Technology-Rating
Eine Analyse der Anwendbarkeit von Ratingkonzepten im Rahmen der Finanzierung von jungen Technologieunternehmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Nicole Klein
- Abgabedatum: Juni 2001
- Umfang: 116 Seiten
- Dateigröße: 870,8 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Bochum Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5314-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5314-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5314-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Klein, Nicole Juni 2001: Technology-Rating, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Technologie
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Diplomarbeit von Nicole Klein
Einleitung:
In der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation erlebt Europa einen rasanten Strukturwandel. Die zunehmende Globalisierung und damit verstärkter weltweiter Wettbewerb, neue Trends, Sättigung traditioneller Märkte, mobiles Kapital und immer kürzere Produkt- und Innovationszyklen bilden die Rahmenbedingungen.
Technologische Innovationen spielen für ein exportabhängiges Land wie Deutschland eine entscheidende Rolle für die dynamische Entwicklung und Anpassungsfähigkeit der Volkswirtschaft und für die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.
Einen erheblichen Beitrag zum Strukturwandel und Innovationsfortschritt leisten dabei junge sowie kleine und mittlere Unternehmen aus zukunftsträchtigen Technologiebranchen mit hohen Wachstumsraten, wie der Informations- und Kommunikationstechnologie, der Biotechnologie/Gentechnik oder der Mikrosystemtechnik. Sie erschließen mit ihren innovativen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen neue Märkte und beeinflussen somit die Schaffung neuer Arbeitsplätze positiv.
Begründet durch die Erfolgsmeldungen der Hightech-Startups aus den USA finden seit Anfang der achtziger Jahre junge Technologieunternehmen bzw. technologieorientierte Unternehmensgründungen zunehmende Beachtung in der deutschen Wirtschaftspolitik. Förderprogramme auf nationaler und europäischer Ebene, Gründer- und Technologieparks, die Schaffung des Börsensegments Neuer Markt und die Gründung nationaler Ratingagenturen sind nur einige der Aktivitäten und Initiativen.
Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg junger wachstumsorientierter Technologieunternehmen ist eine ausreichende Kapitalausstattung zur Realisierung ihrer Vorhaben. Da in der frühen Gründungs- und Unternehmensphase nur geringe Erträge erwirtschaftet werden oder sogar Verluste entstehen, ist die Selbstfinanzierungskraft gering. Dies führt dazu, dass die jungen Technologieunternehmen auf die Zuführung externen Eigen- oder Fremdkapitals angewiesen sind, um ihren hohen Kapitalbedarf zu decken. Dabei erweist sich die Kapitalbeschaffung für technologieorientierte Unternehmen in der Frühentwicklungsphase als überaus schwierig.
Die Gründe für die Zurückhaltung der Kapitalgeber bei der Finanzierung junger Technologieunternehmen sind nicht im mangelnden Interesse zu sehen, sondern vielmehr in den erhöhten Risiken, die im Vergleich zu den klassischen Branchen bestehen. Potenzielle Investoren stehen dabei vor umfangreichen Informations- und Bewertungsproblemen, da sie oftmals - aufgrund ihrer fehlenden Technologiekompetenz - das Risiko nicht kalkulierbar darstellen können.
Die Entwicklung eines Technology-Ratings könnte ein möglicher Lösungsansatz sein, um einerseits jungen Technologieunternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtern und andererseits die Informationsdefizite hinsichtlich der Technologie auf der Investorenseite zu reduzieren. Die Anwendbarkeit der traditionellen Ratingansätze, die Vergangenheitsdaten analysieren und fortschreiben, erscheint - aufgrund der spezifischen Merkmale junger Technologieunternehmen im frühen Finanzierungsstadium - fraglich.
