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Technologiefrühaufklärung in Netzwerken

Möglichkeiten, Organisation und Nutzen einer erweiterten Technologiefrühaufklärung

Technologiefrühaufklärung in Netzwerken
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rico Schady
  • Abgabedatum: August 2003
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 673,5 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Brandenburgische Technische Universität Cottbus Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7242-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7242-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7242-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schady, Rico August 2003: Technologiefrühaufklärung in Netzwerken, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Technologiemanagement, Früherkennung, Kooperation, Innovation, Kernkompetenzen

Diplomarbeit von Rico Schady

Einleitung:

In dieser Arbeit werden mit der Technologiefrühaufklärung und den Unternehmensnetzwerken zwei wissenschaftliche Untersuchungsfelder verbunden, die bisher kaum zusammen betrachtet wurden. Gemeinsam haben beide Forschungsgebiete ihre aktuelle Bedeutung. Diese besteht aufgrund der zunehmenden Konzentration von Unternehmen auf Kernkompetenzen, als eine Reaktion auf globalisierte und turbulente Märkte. Für Unternehmen ist es zunehmend unmöglich der dynamischen Entwicklung und den kurzen Technologiezyklen auf allen für ein Produkt relevanten technologischen Gebieten zu folgen. Deshalb konzentrieren sie sich auf die Weiterentwicklung des eigenen Know-hows auf den Technologiefeldern in denen sie einen Wettbewerbsvorteil besitzen.

Die Technologiefrühaufklärung liefert die für die strategische Technologie- und Innovationsplanung notwendigen Eingangsinformationen. Die Entwicklung und Umsetzung von Technologiestrategien ist ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Planung und zur Sicherung der erfolgreichen Unternehmenstätigkeit unabdingbar. Der strategischen Planung gehen umfangreiche Analysen bezüglich technologischer Trends voraus. Die Qualität der hieraus gewonnenen Informationen bestimmt wesentlich die Qualität der Strategien. Zwischen der Notwendigkeit einer Informationsgewinnung durch die Technologiefrühaufklärung und der Häufigkeit ihrer Durchführung in der Praxis besteht allerdings eine hohe Diskrepanz. Diese Anwendungslücke ist unter anderem auf die hohen Anforderungen der Technologiefrühaufklärung an Ressourcen und methodischem Know-how zurückzuführen, die vor allem für kleine und mittlere Unternehmen ein Problem darstellen.

Aufgrund der Konzentration auf Kernkompetenzen einerseits und den durch Kooperationen erzielbaren Wettbewerbsvorteilen andererseits schließen sich Unternehmen zu Netzwerken zusammen. Die Netzwerkpartner bleiben rechtlich selbstständig und formal unabhängige Unternehmen und betreiben auf Gebieten außerhalb der Kooperation ihre eigene Unternehmenspolitik. Netzwerke werden zur Zeit umfassend wissenschaftlich diskutiert, da sie in der Praxis zunehmend anzutreffen sind. Ihre Bedeutung wird voraussichtlich auch weiterhin steigen.

Den Ausgangspunkt dieser Arbeit bildet die Feststellung, dass sich Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren müssen um den gestiegenen Anforderungen durch Veränderungen im Unternehmensumfeld gerecht werden zu können. Als Folge dieser Entwicklung nimmt die Bedeutung von Unternehmensnetzwerken als auch der Technologiefrühaufklärung zu. Beide Gebiete wurden in dieser Arbeit miteinander in Verbindung gebracht um Möglichkeiten und Nutzen einer erweiterten Technologiefrühaufklärung einschätzen zu können. Die Möglichkeit einer Kooperation bei der Technologiefrühaufklärung in Form einer Zusammenarbeit im Netzwerk wurde in der Literatur bisher kaum beachtet. Dies wird vor allem mit dem Verweis auf die Brisanz der Weitergabe von strategisch wertvollen Informationen gerechtfertigt. Die momentane Umfeldentwicklung begünstigt jedoch eine Zusammenarbeit. So existiert ein gewisser Sog zur Kooperation bei der Technologiefrühaufklärung, der sich aus der zunehmenden Einbindung von Unternehmen in Netzwerke ergibt. Diese müssen zukünftige Netzwerkstrategien entwickeln, um sich als Netzwerk am Markt behaupten zu können. Außerdem sind Unternehmen dem Druck ausgesetzt eine Technologiefrühaufklärung durchzuführen um den dynamischen Umfeldentwicklungen nicht unvorbereitet gegenüber zu stehen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können diese Aufgabe oftmals nur in einem Netzwerk zufriedenstellend durchführen. Diese Sog-Druck-Kombination könnte in der Zukunft zu einer Verbreitung von Technologiefrühaufklärungsnetzwerken führen.

