Ist Telearbeit eine sinnvolle Arbeitsform in Vermögensverwaltungen bei Kreditinstituten?
Eine führungs- und personalpolitische Analyse
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Elke Seitz, Katja Rütters
- Abgabedatum: Juli 2001
- Umfang: 78 Seiten
- Dateigröße: 895,9 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Bankakademie e.V. Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5059-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5059-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5059-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Elke Seitz, Katja Rütters Juli 2001: Ist Telearbeit eine sinnvolle Arbeitsform in Vermögensverwaltungen bei Kreditinstituten?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Telearbeit, Vermögensverwaltung, Führung, Personalpolitik, Kreditinstitute
In den Warenkorb
58,00 €
Diplomarbeit von Elke Seitz, Katja Rütters
Einleitung:
Telearbeit - eine Heimbeschäftigung für Frauen, die neben der Kindererziehung den Anschluss ans Arbeitsleben nicht verpassen wollen? Warum liest man in letzter Zeit immer häufiger über Männer, die Telearbeit ausüben oder sogar über Telearbeiter in Führungspositionen? Ist es vielleicht doch ein altes Vorurteil, dass ausschließlich Frauen Telearbeit ausüben?
Im letzten Jahrzehnt ist das Interesse an Telearbeit enorm angestiegen. Dies gilt sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. Nach einer Untersuchung im Jahr 1997 des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation besteht daher in Deutschland ein Potenzial für Telearbeit von ca. 2,5 Millionen Arbeitsplätzen. Deutschland weist in den Jahren 1994 bis 1999 im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 17% ein doppelt so hohes Wachstum von Telearbeitern aus. Andererseits besteht zwischen Potenzial und der tatsächlichen Verbreitung noch eine große Diskrepanz. Gleichzeitig wurde in der Fraunhofer-Untersuchung auch festgestellt, dass derzeit ein günstiges Umfeld für Telearbeit herrscht.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verlangen nach flexibleren Regelungen, der Wertewandel in der Gesellschaft unterstützt den Trend zu anpassungsfähigeren Arbeitsformen. Aus den Gegnern von gewerkschaftlicher Seite sind mittlerweile Befürworter geworden, wenn die Telearbeit in der alternierenden Form den Festangestellten angeboten wird. Inzwischen begünstigt sogar die Politik diese Arbeitsform durch Förderprogramme. Sollten die günstigen Rahmenbedingungen anhalten, so steht die Telearbeit vor einer großen Zukunft.
Das derzeitige Geldvermögen in Deutschland beträgt knapp 7 Billionen DM. Aus diesem Grund ist es für die Banken interessant und äußerst lukrativ, sich um diese vermögenden Kunden zu kümmern. Das hohe Anspruchsniveau der vermögenden Klientel in Verbindung mit der zunehmenden Komplexität der Kapitalmärkte hat zu einer weitgehenden Aufgabendelegation an professionelle Vermögensverwalter der Kreditinstitute geführt. Der Vermögensverwalter betreut und disponiert die ihm von Kunden anvertrauten Vermögen mit banküblicher Sorgfalt nach freiem Ermessen, und ohne dass er sich bei jeder Anlageentscheidung mit dem Kunden abstimmt. Die Kunden werden dabei von Fachkräften betreut, die das Vermögen der Kunden laufend überwachen, umschichten und verwalten. Zu ihrem Aufgabenbereich gehört auch die Akquisition von Neukunden sowie das Führen von Strategie- und Analysegesprächen mit Kunden.
