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Szenario-Technik in der Unternehmensplanung

State of the Art

Szenario-Technik in der Unternehmensplanung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: David Köster
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 70 Seiten
  • Dateigröße: 633,4 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7075-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7075-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7075-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Köster, David April 2003: Szenario-Technik in der Unternehmensplanung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Prognoseverfahren, Zukunftsforschung, Strategisches Management, Strategisches Controlling

Diplomarbeit von David Köster

Zusammenfassung:

Für die Unternehmensführung hat die strategische Planung in den letzten Jahren eine herausragende Bedeutung gewonnen und wird in der betriebswirtschaftlichen Literatur als unentbehrliche, wenn nicht sogar wichtigste Führungsaufgabe des Unternehmens angesehen. Es herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass der vorrangige Zweck der strategischen Planung darin besteht, den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern und damit dessen Existenz nachhaltig zu gewährleisten. Hierfür bedarf es der Fixierung von Strategien, welche die Sicherung vorhandener sowie die Identifikation und Erschließung neuer Erfolgs- und Nutzenpotentiale versprechen. Aufgrund der vielfältigen Verflechtungen mit der Umwelt ist es dazu notwendig, die im Unternehmensumfeld liegenden Chancen und Gefahren zu analysieren und mit den unternehmensspezifischen Stärken und Schwächen abzugleichen.

Für die Wahrnehmung dieser Aufgaben ist die Erarbeitung einer zuverlässigen Informationsbasis unabdingbar. Der Einsatz geeigneter Analyse- und Prognoseverfahren spielt in diesem Zusammenhang eine unverändert zentrale Rolle. Allerdings haben sich die Anforderungen an ein solches Informationssystem massiv gewandelt. Aus der großen Vielzahl von Faktoren, die heute für unternehmerische Entscheidungen relevant sind und den starken Interdependenzen zwischen ihnen, ergibt sich ein hoher Grad an Komplexität. Geschwindigkeit und Stärke von Veränderungen in der Unternehmensumwelt haben stetig zugenommen, mit einer Fortsetzung der Akzeleration in der Zukunft kann gerechnet werden. Plötzliche Strukturbrüche, sogenannte strategische Diskontinuitäten, treten immer häufiger auf und sind in Ausmaß und Anfallszeitpunkt kaum antizipierbar. Sie stellen als externe Schocks oftmals ein erhebliches Risiko für die Unternehmen dar. Zahlreiche Ereignisse der jüngsten Vergangenheit belegen diese Tendenzen eindrucksvoll, beispielhaft sei hier der „11. September“ genannt. Insgesamt hat die Turbulenz, vor allem im Unternehmensumfeld, drastisch zugenommen, die sich ergebende Unsicherheit für die Unternehmensführung ist erheblich gestiegen.

Vor diesem Hintergrund erweisen sich die klassischen Prognoseinstrumente, welche hauptsächlich auf sicheren, quantitativen Daten der Vergangenheit basieren und der Prämisse der Zeitstabilität unterliegen, für die strategische Planung als zunehmend ungeeignet. Vielmehr bedarf es heute eines geeigneten Denkmodells, das für die Abschätzung zukünftiger Entwicklungen eine adäquate Grundlage darstellt und sich systematisch mit der Unsicherheit auseinander zu setzen in der Lage ist.

Eine Methode, welche die Komplexität und Dynamik der Entwicklungsprozesse sowie die vielfältigen Wechselwirkungen der darin wirkenden Faktoren von vornherein berücksichtigt, ist die Szenario-Technik (ST). Bereits vom zugrundeliegenden Ansatz her wird eine willkürliche, reduktionistische Betrachtungsweise vermieden, die in der Vergangenheit oftmals Ursache für gravierende strategische Fehleinschätzungen war.

