Systematische Gestaltung des Wissenstransfers
Eine Wirkungsanalyse von Gestaltungsmaßnahmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jörg Trojan
- Abgabedatum: Februar 2001
- Umfang: 99 Seiten
- Dateigröße: 529,0 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4223-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4223-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4223-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Trojan, Jörg Februar 2001: Systematische Gestaltung des Wissenstransfers, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Motivation, Wissensmanagement, Wissenstransfer, Organisatorische Gestaltung, Human Ressources
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Diplomarbeit von Jörg Trojan
Einleitung:
Die Diplomarbeit „Systematische Gestaltung des Wissenstransfers: Eine Wirkungsanalyse von Gestaltungsmaßnahmen“ leistet einen konzeptionellen Beitrag zu einer situativ geprägten systematischen Gestaltung des Wissenstransfers. Aufbauend auf dem „Kontingenzmodell des Wissenstransfers“ von Trittmann sowie weiterer Quellen, wird die Wirkung von Gestaltungsmaßnahmen des Wissenstransfers aus den Dimensionen „Technische Infrastruktur“, „Aufbauorganisation“, „Ablauforganisation“, „Koordination“ und „Motivation“ auf die Wissenstransferzielsetzungen „Wiederverwendung“ und „Innovation“ untersucht.
Ausgehend von der Darstellung der strategischen Bedeutung von Wissen für Organisationen und daraus ableitbaren Wissenstransferzielsetzungen werden relevante Gestaltungsmaßnahmen des Wissenstransfers identifiziert und über die Formulierung von Wirkungshypothesen mit den Wissenstransferzielsetzungen in Verbindung gesetzt. Anschließend werden die kontextbezogenen Einflussfaktoren „Kognitive Dissonanz“, „Komplexität des Wissens“, „Nachfrage nach Wissen“ und die „Managementphilosophie“ in den Untersuchungsgegenstand einbezogen und hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Hypothesen diskutiert. Insgesamt konnten 13 Wirkungszusammenhänge, sieben im Hinblick auf „Wiederverwendung“ und sechs im Hinblick auf „Innovation“, detailliert betrachtet werden.
Als zentrale Ergebnisse der Untersuchung können zum einen festgestellt werden, dass als größter Hemmfaktor bei der Verfolgung der Wissenstransferzielsetzung „Wiederverwendung“ die „Komplexität des Wissens“ identifiziert werden kann. Bei 86% der Gestaltungsmaßnahmen kann es bei Existenz einer hohen Wissenskomplexität zu einer kompletten Hemmung der positiven Wirkung auf das Erreichen der Wissenstransferzielsetzung kommen. Sogar bei 100% der Gestaltungsmaßnahmen kommt es dabei mindestens zu einer geringen Hemmwirkung. Zum anderen kann als größtes Problem bei der Verfolgung der Wissenstransferzielsetzung „Innovation“ eine autoritär geprägte Managementphilosophie festgestellt werden. Bei 66% der innerhalb dieser Arbeit mit Blick auf die Wissenstransferzielsetzung „Innovation“ untersuchten Gestaltungsmaßnahmen konnte, eine komplette Hemmwirkung dahingehend begründet werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 3 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 4 |
| 2. | Bezugsrahmen | 6 |
| 2.1 | Begriffsabgrenzung | 6 |
| 2.2 | Situativer Ansatz | 7 |
| 2.3 | Anwendung des situativen Ansatzes für die Gestaltung des Wissenstransfers | 9 |
| 3. | Systematische Gestaltung des Wissenstransfers | 10 |
