Systematisches Outsourcing des Facility Management
Erfolgskritische Aspekte bei der Vergabe an einen Generaldienstleister
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Gerfried Walser
- Abgabedatum: Mai 2002
- Umfang: 117 Seiten
- Dateigröße: 3,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Kufstein Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6407-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6407-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6407-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung: Die Studie wurde mit dem 2. Platz beim Ideenwettbewerb Hausmanager 2002 und dem 2. Platz beim IFMA-Junior Award 2002 ausgezeichnet.
- Arbeit zitieren: Walser, Gerfried Mai 2002: Systematisches Outsourcing des Facility Management, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Service Level Agreements, Controlling, Vergabe, Komplexe Dienstleistung, Effizienzsteigerung
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Diplomarbeit von Gerfried Walser
Einleitung:
Lean Management und Reengineering haben in Verbindung mit der Rezession in den vergangenen Jahren zu massiven Umstrukturierungen vor allem bei den Großunternehmen geführt. Dabei stand das Bestreben im Vordergrund, die in Zeiten der Verkaufsmärkte historisch gewachsenen unwirtschaftlichen Unternehmensstrukturen aufzubrechen, fixe Kosten in variable Kosten umzuwandeln sowie Produkt- und Leistungsprogramme, Wertschöpfungs- und Organisationsstrukturen den neuen Marktverhältnissen anzupassen. Obwohl dieser Prozess in der deutschen Industrie bereits zu harten Einschnitten geführt hat, ist er noch keineswegs als abgeschlossen zu betrachten. Vor diesem Hintergrund kommt dem ganzheitlichen Outsourcing des Facility Management eine hohe Bedeutung und Aktualität zu. Outsourcing im Facility Management wird seit Jahren mehr oder weniger erfolgreich praktiziert, die ganzheitliche Vergabe des Facility Management steckt jedoch in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Neben dem Versuch, eine für den Leser interessante Arbeit zu schreiben, war es ein Anliegen, dem Leser ein Grundlagenwerk zu bieten, welches er in die Praxis umsetzen kann. Es wird klar, dass das Outsourcing des Facility Managements mehr ist als das billige Einkaufen von Diensten, die aus dem eigenen Einflussbereich ausgegliedert und in unveränderter Form einem billigeren, externen Dienstleister übergeben werden. Vielleicht kann der eine oder andere Leser beschriebene Handlungsempfehlungen oder Ansätze daraus übernehmen, dann wäre das Ziel dieser Arbeit erreicht.
Die ständig steigende Komplexität der Unternehmensumwelt und der zunehmende Druck durch die Globalisierung zwingen Unternehmen sich anzupassen. Dieses Werk stellt eine Anleitung beziehungsweise eine Basis zur Vergabe des Facility Managements an einen Generaldienstleister dar. Im 1. Kapitel werden die klassischen Outsourcing-Gebiete erörtert. Die aktuellen Überlegungen über die Vergabe an einen Generaldienstleister gehen jedoch weit über diese klassischen Outsourcing-Gebiete hinaus. In den folgenden Kapiteln wird die Überleitung zum Thema des Facility Managements hergestellt. Dieses Werk intendiert einen Überblick über die derzeitige Marktsituation für FM-Generaldienstleister in Deutschland. Die Thematik der Vergabe des Facility Managements an einen Generaldienstleister wird im Hauptteil dieses Werks bearbeitet. Die Vergabe an einen Generaldienstleister gewinnt in Zukunft immer mehr an Bedeutung, da sich alle Unternehmen über kurz oder lang auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren werden und sich von sogenannten Supportprozessen trennen müssen. Hauptauslöser dieser Entwicklung ist der immer größer werdende Konkurrenzdruck der viele Unternehmen zwingt, ihre Kosten zu minimieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dieses Werk zeigt unter anderem die Vorteile, aber auch die Risiken eines