Diese Arbeit will sich mit Wesen und Inhalt, Systematik und Formen der Szenario-Technik nach aktuellem Verständnis von Wissenschaftstheorie und Unternehmenspraxis im Jahr 2003 auseinandersetzen. Am Beginn der Betrachtung sollen Planung, strategische Planung und Prognostik kurz charakterisiert und deren Problematik dargestellt werden. Daraufhin werden der Szenariobegriff sowie Entwicklung und Wesen der Arbeit mit Szenarien vorgestellt. Es folgt eine Hinführung zur ST, eine Vorstellung verschiedener Szenario-Philosophien und eine Betrachtung sich ergebendender Ansätze. Als Schwerpunkt der Arbeit wird daraufhin der Prozesscharakter der ST entlang eines Beispielschemas ausführlich erläutert und dargestellt, welche Techniken innerhalb der einzelnen Prozess-Komponenten möglich sind. Insbesondere werden Instrumente vorgestellt, die für die ST als typisch angesehen werden (Vernetzungs-, Konsistenz-, Cross-Impact-, Trend-Impact-, Cluster-Analysen, Mapping-Verfahren). Es wird sodann ein Überblick über den Anwendungsstand in der Wirtschaftspraxis anhand verschiedener empirischer Untersuchungen gegeben. Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst und ein kurzer Ausblick versucht.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS II
ANHANGVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
SYMBOLVERZEICHNIS VII
1. Problemstellung und Vorgehensweise 1
2. Die Unternehmensplanung als Rahmen der Szenario-Technik 3
2.1 Planungsbegriff und Unternehmensplanung 3
2.2 Strategische Unternehmensplanung und die Bedeutung der Prognostik 3
2.3 Paradigmenwechsel als mentale Voraussetzung der Szenario-Technik 6
3. Szenario-Begriff und Grundlagen für die Arbeit mit Szenarien 7
3.1 Historische Entwicklung von Szenariobegriff und der Arbeit mit Szenarien 7
3.2 Szenariobegriff und Denkmodell in der Gegenwart 9
4. Begriff und Ansätze der Szenario-Technik 11
4.1 Begriff der Szenario-Technik und Einordnung in die Planungstheorie 11
4.2 Ansätze der Szenario-Erstellung 13
4.2.1 Unterscheidungskriterien von Szenarien und ihrer Erstellungsmethodik 13
4.2.2 Interpretation und Klassifikation von Szenarien 14
4.2.3 Deduktives versus induktives Vorgehen 17
4.2.4 Intuitive versus modellgestützte Logik 18
5. Prozess und Instrumente der Szenario-Technik 20
5.1 Prozesscharakter der Szenario-Technik 20
5.2 Prozessablauf der Szenario-Technik 21
5.2.1 Die Szenario-Vorbereitung 22
5.2.2 Die Szenariofeld-Analyse 23
5.2.2.1 Bildung von Einflussbereichen 23
5.2.2.2 Bildung von Einflussfaktoren 24
5.2.2.3 Entwicklung von Schlüsselfaktoren 24
5.2.3 Die Szenario-Prognostik 28
5.2.4 Die Szenario-Bildung 30
5.2.4.1 Projektionsbündelung 30
5.2.4.2 Rohszenario-Bildung 35
5.2.4.3 Zukunftsraum-Mapping 38
5.2.4.4 Szenario-Beschreibung (Story-Telling) 39
5.2.5 Der Szenario-Transfer 39
5.2.5.1 Auswirkungsanalyse 39
5.2.5.2 Eventualplanung 40
5.2.5.3 Strategieentwicklung 41
5.2.5.4 Weitere Anwendungsoptionen 41
6. Empirischer Befund zum Anwendungsstand der Szenario-Technik in der Unternehmenspraxis 43
7. Zusammenfassung und Ausblick 45
ANHANG 46
LITERATURVERZEICHNIS 52

Automatisiert erstellter Textauszug:

