Talent Relationship Management als zukunftsweisendes Konzept der Talentrekrutierung und -bindung
Unter besonderer Berücksichtigung der Parallelen zum Customer Relationship Management
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Philipp Tauch
- Abgabedatum: März 2005
- Umfang: 95 Seiten
- Dateigröße: 979,8 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8892-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8892-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8892-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Tauch, Philipp März 2005: Talent Relationship Management als zukunftsweisendes Konzept der Talentrekrutierung und -bindung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Personalmarketing, Rekrutierung, Personalbeschaffung, Employer Branding, CRM
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Diplomarbeit von Philipp Tauch
Einleitung:
Der traditionelle Bewerbungsprozess erlaubt üblicherweise kaum die Berücksichtigung von Initiativbewerbern und Bewerbern, die aus ausschreibungsbasierten Stellenbesetzungsprozessen letztlich als „Zweitbeste“ hervorgegangen sind. In der Regel erhalten diese Bewerber eine endgültige Absage, obwohl sie für das betreffende Unternehmen bei erneuten Vakanzen grundsätzlich interessant wären. Dieses, in herkömmlichen Bewerbungsverfahren, übliche Vorgehen hat dabei gleich mehrere Nachteile: Aus Unternehmenssicht ist ein solcher traditioneller Bewerbungsprozess immer mit Kosten verbunden, denen letztlich kein entsprechender Mehrwert gegenübersteht. Mehr noch - Absagen sind, so nett sie auch formuliert sein mögen, immer mit negativen Wirkungen auf Seiten der abgelehnten Bewerber verbunden. Diese fühlen sich „zurückgesetzt“ und suchen in der Folge häufig die Gründe für ihre Ablehnung bei den Unternehmen, mit negativen Auswirkungen auf deren Image als Arbeitgeber.
Diese offensichtlichen Schwachstellen des traditionellen Rekrutierungsprozesses versucht das, im Rahmen dieser Arbeit vorzustellende, Talent Relationship Management als ein innovatives Rekrutierungs- und Bindungskonzept erfolgreich zu beheben, indem es versucht, zu diesen im ersten Schritt abgelehnten hochqualifizierten Bewerbern einen langfristigen Dialog aufzubauen, um sie gegebenenfalls bei zukünftigen Vakanzen erneut berücksichtigen zu können. Dabei basiert das Talent Relationship Management gedanklich auf dem Customer Relationship Management, dessen Ziel der Aufbau und die Pflege langfristiger und profitabler Kundenbeziehungen ist. Kern beider Konzepte bildet die Identifizierung der profitabelsten Kunden innerhalb der jeweiligen Segmente, bzw. der Leistungs- und Potentialträger - im Englischen als „Talents“ bezeichnet - innerhalb der Bewerbergruppen aber auch in der Belegschaft. Talent Relationship Management besitzt insofern also auch eine interne Perspektive.
Basierend auf einer solchen Segmentierung und Differenzierung erfolgt dann eine, am langfristigen und potentiellen „Wert“ dieser Kunden- bzw. Mitarbeitersegmente ausgerichtete, Kommunikation mit dem Ziel einer langfristigen und profitablen Bindung dieser wichtigen Kunden und Mitarbeiter.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Talent Relationship Management mit seinen zentralen Elementen, Instrumenten und Zielen vorzustellen. Dazu erfolgen in Kapitel 4 zunächst eine theoretische Begriffsbestimmung und eine Einordnung in das übergeordnete Personalmarketing, wobei auch auf die besondere Bedeutung des Employer Branding in diesem Zusammenhang eingegangen wird. Da das Talent Relationship Management, als ein noch relativ junger Themenbereich des Human Resource Management, ganz wesentlich auf dem Customer Relationship Management als einem bewährten Konzept der Kundenbindung beruht, erfolgt in Kapitel 5 eine Untersuchung beider Konzepte im Hinblick auf bestehende Parallelen, nachdem zuvor das Customer Relationship Management ausführlich in Kapitel 3 vorgestellt wurde.
Grundlage für die Darstellung und Bewertung der beiden genannten Konzepte in den Kapiteln 3 bis 5 bildet die in Kapitel 2 vorgenommene Analyse der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und demografischen Entwicklungen und Trends, die maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Talent Relationship Management sowie des Human Resource Management und hier insbesondere auf die Bereiche Personalmarketing und Personalentwicklung haben werden.
