Test von Web Sites
Problemstellung, Stand, Entwicklungstendenzen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ellen Pfeiffer
- Abgabedatum: Oktober 2001
- Umfang: 92 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5210-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5210-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5210-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pfeiffer, Ellen Oktober 2001: Test von Web Sites, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Web Site Engineering, Electronic Commerce, Qualitätsmanagement, Software-Test, Design
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Diplomarbeit von Ellen Pfeiffer
Einleitung:
Aufgrund der enthusiastischen Erwartungen, die an das Internet und die „New Economy“ geknüpft waren, wurde noch vor zwei Jahren das baldige Ende traditioneller Geschäftsmodelle prophezeit. Inzwischen zeichnet sich ein eher gespaltenes Bild ab. Die Gründe für diese Entwicklung sind ebenso vielfältig wie komplex, zu den wichtigsten Faktoren zählen jedoch Sicherheitsbedenken der Kunden und fehlendes Vertrauen in die Anbieter. Lange Ladezeiten oder mangelnde Verfügbarkeit reichen aus, um sich gegen ein Online-Angebot zu entscheiden, eine komplizierte Bedienung oder zu lange Lieferzeiten von Produkten frustrieren den Kunden. Solche Faktoren bewerten letztlich die Qualität eines Internet-Angebotes und entscheiden unmittelbar über den Wettbewerbserfolg einer Web Site.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach einer systematischen Evaluierung und Sicherung der Qualität von Web Sites an Bedeutung. Das vielleicht wichtigste Instrument zur Qualitätssicherung ist der systematische Test. Die vorliegende Arbeit zeigt Notwendigkeit und spezifischen Probleme eines Tests von Web Sites auf, stellt den Stand der aktuellen Diskussion sowie existierende Testmethoden vor und entwickelt einen Ansatz zur Systematisierung des Tests.
Der aktuelle Stand der Diskussion stammt fast ausschließlich von Testern traditioneller Software, konzentriert sich auf den technischen Test und vernachlässigt wesentliche web-spezifische Aspekte wie Informations- und Prozessqualität. Diese Defizite sind deshalb brisant, weil die vorgefundenen Lücken sehr wesentliche Kundenforderungen betreffen. Für einen systematischen Test von Web Sites ist es daher erforderlich, zunächst fundierte Qualitätskriterien aufzustellen, die als Zielgröße für den Test gelten können.
Die technische Qualität der Web Site kann teilweise mit den Mitteln des traditionellen Softwaretests überprüft werden. Jedoch müssen dabei Charakteristika berücksichtigt werden, die eine Web Site elementar von traditionellen Anwendungssystemen unterscheidet. Dazu zählen die unbekannt Zahl, die Heterogenität und die hohen Qualitätsanforderungen der Benutzer sowie die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung.
Im Rahmen der Arbeit werden die aktuell diskutierten Testmethoden vorgestellt für:
- Design und Kompatibilität.
- Funktionalität.
- Zuverlässigkeit (Reliability).
- Systemleistung: Performance, Kapazität und Belastung.
- Sicherheit.
- Integration in die Anwendungsumgebung.
- Benutzbarkeit (Usability).
- Regressionstests und Monitoring.
- Automatisierung von Tests.
Diese Testmethoden werden im Rahmen der Arbeit anhand ihrer Risikorelevanz, der betrachteten Testobjekte und Fragestellungen sowie der Vorgehensweise beim Testen beschrieben.