| 3.1 | Herleitung von Wissenstransferzielsetzungen. | 10 |
| 3.1.1 | Allgemeine Betrachtung der Definition von Wissenszielsetzungen | 11 |
| 3.1.2 | Strategische Bedeutung von Wissen | 12 |
| 3.1.3 | Herleitung der Wissenstransferzielsetzung aus der Unternehmensstrategie eines Unternehmens | 14 |
| 3.1.4 | Aufstellung von Arbeitsdefinitionen aus der Zweck-Mittel-Beziehung | 16 |
| 3.2 | Gestaltungsdimensionen des Wissenstransfers | 17 |
| 3.2.1 | Technische Infrastruktur | 17 |
| 3.2.2 | Aufbauorganisation | 19 |
| 3.2.3 | Ablauforganisation | 20 |
| 3.2.4 | Koordination | 21 |
| 3.2.5 | Motivation | 23 |
| 3.3 | Abgrenzung von Einflussfaktoren | 25 |
| 3.3.1 | Kognitive Dissonanz | 26 |
| 3.3.1.1 | Kognitive Dissonanzen aufgrund des hohen Spezialisierungsgrades der Mitglieder einer Organisation | 27 |
| 3.3.1.2 | Kognitive Dissonanzen aufgrund einer hohen Heterogenität der Mitglieder einer Organisation | 28 |
| 3.3.2 | Komplexität des Wissen | 30 |
| 3.3.2.1 | Kodifizierbarkeit | 30 |
| 3.3.2.2 | Unabhängigkeit | 31 |
| 3.3.3 | Nachfrage nach Wissen | 31 |
| 3.3.4 | Managementphilosophie | 33 |
| 4. | Wirkungsanalyse von Gestaltungsmaßnahmen | 36 |
| 4.1 | Zielwirkungsmodell der Gestaltung des Wissenstransfers | 36 |
| 4.2 | Diskussion von Zielwirkungszusammenhängen | 37 |
| 4.2.1 | Gestaltungsdimension: Technische Infrastruktur | 38 |
| 4.2.1.1 | Speichersysteme | 38 |
| 4.2.1.2 | Identifikationssysteme für kodifiziertes Wissen | 41 |
| 4.2.1.3 | Identifikationssysteme für Personen | 43 |
| 4.2.1.4 | Kommunikationssysteme | 46 |
| 4.2.2 | Gestaltungsdimension: Aufbauorganisation | 49 |
| 4.2.2.1 | Zentrale Wissenstransfereinheiten | 49 |
| 4.2.2.2 | Dezentrale Wissenstransfereinheiten | 52 |
| 4.2.2.3 | Laterale Verbindungsstrukturen | 54 |
| 4.2.3 | Gestaltungsdimension: Ablauforganisation | 56 |
| 4.2.3.1 | Formalisierung | 56 |
| 4.2.3.2 | Wissenstransferprozess | 59 |
| 4.2.4 | Gestaltungsdimension: Koordination | 61 |
| 4.2.4.1 | Vorauskoordination | 61 |
| 4.2.4.2 | Ad-hoc Koordination | 64 |
| 4.2.5 | Gestaltungsdimension: Motivation | 67 |
| 4.2.5.1 | Anreizsysteme | 67 |
| 4.2.5.2 | Rahmenbedingungen | 70 |
| 4.2.6 | Übersicht über die Hemmwirkung der Einflussfaktoren | 74 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 75 |
| Literaturverzeichnis | 80 |
Verschlagwortung von Wissenseinheiten mit einem hohen Aufwand verbunden sein, welche unter Umständen nicht für alle Zugriffe ein optimales Ergebnis liefern kann. Dadurch wird der Nutzen einer Wiederverwendung von Wissen aufgrund nicht auffindbarer Dokumente in Frage gestellt. Da aber Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Verschlagwortung bereits erprobt werden, wie beispielsweise Versuche zur automatischen Indizierung von Bilddokumenten, ist das Einflußniveau der kognitiven Dissonanz mit gering bewertet. Der Einfluß der Wissenskomplexität wird hoch gewichtet, da eine hohe Komplexität die Sinnhaftigkeit des Einsatzes von Speichersystemen komplett in Frage stellen kann. Dies kommt dann zum Tragen, wenn es die Problem- und Lösungsstruktur der vorherrschenden Aufgaben in der Organisation nicht ermöglicht, Wissen zu kodifizieren und unabhängig festzuhalten. Unter Umständen kann dann kein Wissen zur Ablage in Speichersystemen von den Wissensträgern gelöst und für eine Wiederverwendung