Hierzu soll untersucht werden, welche Ratingkriterien Aussagen über das Risiko-/Erfolgspotenzial junger Technologieunternehmen zulassen und inwieweit ein Rating für die unterschiedlichen Interessengruppen von Nutzen sein kann. Des Weiteren wird versucht den grundlegenden Ansatz eines möglichen Ratingsystems zu entwickeln, der eine standardisierte Bewertung ermöglicht.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Begriffliche Grundlagen | 4 |
| 1.3.1 | Technologie und Technik | 4 |
| 1.3.2 | Innovation | 6 |
| 1.3.3 | Unternehmensgründung | 9 |
| 1.3.4 | Junge Technologieunternehmen | 11 |
| 2. | Volkswirtschaftliche Bedeutung junger Technologieunternehmen | 14 |
| 3. | Finanzierungsproblematik junger Technologieunternehmen | 16 |
| 3.1 | Entwicklungs- und Finanzierungsphasen junger Technologieunternehmen | 16 |
| 3.2 | Business-Plan als Ausgangspunkt der Kapitalbeschaffung | 21 |
| 3.3 | Finanzierungsformen und ihre Bedeutung für junge Technologieunternehmen | 24 |
| 3.3.1 | Öffentliche Förderprogramme | 25 |
| 3.3.2 | Kreditfinanzierung | 28 |
| 3.3.3 | Beteiligungsfinanzierung | 29 |
| 3.3.3.1 | Venture Capital | 30 |
| 3.3.3.2 | Business Angels | 32 |
| 3.4 | Grundlegende Problematik bei der Finanzierung junger Technologieunternehmen | 34 |
| 4. | Grundlagen und Funktionen des Ratings | 37 |
| 4.1 | Begriffsbestimmung und Abgrenzung | 37 |
| 4.2 | Rating-Klassifikationen und -Definitionen | 42 |
| 4.3 | Entstehung und Entwicklung des Ratings | 45 |
| 4.4 | Ablauf des Ratingverfahrens | 50 |
| 4.5 | Funktion und Nutzen des Ratings - insbesondere für junge Technologieunternehmen | 53 |
| 4.5.1 | Absolute und relative Informationsfunktion des Ratings | 54 |
| 4.5.2 | Nutzenpotenziale und Zielgruppen des Ratings | 56 |
| 5. | Überprüfung der Anwendbarkeit klassischer Ratingkonzepte auf junge Technologieunternehmen | 62 |
| 5.1 | Quantitative und qualitative Ratingsysteme | 62 |
| 5.2 | Grundstruktur eines Ratingsystems für junge Technologieunternehmen | 64 |
| 5.3 | Inhalt der Ratinganalyse | 69 |
| 5.3.1 | Besonderheiten beim Rating von jungen Technologieunternehmen im Vergleich zu etablierten Unternehmen | 69 |
| 5.3.2 | Bewertungskriterien des Technology-Ratings | 76 |
| 5.3.2.1 | Branche und Markt | 78 |
| 5.3.2.2 | Management und Organisation | 83 |
| 5.3.2.3 | Produkt und Technologie | 88 |
| 5.4 | Schlussfolgerung | 95 |
| 6. | Zusammenfassung | 97 |
| Anhang | 98 | |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 100 |
86 Die Managementfähigkeiten der Gründer spiegeln sich weiterhin in der Gründungsorganisation wieder. Dabei geht es, neben der unter steuer-, handels- und haftungsrechtlichen Aspekten auszuwählenden Rechtsform, insbesondere um die erfolgreiche Einbindung der Ressourcen aus den Beschaffungs-, den Absatz-, den Finanz-, und den Arbeitsmärkten. Erst eine durchdachte Einbindungsstrategie gewährleistet eine aussichtsreiche Umsetzung der innovativen Gründungsidee.298 D.h. die Art und Weise, wie die Abwicklung der Ideenumsetzung organisiert wird, beeinflusst den Erfolg des Technologieunternehmens maßgeblich. Die vertragliche Einbindung der Ressourcen und der Abnehmer und die Organisation der Absatzseite wirken sich auf die Kostenstruktur des Unternehmens aus. Demzufolge stellt die Art der Ressourceneinbindung einen bedeutenden Faktor für den Erfolg oder den Misserfolg junger Technologieunternehmen dar.299 Dabei werden vor allem die folgenden Kriterien zur Organisationsbewertung als wichtig angesehen:300 [...]
