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TV-Serien als Megamovies

Die US-Serie Lost als Beispiel einer neuen Seriengeneration

TV-Serien als Megamovies
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Reinecke
  • Abgabedatum: Dezember 2006
  • Umfang: 129 Seiten
  • Dateigröße: 366,7 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg Deutschland
  • Originaltitel: TV-Serien als Megamovies? - 'Lost' als Beispiel einer modernen US-Amerikanischen Serienform im Vergleich zu konventionell erzählten Serien
  • Bibliografie: ca. 30
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0451-2
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0451-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Reinecke, Markus Dezember 2006: TV-Serien als Megamovies, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lost (Fernsehsendung), Kino, Soap Opera, Medien, Film

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Diplomarbeit von Markus Reinecke

Zusammenfassung:

Der amerikanische Markt der TV-Serien befindet sich in einer stetigen Entwicklung. In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass immer häufiger sehr aufwendig produzierte und dramaturgisch komplexe Serien zur Prime Time der US-Amerikanischen Networks und Sender ausgestrahlt werden.

Es sind Serien wie Lost, 24, Battlestar Galactica, Alias oder Enterprise, deren Erfolg nicht nur auf dem größeren Budget allein beruhen kann.

Diese Serien sind der aktuelle Zwischenstand einer Entwicklung, die durch Serien wie Twin Peaks, X-Files oder Star Trek wesentlich vorangetrieben wurde. Sie unterscheiden sich wesentlich in Bildästhetik, Dramaturgie und Charakterensemble von konventionellen Serientypen wie der Series mit ihrer abgeschlossenen Episodenhandlung, der Serial mit ihrer miteinander verbundenen Handlungssträngen oder dem Endlosmodell der Soap Opera. Die Serien des untersuchten neuen Typs sind komplexer und vereinen konventionelle Erzählmodelle und Werkzeuge, um dem Zuschauer etwas Größeres zu anzubieten: Jede Episode ist Teil einer übergeordneten, oft schier riesigen Handlung und wirkt wie ein Kapitel eines überdimensionierten Films, eines Megamovies. Die Serie scheint mit jeder Staffel dem vermeintlichem Ende dieses Filmes näher zurücken und die Erzählung zu einem Ende zu bringen.

Diese Diplomarbeit untersucht die Serie Lost als Beispiel dieser Megamovies, stellt die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale heraus und vergleicht sie mit konventionell erzählten Serien u.a. in Dramaturgie, Bildästhetik, Genre, Figuren und Handlungssträngen. Vertreter der konventionellen Serien sind C.S.I. New York als Series, Gilmore Girls als Serial und Dallas als Beispiel der Prime Time Soap.

