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Systemische Ansätze für die Arbeit mit alkoholabhängigen Menschen

Systemische Ansätze für die Arbeit mit alkoholabhängigen Menschen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Regina Hasenkamp
  • Abgabedatum: August 2001
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 603,8 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5040-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5040-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5040-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hasenkamp, Regina August 2001: Systemische Ansätze für die Arbeit mit alkoholabhängigen Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Familientherapie, Alttagsortientierung, Systemischer Ansatz, Alkoholabhängigkeit, Lebensweltorientierung

Diplomarbeit von Regina Hasenkamp

Einleitung:

Angesichts der wachsenden Beachtung ökosozialer Perspektiven und systemisch orientierter Handlungsansätze in der Sozialarbeit geht die vorliegende Arbeit der Frage nach, inwiefern sich der systemische Ansatz für die Arbeit mit Alkoholabhängigen als wirksam erweisen kann und welche Handlungskonzepte sich daraus für die Soziale Arbeit ergeben. Nach einem kurzen Überblick über deren theoretischen Grundlagen wird gezeigt, dass im Gegensatz zum linearen Ursache-Wirkungsdenken die systemische Betrachtungsweise die Chance einer mehrperspektivischen Sicht auf die zu lösenden Aufgaben eröffnet. So lassen sich Krankheitssymptome nicht nur als Ausdruck individueller Störungen verstehen, welche mittels einer möglichst kausal orientierten Therapie zu beseitigen sind, sondern z. B. als Ergebnis bestimmter Beziehungs- und Kommunikationsprozesse im sozialen Umfeld, ohne damit die Bedeutung anderer Einflussfaktoren und Abläufe auszuschließen. Anstelle der Suche nach der Kausalkette tritt das Verständnis von einem komplexen Bedingungsgefüge. Als eine Konsequenz dieses Verständnisses wird das Umfeld der Klienten in die Hilfeprozesse einbezogen.

Angesichts der Bedeutung, welche die Familie bei der Entstehung und Aufrechterhaltung stoffgebundener Abhängigkeit hat, sucht die systemische Familientherapie die jeweiligen Regeln, Rollen und Interaktionsmuster der Familie zu hinterfragen und Veränderungen anzuregen. Im Fokus der Aufmerksamkeit stehen dabei nicht die Symptome der Abhängigkeit, sondern die gestörten Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern. Über die für die meisten Klienten nicht mehr existente Familie hinaus wird nach der systemischen Perspektive der gesamte soziale Kontext des Klienten in den Hilfeprozess einbezogen. Systemisch-konstruktivistische Konzepte legen zudem der intervenierenden Sozialarbeiterin ein Rollenverständnis nahe, nach dem die Klienten als autonome Systeme verstanden werden, die in ihrer jeweiligen Lebenswelt zu verstehen und dementsprechend begrenzt beeinflussbar sind. Die dialogisch ausgehandelten Hilfeziele beinhalten dann nicht zwingend die Abstinenz vom Alkohol als prioritäre Aufgabe. Die Arbeit mit Suchtkranken erhält so eine flexiblere Arbeitsgrundlage, die sich u. a. bei der Arbeit mit „chronisch mehrfachgeschädigten Abhängigkeitskranken“ als überlegen erweist. An die Stelle einseitig abstinenzorientierter Therapiekonzepte tritt die Orientierung auf den Alltag der Klienten und deren Probleme, diesen zu bewältigen. Um die Betroffenen zu erreichen und ihre Lebenswelt und ihre Bewältigungspotenziale zu ergründen, ist eine nachgehend-aufsuchende Soziale Arbeit erforderlich. Deren vorrangiges Ziel ist das Ermöglichen eines menschenwürdigen Lebens. Als konkretes Beispiel wird die Arbeit eines Kontakt- und Beratungszentrums mit schwer geschädigten Alkoholkranken dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 3
1. Theorieelemente 6
1.1 Unterschiedliche Betrachtungsweisen in der modernen Wissenschaft 6
1.2 Die mechanistische Denkweise 7
1.3 Die Entwicklung einer ganzheitlich systemischen Denkweise 9
1.4 Was ist ein System? 12
1.4.1 Zum Begriff des Systems 12
1.4.2 Lebende Systeme 12
1.4.3 Soziale Systeme 13
1.5 Übertragung der systemischen Denkweise auf Handlungskonzepte 13
1.5.1 Kybernetik 14
1.5.2 Kommunikationstheorie 15
1.5.3 Das Autopoiese-Konzept 16
1.5.4 Konstruktivismus 18
1.6 Der systemische Ansatz in der Sozialarbeit 19
2. Das Problemfeld Alkoholabhängigkeit 21
2.1 Alkoholabhängigkeit als persönliches und soziales Problem 21
2.1.1 Sucht 21
2.1.2 Alkoholiker und Alkoholmissbrauch 22
2.1.3 Alkoholabhängigkeit 23
2.2 Die Ursache der Alkoholabhängigkeit? 26
2.3 Neue Wege in der Suchtkrankenhilfe 27
3. Familiendynamik und Alkoholabhängigkeit 29
3.1 Systemische Familientherapie 29
3.2 Alkoholabhängigkeit als Familienkrankheit 33
3.3 Die Suchtspirale in Familien Alkoholabhängiger 36
3.4 Regeln in Familien Alkoholabhängiger 39
3.5 Co-Abhängigkeit in Familien Alkoholabhängiger 42
3.6 Rollen in Familien Alkoholabhängiger 44
3.6.1 Die Zuhelferin (Enabler) 46
3.6.2 Der Held 49
3.6.3 Der Sündenbock 51
3.6.4 Das stille Kind 52
3.6.5 Der Clown 53
3.7 Handlungskonsequenzen für den systemischen Familientherapeuten 54
3.8 Kritik an der systemischen Familientherapie 58
4. Systemische Therapie mit Alkoholabhängigen 59
4.1 Ansätze in der systemischen Therapie 59
4.2 Konsequenzen für den Therapeuten 61
4.3 Die lösungsorientierte Kurzzeittherapie mit Alkoholabhängigen 62
4.4 Abstinenz als Therapieziel? 65
5. Konzepte der Alltags- und Lebensweltorientierung 68
5.1 Versorgungsrealität alkoholabhängiger Menschen 68
5.2 Das Konzept der Alltagsorientierung 71
5.3 Das Konzept der Lebensweltorientierung 73
5.4 Anwendung im Rahmen der Arbeit mit chronisch mehrfachgeschädigten Abhängigkeitskranken 76
Fazit 87
Literaturverzeichnis 89
Erklärung 97

Arbeit zitieren:
Hasenkamp, Regina August 2001: Systemische Ansätze für die Arbeit mit alkoholabhängigen Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Familientherapie, Alttagsortientierung, Systemischer Ansatz, Alkoholabhängigkeit, Lebensweltorientierung

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