Allen voran sei hier die demographische Entwicklung genannt, die nach Ansicht zahlreicher Autoren bereits in naher Zukunft zu einem Mangel an jungen gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften führen wird. Die Suche, Auswahl und Bindung solcher Mitarbeiter - der so genannten Right Potentials - wird für die Unternehmen zunehmend zu einem strategischen Erfolgsfaktor, der für ihre langfristige wirtschaftliche Existenz entscheidend sein wird.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Aktuelle Entwicklungen und Trends | 3 |
| 3. | Customer Relationship Management | 11 |
| 3.1 | Die Entwicklung vom traditionellen Marketing zum E-CRM | 11 |
| 3.2 | Begriff und Merkmale | 16 |
| 3.3 | Das CRM-Konzept | 19 |
| 3.3.1 | Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren | 19 |
| 3.3.2 | Strategische Dimensionen einer Kundenbindungstrategie | 20 |
| 3.3.3 | Der Kundenlebenszyklus | 21 |
| 3.4 | Ziele des CRM | 25 |
| 3.4.1 | Aus Unternehmenssicht | 26 |
| 3.4.2 | Aus Kundensicht | 27 |
| 3.5 | Determinanten der Kundenbindung | 29 |
| 3.5.1 | Die Bedeutung von Kundenzufriedenheit | 29 |
| 3.5.2 | Andere Einflussfaktoren auf die Kundenbindung | 29 |
| 3.6 | Wichtige Indikatoren erfolgreicher Kundenbeziehungen | 33 |
| 3.6.1 | Ökonomische Indikatoren | 33 |
| 3.6.2 | Nicht-monetäre Indikatoren | 34 |
| 3.7 | Instrumente des CRM | 35 |
| 4. | Talent Relationship Management | 40 |
| 4.1 | Begriffsbestimmung | 40 |
| 4.1.1 | Vom Bewerber zum Talent | 40 |
| 4.1.2 | Abgrenzung zum Bewerber-Relationship-Management | 41 |
| 4.1.3 | Organisatorische Einordnung | 42 |
| 4.2 | Ausgangslage und strategische Bedeutung | 43 |
| 4.3 | Bedeutung des Employer Branding | 47 |
| 4.4 | Das TRM-Konzept | 50 |
| 4.4.1 | Grundsätzliches | 50 |
| 4.4.2 | Der Talent Pool | 51 |
| 4.4.3 | Grundvoraussetzungen | 53 |
| 4.4.4 | Der Karriere-Lebenszyklus | 54 |
| 4.5 | Ziele | 57 |
| 4.6 | Instrumente | 58 |
| 4.6.1 | Rekrutierungsinstrumente | 59 |
| 4.6.2 | Bindungsinstrumente | 62 |
| 4.6.3 | Instrumente des TRM-Dialogmarketings | 66 |
| 4.7 | Rahmenbedingungen für erfolgreiches TRM | 68 |
| 4.7.1 | Mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur | 68 |
| 4.7.2 | Weitere unternehmensbezogene Erfolgsfaktoren | 69 |
| 5. | Parallelen zwischen CRM und TRM | 73 |
| 5.1 | Gemeinsame theoretische Basis: Relationship Marketing | 73 |
| 5.2 | Grundsätzliche Parallelen beider Konzepte | 74 |
| 5.3 | Zusammenhang von Kunden- und Mitarbeiterbindung | 75 |
| 5.4 | Bedeutung des Internet | 77 |
| 5.5 | Gemeinsame Determinanten | 78 |
| 5.6 | Wichtige Elemente beider Konzepte | 80 |
| 5.6.1 | Eine zentrale Datenbank | 80 |
| 5.6.2 | Das Lebenszyklus-Konzept | 80 |
| 5.7 | Instrumente | 81 |
| 5.8 | Ziele | 82 |
| 5.8.1 | Kundenbindung durch motivierte Mitarbeiter | 82 |
| 5.8.2 | Steigerung der Loyalität | 83 |
| 5.8.3 | Effizienzsteigerung in der Kunden- und Mitarbeiterbeziehung | 84 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 85 |
| Literaturverzeichnis | 86 | |
| Erklärung | 90 |
Um die Bedeutung des Talent Relationship Managements für die Zukunft der Unternehmen zu verdeutlichen, möchte ich nochmals kurz auf die in Kapitel 2 geschilderte demographische Entwicklung eingehen. Bereits die bekannte McKinsey-Studie The War for Talent aus dem Jahre 1997 kommt zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2010 die Anzahl der Fachkräfte im Alter zwischen 35 und 44 um 15 Prozent niedriger sein wird als heute. Dabei zählt gerade diese Mitarbeitergruppe der Fach- und Führungskräfte, zusammen mit Hochschulabsolventen diverser Fachrichtungen, zu den gefragtesten Bewerbergruppen auf dem Arbeitmarkt. Insgesamt wird in Deutschland die Zahl der Erwerbspersonen bis 2020 um 1,8 Mio. Menschen abnehmen, wobei sich diese Entwicklung auch in vielen der anderen europäischen Nachbarländer abzeichnet.92 Trotz der aktuellen Arbeitsmarktsituation und mit zunehmender Tendenz wird der Arbeitsmarkt für Leistungsträger und (Nachwuchs-)Führungskräfte bereits in absehbarer Zukunft durch einen erneuten War for Talents gekennzeichnet sein. Daneben wird eine kontinuierliche Abnahme d.h. von so genannten Anteil der [...]
