Technische Analyse von kurz- bis mittelfristigen Umsatz- bzw. Absatztrends
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Hans Günter Kohoutek
- Abgabedatum: August 2009
- Umfang: 72 Seiten
- Dateigröße: 648,3 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule:
- Bibliografie: ca. 38
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0029-8
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kohoutek, Hans Günter August 2009: Technische Analyse von kurz- bis mittelfristigen Umsatz- bzw. Absatztrends, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Betriebswirtschaft, Technische Analyse, Trend, Planung, Umsatz
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MA-Thesis / Master von Hans Günter Kohoutek
Einleitung:
Als Folge der sich ab Mitte 2007 auch in Europa abzeichnenden Finanzkrise (vgl. Spiegel Online, 2007, http://www.spiegel.de/wirtschaft) und der danach folgenden Wirtschaftskrise in 2008 erklärten sich Anfang April 2009 nur acht der im deutschen Aktienindex (DAX) vertretenen umsatz- und kapitalstärksten Unternehmen zur öffentliche Bekanntgabe ihrer Planzahlen für das Jahr 2009 bereit. Von den übrigen 22 börsennotierten Konzernen gaben nur 18 Unternehmen vage Stellungnahmen ab. Vier Konzerne, darunter die Allianz Versicherungen und BMW, verweigerten jede Auskunft über die mögliche Entwicklung für das Wirtschaftsjahr 2009. Bis zum heutigen Tag ist nicht bekannt, weshalb es den angesprochenen 22 Konzernen nicht möglich war konkrete Informationen bereit zu stellen. Spekuliert wird, dass diese Unternehmen aus aktien- bzw. haftungsrechtlichen Gründen eine diesbezügliche Veröffentlichung scheuten. Aus welchen Gründen auch immer die Mehrzahl dieser Großunternehmen diese Vorgangsweise wählte, eines dürfte feststehen: Die Globalisierung der Wirtschaft und deren Konsequenzen in Bezug auf die geforderte Flexibilität bezüglich der Befriedigung von individuellen Bedürfnisse und damit verbundenen immer kürzeren Planungszyklen stellt die Wirtschaft vor eine weitere Herausforderung. Viele Bemühungen zu Effizienzsteigerungen bei den erfolgsrelevanten Unternehmensprozessen, auf globaler wie auch auf regionaler Ebene, werden durch Nachfrageeinbrüche vernichtet. Daher entsteht die Forderung, durch einen qualitativen Sprung weitere Flexibilisierungsmaßnahmen durchzuführen.
Matthias Horx, Trend- und Zukunftsforscher, erläuterte anlässlich seines Vortrages „Das Zukunftsprinzip“ vom 10. März 2009 in Wien, dass sich die globalisierte Wirtschaft in Bezug auf die Prognosemöglichkeiten hart an der Grenze zu Rekursiv-Hyperkomplexen Systemen befindet. Diese Systeme zeichnen sich durch eine hohe Komplexität, unterschiedliche Subsysteme, starke Diversifizierung und schwere Simulierbarkeit aus und sind kaum voraussagbar. Demgemäß gewährleisten zusätzliche Informationen zur Erstellung wirtschafts-orientierter Prognosen keine höhere Treffersicherheit dieser Modelle, denn an der Interpretation der Daten und Annahmen scheiden sich die Geister.
André Malraux, französischer Schriftsteller und Politiker, postulierte im letzen Jahr-hundert den Gedanken „Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.“ Das Wissen über vergangene Entwicklungen stellt somit eine Grundvoraussetzungen für das Verstehen der Zukunft dar. Dies berücksichtigt jedoch nicht den Ideenreichtum des Menschen, zukünftige Entwicklungen positiv wie negativ beeinflussen zu können.
Je nach Unternehmensgröße werden unterschiedliche Trend- und Prognosewerkzeuge eingesetzt. Großunternehmen setzen auf quantitatives Datamining, verbunden mit dem Einsatz komplexer Software wie beispielsweise COGNOS mit ca. 23.000 Großkunden weltweit. Um diese Softwaretools auch nutzen zu können, ist eine entsprechende Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern intensiv einzuschulen. Bei kleinen und mittleren Unternehmen können einerseits die finanziellen Mittel beschränkt sein, andererseits werden diese Firmen noch in vielen Fällen von den Unternehmensgründern geführt, die sich eher auf ihre langjährige Erfahrung und Intuition als auf Zahlen, Daten und Fakten verlassen. In nicht wenigen Fällen werden ausschließlich die aktuellen Ergebnisse mit den Vorjahresresultaten, ungeachtet der aktuellen Wirtschaftslage, verglichen und die notwendig erscheinenden, korrigierenden Maßnahmen abgeleitet oder auch nicht. Beiden „Modellen“ ist die qualitative Auslegung des vorhandenen Zahlenmaterials gemeinsam. Diese Interpretationen können auf Branchen- und Berufserfahrungen, Intuitionen, Diskussionen sowie Einzel- und Gruppeninteressen, die einen solchen Interpretationsprozess durchaus dominieren können, und vielem mehr basieren. Vielfach fehlt auf der operativen Ebene ein pragmatischer wie analytischer Zugang zu dieser für den Erfolg eines Unternehmens so existentiellen Thematik.