In dieser Arbeit wurde das Konzept eines Technologiefrühaufklärungsnetzwerkes entwickelt, bei dem viele erfolgskritische Aspekte einer Zusammenarbeit bei der Technologiefrühaufklärung beachtet werden, und das den Anforderungen die an ein Frühaufklärungssystem gestellt werden weitgehend gerecht wird. Außerdem wurde ein Bewertungsmodell für die Vorteilhaftigkeit von Netzwerkkonstellationen konzipiert, dass viele Einflussgrößen, wie zum Beispiel die Motive einer Kooperation und Netzwerkmerkmale, berücksichtigt. Für die gemeinsame Verwertung von Frühaufklärungsinformationen gibt es vielfältige Möglichkeiten, die bei einer kooperativen Technologiefrühaufklärung in bestehenden Netzwerken größer sind als in neu aufgebauten Netzwerken. Es bieten sich beispielsweise die Kooperation bei der frühzeitigen Schaffung von technischen Standards und Normen oder die gemeinsame Forschung in einem Innovationsnetzwerk an.

Das dargelegte Konzept für ein Technologiefrühaufklärungsnetzwerk lässt sich unmittelbar in die Praxis umsetzen. Es ist flexibel an die Bedürfnisse der Netzwerkpartner anpassbar und besitzt marktliche Koordinierungselemente, die es effizient machen. Für die Umsetzung in der Praxis wurden zudem umfassende Überlegungen angestellt. Diese reichen von der aufbau- und ablauforganisatorischen Gestaltung bis zu Aspekten des Netzwerkmanagements.

