Tarifstrukturen der Festnetzanbieter
Preispolitische Analyse und Untersuchung der Wahrnehmung durch den Endverbraucher
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sven Janssen
- Abgabedatum: Mai 1999
- Umfang: 100 Seiten
- Dateigröße: 644,5 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Bochum Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1649-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1649-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1649-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Janssen, Sven Mai 1999: Tarifstrukturen der Festnetzanbieter, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Tarifbestandteile, Übersicht Telefonmarkt, Tarifbeurteilung, Telefontarife, Preisdifferenzierung
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Diplomarbeit von Sven Janssen
Einleitung:
Zum 01. Januar 1998 ist mit der Aufhebung des Netz- und Sprachmonopols der Deutschen Telekom AG (DTAG) der bisher letzte und umfangreichste Liberalisierungsschritt im Telekommunikationsmarkt erfolgt.
Mit der nun erfolgten Öffnung des Marktes sind nun neben dem Ex-Monopolisten DTAG zahlreiche neue Anbieter von Telekommunikationsnetzen und -diensten (Alternative Carrier (AC)) am Markt für Sprachtelefonie tätig. Eine Besonderheit des Marktes besteht in der überragenden Größe der DTAG, die den Wettbewerb jedoch trotzdem schnell zu spüren bekam. Insbesondere im Ferngesprächsbereich hat sich im Verlauf des ersten Jahres nach der Liberalisierung ein harter Wettbewerb entwickelt, der vorwiegend durch die Preispolitik der Anbieter gekennzeichnet ist.
Festnetzbasierte Sprachtelefonie ist eine homogene Dienstleistung bei der eine Differenzierung des Dienstes selbst kaum möglich ist. Aus diesem Grund wird von den Anbietern eine Differenzierung hauptsächlich über die Bepreisung vorgenommen. Diese entscheidende Bedeutung der Preispolitik und die steigende Anzahl von Anbietern festnetzbasierter Telefondienste hat zu einer Vielzahl der verschiedensten Tarifangebote geführt, zwischen denen der Endverbraucher wählen kann. Die Angebotsstruktur stellt sich jedoch sehr unübersichtlich dar und ist durch den Wettbewerb ständigen Änderungen unterworfen. Möchte der Endverbraucher die neuen Angebote nutzen, so muß er sich zwangsläufig mit den Strukturen der Angebotsseite auseinandersetzen. Auf den Kunden kommen also neue Herausforderungen zu. Er muß zunächst die Entscheidung treffen, ob er wie gewohnt weiterhin nur die Angebote der DTAG in Anspruch nimmt und sämtliche Gespräche nur über diese führt oder ob er auch die Angebote neuer Anbieter nutzt. Neben der generellen Entscheidung für einen oder mehrere Anbieter muß der Kunde auch hinsichtlich der angebotenen Tarife eine Auswahl treffen, da einige Telefongesellschaften mehrere Tarife anbieten, die in Abhängigkeit der vertraglichen Bindung variieren.
Gang der Untersuchung:
Ziel der Arbeit ist es, die Tarifstrukturen der Festnetzanbieter im Bereich der Privatkunden unter Einbeziehung relevanter Einflußfaktoren der Preisbildung zu analysieren sowie die vielfältigen Möglichkeiten von Preiselementen und Preisdifferenzierungen aufzuzeigen und darauf aufbauend festzustellen, wie die Vielfältigkeit der Tarife durch den Kunden wahrgenommen wird.
Die preispolitische Analyse der Tarifstrukturen wird auf theoretischer Basis bearbeitet, wobei zunächst die Einflußfaktoren des Preismanagements dargestellt werden. Daran anschließend werden die verschiedenen Elemente der Telefontarife sowie die unterschiedlichen Möglichkeiten der Preisbildung dargelegt. In diesem Abschnitt wird die theoretische Darstellung durch Tarifbeispiele von einigen Telefongesellschaften zur näheren Erläuterung erweitert.
Die Untersuchung der Tarifwahrnehmung durch den Endverbraucher wird empirisch anhand eines Fragebogens mit 100 befragten Personen durchgeführt. Innerhalb dieser Untersuchung wird insbesondere darauf abgezielt, wie Informationsstand und Informationsinteresse der Privatkunden bezüglich der Tarife und Tarifbestandteile ausgeprägt sind, und welche Bedeutung der Telefontarif im Vergleich zu anderen Komponenten beim Wechsel oder der Nutzung eines Anbieters hat.
