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Das Thema der zerstörten Unschuld in ausgewählten Werken Stephen Kings

Das Thema der zerstörten Unschuld in ausgewählten Werken Stephen Kings
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Claudia Gottschalk
  • Abgabedatum: Dezember 2003
  • Umfang: 131 Seiten
  • Dateigröße: 1.003,7 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9406-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9406-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9406-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gottschalk, Claudia Dezember 2003: Das Thema der zerstörten Unschuld in ausgewählten Werken Stephen Kings, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gothic Fiction, Initiation, The Body, It, Apt Pupil

Magisterarbeit von Claudia Gottschalk

Zusammenfassung:

Kinder werden zum Inbegriff der verfolgten Unschuld, da es ihnen an weltlicher Erfahrung mangelt und sie frei von Schuld und Sünde sind; sie können sich nicht allein helfen – so die Annahmen, die den Reiz ausmachen, sie als Protagonisten für eine Grusel- oder Horrorgeschichte auszuwählen.

In der Magisterarbeit „Das Thema der zerstörten Unschuld in ausgewählten Werken Stephen Kings“ untersucht die Claudia Gottschalk die Kinderdarstellung in der zeitgenössischen Horrorliteratur und betrachtet dabei sieben Werke Stephen Kings, in denen zahlreiche kindliche und jugendliche Charaktere entscheidende Bedeutung erlangen. Das Motiv der verfolgten Unschuld lässt sich bei vielen dieser Protagonisten finden. Doch King treibt die Verfolgung der unschuldigen Kinder auf die Spitze – bis zur Zerstörung der Unschuld.

In ihrer Arbeit widerspricht die Autorin die Grundprämisse der meisten Arbeiten über Kings kindliche Charaktere, dass diese unschuldig seien, was es ihnen ermögliche moralisch gute und richtige Entscheidungen zu treffen und das Böse zu besiegen, wenn sie es schaffen, sich ihre Unschuld zu bewahren. Gottschalk zeigt, dass die Zerstörung der kindlichen Unschuld die Voraussetzung für das moralische Handeln der Hauptcharaktere ist, aber dieses nicht zwingend zur Folge hat, da die Kinder nach dem Verlust der Unschuld die Möglichkeit haben, freie Entscheidungen zu treffen.

Im Detail untersucht die Autorin, ob und wie King die Unschuld seiner Protagonisten zerstört, welche Bedeutung die Begriffe Initiation, Manipulation sowie Korruption dabei haben und zu welchen Ergebnissen diese Zerstörung der Unschuld jeweils führt. Dabei betrachtet sie die Erzählung „The Body“, den Roman It, die jugendliche Protagonistin in Carrie, die kindliche Charlie des Romans Firestarter, die Kurzgeschichte „Children of the Corn“, die Erzählung „Apt Pupil und Gage Creed aus dem Roman Pet Sematary näher.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 3
II. Gothic Fiction – Die Tradition 8
2.1 Der britische Ursprung 9
2.2 Amerikanische Genreadaption 11
2.3 Multimediale Einflüsse im 20. Jahrhundert 14
2.4 Kings Einfluss auf das Genre 15
III. Zerstörte Unschuld in Stephen King 16
3.1 Initiation – Born to Grow Up? 16
3.1.1 Rites de Passage und Initiation 16
3.1.2 „The Body: Fall from Innocence” (1982) 19
3.1.2.1 Vor der Reise 21
3.1.2.2 Das Ritual 26
3.1.2.3 Initiation? 29
3.1.3 It (1986) 35
3.1.3.1 Die Verlierer 1958 37
3.1.3.2 Das Ritual 43
3.1.3.3 Die Verlierer 1985 47
3.1.4 Zerstörte Unschuld und Initiation 51
3.2 Manipulation – Born to Be Bad? 54
3.2.1 Mütter und Väter in Carrie und Firestarter 59
3.2.2 Gesellschaft und Staat in Carrie und Firestarter 69
3.2.2.1 Entindividualisierte Gegner 70
3.2.2.2 Menschliche Antagonisten 76
3.2.2.3 Hilfreiche Bekanntschaften 79
3.2.3 Zwischen Gut und Böse 81
3.2.4 Zerstörte Unschuld und Manipulation 83
3.3 Korruption – Born to Kill? 86
3.3.1 „Children of the Corn“ (1978) 87
3.3.2 „Summer of Corruption: Apt Pupil” (1982) 91
3.3.2.1 Vermeintliche Autoritäten 93
3.3.2.2 Tatsächliche Autorität 97
3.3.2.3 Die Schuldfrage 106
3.3.3 Pet Sematary (1983) 108
3.3.4 Zerstörte Unschuld und Korruption 115
VI. Zusammenfassende Schlussbetrachtung 117
V. Bibliografie 124
5.1 Primärliteratur 124
5.2 Sekundärliteratur 124