Die Arbeit bezieht aktuelle Produktionsentwicklungen in den USA in das Ergebnis der Arbeit mit ein. Ebenso wird auf die Ähnlichkeiten der Megamovieentwicklung zu der des postmodernen Films im Kino hingewiesen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
2. Serientheorie 8
2.1 Series, Serial und Cumulative Narrative 8
2.2 Die Diskursstrukturen Spannung, Neugier und Überraschung 11
2.3 Seriengenres 13
2.4 Soap Opera 14
2.5 Figuren und Konflikte 17
2.6 Serienformatierung 21
2.7 Konventionelle Serienästethik 22
2.6.1 Die Auflösung 23
2.6.2 Der Dialog 24
2.6.3 Kamera, Musik, Licht und Schnitt 24
3. Konventionelle Serien 26
3.1 Gilmore Girls als Beispiel für eine konventionelle Serial 28
3.1.1 Formatierung 28
3.1.2 Genre 28
3.1.3 Synopsis zur untersuchten Folge 29
3.1.4 Look 30
3.1.5 Figuren und Konflikte 32
3.1.6 Handlungsstränge und Diskursstrukturen 32
3.1.7 Der Dialog 35
3.1.8 Auffälligkeiten 37
3.1.9 Zusammenfassung 39
3.2 C.S.I. NY als Beispiel für eine konventionelle Series 40
3.2.1 Formatierung 40
3.2.2 Genre 40
3.2.3 Synopsis der untersuchten Folge 40
3.2.4 Look 41
3.2.5 Figuren und Konflikte 43
3.2.6 Handlungsstränge und Diskursstrukturen 44
3.2.7 Der Dialog 46
3.2.8 Auffälligkeiten 49
3.2.9 Zusammenfassung 49
3.3 Dallas als Beispiel einer Prime Time Soaps 50
3.3.1 Inhalt der Serie 50
3.3.2 Formatierung 51
3.3.3 Genre 51
3.3.4 Synopsis der untersuchten Folge 51
3.3.5 Auflösung und Look 51
3.3.6 Figuren und Konflikte 53
3.3.7 Handlungsstränge und Diskursstrukturen 54
3.3.8 Der Dialog 55
3.3.9 Zusammenfassung 57
4. Die Serie Lost als Vertreter einer neuen Serienform 58
4.1 Inhalt der Serie 58
4.2 Formatierung 58
4.3 Genre 59
4.4 Look 61
4.5 Figuren und Konflikte 64
4.5.1 Die Protagonisten 64
4.5.2 Die Antagonisten – Die Insel als Feind 70
4.5.3 Narrative Funktionen der Figuren 72
4.6 Handlungsstränge und Diskursstrukturen 74
4.7 Der Dialog 79
4.8 Auffälliges 81
4.9 Zusammenfassung 83
5. Der Megamovie 85
5.1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu konventionellen Serien 85
5.2 Zusammenfassung der Kennzeichen einer Megamovie-Serie 89
5.3 Die Entwicklung zur heutigen Megamovie-Serie 90
5.4 Der Megamovie als verbreitete neue Serienform – aktuelle Beispiele 97
6. Schlussbetrachtung 101
6.1 Zusammenfassung 101
6.2 Die Nähe zum Kino 104
6.3 Parallelen zum Postmodernen Film 105
6.4 Megamovies in Deutschland 107
7. Anhang
7.1 Tabelle 2: Legende und Erklärung 112
7.2 Tabelle 3: Gilmore Girls 113
7.3 Tabelle 4: C.S.I. NY 114
7.4 Tabelle 5: Dallas 115
7.5 Tabelle 6: Lost, Episode 1 116
7.6 Tabelle 7: Lost, Episode 2 117
7.7 Tabelle 8: Lost, Episode 3 118
7.8 Tabelle 9: Lost, Episode 4 119
7.9 Tabelle 10: Lost, Episode 5 120
7.10 Tabelle 11: Lost, Episode 6 121
8. Literaturverzeichnis 122
9. Eidesstattliche Erklärung 125

