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Technische und wirtschaftliche Struktur der Gasversorgung in Deutschland

Technische und wirtschaftliche Struktur der Gasversorgung in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Jörg Simon
  • Abgabedatum: Mai 2006
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 3,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9649-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9649-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9649-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Simon, Jörg Mai 2006: Technische und wirtschaftliche Struktur der Gasversorgung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gas, Gasmarkt, Liberalisierung, Gaswirtschaft, Blockheizkraft

Studienarbeit von Jörg Simon

Einleitung:

In Deutschland gewinnt Erdgas im Energiemix zunehmend an Bedeutung. Es ist nach Mineralöl mit einem Anteil von 23 % am deutschen Primärenergieverbrauch im Jahr 2005 der zweitwichtigste Primärenergieträger und Prognosen gehen davon aus, dass der Erdgasanteil weiter zunehmen wird. Diese Entwicklung wird durch die rückläufige Nutzung von Kernenergie und den umweltfreundlichen Eigenschaften von Erdgas gestützt. Zudem begünstigt die staatlich geförderte Kraft-Wärme-Kopplung die Verwendung von Erdgas zur Elektrizitätserzeugung. In diesem Zusammenhang werden Mini-Blockheizkraftwerke in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung von Haushalten einnehmen.

Besonders in letzter Zeit sind der Ölpreis und damit der an den Ölpreis gekoppelte Gaspreis stark gestiegen. Die Ölpreisbindung ist historisch bedingt und wird von der europäischen Gesetzgebung als unzeitgemäß angesehen: „Heute ist dieser Mechanismus [der Ölpreisbindung] jedoch wirtschaftlich nicht mehr gerechtfertigt und sollte ersetzt werden durch einen Preis, der anhand von Angebot und Nachfrage für Erdgas festgelegt wird. Das lässt sich jedoch nur durch die Errichtung eines integrierten Gasbinnenmarkts verwirklichen, der sich nicht nur auf die Liberalisierung der nationalen Märkte beschränkt“.

Zur Verwirklichung der Vorgaben der Europäischen Union hinsichtlich der Liberalisierung der Energiemärkte wurde in Deutschland im Juli 2005 ein neues Energiewirtschaftsgesetz verabschiedet und die Bundesnetzagentur mit der Regulierung des deutschen Erdgasmarkts beauftragt. Nach den Vorstellungen der Bundesnetzagentur soll sich bis zum 1. Oktober 2006 ein geordnetes und funktionierendes Netzzugangssystem etabliert haben. Um die Gründe und Einzelheiten der Liberalisierung zu verstehen, müssen sowohl der technische Aufbau als auch die wirtschaftlichen Aspekte bezüglich der Erdgasversorgung in Deutschland betrachtet werden.

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick bezüglich der technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte der Erdgasversorgung in Deutschland. Somit werden der technische Aufbau des Gasnetzes, die Struktur der Gaswirtschaft, die Gaspreisbildung und die Liberalisierung des Gasmarktes aufgezeigt.

Kapitel 2 befasst sich nach einer kurzen Darstellung der Entwicklung der Gasversorgung auf deutscher und europäischer Ebene mit den Grundlagen der Erdgasgewinnung. Dabei werden die Erdgasvorkommen sowie die Exploration, Förderung und Aufbereitung von Erdgas berücksichtigt. Des Weiteren wird der technische Aufbau des deutschen Gasnetzes beschrieben, welches in die Bereiche Transport, Speicherung und Verteilung untergliedert ist.

Die Struktur der deutschen Gaswirtschaft wird in Kapitel 3 wiedergegeben. In diesem Zusammenhang wird zwischen der Produktionsstufe, der Import- und Ferngasstufe, der Regionalgasstufe und der Ortsgasstufe differenziert. Anschließend werden die verschiedenen Erdgasverbraucher vorgestellt.

Kapitel 4 zeigt die Kosten der Gasversorgung auf, charakterisiert das Anlegbarkeitsprinzip und gibt die Gaspreisentwicklung wieder. Zudem werden die Grundsätze der Preiskalkulation seitens der Gasversorger dargeboten sowie Tarife und Sonderverträge für Endkunden unterschieden.

In Kapitel 5 wird die Liberalisierung der deutschen Gaswirtschaft aufgegriffen. Zunächst werden die Vorgaben der Europäischen Union berücksichtigt, um darauf aufbauend die Umsetzung in Deutschland zu erörtern. Abschließend werden mögliche Auswirkungen der Liberalisierung auf den technischen Aufbau des Gasnetzes, auf die Unternehmensstruktur, auf die Marktstruktur, auf die Versorgungssicherheit und auf den Gaspreis vorgestellt.

Ein Exkurs dieser Arbeit charakterisiert kurz die Gasversorgung am Beispiel der Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG, indem die wirtschaftliche Struktur des Unternehmens und der Aufbau des Braunschweiger Gasnetzes beschrieben werden. Ein weiterer Exkurs widmet sich den möglichen Auswirkungen von Mini-Blockheizkraftwerken auf die Gasversorgung am Beispiel einer Braunschweiger Siedlung. Basierend auf gemessenen Daten zum Strom- und Gasverbrauch der Siedlung wird ein Einsatz mit Mini-Blockheizkraftwerken zu bestimmten Zeiten simuliert und anhand der gewonnen Werte und weiterer Überlegungen die Konsequenzen für den Erdgasversorger ansatzweise aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis:

EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG I
KURZFASSUNG II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
1. EINLEITUNG 1
2. GRUNDLAGEN DER ERDGASVERSORGUNG 2
2.1 Entwicklung der Erdgasversorgung 2
2.1.1 Entwicklung auf europäischer Ebene 2
2.1.2 Entwicklung in Deutschland 4
2.2 Erdgasvorkommen und -gewinnung 6
2.2.1 Erdgasvorräte 6
2.2.2 Exploration 7
2.2.3 Förderung 7
2.2.4 Aufbereitung 8
2.3 Technischer Aufbau des Gasversorgungsnetzes in Deutschland 9
2.3.1 Transport 10
2.3.2 Speicherung 13
2.3.3 Verteilung 14
3. STRUKTUR DER DEUTSCHEN GASWIRTSCHAFT 16
3.1 Produktionsstufe 18
3.2 Import- und Ferngasstufe 19
3.3 Regionalgasstufe 23
3.4 Ortsgasstufe 24
3.5 Endverbraucher 27
4. KOSTENSTRUKTUR UND GASPREISBILDUNG IN DEUTSCHLAND 30
4.1 Kosten der Gasversorgung 30
4.2 Anlegbarkeitsprinzip 33
4.3 Gaspreisentwicklung 35
4.4 Preiskalkulation 37
4.5 Tarife und Sonderverträge 43
5. LIBERALISIERUNG DER DEUTSCHEN GASWIRTSCHAFT 46
5.1 Vorgaben der Europäischen Union 46
5.2 Umsetzung in Deutschland 49
5.3 Konsequenzen der Liberalisierung 53
6. EXKURS 1: DIE GASVERSORGUNG AM BEISPIEL DER BRAUNSCHWEIGER VERSORGUNGS-AG & CO. KG 63
6.1 Wirtschaftliche Struktur des Unternehmens 63
6.2 Aufbau des Gasnetzes 65
7. EXKURS 2: MÖGLICHE AUSWIRKUNGEN VON MINI-BLOCKHEIZKRAFTWERKENAUF DIE GASVERSORGUNG AM BEISPIEL EINER BRAUNSCHWEIGER SIEDLUNG 68
8. ZUSAMMENFASSUNG 77
LITERATURVERZEICHNIS 81

Automatisiert erstellter Textauszug:

sowie für die Verbraucher wichtige Umweltaspekte in ihre Präferenzen hinein.179 Der anlegbare Gaspreis bildet die Preisobergrenze.180 Obwohl bereits gewonnene Haushaltskunden, die sich schon Gasgeräte angeschafft haben und dementsprechend nicht ohne Weiteres den Energieträger wechseln könnten, für eine gewisse Zeit einen Preis oberhalb dieser Grenze zahlen würden, könnte so ein Preis potentielle Neukunden vom Gasgebrauch abschrecken. Beispielhaft ist im Folgenden die Berechnung des anlegbaren Gaspreises für einen industriellen Großabnehmer, dessen alternativer Energieträger (leichtes) Heizöl ist, dargestellt:181 Bezugskosten des Heizöls [€/a] Lagerkosten für Heizöl [€/a] Betriebskosten der Heizölanlage [€/a] Investitionen, Wartung und Reparaturen bezüglich der Heizölanlage [€/a] Gesamtkosten der Heizölverwendung [€/a] Betriebskosten der Gasanlage [€/a] Investitionen, Wartung und Reparaturen bezüglich der Gasanlage [€/a] Anlegbare Gasbezugskosten [€/a] Anlegbare Gasbezugskosten [€/a] = Anlegbarer Gaspreis [€/m3] Benötigte Gasmenge im Jahr [m3/a] [...]

Zu den unternehmensseitigen Kosten zählen die Aufwendungen für Gasbeschaffung, Transport, Verteilung und Verwaltung sowie Steuern und Konzessionsabgaben. Zusammen mit einer Mindestgewinnmarge bilden die unternehmensseitigen Kosten die Preisuntergrenze der Verbraucherpreise. Bei dem durch die Konkurrenzenergieträger begründeten Preisfaktor erfährt das Anlegbarkeitsprinzip seine Bedeutung. Der sogenannte ‚anlegbare Gaspreis‘ ergibt sich aus den Preisen der Konkurrenzenergieträger und einem Preiszuschlag/-abschlag, der sich aus den Verwendungsvorteilen und nachteilen von Erdgas gegenüber anderen Energieträgern ergibt.178 Da die Verbraucher neben ihren Gasbezugskosten auch für die Investitions- und Betriebskosten ihrer Gasgeräte aufkommen müssen, sind diese Vor- und Nachteile u.a. an den Kostendifferenzen zu Verbrauchergeräten, die andere Energieträger verwenden, auszumachen. Zudem spielen Größe und Bedienungsfreundlichkeit der unterschiedlichen Geräte [...]

wiederum den Gaspreis erhöhen könnte. Weil nur einige Staaten erhebliche Mengen an Erdgas verfügen, könnten diese ihre Marktmacht ausbauen – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die regionalen Gasmärkte durch technische Restriktionen nur in begrenzter Interaktion stehen (z.B. keine weltumspannenden Pipeline-Netze). Jedoch konnten in den letzten Jahren die Transportkosten sowohl im LNG- als auch im Pipeline-Bereich aufgrund des technischen Fortschritts gesenkt werden, was den Transfer zwischen den Gasmärkten begünstigt. Gerade der verstärkte Einsatz von LNGTankern wird den Austausch von Gas fördern und damit der Marktmacht der Produzentenländer wie Russland entgegenwirken. Letztlich wird die Höhe der Ölpreise die Gaspreisentwicklung entscheidend beeinflussen.176 Zusammenfassend sind nachstehende Einflussfaktoren zu nennen: [...]

Arbeit zitieren:
Simon, Jörg Mai 2006: Technische und wirtschaftliche Struktur der Gasversorgung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gas, Gasmarkt, Liberalisierung, Gaswirtschaft, Blockheizkraft

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