Beiden Konzepten gemeinsam ist als zentraler Baustein der Talent- bzw. Bewerber-Pool, in welchem die Talent- bzw. Bewerberprofile zentral gespeichert werden, und der weiter unten noch im Detail vorgestellt wird. 4.1.3 Organisatorische Einordnung Grundsätzlich ist das TRM im Bereich des Personalmarketings angesiedelt und erfährt so eine Angleichung an die übergeordnete Personalmarketingstrategie, die sich wiederum aus der übergeordneten Personalstrategie ableitet. Damit ist sichergestellt, dass das TRM ein integraler Bestandteil eines strategischen Personalmanagements ist. Nach Szebel-Habig sind in einem ersten Schritt die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, technologischen und politisch-rechtlichen Einflussfaktoren in Bezug auf die Mitarbeiterbindung im Allgemeinen zu analysieren.91 Auf Basis dieser Situationsanalyse können dann die strategischen Ziele und Maßnahmen der Mitarbeiterbindung und insbesondere der Talentbindung formuliert werden. Die für die Mitarbeiter- und Kundenbindung [...]
Im Zusammenhang mit dieser Arbeit sollen als Talente grundsätzlich alle potentiellen und aktuellen Leistungsträger eines Unternehmens verstanden werden, und zwar hierarchie-, mitarbeiter- und altersgruppenübergreifend. Dabei liegt das Hauptaugenmerk im Zusammenhang mit dem TRM aber sicherlich auf der Gewinnung von hochtalentierten Hochschulabsolventen und Young Professionals mit einigen Jahren einschlägiger Berufserfahrung und hohem Entwicklungspotential. Dies ist vor dem Hintergrund der geschilderten demographischen Entwicklung und der damit einhergehenden Alterung der Belegschaften nur zu verständlich. Sinnvollerweise sollte analog zum klassischen Marketing eine Zielgruppensegmentierung erfolgen, auf Basis derer dann eine zielgruppenspezifische Kommunikations- und Maßnahmenpolitik gestaltet werden kann. Auf mögliche Instrumente im Rahmen des TRM wird in Abschnitt 4.6 noch gesondert eingegangen. 4.1.2 Abgrenzung zum Bewerber-Relationship-Management Gelegentlich taucht in der Literatur im Zusammenhang mit dem TRM auch der Begriff des Bewerber-Relationship-Managements (BRM) auf, worunter im Wesentlichen Software-Lösungen zur Bewerberverwaltung verstanden werden. Das BRM konzentriert sich also ausschließlich auf die effiziente Gestaltung und softwareseitige Unterstützung des Rekrutierungsprozesses. Das TRM umfasst wesentliche Teile des BRM, weil es auch den Rekrutierungsprozess mit einschließt, es geht aber noch einen Schritt weiter, indem es auch die dem eigentlichen Bewerbungsprozess vor- und nachgelagerten Phasen mit einbezieht. Konkret handelt es sich dabei um die Phase der ersten Kontaktaufnahme mit potentiellen Bewerbern, die grundsätzliches Interesse am Unternehmen zeigen (im Folgenden: Interessenten). Diese Phase geht der eigentlichen Bewerbungsphase voraus. Ist ein Bewerber zum Kandidaten geworden, und anschließend als Mitarbeiter ins Unternehmen eingetreten, setzt sich das TRM in der anschließenden Bindungsphase fort. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch von Retention Management gesprochen. Dabei kommt der Einarbeitungsphase und der Probezeit eine zentrale Rolle zu. Abbildung 7 verdeutlicht nochmals die geschilderten Zusammenhänge. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832488925
Arbeit zitieren:
Tauch, Philipp März 2005: Talent Relationship Management als zukunftsweisendes Konzept der Talentrekrutierung und -bindung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Personalmarketing, Rekrutierung, Personalbeschaffung, Employer Branding, CRM