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
2. Serientheorie 8
2.1 Series, Serial und Cumulative Narrative 8
2.2 Die Diskursstrukturen Spannung, Neugier und Überraschung 11
2.3 Seriengenres 13
2.4 Soap Opera 14
2.5 Figuren und Konflikte 17
2.6 Serienformatierung 21
2.7 Konventionelle Serienästethik 22
2.6.1 Die Auflösung 23
2.6.2 Der Dialog 24
2.6.3 Kamera, Musik, Licht und Schnitt 24
3. Konventionelle Serien 26
3.1 Gilmore Girls als Beispiel für eine konventionelle Serial 28
3.1.1 Formatierung 28
3.1.2 Genre 28
3.1.3 Synopsis zur untersuchten Folge 29
3.1.4 Look 30
3.1.5 Figuren und Konflikte 32
3.1.6 Handlungsstränge und Diskursstrukturen 32
3.1.7 Der Dialog 35
3.1.8 Auffälligkeiten 37
3.1.9 Zusammenfassung 39
3.2 C.S.I. NY als Beispiel für eine konventionelle Series 40
3.2.1 Formatierung 40
3.2.2 Genre 40
3.2.3 Synopsis der untersuchten Folge 40
3.2.4 Look 41
3.2.5 Figuren und Konflikte 43
3.2.6 Handlungsstränge und Diskursstrukturen 44
3.2.7 Der Dialog 46
3.2.8 Auffälligkeiten 49
3.2.9 Zusammenfassung 49
3.3 Dallas als Beispiel einer Prime Time Soaps 50
3.3.1 Inhalt der Serie 50
3.3.2 Formatierung 51
3.3.3 Genre 51
3.3.4 Synopsis der untersuchten Folge 51
3.3.5 Auflösung und Look 51
3.3.6 Figuren und Konflikte 53
3.3.7 Handlungsstränge und Diskursstrukturen 54
3.3.8 Der Dialog 55
3.3.9 Zusammenfassung 57
4. Die Serie Lost als Vertreter einer neuen Serienform 58
4.1 Inhalt der Serie 58
4.2 Formatierung 58
4.3 Genre 59
4.4 Look 61
4.5 Figuren und Konflikte 64
4.5.1 Die Protagonisten 64
4.5.2 Die Antagonisten – Die Insel als Feind 70
4.5.3 Narrative Funktionen der Figuren 72
4.6 Handlungsstränge und Diskursstrukturen 74
4.7 Der Dialog 79
4.8 Auffälliges 81
4.9 Zusammenfassung 83
5. Der Megamovie 85
5.1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu konventionellen Serien 85
5.2 Zusammenfassung der Kennzeichen einer Megamovie-Serie 89
5.3 Die Entwicklung zur heutigen Megamovie-Serie 90
5.4 Der Megamovie als verbreitete neue Serienform – aktuelle Beispiele 97
6. Schlussbetrachtung 101
6.1 Zusammenfassung 101
6.2 Die Nähe zum Kino 104
6.3 Parallelen zum Postmodernen Film 105
6.4 Megamovies in Deutschland 107
7. Anhang
7.1 Tabelle 2: Legende und Erklärung 112
7.2 Tabelle 3: Gilmore Girls 113
7.3 Tabelle 4: C.S.I. NY 114
7.4 Tabelle 5: Dallas 115
7.5 Tabelle 6: Lost, Episode 1 116
7.6 Tabelle 7: Lost, Episode 2 117
7.7 Tabelle 8: Lost, Episode 3 118
7.8 Tabelle 9: Lost, Episode 4 119
7.9 Tabelle 10: Lost, Episode 5 120
7.10 Tabelle 11: Lost, Episode 6 121
8. Literaturverzeichnis 122
9. Eidesstattliche Erklärung 125

Textprobe:

Kapitel 3.1.6, Handlungsstränge und Diskursstrukturen:

Der Zeitrahmen der Episode wird ohne Rückblicke, große Sprüngen oder Unterbrechungen linear erzählt.

Es gibt drei Haupthandlungsstränge in der Folge „Great Stink“, zwei die beiden Protagonisten betreffende (A + B) und einen allgemeinen Episodenvorfall (C). Der Vorfall erzählt peripher den Umstand, dass ein Zug mit Gurken entgleist ist. Die Gurken verrotten nun in der Sonne und sorgen für einen extremen Gestank in der Kleinstadt. Nach Protesten der Bürger wird bei einer Versammlung beschlossen, die Gurken aufzusammeln. Diese Geschichte hat keine wirklichen Konsequenzen für die Protagonisten (außer, dass sie die Nase rümpfen), sondern gibt einen kleinen Einblick in das Milieu von Mutter und Tochter. Die Geschichte gibt Nebenfiguren, die nicht in den privaten Plot von Lorelai und Rory eingebunden sind, die Möglichkeit, zu agieren. In der darauffolgenden Folge „Go Bulldogs“ ist der Gestank aus der Stadt verschwunden und es wird auch nicht mehr auf den Gurkenvorfall eingegangen.

Die Handlung A erzählt die weiteren Entwicklungen in der Beziehung von Protagonistin Lorelai und Christopher, nachdem die beiden in der vorigen Episode zusammengekommen sind. Der Konflikt in dieser Folge ist der Brief der Ex-Frau von Christopher, in der sie sich entschuldigt und vorschlägt, die gemeinsame Tochter in den Sommerferien zu sich nach Paris zu nehmen. Lorelai ist von dieser Idee nicht begeistert und es kommt am Ende der Episode zur Aussprache, bei der sie sich mit Christopher versöhnt und der Kompromiss gemacht wird, gemeinsam nach Paris zu fahren. Diese Handlung wird in den nächsten Folgen weitererzählt, bis es zur gemeinsamen Fahrt nach Paris kommt.