Generaldienstleisters auf. Die neuartige Vergabe und die neuen Leistungsinhalte -sogenannte Service Level Agreements- sind das Herzstück dieses Werkes. Das hier vorgestellte Vergabemodell eignet sich besonders für die Vergabe des Facility Managements an einen Generaldienstleister, ist aber auch vom Prinzip her für die Vergabe jeder anderen Dienstleistung anwendbar. Genauso sind auch die Service Level Agreements nicht nur für Facility Management anwendbar, sondern sind auch auf jede andere Dienstleistung übertragbar. In dieser umfassenden Darstellung des Problems und der Ansätze zu seiner Lösung zeigt sich, wie man den neuen Herausforderungen komplexer Dienste begegnen kann.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | III |
| II. | Abbildungsverzeichnis | VI |
| III. | Tabellenverzeichnis | VII |
| IV. | Abkürzungsverzeichnis | VIII |
| 1. | Allgemein | 1 |
| 1.1 | Vorbemerkung | 1 |
| 1.2 | Einführung | 2 |
| 2. | Überblick | 3 |
| 3. | Grundlagen Outsourcing | 4 |
| 3.1 | Begriff | 4 |
| 3.2 | Effizienzsteigerung durch neue Ansätze | 6 |
| 3.3 | Hemmnisse | 8 |
| 3.3.1 | Rechtliches Umfeld | 8 |
| 3.3.2 | Middle Management | 10 |
| 3.4 | Steuerliche Auswirkungen | 11 |
| 3.5 | Formen des Outsourcing | 12 |
| 3.5.1 | Organisationsformen | 15 |
| 3.6 | Chancen und Risiken beim Outsourcing | 20 |
| 3.7 | Der Outsourcing-Prozess | 21 |
| 3.8 | Controlling des Outsourcing | 24 |
| 3.8.1 | Die Definition des Controllings | 24 |
| 3.8.2 | Elemente des Controllings | 25 |
| 3.8.3 | Erfolgsfaktoren für das Controlling | 26 |
| 3.9 | Analyseverfahren zur Entscheidungsfindung | 27 |
| 3.9.1 | Argumentenbilanz | 28 |
| 3.9.2 | Kostenvergleich | 29 |
| 3.9.3 | Transaktionskostenanalyse | 30 |
| 4. | Begriffsbestimmung Generaldienstleister | 33 |
| 4.1 | Abgrenzung | 33 |
| 4.2 | Gebäude- und Verwaltungsdienste | 33 |
| 4.2.1 | Gebäudedienste | 35 |
| 4.2.2 | Verwaltungsdienste | 36 |
| 4.3 | Facility Management | 37 |
| 4.3.1 | Definitionen | 38 |
| 4.3.2 | Geschichte | 40 |
| 4.4 | Dienste zusammenfassen | 41 |
| 4.5 | Definition Partnership Modell | 45 |
| 4.6 | Kritische Betrachtung des Partnership-Modells | 47 |
| 5. | Der Markt für FM Generaldienstleister in Deutschland | 49 |
| 5.1 | Marktpotenzial | 49 |
| 5.2 | Wesentliche FM-Anbieter | 50 |
| 5.3 | Branchenherkunft der FM-Anbieter | 51 |
| 5.4 | Aktuelle Trends im Markt für externe FM-Dienstleistungen | 52 |
| 5.4.1 | Modularisierung von FM-Dienstleistungen | 53 |
| 5.4.2 | Trend zu Komplettangeboten aus einer Hand | 54 |
| 5.4.3 | Internationalisierungstendenzen | 55 |
| 5.5 | Ausblick | 56 |
| 6. | Die klassische Vergabe | 57 |
| 6.1 | Grundlagen | 58 |
| 6.1.1 | VOB und VOL | 58 |
| 6.1.2 | Vergaberegelungen | 60 |
| 6.1.3 | Anforderungen an die Bewerber und Bieter | 61 |
| 6.2 | Die Arten der Vergabe | 61 |
| 6.3 | Überblick über die förmlichen Vergabeverfahren | 62 |
| 6.3.1 | Die Erstellung der Vergabeunterlagen | 63 |
| 6.3.2 | Bekanntmachung und Versand der Vergabeunterlagen | 64 |
| 6.3.3 | Die Angebots- und Bewerbungsfrist | 65 |
| 6.3.4 | Die Prüfung und Wertung der Angebote | 65 |
| 6.3.5 | Der Zuschlag oder die Aufhebung der Ausschreibung | 65 |
| 6.4 | Kritik an der klassischen Vergabe | 66 |
| 7. | Service Level Agreements – Effektive vertragliche Regelungen | 67 |
| 7.1 | Begriffs-Wirrwarr entflechten - Service-Level-Agreements und ihre Bedeutung | 67 |
| 7.1.1 | Die Funktion von Service-Level-Agreements | 67 |
| 7.2 | Elemente eines Service-Level Agreements | 69 |
| 7.2.1 | Randbedingungen | 71 |
| 7.2.2 | Flexibilität | 71 |
| 7.3 | Kompetenz zur Formulierung | 71 |
| 7.4 | Sanktionen | 72 |
| 7.4.1 | Die Vertragsstrafe | 73 |
| 7.4.2 | Die Schadenersatzpauschale | 74 |
| 7.4.3 | Die Handhabung in der Praxis | 74 |
| 7.5 | Einbindung in den Gesamtvertrag | 75 |
| 7.6 | Trennung von sanktionsrelevanten und anderen Service-Levels | 76 |
