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Sind für Tansania Entwicklungschancen gegeben?

Eine Analyse

Sind für Tansania Entwicklungschancen gegeben?
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Nicole Ebner
  • Abgabedatum: August 1981
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 963,3 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kufstein Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8422-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8422-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8422-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ebner, Nicole August 1981: Sind für Tansania Entwicklungschancen gegeben?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Entwicklungspolitik, Tansania, Entwicklungsland, Wirtschaft, Afrika

Magisterarbeit von Nicole Ebner

Problemstellung:

Das ostafrikanische Tansania ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die vorliegende Diplomarbeit bietet eine Einführung in dieses Land und versucht in diesem Kontext die folgenden Fragen zu beantworten: Wieso ist das Land trotz der Stabilität und der guten geografischen Lage so arm? Welchen Einfluss hatte der tansanische Sozialismus? Hat Tansania gegenwärtig Möglichkeiten sich zu entwickeln? Worin liegen die größten Probleme des Staates? Welche Reformen können eine Besserung herbeiführen?

Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen wird auf Probleme die speziell die Inseln Sansibar und Pemba betreffen, und für das Festland geringe Bedeutung haben, nicht eingegangen. Aus dem selben Grund werden mathematische Modelle außer Acht gelassen. Ziel dieser Arbeit ist eine Analyse der Möglichkeiten zu weiteren Entwicklung des Landes.

Zu Beginn wird allgemeines, theoretisches Basiswissen erläutert. Im ersten Kapitel werden die Begriffdefinition, Maßstäbe und Ziele der Entwicklung sowie die Charakteristika der Entwicklungsländer vorgestellt. Am Kapitelende findet sich ein Vergleich zur Entwicklung Europas, der darüber Aufschluss gibt, warum sie nicht auf afrikanische Staaten umgelegt werden kann.

Das folgenden Kapitel widmet sich jenen Entwicklungstheorien, die für die Entwicklung Tansanias von Bedeutung sind. Das Kapitel teilt sich nach einer geschichtlichen Einführung in den Merkantilismus und der damit verbundenen Importsubstitution, der Neoklassik, der Neuen Wachstumstheorie und der Neuen Institutionentheorie auf. Das bisher theoretisch Behandelte wird im Folgenden auf das Land Tansania umgelegt und Verbindungen zu gegenwärtigen Lage des Landes hergestellt.

Einer Einführung in die Landesgeschichte und in die Landesgeografie Tansanias folgt ein Überblick über die momentane Situation des Landes: Es werden ökonomische, politische, soziale, kulturelle und institutionelle Aspekte behandelt. Jeder Punkt wird mit einem Fazit und einem Überblick über die durchgeführten Reformen abgeschlossen.

Das letzte Kapitel hebt die Bedeutung der Theorien für Tansania noch einmal heraus. Die durchgeführten Reformen werden zusammengefasst und analysiert. Den Abschluss der Arbeit bildet das Fazit über die laufenden und möglichen Reformbemühungen und ihren Auswirkungen für Tansania.

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Bemühungen der tansanischen Regierung die Situation des Landes zu verbessern fruchten. Grundsätzlich sind in den meisten der behandelten Bereiche realistische Chancen für eine Entwicklung gegeben. Zu beachten bleibt jedoch, dass diese Reformen langwierig sind und die tatsächliche Entwicklung Tansanias somit von der politischen Stabilität der Region, klimatischen Einflüssen und dem Beibehalten des Reformkurses abhängt.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 5
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 6
Einleitung 7
1. Entwicklung : Definitionen und Grundbegriffe 9
1.1 Charakteristika der Entwicklungsländer 9
1.2 Definitionen von Entwicklung 11
1.3 Ziele der Entwicklung 12
1.4 Armutsdefinitionen 13
1.5 Maßstäbe für Entwicklung 15
1.5.1 Wirtschaftliche Ansätze 15
1.5.2 Gesamtheitliche Ansätze 17
1.6 Unterschiede zur Entwicklung Europas 18
1.7 Zusammenfassung 22
2. Theoretische Modelle und Thesen zu Entwicklung und Wachstum 23
2.1 Geschichte der Entwicklungstheorien 23
2.2 Merkantilismus 26
2.3 Importsubstitution 27
2.4 Neoklassik 28
2.5 Neue Wachstumstheorie 31
2.6 Neue Institutionenökonomik 32
2.7 Zusammenfassung 33
3. Tansania 35
3.1 Basisinformationen 35
3.1.1 Geografie und Kultur 35
3.1.2 Geschichtliche Entwicklung 36
3.2 Landesanalyse 42
3.2.1 Ökonomische Armutsdimension 42
3.2.1.1 Wirtschaftsdaten 42
3.2.1.2 Wirtschaftsstruktur 43
3.2.1.3 Arbeits- und Besitzstruktur, Vermögensverteilung 45
3.2.1.4 Außenhandel und Auslandsinvestitionen 47
3.2.1.5 Verschuldung 49
3.2.1.6 Wirtschaftliches Fazit und Reformen 51
3.2.2 Politische Armutsdimension 54
3.2.2.1 Demokratie als Regierungsform 54
3.2.2.2 Innenpolitik 56
3.2.2.3 Außenpolitik 57
3.2.2.4 Politisches Fazit und Reformen 58
3.2.3 Menschliche Armutsdimension (Humankapital) 59
3.2.3.1 Bevölkerungswachstum und -struktur 59
3.2.3.2 Gesundheit und Ernährung 61
3.2.3.3 Bildungswesen 63
3.2.3.4 Fazit und Reformen zum Humanbereich 65
3.2.4 Soziokulturelle Armutsdimension (Sozialkapital) 67
3.2.4.1 Die Rolle der Frauen 67
3.2.4.2 Fazit und Reformen im sozialen Bereich 68
3.2.5 Schutzbezogene Armutsdimension 69
3.2.5.1 Menschenrechte 69
3.2.5.2 Der informelle Sektor 70
3.2.5.3 Fazit und Reformen im schutzbezogenen Bereich 71
4. Analyse 72
Quellen 75
Anhang 80
Karte Tansanias 80
Das Lomé-Abkommen 81