Die nachfolgende Studie befasst sich mit der Implementierung von Telearbeit in Vermögensverwaltungen bei Kreditinstituten. Dabei wird untersucht, ob auch in diesem Bereich die Arbeitsform Telearbeit sinnvoll ist. Zu Beginn der Studienarbeit wird theoretisches Wissen über Telearbeit aus der Literatur vermittelt, dann folgen empirische Untersuchungen. Im letzten Schritt werden Empfehlungen für eine erfolg reiche Implementierung von Telearbeit in Vermögensverwaltungen ausgesprochen. Die Studie wird insbesondere die personal- und führungspolitische Seite betrachten.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlage der Telearbeit | 3 |
| 2.1 | Definition der Telearbeit | 3 |
| 2.2 | Erscheinungsformen von Telearbeit | 3 |
| 2.3 | Chancen und Risiken von Telearbeit | 6 |
| 2.3.1 | Blickwinkel Unternehmen | 6 |
| 2.3.2 | Blickwinkel Arbeitnehmer | 8 |
| 2.3.3 | Blickwinkel Umwelt | 10 |
| 2.4 | Personalpolitik | 11 |
| 2.4.1 | Für Telearbeit geeignete Tätigkeiten | 11 |
| 2.4.2 | Fachliche, methodische und soziale Kompetenzen eines Telearbeiters | 12 |
| 2.4.3 | Schulungsmaßnahmen | 14 |
| 2.4.4 | Laufbahnplanung und Karriere | 15 |
| 2.4.5 | Arbeitsvertragliche Regelung | 16 |
| 2.5 | Führung | 17 |
| 2.5.1 | Führung bei Telearbeit | 17 |
| 2.5.2 | Führungsstil bei Telearbeit | 19 |
| 2.5.3 | Kommunikation bei Telearbeit | 20 |
| 2.5.4 | Motivation durch den Vorgesetzten | 21 |
| 2.6 | Abschließende Betrachtung der Theorie | 22 |
| 3. | Darstellung der Empirie | 24 |
| 3.1 | Zielsetzung der empirischen Erhebung | 24 |
| 3.2 | Empirische Untersuchung mit Hilfe eines Fragebogens | 25 |
| 3.2.1 | Ergebnisse des Fragebogens | 25 |
| 3.2.2 | Auswertung des Fragebogens | 26 |
| 3.3 | Auswertung des geführten Interviews | 29 |
| 4. | Praxisvorschlag | 34 |
| 5. | Fazit | 41 |
Der ausschlaggebende Punkt für Herrn S., Telearbeit zu praktizieren, war die Schließung der Filiale, in der er früher tätig war. Ihm wurde die Möglichkeit angeboten, in eine andere Filiale zu wechseln, was für ihn täglich zusätzlich etwa zwei Stunden Fahrtzeit bedeutet hätte. Dies ist für ihn nicht in Frage gekommen. Allerdings wollte das Unternehmen ihn als wichtigen Mitarbeiter nicht verlieren. Daraufhin ist das Pilotprojekt Telearbeit ins Leben gerufen worden, welches seit Januar 2001 läuft. Die ersten Erfahrungen werden sowohl seitens des Telearbeiters als auch seitens des Vorgesetzten positiv beurteilt. Für Herrn S. ist es die einzige praktikable Möglichkeit seiner bisherigen Tätigkeit weiterhin nachzugehen, ohne die Unannehmlichkeiten einer weiten Fahrstrecke auf sich zu nehmen. Herrn T., dem Vorgesetzten, bleibt ein qualifizierter Mitarbeiter erhalten, der über ein großes Fachwissen und Vertrauen seitens seiner Kollegen und Kunden verfügt, das sich ein neuer Mitarbeiter erst aufbauen müsste. Herr T. hebt hervor, dass auch für Kolleginnen im Erziehungsurlaub die neue Arbeitsform eine Möglichkeit sein könnte, die bestehenden engen Kundenbeziehungen aufrecht zu erhalten, was für das Unternehmen auch wieder den Vorteil der Kunden- und Mitarbeiterbindung darstellt. Das konzentrierte Arbeiten in der heimischen Umgebung ist ein großer Vorteil für alle [...]
28 ergebnisse, die er abliefert. Aus den Angaben der Befragten wird deutlich, dass eine große Mehrheit nach klaren Zielvorgaben arbeitet und dass diese auch regelmäßig überprüft werden. In der Literatur wird betont, dass Zielvorgaben und deren Kontrolle für die Implementierung von Telearbeit unerlässlich sind. Über 80% der befragten Arbeitsplätze erfüllen bereits jetzt diese Voraussetzung. Im Bereich des variablen Vergütungssystems, das als sehr sinnvoll für die Motivation von Telearbeitern angesehen wird, gibt nur etwas mehr als die Hälfte der Befragen an, daran teilzunehmen. Es ist wichtig dies bei Umsetzung von Telearbeit weiter auszubauen, da monetäre Anreize als Motivationsfaktoren nicht zu unterschätzen sind. Für die Unternehmenskultur ist die Identifikation mit dem Unternehmen, das sogenannte Corporate-Identity, ein wesentlicher Bestandteil, gerade dann, wenn sich der Arbeitsplatz nicht innerhalb der Firma befindet. Fast alle Beteiligten geben an, dass sie sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren könnten, auch wenn sie nicht ständig im Unternehmen anwesend wären. Das Interesse an Telearbeit ist, wie unsere Umfrage belegt, bei den Arbeitnehmern sehr hoch. Durch unsere Umfrage wurde einerseits das Vorurteil58, dass überwiegend Frauen Telearbeit ausüben wollen, nicht widerlegt, andererseits bekundeten jedoch auch fast zwei Drittel der Männer, ihr Interesse an dieser Arbeitsform. Losgelöst vom Alter der Befragten ist das Interesse an Telearbeit zu mehr als 50% vorhanden. Besonders auffallend ist, dass sich dieser Sachverhalt bei der jüngeren und älteren Generation in gleicher Weise darstellt. Unabhängig davon, ob minderjährige Kinder im Haushalt leben oder nicht, können sich jeweils zwei Drittel vorstellen, die derzeitige Tätigkeit von zu Hause aus auszuüben. Dies widerlegt die vorherrschende Meinung 59, dass Telearbeit nur von Personen gewünscht wird, die daheim Kinder betreuen müssen. In unserer Untersuchung zeigen fast die Hälfte aller Führungskräfte Interesse an der Arbeit zu Hause. Ein wesentlich höherer Anteil an Mitarbeitern, die nicht in Führungspositionen tätig sind, ist ebenfalls positiv zu [...]