85 Charaktermängel und ein schlechter Führungsstil.293 Dabei zeigt sich bei jungen Technologieunternehmen, dass eine unzureichende Qualifikation weniger im technischen Bereich vorliegt als vielmehr bei den unternehmerischen/betriebswirtschaftlichen Anforderungen. Dazu zählen beispielweise Erfahrung und Potenzial im Marketing und Vertrieb, Management- und Führungsfähigkeiten, die Fähigkeit zur Etablierung einer effizienten kaufmännischen Organisation, Kostenbewusstsein sowie die Rekrutierung und Integration qualifizierter Mitarbeiter für Entwicklungsarbeiten oder den Vertrieb.294 Der eher technisch geprägte Erfahrungshintergrund der Gründer ergibt sich aus der Tatsache, dass Gründer von Technologieunternehmen zwar eine technische/naturwissenschaftliche Ausbildung bzw. langjährige Berufserfahrung im FuE-Bereich vorweisen können, jedoch nur eine geringe Qualifikation bzw. Berufserfahrung im kaufmännischen/betriebswirtschaftlichen Bereich besitzen.295 Demzufolge ist eine hohe Lernbereitschaft eine der wichtigsten Voraussetzungen, um in die Rolle eines erfolgreichen Unternehmers hineinwachsen und sich den wandelnden Anforderungen an das Management anpassen zu können. Des Weiteren wurde in der Ursachenforschung festgestellt, dass Teamgründungen erfolgreicher sind als Einzelgründungen. Die Gründe liegen unter anderem in der Erweiterung des Know-hows bzw. der Schließung von Wissens- und Erfahrungslücken, der gegenseitigen Motivation und der Einbindung eines breiteren Kreises an personellen Ressourcen in das Technologieunternehmen.296 Neben der fachlichen Qualifikation sind auch spezielle Charaktereigenschaften, durch die die Gründer als Unternehmer geeignet erscheinen, in die Bewertung einzubeziehen. Insbesondere Durchsetzungsvermögen, emotionale Stärke und Selbstvertrauen werden in diesem Zusammenhang genannt. Ferner stellt die Sozialkompetenz ein wichtiges Merkmal dar. Da sich die Aufgaben in einem wachsenden Technologieunternehmen zunehmend von fachlichen Fragen auf Führungsaufgaben verlagern, werden ausgeprägte kommunikative und soziale Fähigkeiten benötigt.297 [...]
84 onsgrundlagen Lebensläufe, Zeugnisse, Referenzen usw. in Frage, die idealerweise im Anhang des Business-Plans aufgeführt sind. Auch der Business-Plan seinerseits ermöglicht der Ratingagentur, sich ein erstes Bild über die Managementqualitäten der Gründer zu machen. Da die Gründer – gleichzeitig auch Eigentümer des jungen Technologieunternehmens – i.d.R. allein für das Management verantwortlich sind, geht es vor allem um die Prüfung der persönlichen Kreditwürdigkeit. Hinzu kommt, dass die materielle Kreditwürdigkeit nur unzureichend geprüft werden kann. Anhaltspunkte für signifikante Kriterien können insbesondere Forschungsergebnisse über die Ursache des Scheiterns junger Technologieunternehmen liefern. Dabei wird untersucht, welche Qualifizierungsmängel für den Misserfolg des Unternehmens ursächlich waren.291 Abb. 22 enthält eine Übersicht über die grundsätzlichen Bestimmungsfaktoren der persönlichen Kreditwürdigkeit. Abb. 22: Bestimmungsfaktoren der persönlichen Kreditwürdigkeit [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832453145
Arbeit zitieren:
Klein, Nicole Juni 2001: Technology-Rating, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Technologie