vorgehalten werden. Eine geringe Nachfrage nach Wissen ist mit einem geringen Einfluß gewichtet. Unter ökonomischen Gesichtspunkten kann es nicht sinnvoll sein, den Aufwand der Wissensspeicherung bzw. Wissenskodifizierung zu betreiben, wenn die notwendige Nachfrage nach Wissen in der Organisation nicht vorhanden ist.116 Im Gegensatz zu einem geringen Einflußniveau der Wissensnachfrage hat eine autoritäre Managementphilosophie einen hohen Einfluß auf den Nutzen von Speichersystemen für die Wiederverwendung von Wissen. Besitzen Mitarbeiter aufgrund einer vorherrschenden autoritären Managementphilosophie die Haltung „Wissen ist Macht“, so stellen diese ihr Wissen mitunter nicht freiwillig zur Ablage in einem Speichersystem zur Verfügung. Wird zur Wissensweitergabe angewiesen, kann eine Kodifizierung von Wissen nur „alibimäßig“ erfolgen. Dies hat zur Folge, daß sich Wissensträger wenig Mühe geben ihr Wissen verständlich für andere Mitarbeiter aufzuschreiben. Diese Umstände wirken negativ auf die Möglichkeiten eines Speichersystems eine Wiederverwendung von Wissen zu unterstützen.117 [...]
Die Ausprägungen der jeweiligen Einflußnivaus wird dabei durch die Ziffern 0,1 und 2 ausgedrückt: 0:= es ist kein hemmender Einfluß festzustellen 1:= es ist ein gering hemmender Einfluß ist festzustellen 2:= es ist ein hoch hemmender Einfluß ist festzustellen Der Unterschied zwischen einem geringen und einem hohen Einfluß auf die Wirkungsweise der Gestaltungsmaßnahme wird dadurch bestimmt, daß ein hohes Einflußniveau im Extremfall die komplett positiv zu erwartende Wirkung der Gestaltungsmaßnahme auf die Wissenstransferzielsetzung hemmen kann. Bei einem geringen Einflußniveau werden lediglich Teile der positiven Wirkung aufgelöst, oder es lassen sich Gegenmaßnahmen finden, die eine komplette Auflösung der positiven Zielwirkung verhindern. d) Begründung der Einflußniveaus der einzelnen Faktoren auf die [...]
Kontrollierens und Befehlens herrscht. Eine Organisation ist durch eine partizipative Managementphilosophie geprägt, wenn ein hoher Entscheidungsspielraum bei der Gruppe liegt, ein hoher Autonomiegrad von Einheiten festgestellt werden kann, viele Dinge auf Freiwilligkeit beruhen, Mitarbeiter eine hohe Selbständigkeit und eigene Meinung besitzen und Abläufe nur in begrenztem Umfang fest vorgegeben sind. In der Praxis zeigen Studien typische Verhaltensweisen von Mitarbeitern in Abhängigkeit von der gewählten Managementphilosophie, deren Merkmale auch ersichtliche Auswirkungen auf die Bereitschaft zur Wissensteilung haben:110 • Autoritäre Managementphilosophie: – hohe Spannungen als Ausdruck von Feindseligkeiten – unterwürfiges, gehorsames Verhalten – Unterdrückung von Eigeninitiative – höhere Arbeitsintensität – Arbeitsunterbrechung bei Abwesenheit des Vorgesetzten • Partizipative Managementphilosophie: – entspannte freundliche Atmosphäre – höhere Kohäsion, geringere Austritte – höheres Interesse an der Aufgabe – höhere Originalität der Arbeitsergebnisse – Weiterarbeit auch bei Abwesenheit des Vorgesetzen [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832442231
Arbeit zitieren:
Trojan, Jörg Februar 2001: Systematische Gestaltung des Wissenstransfers, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Motivation, Wissensmanagement, Wissenstransfer, Organisatorische Gestaltung, Human Ressources