27 Bereits jetzt können die befragten Arbeitnehmer ihre Arbeitsinhalte sehr selbstständig strukturieren. Dies ist eine Grundvoraussetzung, um einen Telearbeitsplatz auszufüllen, da für den Telearbeiter das selbstständige Arbeiten unerlässlich ist. Denn am Heimarbeitsplatz gibt niemand die Aufgabenabfolge direkt vor, ein hohes Maß an Eigeninitiative ist unentbehrlich. Ähnlich verhält es sich mit der Selbstmotivation des Arbeitnehmers, von der 89% angeben, dass dieser Punkt auf sie zutrifft oder sogar voll zutrifft. Auch diese ist für einen Heimarbeiter wesentlich, da der Telearbeiter zum einen zu Hause keine direkte Anerkennung, z.B. in Form von Lob durch den Vorgesetzten, bekommt, auf der anderen Seite allerdings zu Hause niemand Druck hinsichtlich seiner Leistung auf ihn ausübt. Er muss deshalb die Fähigkeit besitzen, sich in jeder Lage, das heißt auch bei Rückschlägen und Misserfolgen, selbst sehr gut motivieren zu können. Ob dies im Falle einer Umsetzung auch langfristig gewährleistet ist, kann mit Hilfe des Fragebogens nicht geklärt werden. Eine weitere Bedingung für Telearbeit ist dadurch erfüllt, dass die Kommunikation am Arbeitsplatz bereits jetzt über elektronische Medien stattfindet, was noch in sehr viel höherem Maße bei Telearbeit erforderlich ist. Dies ist besonders wichtig, da nach der Umsetzung von Telearbeit für die betroffene Person nicht mehr ohne weiteres die Möglichkeit gegeben ist, an formellen und informellen Informationen, die nur im Büro ausgetauscht werden, teilzuhaben. Im Falle der Telearbeit sollten die meisten Informationen auf elektronischem Wege verbreitet. Regelmäßige Meetings mit Kollegen und Vorgesetzten finden gemäß den Angaben in den meisten Fällen wöchentlich oder in noch größeren Abständen statt. Dem Profil der alternierenden Telearbeit kommen diese Zeitabstände sehr entgegen. Bei dieser Form der Telearbeit ist mindestens ein Bürotag pro Woche eingeplant, der mit dem Arbeitgeber im Vorfeld abgestimmt wird. An dem Bürotag sollten die entsprechenden Meetings mit komplexem Informationsaustausch stattfinden. Im Rahmen der Telearbeit ist es außerdem besonders wichtig, klare Vertretungsregelungen zu treffen. Diese existieren bereits jetzt schon in den meisten Fällen. Die Vereinbarung von Zielen und deren Kontrolle ist im Falle von Telearbeit von noch größerer Bedeutung als bei herkömmlichen Arbeitsplätzen, da der Führungsstil Management by Objectives zunehmend an Bedeutung gewinnt und dieser klare kontrollierbare Zielvorgaben fordert. Der Telearbeiter kann nicht mehr durch seine Präsenz am Arbeitsplatz kontrolliert werden, sondern nur noch durch seine Arbeits- [...]
In den Warenkorb
58,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832450595
Arbeit zitieren:
Elke Seitz, Katja Rütters Juli 2001: Ist Telearbeit eine sinnvolle Arbeitsform in Vermögensverwaltungen bei Kreditinstituten?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Telearbeit, Vermögensverwaltung, Führung, Personalpolitik, Kreditinstitute