Automatisiert erstellter Textauszug:

Wachstumstheorie auf das Humankapital und bei der Institutionentheorie auf das Sozialkapital zusätzlich Wert gelegt. Zur Zielerreichung konzentriert sich die Importsubstitution auf eine Importverringerung, die zu einer erhöhten Eigenverbrauchsproduktion führt und den Export schwächt. Alle anderen Theorien fördern die Exporte und den Handel. Bei der Neuen Wachstumstheorie ist er wesentlich für den zentralen Punkt des Wissenstransfers. Das Bevölkerungswachstum ist beim Merkantilismus und bei der Neoklassik zur Förderung des Arbeitskräftepotential von Bedeutung. Bei der Neoklassik beeinflusst es zusätzlich die Kapitalakkumulation. Im Gegensatz dazu spielt das Kapital bei der Neuen Wachstumstheorie nur als Investitionen eine Rolle, der Schwerpunkt liegt jedoch auf den Wirkungen derselben, vor allem im Bereich des Humankapitals. Bei der Neuen Institutionenökonomik wird weniger auf die Kapitalvermehrung geachtet, sondern eher auf die Senkung der Transaktionskosten Wert gelegt. Der Staat hat beim Merkantilismus und bei der Importsubstitution große Bedeutung und lenkt das Marktverhalten. Bei der Neoklassik wird seine Rolle zu einem Marktteilnehmer abgeschwächt, der nur noch in Ausnahmenfällen den Markt bestimmt. Bei der Neuen Wachstumstheorie und der Neuen Institutionsökonomik positioniert sich der Staat auf einer Zwischenstufe: Er ist nicht nur ein Markteilnehmer, seine Eingriffe sind dennoch so zurückhaltend wie möglich. Seine Hauptaufgabe ist es gute Rahmenbedingungen für eine Marktwirtschaft zu bilden. Für Tansania haben der Merkantilismus und die Importsubstitution eine geschichtliche Bedeutung, während die Neoklassik in der frühen Übergangsperiode zwischen dem Sozialismus und der liberalisierten Marktwirtschaft eingesetzt wurde. Die Neue Wachstumstheorie und die Institutionenökonomik sind in der aktuellen [...]

Entwicklungsländer beinhalten die hybriden Formen die meisten Vorteile, da die Transaktionskosten geringer sind als bei der Hierarchie oder bei der Marktwirtschaft. Zudem beruhen sie auf dem Prinzip der Selbstverantwortung und funktionieren auch unter unvollkommenen Marktbedingungen verhältnismäßig kostengünstig und effizient. Soll sich eine Institutionspolitik entwickeln können, so ist die Lösung des Gerechtigkeitsproblems eine zentrale Vorraussetzung. Kooperative Organisationen können nur bestehen, wenn alle Beteiligten sie als gerecht akzeptieren. Um erfolgreich zu sein muss es Institutionen des Weiteren möglich sein, auf Sanktionen zurückgreifen und opportunistisches Handeln verhindern zu können. Die Neue Institutionenökonomik hat auch Bedeutung für das Sozialkapital. Dabei wird zwischen dem formellen und dem informellen Sozialkapital unterschieden. Als formelles Sozialkapital wird Information, Transparenz und Verfahrenssicherheit bezeichnet, während das informelle Sozialkapital aus einem stillschweigenden Übereinkommen besteht, welches den Institutionen Dauerhaftigkeit und Wirksamkeit garantiert. Je höher die Akzeptanz für die Institutionen ist, desto höher ist das informelle Sozialkapital. Durch eine Förderung des formellen Sozialkapitals können die Institutionen diese Einstellung noch verstärken. [...]

Rául Prebisch legte den Grundstein für die Importsubstitution mit seiner Begründung der ungleichen Entwicklung armer und reicher Staaten. Für ihn entstand diese Benachteiligung durch den ungleichen Handel zwischen industrialisierten Staaten, die das Zentrum darstellten, und armen Staaten, die vor allem mit Agrargüter handelten und die Peripherie der ersteren darstellten. Die Industriestaaten hatten eine größere Kaufkraft, und ihre hohe Produktivität führte zu höheren Löhnen. Dagegen blieben in den Peripheriestaaten die Löhne auf gleichem Niveau und die nationalen Preise fielen. Dieser Unterschied führte zu einer weiteren Verteuerung der importierten Industriegüter im Vergleich zu den Agrargütern. Die ToT der Agrarländer wurden immer schlechter und förderten die Armut in diesen Ländern. Laut Prebisch müssen für eine positive Entwicklung die aufstrebenden Industrien der Entwicklungsländer mit Tarifbarrieren geschützt werden, um die heimische Produktion konkurrenzfähig zu halten. Dies ist das Basiskonzept der Importsubstitution. [...]

Arbeit zitieren:
Ebner, Nicole August 1981: Sind für Tansania Entwicklungschancen gegeben?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Entwicklungspolitik, Tansania, Entwicklungsland, Wirtschaft, Afrika

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