Unterschiede verschiedener Konzepte gegeben. Soweit möglich und sinnvoll, orientiert sich die Arbeit an der Terminologie des Beispielkonzepts. Für diese Arbeit wurde das Prozessschema des HEINZ-NIXDORF-INSTITUTs der Universität-GH Paderborn (HNI) vor allem aufgrund der Aktualität und der hohen methodischen Reife ausgewählt.99 Weiterhin wird das Konzept als ein integrierender Rahmen verschiedener Ansätze verstanden, so dass davon ausgegangen werden kann, dass eine Vielzahl konzeptioneller Aspekte in ihm berücksichtigt werden. Das HNI gliedert die eigentliche Szenario-Erstellung in einen übergeordneten Prozess ein, so dass eine vorbereitende und eine nachbereitende Phase ergänzt werden. Die Bezeichnung „Szenario-Management“ soll den genannten Merkmalen Ausdruck verleihen.100 Die Prozessstruktur orientiert sich an den allgemein anerkannten Phasen und ist somit gut nachvollziehbar und vergleichbar. Dabei setzen die Autoren die Phasen der „Szenario-Erstellung“ weitgehend mit dem Begriff der „Szenario-Technik“ gleich.101 Dies erscheint plausibel, da Arbeitsschritte, die beim Beispielschema in Vorbereitungsund Transferphase durchgeführt werden, auch im allgemeinen Prozess der strategischen Planung wiederzufinden und deshalb nicht von vornherein als spezifische Bestandteile einer ST anzusehen sind. Unabhängig davon vertreten die meisten Ansätze eine weitere Begriffsauffassung und rechnen der Szenario-Technik auch diese Komponenten zu. Insofern werden sie im Rahmen dieser Arbeit ebenfalls als konstitutiv für die ST angenommen.102 Im folgenden werden deshalb „Szenario-Technik“ und „SzenarioManagement“ bedeutungsgleich verwendet und der Gesamtprozess vorgestellt. 5.2 Prozessablauf der Szenario-Technik [...]

Als ein typisches Merkmal der ST wurde deren Prozesscharakter genannt. Obgleich es die allgemeingültige Prozessstruktur nicht gibt, herrscht doch zumindest Einigkeit über den generischen Ablauf des Verfahrens. In der Literatur wird unabhängig vom Ansatz grob in die Phasen Analyse, Prognose und Synthese unterteilt, die schrittweise aufeinander aufbauen und deshalb in genannter Reihenfolge durchlaufen werden.97 Die mannigfaltigen Aufgaben innerhalb dieser Grobkomponenten legen eine operationale Aufteilung in detailliertere Phasen und Arbeitschritte bei der Betrachtung einzelner Ansätze nahe.98 Mit Rücksicht auf die gebotene Kürze der Arbeit wird im Folgenden eine Vorgehensweise gewählt, bei welcher stellvertretend für die Vielzahl von Feingliederungen ein exemplarisches Schema vorgestellt wird. Entlang des Beispielprozesses werden dann die Teilschritte, Techniken und Ergebnisse verschiedener Ansätze vorgestellt, die im einzelnen möglich sind. Im Detail werden die Instrumente erläutert, deren Verwendung als typisch für die ST angesehen wird. Zusätzlich wird im Anhang 3 ein Überblick über die prozessualen und instrumentellen [...]

Problemlösungen sind entsprechend häufig unzulänglich und irrational.89 Aufgrund der Datenstruktur Niveau Datenverarbeitungstechnologie existiert für die Ansätze modellgestützter Logik eine Fülle an Programmpaketen, welche die Arbeit mit Szenarien sehr komfortabel gestalten können.90 Außerdem dürfte die Akzeptanz ihrer Ergebnisse aufgrund ihres umfassenden methodischen Unterbaus in vielen Unternehmen tendenziell höher liegen.91 Als Nachteil der Ansätze lässt sich aufgrund ihrer Fundierung die Kritik anführen, die in der Literatur an quantitativen Modellen und Methoden generell geübt wird. Bei ihnen besteht die Gefahr, gerade mit methodisch ausgefeilten Techniken eine Scheinperfektion vorzutäuschen. Diese ergibt sich aus der Tatsache, dass die Aussagekräftigkeit der erstellten Szenarien nicht allein von der Güte des informationsverarbeitenden Instrumentariums abhängt, sondern das hierbei vor allem die Qualität der Inputdaten maßgeblich ist. Da diese oftmals wiederum auf subjektiven Einschätzungen beruhen, müssen sich die Ansätze in diesen Fällen dieselbe Kritik gefallen lassen, die auch an den intuitiven Methoden geäußert wurde.92 [...]

Arbeit zitieren:
Köster, David April 2003: Szenario-Technik in der Unternehmensplanung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Prognoseverfahren, Zukunftsforschung, Strategisches Management, Strategisches Controlling

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