Grundlage der Arbeit sind die Marktkonstellationen im Festnetzbereich von der Marktöffnung bis zum Abgabedatum der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | ||
| Abbildungsverzeichnis | ||
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Ziel der Arbeit und Vorgehensweise | 3 |
| 2. | Einflußfaktoren der Preispolitik | 4 |
| 2.1 | Preispolitische Besonderheiten von Dienstleistungen | 4 |
| 2.1.1 | Sprachtelefonie als standardisierter, massenmarktfähiger Dienst | 5 |
| 2.1.2 | Intangibilität | 7 |
| 2.1.3 | Nichtlagerbarkeit | 8 |
| 2.2 | Das Wettbewerbsumfeld im Festnetzmarkt | 10 |
| 2.2.1 | Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen | 10 |
| 2.2.2 | Marktpositionen im Festnetz | 15 |
| 2.2.3 | Preispolitik und Marktstruktur | 19 |
| 2.3 | Preiseinflußgrößen und Prinzipien der Preisfestsetzung | 22 |
| 2.3.1 | Nachfrageorientierung | 23 |
| 2.3.2 | Konkurrenzorientierung | 25 |
| 2.3.3 | Kostenorientierung | 27 |
| 3. | Tarifstrukturen im Sprachtelefondienst | 28 |
| 3.1 | Kernleistungen und Nebenleistungen | 28 |
| 3.2 | Einmalig erhobene Preiselemente des Kernbereichs | 30 |
| 3.3 | Periodisch wiederkehrend erhobene Preiselemente des Kernbereichs | 31 |
| 3.3.1 | Nutzungsintensitätsunabhängige Komponenten | 32 |
| 3.3.2 | Nutzungsintensitätsabhängige Komponenten | 34 |
| 3.4 | Möglichkeiten der Tarifdifferenzierung | 39 |
| 3.4.1 | Mengenbezogene Tarifdifferenzierung | 40 |
| 3.4.2 | Zeitliche Tarifdifferenzierung | 43 |
| 3.4.3 | Räumliche Tarifdifferenzierung | 44 |
| 3.4.4 | Abnehmerorientierte Tarifdifferenzierung | 46 |
| 3.4.5 | Optionale Tarife | 48 |
| 3.4.6 | Preisbündelung | 49 |
| 3.4.7 | Gestaltung der Preispläne | 51 |
| 3.5 | Nutzen und Probleme der Tarifdifferenzierung | 52 |
| 3.6 | Wahl eines Tarifs aus Kundensicht | 55 |
| 4. | Wahrnehmung der Tarifstrukturen durch den Endverbraucher | 56 |
| 4.1 | Nutzerstrukturen im Privatkundenbereich des Festnetzes | 56 |
| 4.2 | Hintergründe des Nutzungs- und Wechselverhaltens | 59 |
| 4.3 | Informationsstand im Hinblick auf die Tarife und ihre Bestandteile | 65 |
| 4.4 | Beurteilung des zu betreibenden Informationsaufwandes und vorhandenes Informationsinteresse | 72 |
| 4.5 | Änderungswünsche der Kunden an die Tarifgestaltung | 76 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 77 |
| Anhang | 81 | |
| Literaturverzeichnis | 86 | |
| Versicherung selbständiger Arbeit | 90 |
Bepreisung vorzunehmen.92 Dadurch versuchen die Anbieter, sich in der Wahrnehmung des Kunden vom Angebot der Konkurrenten abzugrenzen. Von Preisdifferenzierung spricht man, wenn die gleiche Dienstleistung zu unterschiedlichen Preisen angeboten wird.93 Dabei ist die Preisdifferenzierung im Dienstleistungsmarketing ein Instrument zur Beeinflussung des Nachfrageverhaltens, das sowohl zur besseren Ausschöpfung von Marktpotentialen als auch zur gleichmäßigen Auslastung der bereitgestellten Dienstleistungskapazitäten dienen soll.94 Neben dem grundsätzlichen Preiselement der Nutzungszeitdauer bzw. der Abrechnungstaktlänge werden im Rahmen der Tarifdifferenzierung die Telefontarife außerdem von anderen Parametern abhängig gemacht. Eine Preisdifferenzierung im Sprachtelefondienst kann in folgende Formen unterschieden werden: • mengenbezogene Preisdifferenzierungen, • zeitliche Preisdifferenzierungen, • räumliche Preisdifferenzierungen, • abnehmerorientierte bzw. personenbezogene Preisdifferenzierungen, • optionale Tarife, • Preisbündelung.95 Aus diesen Bezugskriterien bilden sich weitere Tarifelemente, die von den Anbietern bei der endgültigen Gestaltung eines Tarifs alternativ oder kombinativ verwendet werden können. [...]