| 7.7 | Service-Level-Management als Grundlage für eine Outsourcing-Beziehung | 76 |
| 8. | Neue Wege in der Vergabe komplexer Dienstleistungen | 78 |
| 8.1 | Grundinformation (request for information) | 79 |
| 8.2 | Anfrage nach Lösungsvorschlägen (request for proposal) | 79 |
| 8.2.1 | Aufgabenbeschreibung | 80 |
| 8.2.2 | Vertragsentwurf | 80 |
| 8.2.3 | Objektbeschreibung | 80 |
| 8.2.4 | Service Matrix | 81 |
| 8.2.5 | Besichtigung | 82 |
| 8.3 | Prüfung und Wertung der Angebote | 82 |
| 8.4 | Erarbeitung einer Gesamtlösung (request for solution) | 82 |
| 8.5 | Implementierung | 83 |
| 8.6 | Relevanz für die Praxis | 83 |
| 9. | Schlussbetrachtung | 84 |
| 10. | Literaturverzeichnis | 87 |
| 11. | Zitierte Internetquellen | 94 |
| 12. | Anhang | 95 |
| 12.1 | Anhang I: Beispiel für Aufgabenbeschreibung – Reinigung | 95 |
| 12.2 | Anhang II: Klassisches Leistungsverzeichnis – Reinigung | 100 |
Internationalisierung ist entweder kundengetrieben oder primär vom Unternehmen aus strategischen Gründen initiiert. Es fällt jedoch auf, dass die meisten deutschen FM-Anbieter sich derzeit auf den deutschen Markt oder sogar auf bestimmte Regionen innerhalb Deutschlands141 (zum Beispiel D.I.B. auf die Region München) konzentrieren. Gleichzeitig erfolgt der Eintritt ausländischer FM-Anbieter in den deutschen FM-Markt. Zu nennen wären hier vor allem Servicemaster (USA) Johnson Controls (USA), Dalkia (Frankreich), ISS Group (Dänemark), ABB Gebäudetechnik (Schweiz) und Sulzer Infra (Schweiz). Die ausländischen Anbieter gründen entweder eigene Niederlassungen (Johnson Controls, Dalkia, ABB Gebäudetechnik, Sulzer Infra) oder sie erwerben etablierte deutsche FM-Anbieter (ISS Group) oder sie gehen eine Kooperation mit einem etablierten deutschen FM-Anbieter ein (Servicemaster). [...]
M+W Zander Facility Management sowie D.I.B., Gesellschaft für Standortbetreiberdienste können besonders typisch und repräsentativ für die deutsche FM-Branche gelten. Sie gehören zu den drei führenden Anbietern von externen FM-Dienstleistungen, die keinen oder nur relativ wenig Umsatz mit ihrer Muttergesellschaft machen. Mit einem Umsatz zwischen 90 und 120 Millionen EURO im Jahr 1998 sind beide Unternehmen repräsentativ für die mittelständische FM-Branche. Beide Unternehmen positionieren sich im FM-Markt als Komplettanbieter und offerieren die gesamte Breite der FM-Dienstleistungen, das heißt technisches, kaufmännisches und infrastrukturelles Gebäudemanagement. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Unternehmen ist darin zu sehen, dass D.I.B. bisher überwiegend regional tätig ist und sich noch auf den Münchener Raum konzentriert, während M +W Zander Facility Management neben dem deutschen Markt auch in anderen europäischen FM-Märkten tätig ist127 . [...]
Während FM-Dienstleistungen in den USA als Standarddienstleistungen gelten und der Markt für diese Dienstleistungen bereits hoch entwickelt ist, befindet sich der Markt für FMDienstleistungen in Deutschland noch in den Anfängen seiner Entwicklung. Dies hat zur Folge, dass der deutsche FM-Markt momentan ein starkes Wachstum verzeichnet124 . Bei vielen Unternehmen ist eine deutliche Tendenz zum Outsourcing vormals intern erbrachter Dienstleistungen rund um die Immobilie auf spezialisierte externe FM-Anbieter erkennbar. Experten konstatieren einen Entwicklungsrückstand des deutschen FM-Marktes von acht bis zehn Jahren, verglichen mit anderen europäischen oder internationalen FM-Märkten125 . Den zeitlichen Rückstand des deutschen FM-Marktes um einige Jahre im Vergleich zu anderen Ländern Europas und den USA werden auf verschiedenartige Akzeptanzprobleme [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832464073
Arbeit zitieren:
Walser, Gerfried Mai 2002: Systematisches Outsourcing des Facility Management, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Service Level Agreements, Controlling, Vergabe, Komplexe Dienstleistung, Effizienzsteigerung