Erste Autoren befassen sich jedoch auch mit den festgestellten Defiziten der Testdiskussion, etwa mit dem Test von Inhalten oder der organisatorischen Einbettung. Im letzten Teil der vorliegenden Arbeit werden einige dieser Anregungen vorgestellt. Diese Bereiche betonen die Wichtigkeit einer strategische Sicht auf die Web Site. Eine Web Site verbindet in bislang einzigartiger Weise eine technische Basis mit fachlichen Inhalten und einer organisatorischen Eingliederung in ein Unternehmen. Diesem strategischen Aspekt wird bei der Behandlung des Tests von Web Sites zukünftig mehr Beachtung geschenkt werden müssen. Die Neuartigkeit dieser Kombination impliziert auch, dass bei Tests von Web Sites in Zukunft möglicherweise Aspekte überprüft werden müssen, die in der Vergangenheit nie als „Testobjekt“ betrachtet wurden.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| 1. | Gegenstand, Ziel und Aufbau der Arbeit | 1 |
| 2. | Grundlagen und Abgrenzung zentraler Begriffe | 2 |
| 2.1 | Web Site | 2 |
| 2.1.1 | Allgemeine Definition und Modelle | 2 |
| 2.1.2 | Eine Arbeitsdefinition | 4 |
| 2.1.3 | Besonderheiten gegenüber traditioneller Software | 7 |
| 2.2 | Software-Qualität und Software-Test | 8 |
| 2.2.1 | Qualität und Qualitätssicherung | 8 |
| 2.2.2 | Grundsätzliches zum Test von Software | 9 |
| 2.2.3 | Testarten und Testmethoden | 11 |
| 2.2.4 | Testphasen und Testobjekte | 14 |
| 3. | Test von Web Sites: Eine Bestandsaufnahme | 16 |
| 3.1 | Träger und Schwerpunkte der Diskussion | 16 |
| 3.1.1 | Allgemeine Quellenlage | 16 |
| 3.1.2 | Schwerpunkte der Untersuchung | 17 |
| 3.2 | Notwendigkeit eines Tests von Web Sites | 18 |
| 3.3 | Qualität und Qualitätskriterien von Web Sites | 22 |
| 3.4 | Konzepte und Vorgehensmodelle | 26 |
| 3.5 | Testbereiche einer Web Site | 30 |
| 4. | Wichtige Methoden zum Test von Web Sites | 33 |
| 4.1 | Zur Systematisierung der Methoden | 33 |
| 4.2 | Design und Kompatibilität | 34 |
| 4.2.1 | Risikorelevanz und Abgrenzung | 34 |
| 4.2.2 | Testobjekte und Fragestellungen | 34 |
| 4.2.3 | Vorgehen beim Design- und Kompatibilitätstest | 35 |
| 4.3 | Funktionalität | 36 |
| 4.3.1 | Risikorelevanz und Abgrenzung | 36 |
| 4.3.2 | Testobjekte und Fragestellungen | 37 |
| 4.3.3 | Vorgehen beim Funktionstest | 38 |
| 4.4 | Zuverlässigkeit (Reliability) | 39 |
| 4.4.1 | Risikorelevanz und Abgrenzung | 39 |
| 4.4.2 | Testobjekte und Fragestellungen | 40 |
| 4.5 | Systemleistung: Performance, Kapazität und Belastung | 43 |
| 4.5.1 | Risikorelevanz und Abgrenzung | 43 |
| 4.5.2 | Testobjekte und Fragestellungen | 44 |
| 4.5.3 | Vorgehen beim Leistungstest | 46 |
| 4.6 | Sicherheit | 47 |
| 4.5.1 | Risikorelevanz und Abgrenzung | 47 |
| 4.5.2 | Testobjekte und Fragestellungen | 49 |
| 4.5.3 | Vorgehen beim Sicherheits-Test | 50 |
| 4.7 | Integration | 51 |
| 4.8 | Benutzbarkeit (Usability) | 52 |
| 4.8.1 | Risikorelevanz und Abgrenzung | 52 |
| 4.8.2 | Testobjekte und Fragestellungen | 54 |
| 4.8.3 | Vorgehen beim Usability-Test | 56 |
| 4.9 | Regressionstests und Monitoring | 58 |
| 4.10 | Automatisierung von Tests | 61 |
| 5. | Ein Ansatz zur Systematisierung des Tests von Web Sites | 63 |
| 5.1 | Strategische und taktische Testdimensionen | 63 |
| 5.2 | Erweiterung der Testperspektive | 67 |
| 5.2.1 | Inhaltliche Testaspekte | 67 |
| 5.2.2 | Organisatorische und prozessorientierte Testaspekte | 71 |
| 5.3 | Rahmenbedingungen von Testprozessen | 72 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 74 |
| Literaturverzeichnis | V |
Die Verfügbarkeit der Systeme ist vorwiegend eine Kosten-Nutzen-Abwägung: Auf der einen Seite kann schon der einstündige Ausfall der Web Site ein Unternehmen mehrere Hunderttausend Dollar kosten. Auf der anderen Seite kostet ein Midrange-System mit einer 99 %igen Verfügbarkeit bereits einige Millionen Dollar an Anschaffung und Wartung, eine Erhöhung der Verfügbarkeit auf 99,999 % kann diese Summe jedoch leicht verdoppeln.200 4.4.2 Testobjekte und Fragestellungen Im Hinblick auf Software bedeutet Zuverlässigkeit ganz allgemein: „The more reliable the program, the less often it fails while the customer is trying to use it, and the less serious are the consequences of any failure.“201 Zuverlässigkeit ist ein Testbereich mit einem starken zeitlichen Bezug, erwartet wird die präzise Erfüllung der Funktionalität über einen längeren Zeitraum.202 Zwar nennen nur wenige Autoren in der vorliegenden Untersuchung Reliability direkt als Kriterium, doch werden in der Literatur verschiedene Einzelaspekte behandelt, die unter diesem Begriff zusammengefasst werden können. Zuverlässigkeit eignet sich demnach als Oberbegriff für Testbereiche wie Verfügbarkeit, Stabilität unter verschiedenen Umweltbedingungen, Robustheit gegen Fehler, Verlässlichkeit von Hard- und Software, State Management sowie Transaktionsund Datenintegrität. In diesem Testbereich finden sich ebenfalls Überschneidungen zu anderen Testaspekten. So werden Stabilität und Verlässlichkeit üblicherweise durch Belastungstests überprüft, die im Zusammenhang mit dem Test der Systemleistung näher erläutert werden.203 Die Verfügbarkeit wird in der Regel im Rahmen eines permanenten Monitoring während des laufenden Betriebs festgestellt.204 Für die übrigen Testbereiche sind im wesentlichen folgende Aspekte zu berücksichtigen: [...]