Diese Arbeit ist Bedenken gegenüber einer gemeinsamen Technologiefrühaufklärung entgegen getreten. Die Kooperation kann für viele Unternehmenskonstellationen und Motive der Zusammenarbeit vorteilhaft sein. Ein möglicher Weg zu einer Technologiefrühaufklärung im Netzwerk wird durch das Konzept des Technologiefrühaufklärungsnetzwerkes aufgezeigt. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollten diesen Ansatz nutzen, um den zukünftigen Entwicklungen jederzeit rechtzeitig gewappnet zu sein.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung der Arbeit 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Grundlagen der Technologiefrühaufklärung 4
2.1 Gegenstand und Bedeutung der Technologiefrühaufklärung 4
2.2 Ablauf der Technologiefrühaufklärung 8
2.2.1 Prozess der Technologiefrühaufklärung 8
2.2.2 Informationsquellen und Methoden der Technologiefrühaufklärung 11
2.3 Organisation der Technologiefrühaufklärung 13
2.3.1 Implementierung der Technologiefrühaufklärung 13
2.3.2 Beteiligte und Aufbauorganisation 15
2.3.3 Ansätze einer überbetrieblichen Frühaufklärung 16
3. Grundlagen der Unternehmensnetzwerke 18
3.1 Der Trend zu kooperativen Unternehmensbeziehungen 18
3.2 Charakteristika und Erfolgsfaktoren von Unternehmensnetzwerken 19
3.3 Arten von Unternehmensnetzwerken 24
3.4 Beschreibungsmerkmale von Unternehmensnetzwerken 26
3.5 Ein Beispiel: Innovationsnetzwerke 29
4. Technologiefrühaufklärung im Unternehmensnetzwerk 31
4.1 Vorbemerkungen 31
4.2 Bedingungen einer Technologiefrühaufklärung im Netzwerk 32
4.2.1 Erfolgskritische Aspekte 32
4.2.1.1 Vertrauen 32
4.2.1.2 Wahl der Kooperationspartner 34
4.2.1.3 Wahl der Kooperationsform 36
4.2.1.4 Organisationales Lernen und Wissenstransfer 38
4.2.2 Konzeption eines Technologiefrühaufklärungsnetzwerkes 40
4.3 Vorteilhaftigkeit einer Technologiefrühaufklärung im Netzwerk 43
4.3.1 Vor- und Nachteile der Zusammenarbeit 43
4.3.2 Vorteilhaftigkeit einer kooperativen Technologiefrühaufklärung unter den Bedingungen eines Technologiefrühaufklärungsnetzwerkes 46
4.4 Vorteilhaftigkeit von Netzwerkkonstellationen 49
4.4.1 Vorüberlegungen zur Bestimmung der Vorteilhaftigkeit 49
4.4.2 Ableitung eines Bewertungsmodells zur Bestimmung vorteilhafter Netzwerkkonstellation bei der Technologiefrühaufklärung 52
4.4.3 Technologiefrühaufklärung in bestehenden Unternehmensnetzwerken 56
4.4.4 Technologiefrühaufklärung in neuen Unternehmensnetzwerken 58
4.5 Formen der Verwertung 63
4.6 Zusammenfassung 65
5. Organisation und Management des Technologiefrühaufklärungsnetzwerkes 66
5.1 Rahmenbedingungen im Technologiefrühaufklärungsnetzwerk 66
5.2 Aufbau- und ablauforganisatorische Gestaltung im Technologiefrühaufklärungsnetzwerk 67
5.3 Management des Technologiefrühaufklärungsnetzwerkes 71
5.3.1 Managementfunktionen im Technologiefrühaufklärungsnetzwerk 71
5.3.2 Aspekte des Managements im Technologiefrühaufklärungsnetzwerk 73
5.3.2.1 Initiierung eines Technologiefrühaufklärungsnetzwerkes 73
5.3.2.2 Bestandssicherung 75
5.3.2.3 Wissensmanagement 77
5.3.2.4 Technologie-Roadmap: ein Werkzeug zur Kommunikation im Technologiefrühaufklärungsnetzwerk 78
6. Zusammenfassung und Ausblick 81
Literaturverzeichnis 83

Automatisiert erstellter Textauszug:

Implementierung der Technologiefrühaufklärung in den einzelnen Unternehmen erforderlich. Die Ergebnisse und Informationen aus den Unternehmen werden dann ausgetauscht und gemeinsam diskutiert, und führen zur Festlegung der weiteren Vorgehensweise und Aufgabenverteilung. Die Beiträge der Kooperationspartner können synergetisch und additiv sein.144 Es ist zudem vorstellbar, dass einzelne Tätigkeiten koordiniert und gemeinsam, zum Beispiel in virtuellen Projektgruppen, durchgeführt werden. Technologiefrühaufklärung kann über einen langen, aber auch kurzen Zeitraum durchgeführt werden: Grundsätzlich hat Technologiefrühaufklärung die langfristige Beobachtung des technologischen Umfeldes zum Inhalt. Erst mit der Zeit und der Konkretisierung von schwachen Signalen werden die Analyse, Prognose und Bewertung spezifischer Entwicklungen möglich. Von der Entstehung erster technologischer Ansätze bis zur Marktdurchdringung kann mehr als ein Jahrzehnt vergehen.145 Kooperationen bei der Technologiefrühaufklärung könnten demnach auch auf mehrere Jahre ausgelegt sein. Es ist jedoch auch der Fall vorstellbar, dass sich Unternehmen nach Bedarf zusammenschließen um lediglich den aktuellen Stand an Informationen zu einem Technologiegebiet auszutauschen und gemeinsam zu bewerten. In diesem Fall ist eine kurzzeitige Kooperation vorhanden. Die Beobachtungsfelder bei bei der Technologiefrühaufklärung In einem dynamischen ständig ihre sind und für die und [...]

