Technologie und Wissenstransfer an amerikanischen Universitäten
Die Technologietransferstellen der Boston University und des Massachusetts Institute of Technology
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Katja Borowski
- Abgabedatum: Dezember 2001
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 2,2 MB
- Note: 2,5
- Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5728-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5728-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5728-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Borowski, Katja Dezember 2001: Technologie und Wissenstransfer an amerikanischen Universitäten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Definition, Forschungslandschaft, USA, M.I.T, Wirtschaft
In den Warenkorb
58,00 €
Magisterarbeit von Katja Borowski
Einleitung:
In dieser Arbeit wurde der Technologie- und Wissenstransfer (kurz: Transfer) zwischen den amerikanischen Universitäten und der Wirtschaft beschrieben und an Fallbeispielen untersucht.
Zunächst einige allgemeine Feststellungen zum Technologie- und Wissenstransfer zwischen den amerikanischen Universitäten und der Wirtschaft. Obwohl die amerikanischen Universitäten bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Technologien und ihr Wissen in die Wirtschaft transferieren, hat sich der Transfer zwischen den Universitäten und der Wirtschaft erst in den letzten zwanzig Jahren intensiviert. Diese Entwicklung ist verschiedenen Faktoren zu verdanken, wie z.B. den staatlichen Gesetzen (allen voran der Bayh-Dole Act von 1980, der auch als „Motor des Technologietransfers in den USA“ bezeichnet wird), der Risikobereitschaft der Investoren, den hohen Forschungsaufwendungen der Forschungsträger, den guten Forschungsergebnissen und der unternehmerischen Denkweise der Universitäten, der Größe und technologischen Intensität der Wirtschaft sowie der Transferbereitschaft der Universitäten und Unternehmen. Der Erfolg des Technologie- und Wissenstransfers zwischen den Universitäten und der Wirtschaft kann in einem frühen Stadium an der Anzahl der Patente, Lizenzen und Firmengründungen gemessen werden. In einem späteren Stadium können dann auch die Lizenzeinnahmen, die neu geschaffenen Produkte, Arbeitsplätze, Industrien und Dienstleistungen sowie daraus resultierende Steuereinnahmen zur Evaluation hinzugezogen werden. Sowohl der Erfinder als auch sein Institut, seine Universität, die Wirtschaft, der Staat und die Öffentlichkeit profitieren von einem intensiver gewordenen Transfer. Dabei sollte man den Transfer aber durchaus auch kritisch betrachten, weil er u.a. eine einseitige und auf die Belange der Wirtschaft ausgerichtete Forschung begünstigt.
Nun einige Ergebnisse der Untersuchung der Technologietransferstellen der Boston University und des MIT. Sowohl das Office of Technology Transfer der Boston University als auch das MIT Technology Licensing Office existierten bereits vor dem Inkrafttreten des Bayh-Dole Act, also vor 1980. Die untersuchten Transferstellen unterhalten ihre Büros auf dem Campus der jeweiligen Universität und unterstehen dieser. Es gibt sowohl an der Boston University als auch am MIT weitere Einrichtungen, die ebenfalls für den Transfer zwischen der Universität und der Wirtschaft verantwortlich sind. Ihre Aufgabenbereiche überschneiden sich jedoch nicht mit denen der Transferstellen, obwohl sie eng zusammenarbeiten. Die dadurch entstehenden Synergieeffekte kommen den Universitäten zugute. Während das OTT von der Universität finanziert wird, trägt sich das TLO seit etwa zehn Jahren durch Lizenzeinnahmen selbst. Das TLO arbeitet insgesamt erfolgreicher als das OTT, d.h. es kann mehr Patente, Lizenzen, Firmengründungen sowie ein höheres Patentbudget und höhere Lizenzeinnahmen verzeichnen. Beide Transferstellen beschäftigen Mitarbeiter, die wissenschaftlich und wirtschaftlich versiert sind. Ihre doppelte Qualifikation ist entscheidend für den Erfolg der Transferstelle, denn sie müssen zwischen den Universitäten als Technologieanbietern und den Unternehmen als Technologienutzern vermitteln können. Das heißt, sie müssen in der Lage sein, die Innovationen von Studenten und Professoren auf ihre Neuheit, Brauchbarkeit und Marktfähigkeit hin zu bewerten. Des weiteren gehören das Anmelden von Patenten, das Vergeben von Lizenzen, das Überwachen von Lizenzverträgen, die Verwaltung der daraus resultierenden Lizenzeinnahmen sowie die Beratung von Universitätsausgründungen (spin-offs) zu ihren Aufgaben. Hinzu kommt, daß das OTT (bzw. der ihm vorstehende CTF) sogar Risikokapital in spin-offs investiert und diese beim Erstellen des Geschäftsplans und der Zusammenstellung des Managements betreut.