nun den Durchschnittspreis der einzelnen Takteinheit am Ende der jeweiligen Abrechnungsperiode, so ist die nichtlineare Preisbildung deutlich zu erkennen. Bei einem Kunden, der seinen Anschluß im Umfang von z.B. 100 Einheiten im Monat nutzt, verteilen sich die nutzungsunabhängigen und nutzungsvariablen Preiselemente auf deutlich weniger Einheiten als bei einem Teilnehmer mit einem Volumen von beispielsweise 1000 Einheiten pro Monat, so daß bei einer stärkeren Nutzung der Durchschnittspreis der einzelnen Takteinheit niedriger ist.89 Beim zweiteiligen Tarif wird jedoch keine aktive, auf Kundengewinnung ausgerichtete Rabattpolitik seitens der Anbieter betrieben, sondern der Endverbraucher steuert die Höhe des Durchschnittspreises der einzelnen Takteinheit mehr oder weniger unbewußt über sein eigenes Telefonverhalten. Dabei sind zweiteilige Tarife (Grund- plus variabler Preis) im TK-Bereich ohnehin üblich90, so daß den Telefongesellschaften hier schon aufgrund der grundlegenden Tarifzusammensetzung ein Instrument der nichtlinearen Preispolitik zur Verfügung steht. Im Rahmen der nichtlinearen Preisbildung bei nutzungsintensitätsabhängigen Preiselementen wird zwar allen Kunden die gleiche Preisstruktur angeboten, doch zahlen die einzelnen Kunden durch die Wahl bestimmter Nutzungsmengen unterschiedliche Preise pro Takteinheit, wodurch diese Art der Preisbildung als eine spezielle Form der Preisdifferenzierung betrachtet werden kann.91 Eine genauere Bearbeitung und Darstellung der möglichen Preisdifferenzierungen im Rahmen der Telefontarife, unter Beachtung der schon angedeuteten Preisbildung in Abhängigkeit der zeitlichen Lage eines Gesprächs und der Gesprächsentfernung, erfolgt im folgenden Abschnitt. [...]
• angestoßene Minutenrabatte.84 Beim durchgerechneten Minutenrabatt wird der Preis pro Zeittakt ab einer bestimmten Verbindungszeitdauer so verändert, daß für sämtliche in Anspruch genommenen Verbindungszeittakte ein niedrigerer Preis gilt. Grundlage für durchgerechnete Rabatte ist bei vielen Telefongesellschaften die Höhe des monatlichen Umsatzes eines Kunden. Beispielsweise gewähren einige Anbieter bei einem Rabattumsatz von z.B. 75 DM monatlich 10% Rabatt, so daß bei einem Gesprächsvolumen von 80 DM nur 72 DM zu zahlen sind.85 In diesem Fall wird der Rabatt für die Dauer aller Verbindungen pro Monat angewandt. Gewährt hingegen ein Anbieter den niedrigeren Tarif bzw. den Rabatt nur für die Zahl der Verbindungszeittakte, welche die festgesetzte Vorgabemenge überschreiten, so handelt es sich um einen angestoßenen Minutenrabatt. So bietet die DTAG den Tarif „10plus“ an, bei dem sich die Minutenpreise ab der 11. Gesprächsminute um 10% (beim analogen Anschluß) bzw. um 30% (beim ISDN-Anschluß) verringern.86 Hier bezieht sich die Rabattstruktur auf die Dauer jeder einzelnen Verbindung. Bei diesem Tarif ist zusätzlich noch die Verknüpfung von nutzungsvariablen Preisen mit der gewählten Anschlußart zu erkennen. Die im Rahmen der nichtlinearen Preisbildung entstehenden Rabattstrukturen können ihrerseits wieder als selbständige Tarifelemente eines Telefontarifs angesehen werden, die von den Anbietern sowohl zur Kundengewinnung als auch zur Differenzierung vom Leistungsangebot der Konkurrenten genutzt werden können. Eine besondere Spielart der nichtlinearen Preisbildung im Bereich des festnetzbasierten Sprachtelefondienstes stellt der „zweiteilige Tarif“ dar.87 Diese Art der Tarifbildung wird jedoch nur von den Anbietern vorgenommen, die dem Kunden einen direkten Anschluß zur Verfügung stellen. Dabei setzt sich dann der monatliche Betrag aus der Grundgebühr und den variablen Gebühren zusammen.88 Die genaue Ausgestaltung dieser beiden Tarifelemente ist dabei ohne Bedeutung. Betrachtet man [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832416492
Arbeit zitieren:
Janssen, Sven Mai 1999: Tarifstrukturen der Festnetzanbieter, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Tarifbestandteile, Übersicht Telefonmarkt, Tarifbeurteilung, Telefontarife, Preisdifferenzierung