Automatisiert erstellter Textauszug:

Wanless weist darauf hin, wie gefährlich diese Autoritätssituation sei, weil Andy somit in der Lage ist, Charlie umzuerziehen. Vicky und Andy hatten Charlie verboten, ihre pyrokinetische Fähigkeit zu benutzen, um sich und andere nicht in Gefahr zu bringen. Doch durch seine und Charlies Angst entstehe, Wanless zufolge, eine Ausnahmesituation, die Andy dazu zwinge “to change her [Charlie’s] conceptions about the power inside her. You are forcing him to force her to use it” (King, Firestarter 83). Zwar hält Wanless Andys Einfluss auf Charlie hinsichtlich seiner Ermutigung zur Nutzung der Fähigkeiten für gefährlich. Tatsächlich ist Charlie jedoch gefährlich, da sie durch die bisherige Unterdrückung ihrer Fähigkeiten keine Kontrolle darüber hat. Auf der Manders-Farm, wo Andy und Charlie kurzfristig bei Irv Manders und seiner Frau Unterschlupf finden, bevor die Shop-Agenten sie dort aufspüren, entfesselt Charlie ein Inferno und tötet beinahe ihren Vater, dem es schließlich gelingt, sie zur Räson zu rufen. Sie reagiert vollkommen erschüttert: [...]

vorwerfen, sie sei für ihr Alter zu weise und benehme sich zu erwachsen, da sie sich eher wie eine kleine Frau als wie ein kleines Mädchen verhalte (264). An einigen Punkten des Romans, wenn sie ihren Vater tröstet und ihm Ratschläge gibt, scheine es, als würde ein Rollentausch stattfinden (Monteleone 264). Andererseits erkennt Monteleone auch, dass Kinder heutzutage einem ”constant information blitz from radio, TV, and computers“ ausgesetzt sind (264). So kommt er zu dem Schluss, dass die Kinder von heute keine andere Wahl hätten, als “smarter, more aware, and more sophisticated“ zu sein und betont, dass die Kindercharaktere in Kings Romanen deshalb glaubhaft seien, weil sie trotz ihres Weltwissens “their sense of wonder, or their fear of the monsters“ noch nicht verloren haben (264). Die Abwesenheit der Mutter führt bei Charlie zu einer Fixierung auf ihren Vater, der allerdings wesentlich positiver dargestellt wird als Carries Mutter. Dennoch trägt auch er zur Manipulation seiner Tochter bei. Nach dem Tod der Mutter sind Charlie und Andy auf der Flucht (King, Firestarter 83). Er ist die unmittelbare Autoritätsperson in ihrem Leben, wie Dr. Wanless, der für die Durchführung des Lot-Six-Experiments verantwortlich war, feststellt: [...]

Durch die Textstelle werden zwei Dinge deutlich: Zum einen, dass Charlie nicht mehr naiv-unschuldig ist. Sie versteht ohne Worte, dass ihre Mutter tot ist, und sie versteht auch die Bedeutung dieses Faktes, der bei ihr Verleugnung auslöst. Zum anderen kontrastiert King auf krude Art und Weise die fliegenden Zöpfe Charlies als Zeichen für Kindheit und die einstige Familienidylle mit der harten Erwachsenenrealität, mit der sie konfrontiert wird und die sie aus ihrer „terrorisierten Kindheit“ herausreißt. Andy betrachtet seine Tochter folgendermaßen: ”He knew that Charlie’s intuitions were usually good ones […]. She was a self-possessed and aggressive little girl, and more than once Andy had wondered to himself just who was running this show” (King, Firestarter 107). Diese Gedanken sprechen dafür, dass Charlie sich nicht nur viel älter verhält, als sie eigentlich ist, sondern dass sie auch durch die Erlebnisse, die sie bereits hatte, eine Reife besitzt, die nicht ihrem Alter entspricht. Thomas Monteleone legt in seinem Aufsatz “King’s Characters: The Main(e) Heat“ dar, dass verschiedene Kritiker der Figur Charlie McGee [...]

Arbeit zitieren:
Gottschalk, Claudia Dezember 2003: Das Thema der zerstörten Unschuld in ausgewählten Werken Stephen Kings, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gothic Fiction, Initiation, The Body, It, Apt Pupil

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