an diesem Punkt an, wenn Arbeitnehmer nicht wissen, wo sie für die von ihnen gebotene Leistungen den höchsten Lohn erzielen können.57 Der rational agierende Arbeitnehmer versucht, sein Lebenseinkommen zu erhöhen, indem er beispielsweise einen Arbeitsplatzwechsel vornimmt. Hierbei ergibt sich ein Optimierungsproblem aus der inversen Beziehung zwischen Aufwendungen und Erträgen. Einerseits steigt bei diesem bereits Beschäftigten mit zunehmender Dauer und Intensität der Suche die Wahrscheinlichkeit, ein höheres Lohnangebot zu erhalten und andererseits nehmen jedoch auch die Suchkosten zu, die sich aus den direkten Kosten der Informati- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832464493
Arbeit zitieren:
Krüger, Doreen Januar 2002: Theoretische Arbeitsmarktmodelle und reale Personalpolitik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Personalwirtschaft, Arbeitsorganisation, Management, Wirtschaftspolitik, Unternehmensführung