veraltete jedoch nicht. Auch können Tools die kontextuelle Richtigkeit der Seite nicht beurteilen.195 Aufgrund der bereits dargestellten Besonderheiten von Web Sites empfiehlt Dibachi196 den Einbau von Test-Hooks und die verstärkte Durchführung von „Smoke-Tests“. TestHooks sind zusätzliche, von außen nicht zugängliche Einstiegspunkte in den Transaktionsprozess, die zwischen User Interface und System eingefügt werden. Dies dient einerseits zur Überprüfung von Funktionalitäten, die dem Benutzer selbst nicht zugänglich sind, etwa von Preissetzungsmechanismen. Andererseits erleichtert dies die Lokalisierung von Fehlern zwischen Client, Netzwerk und den verschiedenen ServerKomponenten. Traditionell sind Smoke Tests oberflächliche Checks von Basisfunktionalitäten eines Programms, um dessen Stabilität für weitere Tests zu überprüfen.197 In Bezug auf den Test von Web Sites soll intensives Smoke Testing sicherstellen, dass Benutzer jederzeit zumindest auf einen stabilen Satz an Basisfunktionalitäten zugreifen können.198 Dies soll das Risiko eines Totalausfalls der Web Site verringern, der in jedem Fall eine negativere Auswirkung auf die Kundenbewertung hat als der Ausfall einzelner Features. 4.4 Zuverlässigkeit (Reliablity) [...]
Testrechnern möglicherweise auf die Seiten zugegriffen werden kann, die von externen Kunden aus nicht erreichbar sind.188 Zu ungültigen Links können auch Verweise auf leere oder veraltete Seiten gezählt werden.189 • Das Fehlen von Links bedeutet entweder die fehlende Verlinkung eines angezeigten Navigationselementes oder auch das vollständige Fehlen eines solchen Elements. Fehlen auf einer angesprochenen Seite jegliche Navigationsmöglichkeiten (inklusive einer Rücksprungmöglichkeit), so spricht man von „verwaisten Seiten“ (Orphaned oder Dead Pages).190 4.3.3 Vorgehen beim Funktionstest Der Funktionstest von Such- und themenbezogenen Funktionen wird in der Regel wie ein Funktionstest traditioneller Software durchgeführt. Hierzu zählen Reviews der Anforderungs-Dokumentation, der Ablaufdiagrammen (Storyboards) und Sitemaps191 sowie übliche Black-Box-Techniken wie State-Transition-Diagramme, fachliche Testfälle, der Test von Grenzwerten und Äquivalenzklassen sowie Forced-ErrorTests.192 Methoden für den Funktions-Test von Web Sites werden auch in der Literatur im wesentlichen unter Verweis auf das bestehende Instrumentarium des Softwaretest diskutiert und daher hier aber nicht weiter betrachtet.193 Links können weitgehend automatisch geprüft werden. Tools identifizieren Links in einer Seite und überprüfen, ob die Seite gefunden und angezeigt werden kann.194 Falsche Links und verwaiste Seiten können damit identifiziert werden, fehlende oder [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832452100
Arbeit zitieren:
Pfeiffer, Ellen Oktober 2001: Test von Web Sites, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Web Site Engineering, Electronic Commerce, Qualitätsmanagement, Software-Test, Design