Abschließend ist festzustellen, daß sowohl die amerikanischen Universitäten als auch die Wirtschaft, der Staat und die Gesellschaft die Bedeutung des Technologie- und Wissenstransfers zwischen den Universitäten und der Wirtschaft erkannt haben. Angesichts eines verschärften technologischen Wettbewerbs werden sie sich auch in Zukunft darum bemühen, diesen Transfer weiter zu intensivieren. Allerdings existieren nach Meinung der Autorin bisher nicht genügend Fallstudien über den derzeitigen Stand der Transferaktivitäten zwischen den amerikanischen Universitäten und der Wirtschaft sowie deren Nutzen und dabei auftretende Probleme. Es ist daher empfehlenswert, neue Studien im Rahmen umfangreicher qualitativer und/oder quantitativer Untersuchungen durchzuführen. Diese sollten einen Vergleich mit anderen Ländern beinhalten, damit nationale und internationale Rahmenbedingungen sowie Hemmnisse für einen Transfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sichtbar gemacht werden. Die in dieser Arbeit erhobenen Daten zur Boston University und zum MIT sollen dabei als eine Anregung für weitere Forschungen zum Technologie- und Wissenstransfer zwischen den Universitäten und der Wirtschaft dienen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Ausgangslage | 1 |
| 1.2 | Ziele der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Methodisches Vorgehen | 2 |
| 2. | Technologie- und Wissenstransfer: Theoretische Grundlagen | 4 |
| 2.1 | Definitionen | 4 |
| 2.1.1 | Technologie und Transfer | 4 |
| 2.1.2 | Technologie- und Wissenstransfer | 4 |
| 2.2 | Modelle von Transfer- und Innovationsprozessen | 8 |
| 2.2.1 | Das lineare Modell des Innovationsprozesses | 8 |
| 2.2.2 | Das intermediäre und interaktive Modell des Wissens- und Technologietransfers | 9 |
| 3. | Die Forschungslandschaft der USA | 10 |
| 3.1 | Die nationalen Forschungsaktivitäten | 10 |
| 3.1.1 | Forschungsträger und -aufwendungen | 10 |
| 3.1.2 | Forschungsschwerpunkte | 11 |
| 3.1.3 | Regionale Verteilung der Forschungsaktivitäten | 12 |
| 3.2 | Die Forschungsaktivitäten der amerikanischen Universitäten | 13 |
| 3.2.1 | Forschungsaufwendungen | 13 |
| 3.2.2 | Forschungsschwerpunkte | 14 |
| 3.2.3 | Investitionsschwerpunkte | 14 |
| 4. | Der Technologie- und Wissenstransfer zwischen den amerikanischen Universitäten und der Wirtschaft | 16 |
| 4.1 | Begriffsbestimmung | 16 |
| 4.2 | Historische und gesetzliche Rahmenbedingungen | 17 |
| 4.2.1 | Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg | 17 |
| 4.2.2 | Zweiter Weltkrieg bis Mitte der 1970er Jahre | 18 |
| 4.2.3 | Ende der 1970er Jahre bis heute | 20 |
| 4.3 | Transferformen und -medien | 24 |
| 4.3.1 | University-Industry Research Centers | 25 |
| 4.3.2 | Patente und Lizenzen | 25 |
| 4.3.3 | Spin-offs | 27 |
| 4.4 | Transferaktivitäten amerikanischer Universitäten | 29 |
| 4.4.1 | Methoden zur Evaluation des Transfers | 29 |
| 4.4.2 | Nutzen des Technologietransfers | 30 |
| 4.4.3 | Transferbeobachtungen | 33 |
| 5. | Die Technologietransferstellen der Boston University und des Massachusetts Institute of Technology | 41 |
| 5.1 | Einführung | 41 |
| 5.2 | Forschungsziele | 41 |
| 5.2.1 | Fragestellungen | 41 |
| 5.2.2 | Hypothesen | 42 |
| 5.3 | Methodik der Untersuchung | 43 |
| 5.3.1 | Befragung | 44 |
| 5.3.2 | Telefonbefragung | 45 |
| 5.3.3 | Auswahl der Grundgesamtheit | 47 |
| 5.3.4 | Leitfaden | 48 |
| 5.3.5 | Pretest | 49 |
| 5.3.6 | Durchführung | 50 |
| 5.4 | Allgemeiner Vergleich der Boston University und des Massachusetts Institute of Technology | 52 |
| 5.5 | Befragungsergebnisse | 53 |
| 5.5.1 | Ausgangssituation | 54 |
| 5.5.2 | Andere Transfereinrichtungen innerhalb der Universität | 54 |
| 5.5.3 | Organisation der Transferstellen | 55 |
| 5.5.4 | Patente und Lizenzen | 57 |
| 5.5.5 | Spin-offs | 59 |
| 5.5.6 | Evaluation | 60 |
| 5.5.7 | Erfolge | 61 |
| 5.5.8 | Probleme | 61 |
| 5.5.9 | Intensivierung | 62 |
| 5.5.10 | Unterschiede zu Transferstellen anderer Universitäten | 62 |
| 5.6 | Auswertung | 63 |
| 5.6.1 | Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse | 63 |
| 5.6.2 | Überprüfen der Hypothesen | 65 |
| 5.6.3 | Interpretation der Ergebnisse | 68 |
| 6. | Zusammenfassung | 76 |
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | 79 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 80 | |
| Quellenverzeichnis | 81 | |
| Anhang | 88 |
Es soll nun untersucht werden, wie die universitären Transferstellen überhaupt “funktionieren” und welche Unterschiede es zwischen den einzelnen Transferstellen gibt. Mit diesen Forschungszielen sind folgende Fragestellungen verbunden: 1. Unterhalten die jeweiligen Universitäten eine oder mehrere Transferstellen? 2. Gibt es an den Universitäten andere Einrichtungen, die ebenfalls für den Transfer verantwortlich sind? 3. Bieten die Universitäten Studiengänge und Seminare in Richtung Transfer an? 4. Wann und unter welchen finanziellen und personellen Bedingungen wurden die einzelnen Transferstellen gegründet? 5. Wie ist die interne und externe Organisation der Transferstellen? Dabei sind unter interner Organisation die Einordnung der Transferstelle innerhalb der Universitätsstrukturen sowie deren Finanzierung, Mitarbeiterzahl und Aufgaben- [...]