Die Handlung B erzählt ebenfalls einen Ausschnitt aus einer Beziehung, nämlich die der zweiten Protagonistin Rory mit ihrem Freund Logan. Die beiden leben in einer Fernbeziehung. Er überrascht sie in dieser Folge mit einem Besuch, da er geschäftlich in der Stadt ist. Bei der Feier des erfolgreichen Termins kommt es zum Konflikt, da er diese Zeit zu ihrer Überraschung nicht mit ihr alleine verbringt. Er hat stattdessen alle Kollegen eingeladen. Außerdem entpuppt sich der vermeintlich männliche Kollege Bobby als langbeinige Blondine. Zum Ende der Episode kommt es zwar zur Aussprache und Versöhnung, eine wirkliche Lösung des Fernbeziehungsproblems gibt es aber nicht.

Neben den Haupthandlungen A, B und C gibt es noch die Nebenhandlungen D und E, die entweder kommende Konflikte und damit verbundene Handlungsstränge vorbereiten oder zum Abschluss bringen. In der Handlung D muss sich Rory in ihrer Rolle als Chefredakteurin der Universitätszeitung in einer kleinen Szene durchsetzen. In der nächsten Episode von Gilmore Girls wird daraus eine Haupthandlung, in der Rory sich als Führungskraft beweisen muss. Die Handlung E nimmt kurz Bezug auf einen Strang aus der vorigen Folge, bei der Lorelais Mutter von der Polizei verhaftet wurde. Zum Ende der untersuchten Folge betrachten Rory, Lorelei und ihr Vater gemeinsam Fotos von der Verhaftung und amüsieren sich darüber. Die Handlungen D und E sind im Vergleich zu A bis C sehr kurz und werden jeweils auch nur einmal eingesetzt.

Im Sinne der Diskursstrukturen werden die Handlungen parallel zueinander erzählt und bestehen aus mehreren Handlungseinheiten. Während z.B. der Strang B die Beziehung zwischen Rory und Logan generell erzählt, haben die einzelnen Einheiten jeweils eine kurze Etappe zum Inhalt. Zum Ende jeder dieser Etappen wird in der Regel eine neue Frage oder die Aussicht auf einen Konflikt gestellt, die zu Beginn der nächsten Einheit ihre Antwort findet und sich weiterentwickelt. Es handelt sich also um eine Verschachtelung der Erzähleinheiten. Es gibt Überraschungsstrukturen (B-Handlung: der Überraschungsbesuch Logans im positiven, die Anwesenheit der Geschäftspartner im negativen Sinne), eine Neugierstruktur (C-Handlung: Woher kommt der Gestank?) und Spannungsstrukturen (A-Handlung: Wie wird Lorelai mit dem Vorschlag von Christophers Ex-Frau umgehen?).

Abgeschlossen erzählt wird nur der episodische Fall des Gestanks in der Stadt(C) und ein narrativer Nachschlag zu einer Geschichte aus einer vorigen Episode (E). D stellt ein Milieu für einen kommenden Konflikt in der nächsten Episode vor. A und B hingegen sind jeweils Teil eines langen, über mehre Episoden reichenden Erzählstranges der beiden Protagonisten. Es fällt aber auf, dass A und B dennoch recht abgeschlossen wirken, da in beiden Handlungen eine Konfrontation stattfand, aus der die Protagonisten scheinbar zufrieden herausgekommen sind. Es gibt zwar einen groben Ausblick auf kommende Konfliktmöglichkeiten. Diese stellt sich aber eher dem Zuschauer. Die Figuren hingegen scheinen zufrieden, blicken nicht in die Zukunft und wirken passiv. Sie warten auf kommenden Probleme und stellen sich diesen nicht mit eigenem Antrieb.

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Arbeit zitieren:
Reinecke, Markus Dezember 2006: TV-Serien als Megamovies, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lost (Fernsehsendung), Kino, Soap Opera, Medien, Film

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