Die Kriterien wurden ihrer Bedeutung nach, von oben nach unten, sortiert. Ihre Berücksichtigung wirkt wie ein Filter, der die bestmöglichen Kooperationspartner aussortiert. Bis auf die beiden Punkte „übereinstimmende Beobachtungsfelder“ und „Vertrauen“ besitzen die Kriterien keinen Ausschlusscharakter bei der Partnerwahl. Abhängig von den Zielen und Absichten der Netzwerkbildung sowie den in die Zusammenarbeit einbezogenen Prozesselementen der Technologiefrühaufklärung können die Kriterien mehr oder weniger gewichtet werden. Die Wirkungen von Interdependenzen zwischen den Partnern ist bei der Entscheidungsfindung im Auswahlprozess unbedingt zu beachten. 4.2.1.3 Wahl der Kooperationsform Die passende Kooperationsform innerhalb eines Netzwerkes für die Technologiefrühaufklärung lässt sich aus den folgenden Bedingungen, die für eine kooperative Technologiefrühaufklärung gegeben sein müssen, ableiten: Technologiefrühaufklärung ist eine permanente Aufgabe: Die Suche nach schwachen Signalen (Technologie-Scanning und Technologie-Monitoring) und das Identifizieren von Diskontinuitäten sind Aufgaben, die permanent durchgeführt werden müssen. Da in einem Unternehmensnetzwerk gerade nicht die Bildung einer neuen Institution im Sinne einer hierarchisch stabilen Organisation vorgesehen ist, müssen die anfallenden Tätigkeiten bestmöglich auf die Netzwerkmitglieder verteilt werden. Somit ist eine [...]

Die Bedeutung von Vertrauen in einem Netzwerk für die Technologiefrühaufklärung wurde im Abschnitt 4.2.1.1 bereits ausführlich dargelegt. Vorhandenes Vertrauen in eine andere Organisation und seine Mitarbeiter ist somit ein weiteres wichtiges Kriterium für die Partnerwahl. In einem engen Zusammenhang damit stehen gemeinsam verfolgte Ziele, die mit Hilfe von Informationen aus der Technologiefrühaufklärung erreicht werden sollen. Hierzu zählt beispielsweise die Absicht, Produktsubstitute oder Prozessveränderungen einer Industrie frühzeitig zu erkennen oder die Suche nach einem neuen technologischen Gebiet auf dem eine gemeinsame Grundlagenforschung betrieben werden kann. Die Perspektive einer gemeinsamen Verwertung oder gleichgerichtete strategische Interessen dürften sich positiv auf die Auswahl bestimmter Kooperationspartner und den Erfolg der Kooperation auswirken. Eine Voraussetzung für Interaktions- und Kommunikationsprozesse im Netzwerk ist das Vorhandensein eines interorganisationalen Verständigungs- und Beziehungspotentials. Bei der Auswahl von Partnerunternehmen muss darauf geachtet werden, dass auf allen Seiten die Bereitschaft besteht, Individualziele dem Netzwerkziel unterzuordnen sowie Werte und Bedürfnisse anderer Unternehmen, verstehen und nachvollziehen zu wollen. In einem solchen System muss zudem eine Gemeinschaft in sozio-emotionaler und sachlogischer Hinsicht bestehen, bei der ein Konsens bezüglich der Aufgaben- und Problemdefinition vorherrscht.142 Um eine Wissenskopplung zu erreichen ist eine partielle Kontextähnlichkeit der Netzwerkpartner notwendig, da die Interpretation und die Bewertung des ausgetauschten impliziten Wissens einen ähnlichen Erfahrungshintergrund erforderlich macht. Das Ausmaß der Kontextähnlichkeit ist so zu gestalten, dass es weder zu homogen noch zu unterschiedlich ist um ein kreatives Spannungsfeld zu erzeugen, und somit die Flexibilität des Problemlösungsprozesses aufrecht zu halten.143 Bei der Auswahl der Partner können auch vorhandene Ressourcen oder Know-how für die Technologiefrühaufklärung, wenn nicht ausschlaggebende, dann aber förderliche Faktoren sein. Vorstellbar ist eine sich ergänzende Beobachtung im internationalen Maßstab durch den Zugriff auf die ausländischen Forschungseinrichtungen der jeweiligen Unternehmen oder die Kombination von Know-how, zum Beispiel bei der Patentrecherche. [...]

Arbeit zitieren:
Schady, Rico August 2003: Technologiefrühaufklärung in Netzwerken, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Technologiemanagement, Früherkennung, Kooperation, Innovation, Kernkompetenzen

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