Besonders in Kombination mit laufenden Marktanalysen können rollierende Umsatz- und Absatzprognosen eine sinnvolle Methode sein, die zukünftige Unternehmensentwicklung abzuschätzen. Im Zeitalter der bereits erwähnten Globalisierung und zunehmender Individualisierung ist jedoch einmal mehr erlaubt zu hinterfragen, ob es operativ prioritär ist, das jeweilige Marktsegment und seine voraussichtliche Entwicklung, soweit dies überhaupt quantitativ erfassbar ist, zu berücksichtigen und nicht zu viele Informationen eher zur Verwirrung als zur Klärung eines Sachverhaltes beitragen.
Problemstellung:
In der globalisierten und informationsbeschleunigten Welt von heute können Unternehmen, gleich welcher Größenordnung, alle auf sich bezogenen Faktoren kaum (er)kennen bzw. diese nur beschränkt steuern oder beeinflussen. Als diesbezügliche Beispiele seien die Konzerne Volvo Truck, Schweden, und ENGEL Austria, Weltmarktführer bei integrierten Systemlösungen im Bereich der Spritzgießtechnik, angeführt. Der Absatzeinbruch von Volvo Lastkraftwagen im vierten Quartal 2008 betrug 82 Prozent, der Absatzrückgang bei ENGEL im ersten Quartal 2009 summierte sich auf rund 60 Prozent. Die Fragen, die sich in diesem Zusammenhang nun stellen, sind folgende: Waren diese Unternehmen tatsächlich von diesen Entwicklungen überrascht? Wurden Trendumkehrsignale nicht zeitgerecht erkannt oder wurde diese nicht gehört? Oder ermöglichen die eingesetzten Prognosewerkzeuge, meist basierend auf verschiedenen Regressionsanalyse-Modellen aufgrund des vorhandenen Zahlenmaterials keine plausible Trendvorausschau?
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 3 |
| 1.1 | Problemstellung | 5 |
| 1.2 | Zielsetzung dieser Master-Thesis | 6 |
| 2. | Methodik, Prämisse und Begriffsbestimmungen | 7 |
| 2.1 | Technische versus Fundamentale Analyse | 8 |
| 2.2 | Information versus Exformation | 10 |
| 2.3 | Begriffsbestimmungen | 11 |
| 2.3.1 | Definition des Zeitraumes der Kurz- und Mittelfristigkeit | 11 |
| 2.3.2 | Bildung eines Referenzindex | 12 |
| 2.3.3 | Exkurs I: Die Sigmoidkurve | 14 |
| 3. | Einführung in die Technische Analyse | 16 |
| 3.1 | Die Geschichte der Technischen Analyse der Finanzmärkte | 16 |
| 3.2 | Die Dow-Theorie | 18 |
| 3.3 | Betriebswirtschaftliche Interpretation der Dow-Theorie | 20 |
| 4. | Technische Analyseinstrumente | 21 |
| 4.1 | Von Langfrist- zu Kurzfristanalysen | 22 |
| 4.2 | Inflationsbereinigung langfristiger Beobachtungszeiträume | 22 |
| 4.3 | Indikatoren- und Charttechniken | 23 |
| 4.4 | Simple Moving Average | 24 |
| 4.5 | Trendkanaltechnik | 27 |
| 4.6 | Dreieckstechniken | 29 |
| 4.7 | Dreiecksarten | 30 |
| 5. | Zentrale Fallstudie und Fallbeispiele | 31 |
| 5.1 | Fallstudie „Maschinenhandel – Umsatz“ | 32 |
| 5.1.1 | Umsatzentwicklung & Technische Analyse – Abschnitt A | 32 |
| 5.1.2 | Umsatzentwicklung & Technische Analyse – Abschnitt A-B | 34 |
| 5.1.3 | Umsatzentwicklung & Technische Analyse – Abschnitt A-C | 36 |
| 5.1.4 | Umsatzentwicklung & Technische Analyse – Abschnitt A-D | 37 |
| 5.1.5 | Umsatzentwicklung & Technische Analyse – Abschnitt A-E | 39 |
| 5.1.6 | Zusammenfassung der Ergebnisse der Technischen Analyse | 40 |
| 5.1.7 | Exkurs II: Technische Analyse & Planung | 41 |
| 5.1.8 | Unternehmensentwicklung & Situation zum 30. Juni 2009 | 45 |
| 5.2 | Fallbeispiel „Gesundheit & Wellness – Besucherentwicklung“ | 47 |
| 5.3 | Fallbeispiel „General Motors – PKW Verkauf in den USA“ | 50 |
| 5.4 | Zusammenfassung der Ergebnisse der Fallstudie/-beispiele | 53 |
| 6. | Kritische Würdigung | 54 |
| 7. | Schlussfolgerung | 56 |
| Literaturverzeichnis | ||
| Abbildungsverzeichnis | ||
| Tabellenverzeichnis | ||
| Abkürzungsverzeichnis | ||
| Anhang |
Textprobe:
Kapitel 4.2, Inflationsbereinigung langfristiger Beobachtungszeiträume:
Eine durchaus höchst bemerkenswerte Frage stellt sich aufgrund der Tatsache, ob nicht inflationsbereinigte, auf Geldwerten basierende Zeitreihen eine reale Aussagekraft besitzen, echte Veränderungen darstellen und gleichzeitig ein Kernpunkt der Theorie der Technischen Analyse direkt angesprochen wird. Wie im neoliberalen Ansatz der Technischen Analyse manifestiert und als Erste der Kernaussagen der Dow-Theorie festgelegt, diskontieren der Markt und damit die Indizes alles. Alle Märkte reagieren auf Inflation, Deflation und Währungsveränderungen und daher scheint es so, als ob Märkte ihre eigene Anpassung vornehmen und daher eine Inflationsbereinigung von Langfristcharts nicht notwendig ist.