dieser Diskussion von den Unternehmen und den Universitäten vertretenen Positionen: „What a university’s own patents and licenses do is to force companies to pay for techniques and material they are used to having access for free. The large pharmaceutical companies, in particular, have begun to complain vociferously that since they and the public pay for this research through taxes given to the university, it is not fair for them to pay again for access. On the other hand, university’s position is that this is an appropriate way to finance research, through a user charge.“ (Nelson 1998, http://www.columbia.edu/cu/21stC/issue-3.1/nelson.html) 5.) Manche Professoren vermarkten ihr Fachwissen. Sie loben beispielsweise kraft ihrer Autorität eine neue Technologie in einer Fachzeitschrift, weil sie Anteile an der Herstellerfirma besitzen oder sich von dieser dafür bezahlen lassen.130 Damit geben sie aber ihre wissenschaftliche Objektivität auf. Sie urteilen nicht mehr kritisch über neue Forschungsergebnisse, sondern passen sich der gewünschten Meinung gegen eine gewisse Entlohnung an, d.h. sie sind beeinflußbar. [...]
Möglichkeit zur Kommerzialisierung besteht.127 Außerdem verzeichnen die erst genannten Wissenschaften die meisten Patente und deren Nutzen ist allgemein sichtbar. Ein Großteil des Wissens der Geisteswissenschaftler hingegen ist personalisiert, d.h. es wird mit den jeweiligen Personen transferiert, ist deshalb „unsichtbar“ und schlägt nicht mit Patentanmeldungen zu Buche.128 Das hat zur Folge, daß in Zukunft wahrscheinlich nur noch in Bereiche mit hohem Transferpotential investiert wird, um dort noch mehr Forschungsergebnisse als bisher und damit verbunden höhere Lizenzeinnahmen zu erzielen. Diese werden dann wiederum in neue Projekte auf diesen Gebieten investiert, da ja den Fakultäten der Erfinder ein Drittel der Lizenzeinnahmen zustehen. Das bewirkt, daß die Geisteswissenschaften vernachlässigt werden. Sie sind zwar von gesellschaftlicher, jedoch nicht von wirtschaftlicher Bedeutung für die Universitäten.129 4.) Obwohl alle Beteiligten vom Transfer profitieren, zieht die Wirtschaft den eigentlichen Nutzen aus dem Transfer. Sie „(...) freut sich über die preiswerte, durch den Steuerzahler finanzierte und von der Universität angebotene Forschung und Entwicklung. (...) Unternehmen sparen gewaltige Summen, indem sie Forschung von Universitäten durchführen lassen und die Gewinne einstreichen.” (Miyoshi 2000, http://www.lettre.de/lettre/48miyoshi.htm) Verschiedene Wirtschaftszweige und –unternehmen unterstützen zwar die Hochschulforschung finanziell, dennoch ist “(...) ihre Finanzierung einiger Aspekte der Forschung weit davon entfernt, reichlich oder ausreichend zu sein.“ (Miyoshi 2000, http://www.lettre.de/lettre/48miyoshi.htm). Hinzu kommt, daß sich einige Unternehmen mittlerweile sogar weigern, die von den Universitäten geforderten Nutzungsgebühren für universitäre Einrichtungen, für die Beanspruchung von Hochschulpersonal und für Lizenzen zu bezahlen. Das folgende Zitat verdeutlicht noch einmal die in [...]
In den Warenkorb
58,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832457280
Arbeit zitieren:
Borowski, Katja Dezember 2001: Technologie und Wissenstransfer an amerikanischen Universitäten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Definition, Forschungslandschaft, USA, M.I.T, Wirtschaft