Da mehr oder weniger jedes Unternehmen Teil seines Marktes ist und in diesem den marktorientierten Kräften ausgesetzt wird, regelt sich diese Thematik automatisch und braucht nicht gesondert berücksichtigt werden.
Indikatoren- und Charttechniken:
Durch Indikatoren, d.h. mittels Kennzahlen, werden in der Finanzmarktanalyse Entwicklungen von Aktienkursen angezeigt und Kauf- wie Verkaufssignale gegeben. Eine exaktere Beschreibung bietet folgende Definition. „Ein Indikator (lat. indicare = anzeigen) ist eine Kennzahl, die mit Hilfe einer mathematischen Formel berechnet wird mit dem Ziel, eine Aussage über die Kursentwicklung zu geben.“ Technische Indikatoren geben eindeutige Signale und bieten, im Gegensatz zur Charttechnik, keinen Raum für Interpretationen und sind mathematisch nachvollziehbar.
Unter Charttechnik werden die Möglichkeiten von Formations- und Mustererkennung verstanden, wobei man annimmt, dass sich verschiedene Formationen und Muster im Kursverlauf wiederholen. Die Charttechnik versucht Verhaltenscharakteristika aus den Kursverläufen zu erkennen und auf dieser Basis eine Prognose für die Zukunftsentwicklung zu erstellen. Die typischen Vertreter dieser Kategorie sind die sogenannten Candlestick Darstellungen, aber auch die manuell zu erstellenden Trendkanalanalysen und verschiedene Dreieckstechniken. Das Ergebnis der Charttechnik ist immer eine subjektive Interpretation – unter Berücksichtigung der nachstehenden, nicht verbindlichen Richtlinien – des technischen Analysten. Chartinformationen wie beispielsweise Dreiecke sind als Fortsetzungs-, Konsolidierungs- oder Trendbestätigungsformationen definiert. Seitwärtsbewegungen sind grundsätzlich eine Pause im vorherrschenden Trend und es ist zu erwarten, dass die nächste Entwicklung in die gleiche Richtung erfolgen wird, wie der Trend, der der Formation vorausgegangen ist.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, den Begriff „Trend“ zu verstehen. Unter dem Trend versteht man in der Regel die Richtung einer Marktbewegung. Märkte bewegen sich üblicherweise nicht geradlinig, Marktbewegungen charakterisieren sich im Allgemeinen durch Auf- und Abwärtsentwicklungen. Diese stellen sich üblicherweise als Zackenbewegungen dar und gleichen einer Reihe aufeinanderfolgender Wellen. Ein Markttrend wird durch die Wellenrichtung bestimmt, d.h. ob sich die Gipfel und Täler der Wellen, aufwärts, abwärts oder seitwärts bewegen, visualisiert die Marktrichtung. Tendenziell immer höhere Täler und Gipfel signalisieren einen Aufwärtstrend, gleichbleibende einen Seitwärts- wie auch abfallende Wellen einen Abwärtstrend kommunizieren. Das Trendkonzept ist unverzichtbarer Bestandteil der Technischen Analyse und viele Werkzeuge haben nur die Aufgabe, Marktrends zu erkennen.
Nachstehend werden die Instrumente, die für die Technische Analyse der in dieser Arbeit bearbeiteten Fallbeispiele Verwendung finden, in einem kurzen Abriss näher erläutert.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842800298
Arbeit zitieren:
Kohoutek, Hans Günter August 2009: Technische Analyse von kurz- bis mittelfristigen Umsatz- bzw. Absatztrends, Hamburg: Diplomica Verlag
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Betriebswirtschaft, Technische Analyse, Trend, Planung, Umsatz



